Wie macht man Flex-Federn?

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Thom

Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von Thom » 28.05.2017 16:06

Also, das Sachen länger halten könnten, als sie's tun, (wenn sie sollten ...), den Verdacht habe ich schon. Da fällt mir nur ein, sofern möglich, bis 100% "Last" kaufen und nur bis "80%" Last einsetzen.
Da ich mich seit der grauen "1670" auch unter die Wikipedia-Autoren mischte, mach ich mal Schleichwerbung für Autoren in spe und habe den Beitrag über Gold rausgesucht.

V.G.
Thomas

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ddss
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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von ddss » 06.06.2017 13:35

Noch ein interessanter Artikel zum Thema, den ich zufällig gefunden habe:
http://www.scriptura.cc/gut_zu_wissen/K ... Feder/d/35

VG
Michael

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Pennino
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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von Pennino » 06.06.2017 13:55

Ciao Michael,

vielen Dank für diesen interessanten Artikel !

Grüße,
Pennino
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stift
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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von stift » 06.06.2017 14:19

Ja genau so ist es wie in dem Artikel beschrieben wird.

Man kann nur suchen suchen und wieder suchen bis man die FLEX FEDER gefunden hat,den heiligen Gral.
Nur selber eine herstellen ist nicht möglich.
Wer so etwas sucht soll sich Waterman unter den Nagel reißen,die gibt es immer noch genug und vor allem die aus den 20er Jahren haben Federn die sind ein Traum.
Grüße Harald
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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von Frodo » 06.06.2017 15:37

Zitat aus Scriptura.cc: ............... << Die Federbauer
können es gar nicht mehr. Eine andere: Der Schreiber von heute kann doch gar nicht mehr damit schreiben.

Beides scheint wahr zu sein. Der Niedergang des Füllfederhalters seit den fünfziger Jahren, ausgelöst durch den Erfolg des Kugelschreibers, hat eine gehörige Portion Wissen vernichtet. Der Hersteller weiss nicht mehr so ganz genau, was denn zu tun ist, um eine fl exible Feder herzustellen >>............... Zitatende
Die Anschuldigung, die Federnhersteller könnten keine flexiblen Federn herstellen, ist eine ziemliche Zumutung. Versierte Traditions- Federnhersteller wie z.B. Bock, können jede Feder mit gewünschten Eigenschaften herstellen, nur, der Abnehmer muss das auch bezahlen wollen. Dem Endverbraucher wird dann nochmals ein Top- Zuschlag abverlangt. Der Artikel lässt auch offen, ob man sich bei den Federherstellern grundlegend informiert hatte, oder, weil das viele Füllerfreunde beschimpfen, bläst man geradewegs ins gleiche Horn? Ich frage mich bei dem Zitat, warum der Kugelschreiber das Wissen um die traditionelle Federherstellung vernichtet haben sollte? Bock hat seit 1939 nichts als Federn hergestellt und einen Großteil der Weltmarktfirmen beliefert.Osmia/Degussa, später Mutschler kennen/ kannten auch die Rezepte und haben/ hatten auch die Leute, die damit umgehen können. Da ist auch kein Geheimnis dabei. Wenn man sich etwas anstrengt, kann man auch herausfinden, wie die alten handgeschmiedeten Federn hergestellt worden sind. Im angegebenen Artikel wird man das allerdings vergeblich suchen: Bei den angegebenen Gold- Legierungsbestandteilen bleibt man in der Zusammensetzung vage, bei der Federdicke, die am Loch der Feder dünner sein soll, liegt man falsch. Ob das Erhitzen einer Feder die Rückstellkraft erhöhen soll??? Bei einer Goldfeder würde ich das nicht probieren.
Gruss, Frodo

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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von fountainpen.de » 13.06.2017 13:16

einige wenige erfahrene Federmeister könnten auch aus einer modernen starren Feder eine Flex-Feder machen.

Wie bekommt man es technisch hin, dass eine Flex-Feder bei einer Gewalteinwirkung, die eine starre Feder auf Dauer verbiegt, keinerlei Schaden nimmt und wieder in ihre Ausgangsform zurückkehrt?
Hallo zusammen,

ich muss zugeben, dass ich nur flüchtig über die Antworten gelesen habe, aber noch keine Antwort auf die Frage gefunden hatte.
auch aus einer modernen starren Feder eine Flex-Feder machen.
Ja, das geht ... an der Stelle, die flexibel sein soll, kann man die Materialdicke verringern. Doch Vorsicht: ist die Materialdicke nicht stark genug, verbiegt die Feder.
Wie bekommt man es technisch hin, dass eine Flex-Feder bei einer Gewalteinwirkung, die eine starre Feder auf Dauer verbiegt, keinerlei Schaden nimmt und wieder in ihre Ausgangsform zurückkehrt?
Die Feder muss noch ausreichend dick sein - das ist das "Geheimnis". Zudem: Flexible Federn - früher wie heute - sind etwas stärker gebogen. Das hatten wir hier im Forum schon öfter mal diskutiert. Schau Dir unten mal die Fotos an ... dann weißt Du, was ich meine ...

