SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

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ingolf
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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von ingolf » 04.08.2018 16:40

Hallo ins Forum:

Vor einigen Monaten bin ich auch unter die "Waldmänner" gegangen.

Bei einer Auktion wurden zwei neue Waldmann-Füllfederhalter aus der Tango-Serie angeboten und ich konnte beide Füllfederhalter (1x Korn-Dekor, 1x Linien-Dekor) für jeweils unter EUR 60,- erwerben. Beide Füllfederhalter kamen mit einer M-Feder in Stahl. Beide Federn wurden dann jeweils mit einer B-Feder aus Stahl von Waldmann (bzw. Bock) umgerüstet.
Mein bisheriges Fazit ist, dass ich beide Füllfederhalter sehr gerne verwende. Sie sind schwer, aber dennoch gut ausbalanciert. Die B-Federn sind hervorragend. Bzgl. der Optik hätte ich gerne die 18K-Variante genommen, aber der Preis ist mir dann doch zu happig.
Das Anschreibverhalten ist auch bei längerer Nichtbenutzung gut. Die Oberfläche aus Sterlingsilber ist nicht ganz unproblematisch, aber ein kurzes Polieren und der Waldmann "strahlt" wieder (und ich auch).

Als ich das Video gesehen habe bekam ich beinahe ein schlechtes Gewissen, dass die beiden Tango-Modelle so günstig erwerben konnte. Der Arbeitsaufwand ist selbst für einen Tango relativ hoch. Aber ich denke, dass ich durch Nutzung und entsprechende Pflege der Füllfederhalter meinen Respekt an die Handwerkskunst zolle (und damit mein schlechtes Gewissen ein wenig beruhige 8-)).
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Tenryu
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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von Tenryu » 04.08.2018 22:08

Ich habe mir überlegt, wie man einen Konverter mit maximalem Füllvolumen bauen könnte:
Man baut einen Kolben mit einer Zugstange, die vermittels zweier Gelenke seitlich umgeklappt und eng an die Außenwand des Konverters angelegt wird. In den meisten Füllern ist dafür genug Luft im Schaft. Die Zugstange könnte entweder ein hinreichend dünner Draht sein, der in eine ausgefräste Rille in der Konverterwand paßt, oder ein halbrund gebogenes Blech, das sich der Rundung anpaßt.
Konverter.jpg
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Old Boy
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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von Old Boy » 04.08.2018 23:15

Jetzt wäre die Frage zu klären, wie bekommt man den Kolben wieder rein ...
Beste Grüße ... und immer einen Tropfen Tinte in Reserve!
Old Boy

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Tenryu
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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von Tenryu » 05.08.2018 2:43

Hochklappen und stoßen. Viel Kraft braucht es dazu nicht.
Leider verfüge ich nicht über das Werkzeug (und die Geschicklichkeit ^^") um einen Prototypen zu bauen. Aber vielleicht mag das sich jemand, der es kann, als Anregung nehmen.

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Killerturnschuh
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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von Killerturnschuh » 05.08.2018 11:19

Hmmm, interessanter Ansatz, aber wohl nur umsetzbar wenn der Mechanismus innerhalb und nicht außerhalb angebracht ist.
Auch Conid hat ja einen auf ähnlichen Überlegungen fussenden Gedanken.

Letztlich funktionieren ja alle ( mit Ausnahme von Pilot und dem Witz von Kaweco) Konverter inzwischen nach dem Prinzip eines Kolbenfüllers.
Salve

Angi

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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von ddss » 05.08.2018 12:17

@tintenklex und tenryu

Ich hatte das in der Tat falsch verstanden: Die Idee, den Konverter zu verbessern, ist natürlich grandios. Ich habe einmal über einen zweigeteilten Konverter nachgedacht, bei dem der Zug- oder Schraubmechanismus nur während des Betankens aufgesetzt wird. Aber wohin dann mit diesem Mechanismus? Da ist die Idee von Tenryu viel besser und das müsste eigentlich auch klappen. Tintenklex hat ja Recht: Wir erfinden so viel und beim Kolbenkonverter werden fast 50 % des vorhandenen Raums vergeudet.

