Oxydieren Tinten?

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pelikanjog
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Oxydieren Tinten?

Beitrag von pelikanjog »

Hallo,

ich frage mich, warum Tinten dunkler werden. Als Nicht - Chemiker kann ich es mir nicht erklären, warum Tinten im Füller mit der Zeit so viel dunkler werden. Verdunstung?, aber dann würde die Tinte ja (nur) dicker und könnte mit einem Tropfen destilliertem Wasser wieder dünner werden.

Warum dominiert der Schwarzanteil (?) in Tinten so stark?

Meine 4001 Königsblau ist echt schwarz geworden. Meine Waterman 'Absolu Brun' wird zu schwarzbraun - gut, da ist ja auch schwarz drin.

Meine Frage: Was passiert da - und ist das unausweichlich?

Das weiß MAN / FRAU ja sicher.

Hansjürgen
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TomSch
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von TomSch »

pelikanjog hat geschrieben:
29.06.2026 17:29
Hallo,

ich frage mich, warum Tinten dunkler werden. Als Nicht - Chemiker kann ich es mir nicht erklären, warum Tinten im Füller mit der Zeit so viel dunkler werden. Verdunstung?, aber dann würde die Tinte ja (nur) dicker und könnte mit einem Tropfen destilliertem Wasser wieder dünner werden.
Hallo Hansjürgen,

genau so isset. Wasser verdunstet aus der Tinte, was sie dickflüssiger und damit farblich gehaltvoller macht. Mit einem ganzen Tropfen destillierten Wassers wäre ich vorsichtig, das könnte schon auf die im Füller enthaltene Tintenmenge zu viel sein. Hier hülfe nur Experimentieren. :mrgreen:

Tschö, Thomas
Sei nicht so; sei anders.
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vanni52
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von vanni52 »

Die Reaktion von Tintenfarbstoffen mit Sauerstoff führt in der Regel zu einem oxidativen Abbau, also zu einer Entfärbung.
Wird eine Tinte dunkler, führe ich dies wie auch meine Vorredner auf eine Aufkonzentrierung zurück.
LG
Heinrich
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Pelikano Modell zwo
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von Pelikano Modell zwo »

pelikanjog hat geschrieben:
29.06.2026 17:29
Meine 4001 Königsblau ist echt schwarz geworden.
Ich habe zu einem Gebrauchtfüller ein paar uralte Pelikan-4001-Patronen in Königsblau bekommen, da war nicht mal mehr die Hälfte an Tinte drin. Die Farbe war zwar noch nicht richtig schwarz, ist aber deutlich dunkler geworden. Ich schloß daraus, dass einfach das Wasser in der Tinte nach der langen Zeit verdunstet ist. 100% dicht sind solche Patronen ja nicht. Dafür habe ich jetzt ein paar alte Pelikan-Patronenkartons, passend zum Füller-Baujahr ;)

Gruß, Nobby
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Boetheras
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von Boetheras »

pelikanjog hat geschrieben:
29.06.2026 17:29
Hallo,

ich frage mich, warum Tinten dunkler werden. Als Nicht - Chemiker kann ich es mir nicht erklären, warum Tinten im Füller mit der Zeit so viel dunkler werden. Verdunstung?, aber dann würde die Tinte ja (nur) dicker und könnte mit einem Tropfen destilliertem Wasser wieder dünner werden.

Warum dominiert der Schwarzanteil (?) in Tinten so stark?

Meine 4001 Königsblau ist echt schwarz geworden. Meine Waterman 'Absolu Brun' wird zu schwarzbraun - gut, da ist ja auch schwarz drin.

Meine Frage: Was passiert da - und ist das unausweichlich?

Das weiß MAN / FRAU ja sicher.

Hansjürgen
In Ergänzung zu Heinrich möchte ich auch noch versuchen, ein wenig Naturwissenschaft beisteuern:

Ich bin völlig mit dabei, dass eine Oxidation eher zu einer Entfärbung führen würde. Die Verdunstung (auch aus geschlossenen Patronen, also durch das PE der Patronen hindurch, naturwissenschaftlich also eine Osmose) habe ich auch schon erlebt und tatsächlich schafft das Auffüllen mit H2O wieder ursprüngliche Verhältnisse.

Liebe Grüße, B.

Um eine signifikante Viskositäts-Änderung zu erreichen, müsste allerdings schon eine ganze Menge Wasser flöten gehen. Ich würde schätzen, mindestens zwei Drittel. Die gelösten Stoffe in einer Tinte machen einen erstaunlich geringen Massen- / Volumenanteil aus, was man schon beim Reinigen von Füllern sieht, wie gut winzigste Reste noch das Spülwasser färben.

Mit dem Schwarz-Anteil ist es so eine Sache: Echtes Schwarz ist nämlich gar nicht so einfach zu bekommen. Wie eine Bekannte, die sich beruflich mit Textilfärbung beschäftigt, mal so treffend sagte (Zitat): "Echtes Schwarz gibt es als Farbstoff kaum; das ist alles so ein Schmodder aus möglichst dunklen, anderen Farben." (Zitatende) Das sehen wir ja auch in der Chromatographie von "schwarzen" Tinten und das sorgt bei einigen Füllerfreund:innen (auch bei mir!) für eine anstrengende Jagd nach ihrem Heiligen Gral, der echten, tiefen schwarzen Tinte.
Conquiesce!
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pelikanjog
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von pelikanjog »

Ich danke allen für die Antworten!

