Diplomat "Classic Lord" (CC1) - Erfahrungsbericht

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absia
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Diplomat "Classic Lord" (CC1) - Erfahrungsbericht

Beitrag von absia » 25.12.2005 21:09

Hallo ihr Lieben!

Lange genug habe ich ihn angekündigt, aber bisher nie die Zeit gefunden, ihn zu schreiben, den Erfahrungsbericht zum großen Diplomat, dem Flaggschiffmodell der deutschen Traditionsmarke, das korrekt "Classic Collection No.1" [inzwischen umgetauft in "Lord" (s.u.)] heißt. Ich habe die Bezeichnung etwas abgekürzt, weil ich der Meinung bin, dass das Wort "Collection" heutzutage eher unglückliche Assoziationen an saisonal wechselnde Sommerbademoden oder Designer-Modeschmuck erweckt, aber nicht solche an ein jahrzehntelang laufendes Füllermodell, das sich bis heute in seinen wirklich klassischen Grundlinien treu geblieben ist und daher den Rest seines Namens durchaus verdient.

Zum Hersteller: Die Firma Diplomat ist mir aus meiner Schulzeit, die im Jahre 1961 begann, als Pelikan seinen ersten Patronenfüller namens "Pelikano" - so heißt er heute noch - auf den Markt brachte, noch bestens im Gedächtnis. Die "Diplomater" waren immer eine kleine Minderheit und die "Snobs" in der Klasse, die sich aus den Wortgefechten zwischen Pelikanern und Gehanern heraushielten, weil sie glaubten, mit ihrem Füller etwas besseres ergattert zu haben als alle anderen. So ganz falsch war das auch nicht, denn weder Geha noch Pelikan hatten den ersten deutschen Patronenfüller herausgebracht, sondern Diplomat, und zwar schon im Jahre 1958. Auch gab es Diplomats schon damals nicht in jedem Schreibwarenladen wie Pelikanos und Gehas. Das ist bis heute so geblieben. Ein echter Renommierhersteller wie Montblanc ist Diplomat dennoch nie geworden, weil die Firma seit den fünfziger Jahren mit dem Aufkommen des Kugelschreibers als Hauptschreibgerät aller Büromenschen ums Überleben kämpfen und ihre Produktion umstellen musste, wie andere Traditionshersteller (u.a. Kreuzer, Geha etc.) auch, die dadurch häufig auf der Strecke geblieben sind, weil sie den Anschluss an die neuen Marktbedürnisse nicht mehr rechtzeitig geschafft haben. Das führte leider dazu, dass Diplomat heute im PBS-Markt eher bekannt ist als Qualitätskugelschreiber- und -rollerfabrikant, denn als Füllerbauer. Das soll sich nach Auskunft der Geschäftleitung endlich wieder ändern. Seit 2004 gehört Diplomat - nach vielen Besitzerwechseln - zur "helit innovative Büroprodukte GmbH" und hat seinen Sitz seit 2002 in Cunewalde in der Oberlausitz. Erklärtermaßen möchte man "zurück zu den Wurzeln" finden und die Marke Diplomat auch als Füllermarke wieder zur alten Bedeutung zurückführen. Meiner Ansicht nach verdient sie das auch!

