Tintenfluß stockt

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Sutsche
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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Sutsche » 06.05.2020 6:17

Ok, das Reservetankprinzip habe ich nun verstanden, aber wie (und mit was) der Tintenleiter herauszukloppen ist, so dass er heil bleibt, ist mir noch ein Rätsel. Vielleicht kann mich da jemand erhellen, das wäre sehr nett.
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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Reformator » 06.05.2020 17:02

Hallo,

ich habe so eine Baugruppe noch nicht zerliegt, von daher bin ich raus.
Es muß Dir aber klar sein: Jeder Füllerbastler hat über die Jahre seine Lösungen mit den Mitteln, die er zur Verfügung hat, entwickelt. Es bleibt auch nicht aus, daß es hin und wieder "Knack" macht und sich die Zahl der brauchbaren Schreibgeräte um eins vermindert.
Bis demnächst...
Helge

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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Sutsche » 06.05.2020 17:29

Jo, ich geb's auch auf und werde ihn regelmäßig fluten beim Schreiben. Nervig, aber beser als Knack.
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JulieParadise
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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von JulieParadise » 06.05.2020 17:30

Ich würde das auch nicht unbedingt "herausschlagen" nennen. Es sollte reichen, Feder & Tintenleiter zwischen Daumen und Zeigefinger einer Hand zu fassen und mit etwas Drehen & Ziehen aus dem Federaggregat herauszuziehen. Dann kannst Du mit Wasser & Spüli und evtl. einer Bürste beigehen; vielleicht entpuppt sich das vorher sauber aussehende Teil als Krustenalptraum, den es einfach nur zu reinigen galt.

Achte dann auch darauf, ob die vielen kleinen Rillen und Kanäle sauber sind; was immer dort drin steckt, ist gutem Tintenfluss sicher nicht förderlich. ;)

Edit: Statt "Aggregat" klingt vielleicht "Kragen" noch weniger technisch und furchteinflößend :)
Zuletzt geändert von JulieParadise am 06.05.2020 17:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Sutsche » 06.05.2020 17:33

Danke, Julie, das klingt doch schon mal besser als kloppen. Ich werde es probieren.
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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Sutsche » 16.09.2020 19:11

Guten Abend allseits,
ich bin immer noch nicht weitergekommen mit dem Problem, dafür ist noch eines hinzugekommen in Form eines weiteren Geha (FK), der das gleiche Problem aufweist: nachdem die Tinte im Tintenleiter aufgebraucht ist laufen beide trocken.

Ich habe den Neuzugang, den Geha Schulfüller FK, seit vergangenen Freitag gewässert, geschüttelt, neu gewässert, den Tintenleiter außerdem mittels großer Spritze mit feinster Kanüle mit viel Druck mehrmals durchgespült, gerade liegt das Federaggregat schon wieder im Wasser, und im Kolben ist warmes Spüliwasser.

Etwas anderes als eine Verstopfung im Tintenleiter kann ich mir bei beiden Gehas nicht erklären.
Ich bekomme Feder und Tintenleiter durch Ziehen und vorsichtiges Hin- und herdrehen aber nicht heraus, so wie Julie es vorgeschlagen hatte.
Das Prinzip ist doch hier beim Geha aber das gleiche, wie bei dem Pelikan 120, bei dem ich erfolgreich den Ring abschieben konnte, nur dasss beim Geha eben im Tintenleiter das Reservetankröhrchen eingeschoben ist. Praktisch ist doch aber auch beim geha ein Ring, den ich abbekommen muss, richtig? Oder hängt der Tintenleiter dort irgenwie fest drin?

Falls ich verquer denke, oder es mir nicht gelingen wird die Federn von den Tintenleitern zu trennen, gibt es unter Euch Hamburgern jemanden mit Ultraschallbad in dem ich die Federn mal durchrütteln lassen könnte? Das wäre ganz wunderbar!
Diese Gehas machen mich feddisch, und dabei haben sie so schöne flexible Federn.

Matte Abendgrüße von Sutsche
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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Thom » 18.09.2020 15:32

Sutsche hat geschrieben:
16.09.2020 19:11
... gerade liegt das Federaggregat schon wieder im Wasser, und im Kolben ist warmes Spüliwasser.
Falls im Tintenleiter EG-Ablagerungen sind, könntest Du den auch erfolglos im Atlantik versenken.
Wasser/Vitamin C - Lösung kann die aber auflösen.

V.G.
Thomas

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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Sutsche » 18.09.2020 22:25

Vielen Dank, Thomas. Bräuchte es dafür gängiges Vitamin C Pulver aus der Drogerie, oder müsste es hochdosierter sein?

Ich habe zwischenzeitlich mit Herrn Fiebig aus Magdeburg gesprochen, der erklärte, dass auch eine Korrosion unter der Feder Ursache sein könne, gerade bei alten Gehas, die lange herumlagen, käme das nicht selten vor, besonders, wenn die Feder aus einer der billiger gefertigten Chargen stamme.

Bei den beiden Gehas um die es hier geht, bemerke ich tatsächlich einen großen Unterschied in der Federqualität. Diejenige des 790er rechts im Bild ist härter und zugleich ansprechbarer als die des Schulfüllers links, die sich 'blechiger' anfühlt.
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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Thom » 18.09.2020 22:49

Da geht ganz einfaches Ascorbinsäure-Pulver, die Lösung sollte aber eine Weile einwirken und dann wieder vollständig abgespült werden, die Ascorbinsäure könnte auch die Azobrücken von Azofarbstoffen angreifen.

V.G.
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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Sutsche » 18.09.2020 23:15

Könnte sie das generell, ist das also das Risiko? Oder täte sie das erst nach einer bestimmten Dauer, oder wenn sie nicht vollständig abgespült würde?
Was sind deine Erfahrungswerte die Dauer betreffend?
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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Thom » 18.09.2020 23:46

Ich höre eigentlich nie auf meine eigenen Ratschläge, meine "EG-Reinigung" ist eher: nächste EG-Tinte rein, die löst das auch auf.
Im Zusammenhang mit dem EG-Thread hatte ich das aber mal gemacht. Und drstrange hat den Füller sogar mal 12 Stunden "eingelegt", man könnte von marinieren sprechen. :) Azokupplungen kann die schon angreifen, das hängt aber auch etwas vom jeweiligen Farbstoff ab.

V.G.
Thomas

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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Sutsche » 18.09.2020 23:59

Meine Güte, da hattest Du aber eine sehr verranzte Feder, die sieht/sah ja mitleidserregend aus.
Da aus dem Faden ersichtlich wird, dass ein abschließendes Bürsten des Tintenleiters wahrscheinlich vonnöten sein könnte und ich an den ja gar nicht rankomme, überschlafe ich das Gelernte nun erstmal, und befasse mich morgen mit der Bedeutung des Ligandenaustauschs (Zitronensäure habe ich nämlich im Haus), mutmaße aber schon jetzt, dass ich das Experiment nicht wagen werde.
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Re: Tintenfluß stockt

Beitrag von Thom » 19.09.2020 0:14

Praktischerweise sind die Grenzen zum Ligandenaustausch fließend, die Ascorbinsäure ist aber im Unterschied zur Citronensäure ein Reduktionsmittel, das den Eisen3gallat-Komplex wieder zurück zum wasserlöslichen Eisen2gallat reduziert.

V.G.
Thomas

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