Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

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meinauda
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von meinauda » 21.08.2016 2:40

buecherkram hat geschrieben:Das Geräusch dürfte im Büro gar nicht so stören - eine von uns telefoniert eh meistens gerade mit einem Autor oder haut in die Tasten. :mrgreen:

Das ist doch mal ein Angebot! Wahlweise können wir auch mal einen Tee trinken gehen. Nur fachsimpeln kann ich leider wahrscheinlich nicht auf so hohem Niveau wie Du. :)
Haha, @bücherkram, ich gehe mit dem Fach (Schreiberlinge) ganz simpel um, die Experten hier sind andere. Aber Tee trinken wäre nett, dann bringe ich gleich alle drei Füllhalter mit.
Schreib mal 'ne PN, wann Du Zeit hast.

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philosophus
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von philosophus » 31.08.2016 19:43

buecherkram hat geschrieben:Hat jemand von euch schon den Vanishing Point zum Korrigieren ausprobiert? Der steht auf meiner mentalen Liste ziemlich weit oben, was potenzielle Korrekturstifte angeht.
Siehe oben. In der Schule schreibe ich mit einem Capless und korrigiere mit einem Décimo (= dünnerer Capless), geht wunderbar.
philosophus dixit.
Herzliche Grüße.

philosophus.de

lw7275
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von lw7275 » 24.09.2016 18:23

Ich wechsel gerne mal...
Solidestes Arbeitspferd in meiner kleinen Sammlung ist seit längerem ein Rotring ArtPen mit EF-Feder. Habe ich irgenwo hier schonmal erwähnt, glaube ich.
Der schreibt mit wohl jeder Tinte auf wohl jedem Papier, trocknet auch bei längerem Offen-Liegen nicht ein, tropft nicht, drückt nicht durch. Die Feder gleitet gut und ist rigide, was beim Korrigieren für mich objektiv eher von Vorteil ist, weil ich damit schneller schreiben kann.

Neben der sagenhaften Zuverlässigkeit des ArtPens begeistert mich auch seine Ergonomie mit dem geriffelten, sich zur Feder hin verjüngenden runden Griffstück, der langen schlanken Bauweise und dem geringen Gewicht.
Ach ja, er hat eine Steckkappe. Auf- und Zuschrauben ist mir beim Korrigieren eher lästig.

Statt eines Konverters verwende ich eine Großraumpatrone von Pelikan, befüllt mit Spritze. Damit kann ich ziemlich lange arbeiten.

Tja, und wenn ich mal wieder Lust auf was Heikleres habe, befülle ich meinen flexibel schreibenden Ranga. Der bremst mich mit seiner empfindlich reagierenden Feder aus dem Hause Eversharp, saftet auf schlechtem Papier schon mal durch (lecker Ebonitleiter!) und entschleunigt zusätzlich mit dem längsten Kappenschraubgewinde der Welt. Objektiv eher ein Füller für das Manuskript meines nächsten Weltklasseromans. :lol:
Aber eben auch ein tolles Ding für den gebeutelten Mathepauker, der mal'n Fehlerstrich in fett setzen will.

Als Tinte verwende ich derzeit Lamy-KreischRot aus dem Faß, ich habe auch Waterman im Anbruch, doch die schimmert mir im Moment zu sanftmütig. :twisted:

Was Edelfüller angeht, besitze ich nur einen M800. Mit dem habe ich noch nie korrigiert... Er ist mir dafür irgendwie zu schade. Was auch wieder schade ist. Aber Kursmappen fülle ich damit aus (bescheuert, oder?!), und ich nehme ihn auch mit in die Schule. Allerdings schmeiße ich ihn nicht in mein Schlamperröllchen zu den anderen Stiften.

14all41
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von 14all41 » 24.09.2016 18:58

Fürs Korrigieren hatte ich bisher Füller mit sehr feinen Federn im Einsatz (Sheaffer, Lamy Safari, Pilot Capless, ..), als Tinte hat die Diamine Poppy Red immer gute Dienste geleistet. Vor rund zwei Monaten habe ich einen Preppy 03 mit der Diamine Poppy Red befüllt und bin damit auch sehr zufrieden. Derzeit habe ich eine Patrone im Preppy, aber als Eyedropper macht er sich sicher auch ganz gut.

Der Vorteil beim Preppy ist, dass durch die Konstruktion die Tinte sehr dosiert abgegeben wird und auch "dünne" Tinten keine sehr großen Probleme bereiten.

Herzliche Grüße
Peter

KaEff
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von KaEff » 18.10.2016 16:06

Als Vielkorrigierender würde ich mich jetzt nicht bezeichnen. Allerdings, ich arbeite gern mit einer Akzentfarbe zum Kommentieren usw.

Dafür verwende ich einen Lamy st mit M-Feder und Pelikan 4001 in lila (oder "korrekt" bezeichnet violett).

Der Farbton ist relativ auffällig, schattiert sogar leicht und obendrein individuell. Das hat auch den Vorteil, dass Korrekturen oder Kommentare durch dritte und vierte noch gut erkennbar sind, die in der Regel klassisch rot oder grün verwenden. Handhabungsseitig habe ich keine Probleme mit meiner Ausrüstung.

Rot ist mir immer zu anmaßend, da es sich in der Regel nicht um Korrekturen im konventionellen Sinn von Schule handelt sondern um Kommentierungen oder Veränderungen. Ähnliches gilt für grün.