Zum Füller: Ich habe mehrere Modelle teils im Besitz, zur Auswahl da gehabt oder in Läden ausprobiert, sodass ich glaube, ein einigermaßen objektives Urteil abgeben zu können. Dass andere Menschen den Füller subjektiv anders sehen, befühlen oder erfühlen, und daher zu anderen Urteilen kommen können und werden, muss ich in Kauf nehmen. Ich bitte also diejenigen um Nachsicht für meine Sicht der Dinge.
Äußerlichkeiten:
Der "CC1", wie er firmenintern bezeichnet wird, ist in seinen Abmessungen fast auf den Millimeter identisch mit einem Pelikan M 800. Das gilt vor allem für die Längen mit und ohne Kappe. Lediglich im Durchmesser ist der Pelikan einen knappen Millimeter dicker an der bauchigsten Stelle. Dafür allerdings ist der CC1 mit 45 gr. genauso schwer wie der Waterman Liaison. Er hat ein Ganzmetallgehäuse, das in mehreren Schichten übereinander lackiert wird, wodurch eine entsprechende Tiefenwirkung erzielt werden soll, was zumindest dazu führt, dass er in der Schwarz-Gold-Version sehr gediegen aussieht. Die anderen Varianten hier detailliert vorzustellen, erspare ich mir und verweise stattdessen auf den firmeneingenen Link: http://www.diplomat-pen.de/diplomat-de/ ... or=2110022 . Was mir an diesem Füller sehr gut gefällt, ist, dass er auf Designerspielereien völlig verzichtet, sodass letztlich die Funktionalität die Form bestimmt, die sich über Jahrzehnte hin wenig verändert hat. Er ist wirklich ein Klassiker zum Schreiben! Freunde exotischer Füllermodelle von Waterman oder Namiki z.B. werden daran wohl weniger Freude finden können.
Die freistehenden, sehr großen Federn sind als Stahlfedern, aber auch als 14.kt-Goldfedern zu haben. Letztere kosten mindestens 50.-€ Aufpreis. Es gibt sie bisher leider nur in den Breiten F, M und B. Alle Federn sind geschmackvoll ziseliert, tragen das Diplomat-Kreuz, den Firmennamen und das Gründungsdatum der Firma: 1922 sowie die Federstärke an der Federwurzel. Die 14-Karäter sind als Bicolorfedern gestaltet mit rodinierten Spitzen, tragen zusätzlich den entsprechenden Goldstempel und sehen sehr edel aus.
Der Füller kann bestückt werden mit Standardpatronen oder aber entsprechenden Konvertern. Ein Gummidichtring am Schraubgewinde sorgt dafür, dass das Gehäuse dicht abschließt und nicht ausläuft. Die Patronen und Konverter sitzen bombenfest und haben wenig Spiel im Gehäuse, sodass ein unbeabsichtigtes Herausrutschen der Tintenbehälter sehr unwahrscheinlich ist und damit der Dichtring wohl auch überflüssig, aber die meisten höherwertigen Füller haben den, z.B. der Waterman-Carene. Eine Kolbenfüllervariante gibt es zur Zeit leider bei Diplomat nicht mehr.
Innere Werte:
Nicht nur an der Optik, der Haptik oder dem Markenimage scheiden sich bekanntlich die Geister, sondern vor allem am Schreibverhalten. Das gilt natürlich auch für den großen Diplomat. Die freistehenden Federn täuschen auf den ersten Blick über eine Eigenschaft hinweg, die bei modernen Füllern des Kugelschreiberzeitalters leider (?) weit verbreitet ist, nämlich ihre Starrheit, d. h. die Elastizität der Federn ist in der Praxis nicht die, die ihre Größe vermuten lässt. Wer also einen weich schreibenden Füller mit flexibler Feder sucht, wird am Diplomat keine große Freude haben. Dem eigenen Werbeslogan "Schreiben mit Gefühl" wird der CC1 damit nicht ganz gerecht. Das bedeutet aber nicht, dass sich der Füller damit als dauerbelastungsfähiges und lustvolles Schreiben vermittelndes Alltagsschreibgerät disqualifiziert. Im Gegenteil: Die Gold-Federn gleiten sehr flüssig und ohne große Geräuschentwicklung über die unterschiedlichsten Papiersorten und tragen die Tinte schön satt und füllercharakteristisch mit entsprechenden Linienstärkevariationen im Schriftbild auf. Es gab auch bei keinem von mir getesteten Exemplar Tintenfluss- oder Anschreibprobleme, wenn der Füller kurze Zeit offen in der Hand gehalten wurde. Selbst nach Tagen der Nichtbenutzung sprach der Füller ohne wiederholtes Ansetzenmüssen sofort an. Die Zicken eines Waterman Liaison (siehe meine Erfahrungsberichte dort) kennt er also nicht. Ansonsten ist das Schreibverhalten durchaus watermanähnlich, allerdings nicht von den Federbreiten her. Die Diplomatfedern neigen eher zur nächst dünneren Stärke als zur nächst dickeren, d.h. eine Diplomat-B-Feder ist im Vergleich z.B. zu Pelikan eher eine breite M-Feder usw. Wer also gerne mit etwas satteren M-Federn schreibt, sollte gleich zur B-Feder greifen. Die macht auch insgesamt den besten Schriftbildeindruck von allen Varianten. Über Streuungen in den Federbreiten kann ich allerdings keine Aussagen machen.