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Tintenklex
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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von Tintenklex » 05.08.2018 12:53

Old Boy hat geschrieben:
04.08.2018 23:15
Jetzt wäre die Frage zu klären, wie bekommt man den Kolben wieder rein ...
Saugen... :mrgreen:
ddss hat geschrieben:
05.08.2018 12:17
Wir erfinden so viel und beim Kolbenkonverter werden fast 50 % des vorhandenen Raums vergeudet.
Eine recht einfache und preisgünstige Möglichkeit wäre, den Tank länger zu machen und das "Griffstück" (das Ding, an dem man dreht inkl. der internen Gewindestange) durch ein Gewinde kurz hinter dem Tank abschraubbar zu gestalten, so dass es nicht mit in den Korpus muss. Einziges Problem wäre dann noch, dass man das "Griffstück" bei Bedarf auch greifbar hat, nicht "verlegt" oder verliert; zudem sollte es deswegen einzeln als Ersatzteil käuflich zu erwerben sein.
Zuletzt geändert von Tintenklex am 05.08.2018 12:57, insgesamt 2-mal geändert.

Thom
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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von Thom » 05.08.2018 12:56

ddss hat geschrieben:
05.08.2018 12:17
Ich habe einmal über einen zweigeteilten Konverter nachgedacht, bei dem der Zug- oder Schraubmechanismus nur während des Betankens aufgesetzt wird. Aber wohin dann mit diesem Mechanismus?
viewtopic.php?f=24&t=20130&p=210962&hil ... ne#p210958

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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von paul » 23.08.2018 16:39

Hallo Michael,
eine kleine Ergänzung dazu:
ddss hat geschrieben:
02.08.2018 18:23
Und dieser hat nicht nur eine Kolbenmechanik, sondern eine der ausgeklügelsten Kolbenmechaniken, die ich überhaupt bei Füllfederhaltern kenne, weil sich der Drehknopf nicht nach oben oder unten bewegt, sondern nur der Kolben.
Ich hatte vor einiger Zeit etwas über den von Pelikan patentierten (bzw. von einem Ungarn erfundenen und von Pelikan aufgekauften) Kolbenmechanismus gelesen, such mal nach Differential-Kolben (differential piston). Die Idee war, dass durch die verschiedene Übersetzung (wie bei einem Getriebe) zwischen Kolbenstange und Drehknopf ein größerer Hub ermöglicht wurde.

Jetzt habe ich versucht mir vorzustellen, wie das bei besagtem Waldmann funktionieren soll, komme aber nicht drauf – wenn also jemand seinen mal auseinander bauen möchte, ich bin an Erleuchtung interessiert!

@tenryu und tintenklex
Ihr werdet es nicht glauben, aber *genau diese beiden Dinge* hatte ich mir auch neulich überlegt. Irgendwo müssten sogar noch meine alten Skizzen dazu rumflattern… Aber vielleicht machen wir dafür besser einen neuen Thread auf. Nur so viel:
1) auch beim Pelikan-Kolben wird die Hälfte der Länge des Schaftes für die Mechanik „verschwendet“, bei den Demonstratoren sieht man das gut!
2) den meisten/einfachsten Volumengewinn würde man vermutlich nicht durch eine Längen-, sondern eine Durchmesservergrößerung des Konverters erhalten (Volumen wächst linear mit der Länge, aber quadratisch mit dem Durchmesser).
Eine kurze Überschlagsrechnung bestätigt: wenn der Standard-Konverter den gleichen (Innen-)Durchmesser hätte wie mein TWSBI-Kolben (ca. 3mm mehr), passte in etwa so viel rein wie in einen Konverter doppelter Länge.

