Federschliff für schmalere Querlinien

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Columbus
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Columbus »

Nur noch mal zur Klarstellung: Die Architektfeder ist was für Archtekten, deswegen heißt sie auch so. Architekten nutz(t) sie gerne um Bauzeichnungen zu beschriften in möglichst lesbarer Schrift, die an Druckbuchstaben angelehnt ist. Darüber hinaus ist diese Feder hervorragend fürs Hebräische geeignet. Eine Stub-Feder ist eigentlich im Kern eine Bandzugsfeder und eignet sich eher für Fraktur, also für gebrochene Schriften und und die Zoom-Feder bezieht ihren primären Sinn sicherlich beim Schreiben asiatischer Schriftzeichen.Nicht gebrochene Schriften wie die Antiqua schreibt man mit einer möglichst feinen Feder ohne weitere „Spezialfunktion“ und Schriften wie Kurrent mit einer leicht flexiblen Feder und die Anglaise mit einer stark flexiblen, die deutlich stärkere Schwellzüge benötigt. Die Frage ist also nicht, welche Feder liegt mir am besten, sondern sie lautet: Welche Feder für welche Schrift? (Natürlich kann man die Federn auch zweckentfremden und entdecken, dass eine Zoomfeder gleich drei bis vier Füller mit unterschiedlichen Breiten zu ersetzen in der Lage ist, wenn man sich auf das Winkelspiel einlässt.)
Gast1
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Gast1 »

Na ja, die Zoomfeder ist sicherlich wieder das nächste Quietscheentchen im Planschbecken. Aber man kann natürlich auch mit einer sehr flexiblen Feder einen geringen Schwellzug schreiben. Generell würde ich Spitzfedern jedem als Trainingsprogramm empfehlen, man muss es ja nicht gleich (wie maggutefueller) auf die Spitze treiben (Foto).

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Pelikano Modell zwo
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Pelikano Modell zwo »

Hallöchen,

ich habe in meinem Experimentier-Pelikano 2 eine M-Feder, die ich mal als NOS gekauft habe, sie schreibt ziemlich rau ("starkes Feedback"), die Geometrie der Schenkel stimmt aber unter der Lupe. Dazu ist die Strichstärke nicht dicker als bei meiner F-Feder, die ich ebenfalls neu beim selben Händler kaufte. Diese schreibt allerdings wesentlich besser bzw. glatter. Vom Federschleifen habe ich keine Ahnung. Könnte man da mit einer 12000er-Micro-Mesh-Polierfeile rangehen? Der wirtschaftliche Schaden würde sich bei einer 15-Euro-Feder in Grenzen halten, falls ich Mist baue.

Edit: Sorry, ich wollte das eigentlich in einem eigenen Faden posten.

Gruß, Nobby
Columbus
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Columbus »

Ja, mach das mal. Erfahrungen muss man sammeln. Du kannst auch ruhig mit etwas gröberen Pads anfangen, um eine Überpolitur zu vermeiden.
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Pelikano Modell zwo
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Pelikano Modell zwo »

Columbus hat geschrieben:
28.07.2026 17:42
Ja, mach das mal. Erfahrungen muss man sammeln. Du kannst auch ruhig mit etwas gröberen Pads anfangen, um eine Überpolitur zu vermeiden.
Danke, ich habe hier eine Feile mit vier verschiedenen Körnungen gefunden: 1800, 3200, 6000 und 12000. Soll ich erst mal 6000 probieren oder 3200?

Gruß, Nobby
Portaner
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Portaner »

Pelikano Modell zwo hat geschrieben:
28.07.2026 17:29
Hallöchen,

ich habe in meinem Experimentier-Pelikano 2 eine M-Feder, die ich mal als NOS gekauft habe, sie schreibt ziemlich rau ("starkes Feedback"), die Geometrie der Schenkel stimmt aber unter der Lupe. Dazu ist die Strichstärke nicht dicker als bei meiner F-Feder, die ich ebenfalls neu beim selben Händler kaufte. Diese schreibt allerdings wesentlich besser bzw. glatter. Vom Federschleifen habe ich keine Ahnung. Könnte man da mit einer 12000er-Micro-Mesh-Polierfeile rangehen? Der wirtschaftliche Schaden würde sich bei einer 15-Euro-Feder in Grenzen halten, falls ich Mist baue.