Fazit: Bei dieser Grundfedercharakteristik ist es klar, dass die Stahlfedervarianten in ihrem Schreibverhalten von den Goldfedern nur unwesentlich abweichen. Wer also mindestens 50.-€ oder gar das Doppelte des Anschaffungspreises sparen will, sollte zur Stahlversion greifen. Er bekommt damit einen repräsentativen und - immer noch - seltenen Traditionsfüller, der sich hinter den artverwandten, aber preislich z.T. erheblich teureren Waterman-Patronern, nicht zu verstecken braucht. Zur Zeit gibt es auch eine Rotgold-Version mit rotgoldplattierter Stahlfeder als Weihnachtssonderaktion 2005, allerdings nur mit M-Feder. Wer noch günstiger fahren will, bekommt das Modell auch als "XL" genannte Sparversion für'n Appel und'n Ei. Für schlankere oder kleinere Hände gibt es neben dem CC1 auch den CC2, also die "Classic Collection No.2" [inzwischen umgetauft in "Lady" (s.u.)] mit vergleichbarer Ausstattung, wie es seinerzeit neben dem MAN 100 von Waterman auch den MAN 200 gegeben hat.

Vielleicht ist dieser Bericht eine kleine Hilfe für manche(n), der/die noch auf der Suche nach einem guten, zuverlässigen und respektablen Füller ist, und dafür nicht gleich sein/ihr ganzes Weihnachtsgeld verbraten will, das er/sie gestern erst geschenkt bekommen hat.

Mit abendfüllernden Weihnachtsgrüßen,
Peter
Zuletzt geändert von absia am 23.09.2007 20:39, insgesamt 12-mal geändert.

Dieter N
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Re: Diplomat "Classic No.1" - Erfahrungsbericht

Beitrag von Dieter N » 26.12.2005 12:16

absia hat geschrieben:Hallo ihr Lieben!
...
Freunde exotischer Füllermodelle von Waterman oder Namiki z.B. werden daran wohl weniger Freude finden können.
...
Mit abendfüllernden Weihnachtsgrüßen,
Peter

Hallo, Peter; hallo, ihr anderen im Forum,

auch von mir viele liebe Weihnachtswünsche an dich und euch alle.

Das war ein guter und reizvoller Bericht über deinen Lieblingsfüller - eine Erinnerung an Schlichtheit und Werte, die nicht hinter greller Show zurückstehen müssen. Auch wenn meine Füller, die ich täglich mit mir herum trage, recht vielfältig sind - sowohl vom Design als auch von Hersteller - und ich auch nicht vor den billigen Ebay-Asia-Füllern scheue, so hat mich deine Beschreibung erreicht.

Ich bin inzwischen restlos überzeugt, einen Classic No.1 zu kaufen. Und obwohl ich eigentlich mehr zu rodonierten Füllern neige, so erscheint mir dieser Füller gerade in Gold richtig.

Und obwohl eigentlich ein Namiki / Pilot Bamboo seit längerer Zeit als Nächster auf meiner Wunschliste steht - ich glaube fast, du hast den Artikel für mich geschrieben :wink: - so kommt der Diplomat jetzt direkt daneben (nicht dahinter!). Du hast mit deiner Aussage über den Produktionsort in der Oberlausitz meine Planung relativiert, weil ich in dem weiteren Umfeld mit der Familie den Sommerurlaub verbringen werde. Vielleicht darf ich direkt im Firmensitz ja von einem Füller Besitz ergreifen - das wäre gerade bei diesem Füller etwas Besonderes für mich.