Grüße,
Paul

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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von Tintenklex » 24.08.2018 17:22

paul hat geschrieben:
23.08.2018 16:39
2) den meisten/einfachsten Volumengewinn würde man vermutlich nicht durch eine Längen-, sondern eine Durchmesservergrößerung des Konverters erhalten (Volumen wächst linear mit der Länge, aber quadratisch mit dem Durchmesser).
Eine kurze Überschlagsrechnung bestätigt: wenn der Standard-Konverter den gleichen (Innen-)Durchmesser hätte wie mein TWSBI-Kolben (ca. 3mm mehr), passte in etwa so viel rein wie in einen Konverter doppelter Länge.
Dann sollte man vielleicht ein hauchdünnes, trotzdem stabiles Material hernehmen - damit allein liesse sich sicher schon ca. 1mm mehr Innendurchmesser realisieren (und nach deiner Rechnung ca. 1/3 mehr Füllmenge) - allerdings wohl kaum transparent zwecks Füllstandskontrolle.

agathon
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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von agathon » 24.08.2018 17:56

Ich grätsch' mal mit der Frage dazwischen, was denn eigentlich von den Füllern von Yard-O-Led zu halten ist, die mit den Waldmännern ja durchaus zu vergleichen sind. Auch das sind ja Füller, die auf Repräsentativität und Schmuckstückhaftigkeit hin angelegt sind.

Grüße

agathon

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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von Killerturnschuh » 25.08.2018 9:56

Lieber agathon,

Ich persönlich würde Yard-O-Led zwar nicht unbedingt mit Waldmann in einen Topf werfen wollen, zumal die Engländer ihre Federn aus dem Hause Bock nachbearbeiten.
Vor ein paar Jahren habe ich einmal bei einer Werksführung in Birmingham teilgenommen und war sehr beeindruckt von der hohen handwerklichen Qualität mit der dort gearbeitet wird. Berühmt ist die Manufaktur ja vor allem für Ihre Drehbleistifte, doch auch die Füller brauchen sich nicht verstecken und werden dort ganz in der englischen Silbertradition gefertigt.
Ja, die Füllhalter sind recht opulent und haben natürlich auch ein Gewicht, dennoch sind es ausgezeichnete Schreibinstrumente. Mein Victorian ist mir Lieb und Teuer.
Salve

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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von agathon » 25.08.2018 10:39

Liebe Angi,

ich finde ja die kleinen Pocket-Füller ziemlich ansprechend, außerdem gefallen mir die Yard-O-Led-Füller einfach ästhetisch besser, meines Erachtens ein Fall von "gekonnt zurückhaltender Dekadenz", was ja auch eine interessante Definition von "Stil" wäre. (Im Vergleich zu den Waldmännern kam mir direkt der "Wenn-schon-denn-schon"-Gedanke.) Dass die Engländer auch Bock-Federn verwenden, wusste ich nicht, überrascht aber auch nicht. Und wie es scheint, bist du mit den Schreibeigenschaften auch sehr zufrieden.

Grüße

agathon

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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von Killerturnschuh » 25.08.2018 11:51

Lieber agathon,

der Yard-O-Led ist ein zuverlässiger höchst angenehm zu schreibender Stift.
Na ja, mach einer hält es schon für dekadent mit Tinte zu schreiben die teurer als 10€ ist oder sich von Hand gefertigte Schuhe machen zu lassen, also was soll's.😁 😎
Salve

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Re: SWR "Im Südwesten - Handwerkskunst! Wie man einen edlen Füller macht"

Beitrag von agathon » 25.08.2018 12:21

Liebe Angi,

wir sind uns einig! Und wo gehört - die einen nennen's Dekadenz, die anderen Stil, mir ist es Wurscht! - der Stift sonst hin als in die Hosentasche? Nur welchen der beiden soll ich nehmen? Da gibt es ja aktuell zwei Pockets …


Grüße

agathon

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