Edit: Sorry, ich wollte das eigentlich in einem eigenen Faden posten.

Gruß, Nobby
Es ist ja eine Stahlfeder. Da kann man zunächst etwas mutiger drangehen.
Als erstes prüfe ich, in welcher der vier Hauptrichtungen die Feder kratzt. Schräg aufwärts, schräg abwärts, Füller in Achsrichtung ziehen und schieben.
Ich beginne meist bei 3.000er Körnung und nehme mir die kratzige Richtung intensiver vor.
Zwischendurch die Feder mit Kosmetiktuch abwischen und immer wieder probeschreiben.
Ist es spürbar besser, dann 5.000er Körnung und mit weniger Intensität.
Dann 10.000er für Feinschliff. Oder, wie in deinem Fall das 12.000er Mesh.
So mache ich es und es soll keine allgemeine Regel beschreiben.
Gruß Ed
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Pelikano Modell zwo
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Pelikano Modell zwo »

Portaner hat geschrieben:
28.07.2026 18:01
Es ist ja eine Stahlfeder. Da kann man zunächst etwas mutiger drangehen.
Als erstes prüfe ich, in welcher der vier Hauptrichtungen die Feder kratzt. Schräg aufwärts, schräg abwärts, Füller in Achsrichtung ziehen und schieben.
Ich beginne meist bei 3.000er Körnung und nehme mir die kratzige Richtung intensiver vor.
Zwischendurch die Feder mit Kosmetiktuch abwischen und immer wieder probeschreiben.
Ist es spürbar besser, dann 5.000er Körnung und mit weniger Intensität.
Dann 10.000er für Feinschliff. Oder, wie in deinem Fall das 12.000er Mesh.
So mache ich es und es soll keine allgemeine Regel beschreiben.
Danke für die Anleitung, das hilft mir als blutiger Anfänger schon mal ganz gut weiter. Die Feile ist bestellt, werde dann das Ergebnis posten.

Gruß, Nobby
richard545
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von richard545 »

Portaner hat geschrieben:
28.07.2026 18:01
Ich beginne meist bei 3.000er Körnung und nehme mir die kratzige Richtung intensiver vor.
Erstmal genau prüfen in welcher Richtung die Feder kratzt. Und dann genau in dieser Richtung bzw. diesen Richtungen das Kratzen bearbeiten. So mache ich es. :)
Freundliche Grüße

Richard
Portaner
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Portaner »

richard545 hat geschrieben:
28.07.2026 18:30
Portaner hat geschrieben:
28.07.2026 18:01
Ich beginne meist bei 3.000er Körnung und nehme mir die kratzige Richtung intensiver vor.
Erstmal genau prüfen in welcher Richtung die Feder kratzt. Und dann genau in dieser Richtung bzw. diesen Richtungen das Kratzen bearbeiten. So mache ich es. :)
Bist du dir sicher, dass du meinen ganzen Beitrag gelesen hast?
Gruß Ed
Gast1
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Gast1 »

Pelikano Modell zwo hat geschrieben:
28.07.2026 17:54
... Danke, ich habe hier eine Feile mit vier verschiedenen Körnungen gefunden: 1800, 3200, 6000 und 12000. Soll ich erst mal 6000 probieren oder 3200? ...
Du willst die Feder ja nicht umschleifen. Unterschätze das mal nicht. Wenn die Federbacken korrekt ausgerichtet sind (Lupe!), dann drehe mal ein paar Achten auf dem Feinsten und dann probiere erstmal. Runterschleifen geht immer, wieder draufschleifen können nur die Besten. :)
Gast1
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Gast1 »

P.S. Ich habe hier irgendwo so eine Polierfeile, da sieht man, was die wegnimmt.