Viele Grüße und ein paar schöne Tage für euch alle
Dieter N.

absia
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Beitrag von absia » 26.12.2005 12:59

Hallo Dieter, hallo ihr anderen,

danke vielmals für die netten Zeilen! Ich schreibe momentan wirklich sehr gerne mit dem Diplomat, aber mein "Lieblingsfüller" ist er trotzdem nicht. Da gibt es, glaube ich, überhaupt keinen solchen in meiner Sammlung, weil mir viele auf ihre spezifische Art in bestimmten Schreibsituationen zusagen und dann eben jeder für sich in diesem Moment mein Lieblingsfüller ist. Das ist das Schöne, wenn man eine gewisse Auswahl hat!

Vielleicht noch ein kleiner Tipp, um dir die Anschaffungswahl ein bisschen zu erschweren: Eine wahre Versuchung ist vor allem die Palladium-Variante des CC1, die leicht champagnerfarben daherkommt und mit dem Silbertrim eine so gelungene Symbiose eingeht, dass ich beinahe mein Prinzip verraten hätte, mir keine Füller mit silberfarbenen Stahlfedern mehr zuzulegen. Schau dir den mal an; aber nicht in der Darstellung auf der Diplomat-Homepage. Dort hat der Palladium fast schon einen Grauschleier. Von Rolf Thiel kannst du ihn dir sicherlich zur Ansicht kommen lassen. Ich hatte meinen auch von ihm. Er kennt sich inzwischen bestens aus mit Diplomats durch meine Nervensägerei in den letzten Wochen, die er heldenmütig ertragen hat. Schönen Dank dafür auch nochmal von hier aus, Rolf! Bist 'ne gute Seele!

A xunds nois!
Peter

absia
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Nachtrag zum Erfahrungsbericht

Beitrag von absia » 07.04.2006 21:28

Hallo miteinander!

Wie ich inzwischen mitbekommen habe, hat Diplomat seine großen Füllermodelle zum Modelljahr 2006 hin umgetauft. Die unsägliche Benennung "Collection" ist ebenso weggefallen wie die Ordnungszahlen. Der große Klassic hört jetzt auf den Namen "Lord" und ist baugleich mit dem alten "Classic Collection No. 1", der kleine Klassic (vomals CC2) heißt jetzt "Lady" und benennt damit die Käufergruppe, auf die er zielen soll ( http://www.diplomat-pen.de/de/ShowProduct.aspx?id=216 ).

Die Angebotspalette wurde zudem um neue Farb- und Federvarianten bereichert, darunter ist jetzt auch das letztjährige Weihnachtssondermodell in Rotgold mit verschienen Federvarianten fest im Programm. Nach wie vor ein Sammlertipp, den andere Füllerhersteller so nicht im Programm haben ( http://www.diplomat-pen.de/de/ShowProduct.aspx?id=226 ).

Auf Wiederschreiben
Peter
Zuletzt geändert von absia am 12.01.2007 19:52, insgesamt 1-mal geändert.

Kress
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Re: Diplomat Classic No.1 bzw. Classic Lord - Erfahrungsberi

Beitrag von Kress » 09.12.2006 0:39

Hallo

Heute habe Ich mein erstes Füllhalter, ein Lord schwarz gold 14 ct., seit meiner Schulzeit bestellt. Es hat mir, mit versand, 153$ gekostet.

Erst wollte ich mir ein Pelikan M 400 kaufen, aber Peters Erfahrungsbericht hat mich überzeugt.

Ich bin sehr gespannt und kann kaum warten.

Leo

absia
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Beitrag von absia » 13.12.2006 22:10

Hallo Leo!

Berichte uns doch einmal über deine ersten Eindrücke und Erfahrungen mit deinem neuen Diplomat, wenn du ihn hast. Erfüllt er deine Erwartungen? Gerade jetzt, wo es bei euch so lange dunkel ist, müsste so ein Füller ein richtiger Lichtblick sein!?