Ich werde mal versuchen, mit einem Tropfen H2O in ein Röhrchen der Sache pragmatisch abzuhelfen.

Wobei ich vermute, dass das allein auch nicht alles ist. Denn in einem Füllertankvolumen müsste ja die Verdunstung von H2O ein Hauch sein.
Ich vermute laienhaft, es ist auch die erstaunliche Wirkung von O2. Und bei Braun doch auch der Schwarzanteil, der erheblich ist - wie man auf Fließpapier und beim Ausspülen sehen kann.

Hansjürgen
Gast1
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von Gast1 »

pelikanjog hat geschrieben:
30.06.2026 12:17
... Wobei ich vermute, dass das allein auch nicht alles ist. ...
Das kommt auf die Tinte an. Bei Farbstofftinten ist es wirklich meistens Verdunstung und Aufkonzentration, aber bei Eisengallustinten sind es natürlich auch Oxidation und Komplexbildung.
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pelikanjog
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von pelikanjog »

Hallo Gast,

bei mir geht es um Farbstofftinten, nicht um Eisengallustinte.

Ich lasse gerade eine Tinte (Königsblau 4001) offen stehen und schau mal wie sich das entwickelt und wie eine Verdunstung / Zugabe von H2O die Farbe beieinflusst.

Jedenfalls ist eine Königsblau 4001 in einem Majohn P 136 rabenschwarz geworden und mein Braun aller Marken in klassischen, gereinigten Schlauchfüllern viel dunkler (Schwarzanteil dominanter).

Und ich habe den Eindruck, das Phänomen ist nicht in allen Füllern gleich. Also doch Verdunstung = Verdunkeln und nicht verhellen?

Hansjürgen
richard545
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von richard545 »

pelikanjog hat geschrieben:
02.07.2026 11:34
Ich lasse gerade eine Tinte (Königsblau 4001) offen stehen und schau mal wie sich das entwickelt
Einen solchen Versuch kannst Du nicht einfach irgendwie machen, wenn Du belastbare Ergebnisse haben willst. Im Reinraum bei bestimmten Bedingungen ist die Idee eigentlich gut. Verunreinigungen, Luft, Klima und Licht beeinflussen solche Versuche sonst.
Im Stift selbst unter Alltagsbedingungen sind viele Einflussfaktoren vorhanden. Reagieren evtl. Materialien mit der Tinte? Im Tintenglas ist das nicht so, jedenfalls nicht, wenn keine Verunreinigung vorliegt.
Ist Dein Versuchsglas ein frisch offen gemachtes Glas? Hast Du es luftig abgedeckt, um Staubeinfall zu vermeiden?
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pelikanjog
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von pelikanjog »

Hallo Richard,

vielen Dank für die Hinweise. Die leuchten mir ein.

Auch der Hinweis auf den Tank / Schlauch des Füllers ist einsichtig.
So stark wie im Majohn P 36 ist das Königsblau noch in keinem Füllertank nachgedunkelt.

Aber ich lese, Konzentration macht die Tinte farbintensiver, aber nicht andersfarbiger ?

Mal sehen, was mein nicht-professioneller Versuch zeigt.
richard545
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von richard545 »

pelikanjog hat geschrieben:
02.07.2026 17:51
So stark wie im Majohn P 36 ist das Königsblau noch in keinem Füllertank nachgedunkelt.

Aber ich lese, Konzentration macht die Tinte farbintensiver, aber nicht andersfarbiger ?
Vielleicht liegt dieser Effekt der Andersfarbigkeit speziell an diesem Füller. Diese Königsblau ist vom pH-Wert im Grunde eine Säure. Greift die Tinte das Material ggf. stark an, so dass sich Moleküle ggf. vom Tintenleiter in die Tinte lösen?

Das Nachdunkeln ist bei undichten Füllern sehr typisch und spricht nicht für eine gute Qualität des Stiftes. Bei sehr sehr langer Nichtbenutzung kommt sowas auch mal vor. Vom Tintentank sollte dann aber wieder hellere Tinte nachkommen, wenn die aus dem Tintenleiter verschrieben ist. Bei Ablagerungen diesen mal intensiv reinigen ;)

Oder es handelt sich um ein sehr altes Glas Tinte, was sehr oft offen war.
Gast1
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Re: Oxydieren Tinten?

Beitrag von Gast1 »

Bei den entsprechenden Füllermodellen kann sogar die komplette Ladung verdunsten, wenn man lange genug wartet. Und die Königsblau ist auch noch pH-abhängig und das ist nicht nur die Ionenanlagerung im Basischen, die das Molekül zum Leukofarbstoff kippen lässt, auch im Sauren werden die funktionellen Gruppen der Farbstoffmoleküle unterschiedlich protoniert, das verändert die Elektronendichte im freien Elektronensystem und das verschiebt die Absorbtionswellenlänge. Aber der Stein des Anstoßes ist auch dabei Verdunstung.
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