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richard545
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von richard545 »

Gast1 hat geschrieben:
28.07.2026 23:53
so eine Polierfeile
Genau die habe ich auch. Achten spare ich mir, poliere nur die Kratzrichtung. :D
Freundliche Grüße

Richard
maggutefueller
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von maggutefueller »

Columbus hat geschrieben:
27.07.2026 22:38
Nur noch mal zur Klarstellung: Die Architektfeder ist was für Archtekten, deswegen heißt sie auch so. Architekten nutz(t) sie gerne um Bauzeichnungen zu beschriften in möglichst lesbarer Schrift, die an Druckbuchstaben angelehnt ist. Darüber hinaus ist diese Feder hervorragend fürs Hebräische geeignet. Eine Stub-Feder ist eigentlich im Kern eine Bandzugsfeder und eignet sich eher für Fraktur, also für gebrochene Schriften und und die Zoom-Feder bezieht ihren primären Sinn sicherlich beim Schreiben asiatischer Schriftzeichen.Nicht gebrochene Schriften wie die Antiqua schreibt man mit einer möglichst feinen Feder ohne weitere „Spezialfunktion“ und Schriften wie Kurrent mit einer leicht flexiblen Feder und die Anglaise mit einer stark flexiblen, die deutlich stärkere Schwellzüge benötigt. Die Frage ist also nicht, welche Feder liegt mir am besten, sondern sie lautet: Welche Feder für welche Schrift? (Natürlich kann man die Federn auch zweckentfremden und entdecken, dass eine Zoomfeder gleich drei bis vier Füller mit unterschiedlichen Breiten zu ersetzen in der Lage ist, wenn man sich auf das Winkelspiel einlässt.)
Columbus, ich bin grundsätzlich sehr einverstanden mit deiner Klarstellung.Weitere Präzisierungen:

Druckbuchstaben mit Architektenfeder. Es gibt auch Monoline-Schriften, die bestens lesbar sind.
Stub. Ist eigentlich eine entschärfte italic. Also wieder ein Kompromiß. Ich schreibe Textualis quadrata mit crisp italic.
starke Schwellzüge. ich bevorzuge delikate SZ.

"Welche Feder für welche Schrift?". Genau das ist mein Ansatz. Das Ziel bestimmt das Werkzeug.

Zoom. Ich bin generell gegen eierlegende Wollmilchsauen. Zum Schluß kann Zoom nichts richtig.
maggutefueller
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von maggutefueller »

Gast1 hat geschrieben:
28.07.2026 0:34
Na ja, die Zoomfeder ist sicherlich wieder das nächste Quietscheentchen im Planschbecken. Aber man kann natürlich auch mit einer sehr flexiblen Feder einen geringen Schwellzug schreiben. Generell würde ich Spitzfedern jedem als Trainingsprogramm empfehlen, man muss es ja nicht gleich (wie maggutefueller) auf die Spitze treiben (Foto).


Ablauf:
1. Spitzfedertraining
2. Der Illusion nachrennen: muß es doch auch bei Füllern geben.
3. Wenn man konsequent ergebnisorientiert bleibt erkennen: an eine 291 mit Eisengallus und geradem Halter und gutem Papier kommt nix ran.

=> führt zu erwartungsfreiem Kauf von Flexfüllern.
=> crisp italic Schliffe sind bei Füllern möglich und können Tauch-Bandzugfedern ersetzen
=> wenn doch mal Flexfüllerkauf, unbedingt auf Feinheit der Haarlinien achten, und wenn man auf Schwellzüge steht, unbedingt auf die Federbearbeitung mit Overfeed achten
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Pelikano Modell zwo
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Re: Federschliff für schmalere Querlinien

Beitrag von Pelikano Modell zwo »

Gast1 hat geschrieben:
28.07.2026 23:43
Du willst die Feder ja nicht umschleifen. Unterschätze das mal nicht. Wenn die Federbacken korrekt ausgerichtet sind (Lupe!), dann drehe mal ein paar Achten auf dem Feinsten und dann probiere erstmal. Runterschleifen geht immer, wieder draufschleifen können nur die Besten. :)
Die Federbacken sind korrekt ausgerichtet, das habe ich zuerst mit der Lupe überprüft. Ich hätte nichts dagegen, wenn sie noch einen Ticken breiter schreibt, da es eine M-Feder ist. Aktuell sehe ich zur F-Feder des identischen Modells keinen Unterschied. Aber am wichtigsten ist mir, dass sie schön glatt schreibt.

Gruß, Nobby
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