Freudlichen Gruß nach Schweden
Peter

Kress
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Beitrag von Kress » 14.12.2006 1:47

Der Diplomat ist hervorragend. Er liegt angenehm in meine Hand och schreibt wunderbar. Wenn man den Diplomat mit letzter Schulfüller, ein Parker 45 vergleicht, ist es fast nicht zu fassen! Es betrübt mich daβ ich so lange gewartet habe biβ ich mir einen ordentlichen Füller akquirierte.

Ich habe inzwischen gemerkt daβ das sammeln von Füllhalter sehr stimulierend ist, und heute habe mein zweiter bestellt, ein Pelikan New Classic P390.

Gruße aus Dezemberdunklen Stockholm

Leo

DanielH
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Beitrag von DanielH » 22.11.2008 0:58

Ich bin jetzt seit knapp zwei Monaten stolzer Besitzer eines Lord, den ich für 30 Euro aus der Bucht geangelt habe. Er hat eine M-Feder - und das obwohl ich B bevorzugen würde. Ich will mal sehen, ob ich da nochmal irgendwas versuche, noch eine andere Feder zu bekommen aber dazu später mehr.
Seit ich ihn habe ist der Lord mein unermüdlicher Bürofüller, mit dem ich fast alles schreibe, was es geschäftlich zu schreiben gibt. Gefüttert wird er über einen Konverter mit schwarzer Lamy-Tinte.
zu Anfang hatte ich etwas Probleme, mich an das Griffstück zu gewöhnen. Da tat mir an einem Abend mal etwas der linke Daumen weh aber das hat sich inzwischen gegeben. Die Steckkappe saß zu Anfang wirklich bombenfest und man musste sie mit viel Kraft abziehen aber das geht inzwischen auch.
Mit gefallen das doch deutliche Gewicht und die beachtliche Größe des Lord. Ich habe recht große Hände, so dass kleine, dünne Füller für mich recht schwer zu handhaben sind. Die Form des Lord finde ich ein wenig ungewöhnlich. Dass er zumindest im geschlossenen Zustand nach vorn kaum dünner wird, nach hinten aber schon lässt ihn für meine Begriffe ein bisschen wie eine langgestreckte Fliegerbombe aussehen.
Der Tintenfluss kommt mir ein wenig variabel aber durchaus im Rahmen vor. Wenn der Füller ein Wochenende gelegen hat, schreibt er sehr satt und feucht. Nach einer Weile schwächt sich der Fluss etwas ab, bleibt aber immer noch recht gut.

Viele hier haben den Lord als einen Füller ohne viel Firlefanz beschrieben aber ich muss sagen, dass ich ihn nicht so besonders schlicht finde. Allein schon das in geschwungener Schrift in den Ziering an der Kappe gravierte "Classic Collection" zeugt davon. Auch die Form kommt mir - obwohl schön - nicht besonders klassisch vor.

wenn ich es richtig sehe sollte der neue Diplomat Excellence A dem Lord ziemlich genau entsprechen. Er hat jedenfalls auch die Fliegerbombenform - zumindest nach den Abbildungen, die ich bei Blankenhorn gesehen habe. Vielleicht habe ich deswegen ja eine Chance, doch noch mal irgendwann eine B-Feder für das gute Stück zu bekommen.

absia
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Beitrag von absia » 22.11.2008 22:52

Hallo Daniel!

Danke für deinen interessanten Beitrag. Ich denke, dass es bei nahezu jedem Füller normal ist, dass er satt anschreibt, wenn er länger, aber nicht zuuu lange gelegen hat, und dass anschließend der Tintenfluss bei längerem Schreiben etwas ausdünnt. Wenn der Tintenstrom trotzdem noch ergiebig bleibt, ist das ein echtes Qualitätsmerkmal. Ich habe da mit viel teureren Füllern anderer Hersteller schon ganz andere Erfahrungen machen müssen. Ich kenne im übrigen überhaupt keinen Füller, dessen Tintenfluss absolut konstant ist. Selbst bei bei Kugelschreibern und Tintenrollern ist das nicht der Fall. Ich lasse mich da aber gerne eines Besseren belehren.
Hat dein Diplomat eigentlich eine Stahl- oder eine Goldfeder? Wenn du dir schon eine B zulegen willst, dann versuche doch, eine Goldfeder zu bekommen. Ich will nicht behaupten, dass diese im Schreibverhalten einen gigantischen Fortschritt darstellen würde, aber sie sieht einfach deutlich edler aus und reibt sich auch nie ab, so oft man sie auch abwischen oder abreiben mag.