Bei Goldfedern gab es nie spezielle Legierungen für flexible Federn und das ist auch nicht nötig. Wie geschrieben: Materialdicke und Federform sind entscheidend ... aber trotzdem darf man natürlich nie mit einer flexiblen Feder wie mit einem Kugelschreiber aufdrücken. Das gilt für alte und neue Federn.

... ist also alles keine Zauberei ...

Hier mal ein Link zu Fotos und einem Video
https://cloud.web.de/ngcloud/external?g ... 6031929#/:
Dateianhänge
flexnib.jpg
flexnib.jpg (192.11 KiB) 3164 mal betrachtet
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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von stift » 14.06.2017 18:10

Hallo Michael !
Danke sehr für die Information,und ich werde den Versuch mit eine Waterman Account Feder machen .
Das ist sehr interessant !!!
Ich habe ja letzten Samstag einen Pelikan 100 gefunden mit einer Pelikan Herzlochfeder.Die ist auch sehr gebogen was mir gleich aufgefallen ist,aber Schreiben tut die genial :wink:
Liebe Grüße
Harald
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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von fountainpen.de » 14.06.2017 18:47

Hallo Harald,

probier das bitte erst mal an einigen billigen Federn aus...

Viele Grüße
Michael
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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von stift » 14.06.2017 18:55

Hallo Michael !

Ja ist mir schon klar aber die habe ich bewusst gewählt die tut mir nicht weh den die ist ja ein Nagel und kommt jetzt in den Schmelzofen. .

Hat nicht funktioniert mit dieser Waterman Feder das habe ich auch erwartet aber ich werde das weiter probieren.
So eine Account ist ja auch ziemlich dick Wandig.
Aber ich habe probiert und weiß jetzt um was es geht und die nächste wird dann etwas ruhiger bearbeitet.

Grüße Harald
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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von agathon » 14.06.2017 23:01

Ich muss jetzt mal gestehen, dass ich es noch nie geschafft habe, eine Feder zu schrotten.


Grüße

agathon

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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von ew742 » 16.06.2017 22:28

Hallo zusammen,

ich hänge mich hier mal in den Faden rein, möglicherweise wäre auch ein eigener Faden korrekt.

Von JOWO gibt es fabrikneue Flexfedern, der Beitrag und das YouTube-Video auf http://edisonpen.com/index.cfm/2017/06/ ... -flex-nibs geben dazu viele Informationen, auch Informationen zu den "richtigen Flexfedern" von Richard Binder.

Bei Franklin-Christoph gibt es diese Federn mit "Aussparung" wohl auf: https://www.instagram.com/p/BVXaOxCD94h ... nchristoph

Gruß
Christoph

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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von ddss » 18.06.2017 15:28

Hallo zusammen,

es ist doch wirklich erstaunlich, wie viele Informationen man in einem solchen Forum zusammentragen kann, wenn man ein bisschen "die Kräfte bündelt". Damit hatte ich nicht gerechnet.

Die Informationen von Michael (fountainpen.de, vielen Dank für die tollen Ausführungen) und Brian von Edison Pen zu der Richard-Binder-Flex-Feder in dem von Christoph verlinkten Youtube-Video (auch dieser Link: einfach Klasse) decken sich im Grunde: Binder ändert u.a. die Dicke der Feder, die Breite der Federschenkel, den Tintenleiter und die Krümmung (curvature) der Feder. Ich bin mir nur nicht sicher, was Brian mit "curvature" meint: Meint er damit die in Michaels Bildern erkennbare Biegung der Federschenkel nach unten oder eine stärkere Rundung der gesamten Feder?

