Bleichtest: 10 "Dokumentenechte" oder die man dafür hält

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Thom
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Re: Bleichtest: 10 "Dokumentenechte" oder die man dafür hält

Beitrag von Thom » 22.09.2019 23:33

SimDreams hat geschrieben:
22.09.2019 23:25
HeKe2 hat geschrieben:
10.09.2019 0:40
Hallo liebes Forum!

An anderer Stelle hatte Thomas aka Thom darum gerungen, ...
Hermann, kannst du kurz ausführen, warum es die Hypochlorid- und nicht Wasserstoffperoxidlösung genommen hast? Würde UV Strahlung verbunden mit Luft damit nicht besser "simuliert"? Oder fragte Thom gezielt nach Chlorbleichmitteln, weil dokumentenechten Tinten auch ihnen gegenüber stabil sein müssen?
Letzteres kann Thom verneinen. Das war so:
Thom hat geschrieben:
08.09.2019 16:58
Dokumentenecht in Anlehnung an die Normen für dokumentenechte Kugelschreiber und Tintenroller sind Füller-Eisengallustinten in der Regel sowieso nicht, weil sie nicht beständig gegen Salzsäure und vermutlich auch nicht gegen bestimmte Bleichmittel sind.
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Thomas

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Tenryu
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Re: Bleichtest: 10 "Dokumentenechte" oder die man dafür hält

Beitrag von Tenryu » 23.09.2019 1:36

Wie kann man Eisengallus wegbleichen?
Eisenoxyd kann doch höchstens zu Eisen reduziert werden und das ist auch schwarz. Und mit starken Säuren würde man doch auch das Papier wegäzen. Der Witz bei dokumentenechten Tinten ist ja nicht, daß sie absolut unzerstörbar sind, sondern, daß man sie nicht entfernen kann, ohne deutliche Spuren zu hinterlassen.

Thom
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Re: Bleichtest: 10 "Dokumentenechte" oder die man dafür hält

Beitrag von Thom » 23.09.2019 1:43

Das ist ja auch kein Eisenoxyd, sondern ein Eisengallatkomplex. Und das die Tinten "weg" sind, siehst Du doch im Test. Das Eisen ist schon noch vorhanden, solange es nicht aus dem Papier gewaschen wird. Und starke Säuren sind auch nicht erforderlich, da reicht schon verdünnte Salzsäure.

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Re: Bleichtest: 10 "Dokumentenechte" oder die man dafür hält

Beitrag von Thom » 23.09.2019 2:32

Bild
(Quelle: https://encrypted-tbn0.gstatic.com/imag ... FACN74yOcg )

Hier haben wir mal einen Eisen3-gallat-komplex. Da ist man sich vielleicht noch ein bisschen uneins bzgl. der genauen Koordinierung, aber da "rostet" nichts. Das ist ein erweiterter Oxidationsbegriff, der eine Elektronenabgabe des vormals zweiwertigen Eisenions beschreibt.

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HeKe2
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Re: Bleichtest: 10 "Dokumentenechte" oder die man dafür hält

Beitrag von HeKe2 » 23.09.2019 7:17

Moin zusammen!

Sicher würde Wasserstoffperoxid die Sonne besser simulieren als Natriumhypochlorid. Letzteres habe ich nur genommen, weil ich es bei meinem ersten derartigen Versuch auch genommen habe, um die Resistenz der 54th Masschsetts zu zeigen. Leider habe ich das Testblatt nicht mehr, sonst könnte man einen Streifen mit Wasserstoffperoxid daneben setzen. Unterschiede würde ich aber nur bei den EG-Tinten erwarten, da ich die Natriunhypochloridlösung doch deutlich kräftiger einschätze als Wasserstoffperoxidlösung.

Das Eisen lässt sich nicht "wegoxidieren". Deshalb ging ich bei den verbleibenden bräunlichen Verfärbungen bei den EG-Tinten davon aus, dass es sich dabei um Fe(III) handelt.
Die Bleiche greift auch nicht wirklich das Eisen an, sondern die vornehmlich die in Farbstoffen häufig vorkommenden Doppelbindungen. Sind die nicht mehr vollständig vorhanden, ist die Farbigkeit meistens dahin, da es sich häufig um sog. konjugierte Doppelbindungen handelt. Warum die Nanotinten diesbezüglich so resistent sind, dazu habe ich allerdings noch keine Idee.
Beste Grüße
Hermann

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Re: Bleichtest: 10 "Dokumentenechte" oder die man dafür hält

Beitrag von Thom » 23.09.2019 7:46

HeKe2 hat geschrieben:
23.09.2019 7:17
Das Eisen lässt sich nicht "wegoxidieren".
Da schlummert schon eine versteckte Stärke. Auch verblichene Schriftzüge kann man prinzipiell wieder herstellen, solange ausreichend Eisen im Papier vorhanden ist. Aber wasserfest und farbgebend ist der Eisen3-gallat-komplex. Man könnte auch einen Eisen2-gallat-komplex zusammenbauen, der wäre aber wasserlöslich und transparent.

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