Feder "klingt"

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MZ
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Feder "klingt"

Beitrag von MZ » 13.02.2006 15:55

Hallo,

ich habe mir vor kurzem zwei Rotring 600 mit B-Goldfeder zugelegt. Neu und sehr günstig über eBay. Meines Wissens werden diese Modelle mit Gold- und gar B-Feder gar nicht mehr angeboten, insofern habe ich zugeschlagen.

Einer der beiden ist absolut einwandfrei, der andere jedoch war etwas kratzig. Ich habe daher einige Striche auf einem feinen Arkansas-Stein getan, wie ich das auch mit den Stub-Federn der ArtPens gemacht habe, um sie meinen Bedürfnissen anzupassen.

Seitdem kratzt die Feder nicht mehr, dafür "klingt" sie jedoch. Es hört sich ungefähr an, als würde man mit einem Filzstift auf matt gestrichenem Papier schreiben. Offenbar ist das Iridium-Korn etwas aufgerauht worden.

Wie bekommt man das weg? 2000er Naßschleifpapier habe ich schon probiert, hat aber nicht geholfen. Ideen?


Gruß

Mathias

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stift
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feder

Beitrag von stift » 13.02.2006 18:27

hallo
ja ich mach das jetzt schon seit einigen jahren mit einer nagelpolierfeile,die man in jedem drogeriemark bekommt.
eine seite ist rosa-weiß und die zweite ist grau zum polieren.
einfach mit gefülltem füller in deinem schriftwinkel einschreiben.
am besten eine 8 schreiben!!!
da ich ja alte füller sammle ist es hi und da nötig eine feder in meinen winkel
einzuschreiben.
nicht verzweifeln
:wink:
mlg
stift

Frodo
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Beitrag von Frodo » 13.02.2006 21:03

Hallo Mathias
Ich kenne das Problem nach dem polieren mit dem Arkansas Stein auch. Ich vermute, man übt beim Abziehen unwillkürlich zu viel Druck aus. An der fast punktförmig aufliegenden Federspitze wirken ganz enorme Kräfte und Temperaturen, sodass sich winzige Metall- Grate aufsplissen können. Diese haken dann ins Papier ein und lassen die Feder vibrieren, was dieses singende Geräusch ergibt, insbesonders bei nicht geglätteten Papieren, wie Kopierpapier. (Mir ist vor einigen Tagen erst aufgefallen, dass das Papier in Schreibwarengeschäften, welches zum Ausprobieren der Füller gebraucht wird, sehr hochwertig und oberflächenbehandelt ist).
Da der Schneidwinkel des Schleifsteins und Schmirgelpapiers größer als 90 Grad ist, haben wir hier kein schneidendes sondern ein reibendes Werkzeug. In der mikroskopisch kleinen Kristallzone der Iridium- Legierung kann da viel kaputtgemacht werden, wenn nicht sehr hochwertige und nicht blättrig- fibrogene Legierungen für die Federspitze verwendet werden. Gute Erfahrungen hatte man seit Jahren mit Osmium- Ruthenium- Platin- Legierung gemacht . Osmium und Platin sind allerdings teuerer als Gold.
Mein, allerdings unverbindlicher, Vorschlag zur Behandlung Deiner Feder:
Das 2000er Schmirgelpapier war zu grob. Erheblich. Auch Stifts Vorschlag mit der Saphir- Feile sollte, vollkommen unabhängig von seiner Füller- Erfahrung, nicht wiederholt werden. Nochmal mit dem Arkansas- Stein probieren. Der Stein kann dabei eingeölt werden, das hört sich kontraproduktiv an, ist aber bei dieser Schleifmethode üblich. Die Wärme und abgeriebener Metallstaub werden dabei abgeführt. Kaum Druck ausüben. Allerdings solltest Du aufpassen, dass kein Öl in den Tintenleiter kommt, dieses würde den späteren Tintenfluss vollkommen verändern. Zur Politur der Federspitzen wurde auch immer wieder Schleifpapier der Firma micro-mesh empfohlen, Korngrößenverteilung 12000 (tatsächlich: zwölftausend!) Erstmal an einem Dummie üben.
Gruss
Frodo

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stift
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hallo

Beitrag von stift » 13.02.2006 21:30

hallo
nicht feile!!!
das hat mit einer herkömmlichen nagelfeile nichts zu tun!!!
das ist eine polierfeile und ist extrem fein,und ich habe federn hinbekommen,wo ich schon dachte da geht nix...mehr.
wir wollen das iridiumkorn nicht abfeilen :wink:
mlg
stift

Dieter N
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Beitrag von Dieter N » 13.02.2006 22:35

Frodo hat geschrieben:Zur Politur der Federspitzen wurde auch immer wieder Schleifpapier der Firma micro-mesh empfohlen, Korngrößenverteilung 12000 (tatsächlich: zwölftausend!)
Ich habe auch solch ein Blatt. Es geht ganz gut, aber man braucht z.T. enorm Geduld. Eine Feder von vielen wurde etwas stumpf dabei, was aber immer noch viel besser ist als ihr voriger Zustand.

Irgendwo stand zu dem Papier, dass die Firma ein einzelnes Blatt lieber kostenlos verschickt, als dafür eine Rechnung zu schreiben. Die Zeiten sind wohl vorbei. Ich habe vor fast genau einem Jahr mit Porto und Verpackung 7,30 € gezahlt.

Viele Grüße
Dieter N.

MZ
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Beitrag von MZ » 13.02.2006 23:02

Hallo,

danke für die Anregungen! Was genau als Korn verwendet wurde, kann ich aber nicht sagen. :wink:

"Noch feiner" war allerdings das Stichwort - ich habe zwar kein 12000er Papier, dafür hatte ich jedoch noch eine kleine Tube Polierpaste für Handydisplays in der Schublade. Ein Tropfen davon auf Papier und damit die Feder behandelt - super. Ist noch nicht ganz Ok, aber schon ein deutlicher Fortschritt. Werde ich noch etwas machen, dann ist es sicher gut. Und ich muß mir kein Schärföl für den Stein kaufen... :)

Gruß

Mathias

Dieter N
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Beitrag von Dieter N » 13.02.2006 23:13

Hallo, Mathias,

pass aber bitte auf, dass dir kein Poliermittel in dem Schlitz der Feder verbleibt. Ich kenne aus dem Motorenbereich das Problem einzelner Schleifpartikel, die herrliche Schäden anrichten, weil sie im Motor "vergessen" wurden. Und die Feder wird ja auch beim Schreiben bewegt.

Viele Glück
Dieter

MZ
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Beitrag von MZ » 14.02.2006 13:48

Dieter N hat geschrieben:pass aber bitte auf, dass dir kein Poliermittel in dem Schlitz der Feder verbleibt. Ich kenne aus dem Motorenbereich das Problem einzelner Schleifpartikel, die herrliche Schäden anrichten, weil sie im Motor "vergessen" wurden. Und die Feder wird ja auch beim Schreiben bewegt.
Guter Hinweis - danke. Ich werde da nochmal gründlich nachreinigen.

edit: Hier noch ein Bild, eigentlich sieht das Korn relativ glatt aus - zumindest ein Grat ist nicht zu erkennen. :)

Bild

Gruß

Mathias

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