Wer mich persönlich kennt (optisch recht präsent bis massiv und eher konservativ [wirkend]), traut mir eine solche "Mädchenfarbe" (naja, einen Groschen ins Chauvi-Schweinchen) eher nicht zu.
Frank
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bender

Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von bender » 18.10.2016 16:51

Rot ist die schrecklichste Korrekturfarbe überhaupt, auch in der Schule. Das hat den Charakter des Verbots, der Warnung oder Gifts. Stattdessen sollen Hinweise auf Fehler doch dazu motivieren, sich mit dem Sachverhalt zu beschäftigen und zu vertiefen. Danach würde ich auch die Korrekturfarbe auswählen (ich habe ganz schnöde immer Grün genommen).

Bacardi
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von Bacardi » 18.10.2016 22:13

Grün ist in den meisten Fällen dem Reaktor Amtsleiter bzw Reaktor vorbehalten wenn ich jetzt nicht total daneben liege.

Gruß Marc

KaEff
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von KaEff » 18.10.2016 22:42

Stimmt, Grün ist "Obrigkeitsfarbe", steht also nicht zur freien Verwendung bereit.
Frank
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bender

Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von bender » 19.10.2016 6:33

Man mag mich bitte korrigieren, aber wenn ich recht weiß, gibt es für Schule und Universität keine Vorschriften für die Korrekturfarbe. Nur für Abschlussprüfungen gibt es Konventionen für die Unterscheidbarkeit von Erst-, Zweit- und Drittkorrektur.

KaEff
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von KaEff » 19.10.2016 9:28

Naja, ich kenne es aus der Schule/Oberstufe so: Kursarbeiten, die beim Schulleiter waren, hatten eine entsprechenden grünen Sichtvermerk.

Bei uns im Haus (wie gesagt, keine Bildungseinrichtung, nix staatliches) sollen oder müssen bestimmte Dinge Vorgesetzten vorgelegt werden. Die kommen teilweise mit grünen Handzeichen oder Kommentaren zurück.

Zumindest in (Bundes-)Ministerien gibt es einen Farbcodex für Korrekturen und Kommentare interner Dokumente:
barun - Unterabteilungsleiter
blau - Abteilungsleiter
rot - Staatssekretär
violett - parlament. Staatssekretär
grün - Minister.

Und, wir sind in D, es ist durch eine Anlage zur Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien geregelt... Es könnte ja jemand... ;-)
Frank
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von Linceo » 19.10.2016 10:07

Aktuell korrigiere ich Klassenarbeit und Klausuren mit Diamine Red Dragon in einem Parker Duofold International Blue Marbled mit M-Feder.

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isegrimmgo
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von isegrimmgo » 19.10.2016 18:08

Hallo,
seit ca. 10 Jahren meist folgende Kombis:
(textlastiges geisteswissenschaftliches Fach in der SekII mit der Notwendigkeit, viele Randbemerkungen schreiben zu müssen)

posted Caps mag ich hier sehr gern:
- Sailor ProGear F mit Waterman rot
- Pilot Elite EF mit der billigen Stahlfeder (NOS von Speerbob) mit Waterman rot (trocknet tintenunabhängig schnell aus - macht aber nichts bei pausenlosen Marathons)
oder
- Pilot Custom 823 M mit Waterman rot

für Respizienzen und Nachkorrekturen mit weniger Schreibaufwand:
- Pilot Elite EF mit Diamine Emerald Green
- Pilot Vanishing Point EF in der alten Bauform mit Diamine Emerald Green

Fazit: feine bis sehr feine japanische Federn die Feedback geben und mit billiger und fließfreundlicher Tinte betankt sind.

Grüße
Wolfgang

p.s
Bei uns wird in folgendem Farbschema korrigiert (Berufliche Oberschule in Bayern - dem Kultusministerium unterstellt)
- Schüler: blau
- Erstkorrektor: rot
- Zweitkorrektor/ Respizienz (Fachbetreuer): grün
- Schulleiter: violett
- Fachmitarbeiter des Kumis/ Ministerialbeauftragter: braun

.... wenn die ganze Hierarchie sich aufs Blatt ergossen hat, kann es sein, dass die Farbe BLAU nicht mehr dominiert .......

bender

Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von bender » 19.10.2016 18:57

Ich weiß nicht ob berufliches Lektorieren auch als Vielkorrigieren zählt. Ich verwende dazu den Füller und die Tinte, die ich auch für alles andere verwende: Einen Heritage 1912 mit Montblanc Royal Blue.

mirosc
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von mirosc » 19.10.2016 19:56

bender hat geschrieben:Rot ist die schrecklichste Korrekturfarbe überhaupt
Ganz andere Meinung: Wenn wir früher Korrekturfahnen aus der Revision bekommen haben, in denen in anderer Farbe (oder ganz schlimm: Bleistift) gearbeitet worden war, hat sich jeder gedrückt, so gut es ging. Bei ein paar hundert Seiten Fehlerverbesserung war ich auch froh um alles, was einen direkt anspringt ;)
Gruß, Michael

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JulieParadise
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Re: Füller/Tinten-Kombination von Vielkorrigieren

Beitrag von JulieParadise » 19.10.2016 22:25

mirosc hat geschrieben:
bender hat geschrieben:Rot ist die schrecklichste Korrekturfarbe überhaupt
Ganz andere Meinung: Wenn wir früher Korrekturfahnen aus der Revision bekommen haben, in denen in anderer Farbe (oder ganz schlimm: Bleistift) gearbeitet worden war, hat sich jeder gedrückt, so gut es ging. Bei ein paar hundert Seiten Fehlerverbesserung war ich auch froh um alles, was einen direkt anspringt ;)
Yep, irgendwann wird man beim Umsetzen der Korrekturen blind für alles, was nicht "schreit".
Sina / Julie Paradise julieparadise.de | @wwwjulieparadisede

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