Ich habe einmal einen Vergleich zwischen zwei Füllern aus meinem Bestand angestellt: Ich habe hier ja bereits den FC Osmia 663 in der ursprünglichen Zelluloid-Version vorgestellt (http://www.penexchange.de/forum_neu/vie ... =5&t=18450). In der Zwischenzeit hatte ich das Glück, den Nachfolger aus Acrylharz in einem neuwertigen Zustand zu einem fairen Preis kaufen zu können, und bin ziemlich enttäuscht worden: Die Feder hat ihren "Charme" komplett verloren; von "flex" oder "semi-flex" kann keine Rede mehr sein (die neue Feder ist sicher nicht schlecht und schreibt auch nicht wie ein "Nagel", sondern in etwa wie ein Pelikan M400 aus der aktuellen Produktion, aber eben überhaupt nicht mehr wie ihre Vorgängerin). Im Bildvergleich erkennt man auch die Ursachen:
Osmia-Faber-663_01.jpg
Osmia-Faber-663_01.jpg (357.06 KiB) 2920 mal betrachtet
Die neue Feder ist deutlich "plumper" (breiter, kürzer, kürzere und weniger eingebuchtete Schenkel). Vielleicht ist auch die Spitze der ursprünglichen Osmia-Feder etwas weiter nach unten gebogen (deutlich erkennbar ist das aber nicht).
Osmia-Faber-663_02.jpg
Osmia-Faber-663_02.jpg (357.73 KiB) 2920 mal betrachtet
Die Dicke der Feder kann ich weder mit der Lupe noch mit bloßem Auge beurteilen.

Ich meine allerdings, dass die alte Feder insgesamt "runder" und etwas weiter um den Tintenleiter gezogen ist (sie macht den Eindruck, als sei sie Teil eines kreisrunden Rohres, während die neue Feder an den Teil eines ovalen [gequetschten] Rohres erinnert). Ich habe versucht, das auf den Fotos wiederzugeben; es ist mir nicht gelungen. Kann es sein, dass auch diese Rundung/Krümmung eine Rolle spielt?

Außerordentlich sympathisch fand ich übrigens die Warnungen von Brian (Edison Pen) vor den Binder-Flex-Federn an Leute wie mich, die eigentlich gar nicht "Flex-Schreiben" wollen, sondern einfach für das "normale" Schreiben nur eine etwas weichere Feder mit einer gewissen Linienvariation suchen: Nicht kaufen, dafür ist die Feder nicht gebaut! Dadurch habe ich viel Geld gespart.

Meine Einkaufsliste musste ich daher - wie von Harald bereits empfohlen - um einen weiteren Stift ergänzen: Waterman aus den 20er-Jahren.

Allerdings werde ich auch die "Edison Stock Flex Nib" im Auge behalten (sollte es die doch auch einmal etwas breiter geben, könnte das genau die Feder sein, nach der ich seit langem suche). Wenn auch franklin-christoph die Feder im Angebot hat, spricht ja eigentlich einiges dafür, dass JoWo sie auch irgendwann an europäische Händler liefert und die Anschaffung etwas günstiger wird.

Viele Grüße

Michael

Thom

Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von Thom » 18.06.2017 16:07

ddss hat geschrieben: ....dass die alte Feder insgesamt "runder"
Die muss, wie gesagt, nach außen flexen. Alter Waterman ist eine gute Wahl, aber auch da musst Du auf die Feder achten, ich habe hier einen mit einer schmalen Oblique, da machte der Tremor von meinem Opa deutlich mehr Strichvarianz.

V.G.
Thomas

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Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von ddss » 18.06.2017 18:13

Hallo Thomas,

das ist genau das Problem. Ich habe bislang bewusst einen Bogen um Vorkriegsfüller gemacht und wollte mich darum kümmern, wenn ich mich zur Ruhe gesetzt habe. Die alten Füller muss man sich eigentlich ansehen und (wenn eben möglich) auch Probe schreiben (es sei denn, man hat das Riesenglück und findet einen restaurierbaren auf dem Flohmarkt). Aber dafür braucht man Zeit. Wenn ich mir einen Füller aus der Nachkriegszeit für € 100 oder etwas mehr kaufe und der Stift taugt nichts, hake ich das unter Lebenserfahrung ab. Deutlich höhere Beträge sind ärgerlich. Ich habe auf der Füllerbörse in Köln eine Reihe von Mabie Todds Probe geschrieben: Die wären alle nichts für mich, weil sie alle bei "normaler" Schreibweise extrem (!) kratzig schrieben (die Flex-Eigenschaften kann ich als "Nicht-Flexer" nicht beurteilen). Andererseits habe ich auch schon viele Angebote für Mabie Todds bei professionellen Anbietern historischer Füller gefunden, in denen diese Stifte als angenehme "Normal-Schreiber" gepriesen werden.

Liebe Grüße

Michael

Thom

Re: Wie macht man Flex-Federn?

Beitrag von Thom » 18.06.2017 18:37

Michael, die einschlägigen Leute z.B. auf der englischen ebay-Seite zeigen auch Schriftproben. Kratzig kannst Du zur Not selber korrigieren. Ich schaue mal spaßeshalber, was bei dem Morrison so los ist,
aber die Preise sind da natürlich sozusagen nicht schlecht+Versand+Zoll="garnicht schlecht".
http://www.ebay.com/sch/robmorrison/m.h ... 7675.l2562

V.G.
Thomas

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