Grüßle
Peter
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DanielH
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Beitrag von DanielH » 23.11.2008 21:30

Muss ich mal schauen. Da die Feder des Lord gesteckt ist, ist ein Selbstwechsel sicher nicht ganz so einfach. Ich muss mich vielleicht einfach mal schlau fragen, ob noch alte Federn bei Diplomat vorrätig sind. Denn wenn ich schon einen alten Lord habe, dann hätte ich bitteschön auch gern eine Füller mit dem alten Diplomat-Kreuz.... Vielleicht frage ich einfach mal ,was die kosten. Momentan hat er eine Stahlfeder.

absia
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Beitrag von absia » 23.11.2008 21:53

Frag' doch mal den Rolf. Der macht fast alles möglich (bis auf Sheaffer Rainbows)
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Saarländerin
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Beitrag von Saarländerin » 06.12.2008 9:30

Als Wiedereinsteigerin bei penexchange und begeisterte "Diplomatin" sage ich ein ganz herzliches Dankeschön an Peter für den Erfahrungsbericht über die "Classic Collection No.1" [inzwischen umgetauft in "Lord"] vom 25.12.2005/23.09.2007.
Die "Diplomaten" sehen gut aus und es lässt sich hervorragend damit schreiben. Wieso sie so lange unterschätzt wurden bzw. es immer noch werden ist mir ein Rätsel.
Auch der "Balance" wird es angesichts des zivilen Preises wohl kaum in die upper class schaffen - was solls, wir Freunde der "Diplomaten" wissen um die Qualitäten
sagt die Saarländerin
die sich bereits unbändig darauf freut, den "Balance" mal in Händen halten zu dürfen :love:

absia
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Beitrag von absia » 06.12.2008 13:38

Liebe Saarländerin!

Auch hier noch einmal ein herzliches "Willkommen zurück, liebe Saarländerin!" Du wirst viel nachzulesen haben, wenn du bisher die Beiträge nicht kontinuierlich mitverfolgen hast können. Ich hoffe sehr, dass es dir gut geht! Ich hatte ja vor Jahren schon einmal versucht, Kontakt mit dir aufzunehmen. Aber das war wohl seinerzeit nicht der richtige Zeitpunkt!? Dafür freut es mich umso mehr, dass du nun hoffentlich unser Forum mit deinen immer sehr treffenden, manchmal auch ein bisschen spitzen Anmerkungen zur füllerverückten Männerwelt aus der Sicht der verständnisvollen Frau, die über den Dingen steht, wieder bereichern wirst!

Lieben Gruß
Peter
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DanielH
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Beitrag von DanielH » 10.12.2008 8:40

Nochmal eine Frage zu dem guten Stueck: Koennte ich dort theoretisch die Feder selbst wechseln? Wenn ja: Wie geht das?

Er liegt gerade im Buero vor mir und wird gleich weiter schreiben... in den letzten Wochen ist mir uebrigens aufgefallen, dass die Steckkappe deutlich leichtgaengiger geworden ist. Gibt er Erfahrungen in der Forumsgemeinde, ob das Ding leicht ausleiert? Und wenn ja: Was kann man dagegen tun?

HG
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Beitrag von HG » 29.12.2008 19:19

Hallo Daniel.

diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Jedoch ist die Kappe nicht noch leichtgängiger geworden. Sie bleibt ist auf einem gewissen "Level" stehen geblieben. Mein Diplomat ist seit einem halben Jahr täglich im Einsatz.
Ich möchte ihn neben all den anderen "Schönen" nicht missen.

Gruß
Heinz

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