Eure Lieblings-Tintengläser?

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wilfhh
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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von wilfhh » 20.08.2014 8:38

Ja schau mal, da erscheint doch Dein Signatur-Spruch in einem völlig neuen Licht!
Gut, vor dem Kadi fürcht' ich mich trotz meiner drei Semester Jura, ist einfach zu lange her und ging auch mehr um Staatsrecht. Und da ich ohnehin nicht der große Bastler bin, hab ich eines dieser kleinen gläsernen Labor-Brennerchen gesucht und gefunden, sogar eines mit Glas- (nicht Blech-) Deckel zum Löschen.
Spiritus gab's ja früher in der Drogerie - aber heute? Rossmann? dm? Ich muss aber heute ohnehin noch in die Großstadt :wink: (Regensburg), da werd' ich sowas finden!
Eine schönen Tag,
Wilfried
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Mr.Eyedropper

Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von Mr.Eyedropper » 20.08.2014 9:26

Es bleibt ja immer ein Rest, den man nicht rauskriegt, egal wie gut das Glas designt ist, zumal das auch vom Füllhalter abhängig ist - mein Capless braucht beispielsweise eine Eintauchtiefe von mindestens ca. 23 mm, da ist das Befüllen selbst im vollen Herbin-Glas schon nicht so einfach.

Ich mache das genauso wie Mariannchen: Der Rest wird mit einer Spritze oder Pipette rausgeholt und damit in den Konverter gefüllt oder wenn es die gleiche Tinte ist, wandert der letzte Rest ins neue Glas und das alte kommt in den Glascontainer.

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wilfhh
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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von wilfhh » 20.08.2014 9:28

"Mindestens ca." finde ich toll, das ist so wie "Ungefähr 3,578 Zentimeter".
:mrgreen:
Nichts für ungut!

Mr.Eyedropper

Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von Mr.Eyedropper » 20.08.2014 9:52

wilfhh hat geschrieben:"Mindestens ca." finde ich toll, das ist so wie "Ungefähr 3,578 Zentimeter".
:mrgreen:
Nichts für ungut!
Hängt immer davon ab, welche Vorstellung von Genauigkeit man hat. :D Dazu gibts ne kleine Anekdote: In meinem ersten Leben habe ich Ingenieurwissenschaften studiert und Ingenieure haben nunmal einen eher praktischen Bezug zur Genauigkeit, mit anderen Worten: Ne grobe Rundung damit man es locker im Kopf überschlagen kann reicht erstmal.

In den Mathematikseminaren und -vorlesungen wurde das dann schon zum running gag. Wir hatten Mathe-Profs, die eben Mathematiker keine Ingenieure waren und abgeordnet waren, uns zu unterrichten. In Vorlesungen kam dann häufiger die Frage: "Wie lautet Pi?" Unsere Antwort: "3." - "Wie lautet die Eulersche Zahl?" Wir: "Auch 3." Am Ende stand die Resignation, aber nicht unsere ;)

In den praktischen Berechnungen (unter Ingeieuren) hat der Überschlag mit 3 immer gereicht, aber die Mathematiker hat das schier zur Verzweiflung getrieben und es wurde pedantisch immer wieder korrigiert :D Ich fand damals schon spannend, wie das simple Komma zur Scharnierstelle von unterschiedlichen Weltvorstellungen wurde.

Aber zurück zur Tauchtiefe: Ich bin nun zwar Geisteswissenschaftler, aber aus meiner Ingenieurshaut komme ich manchmal nicht raus. Ich habe die Eintauchtiefe nur geschätzt, obwohl ich hier auch ein Lineal habe ;)

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wilfhh
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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von wilfhh » 20.08.2014 10:04

Mich hat nur die Formulierung "Mindestens ungefähr" amüsiert und dann eine Zahl, die auf den Millimeter genau ist. Im Laufe meiner Jahre (erstes und zweites Leben am Stück) als Journalist ist es mir zur Gewohnheit geworden, auf solche sprachlichen, sagen wir, Kuriositäten zu achten. Deshalb liebe ich auch Formulierungen wie "warme Temperaturen", "schnelle Geschwindigkeit" und "teure Preise", bei denen sich viele gar nichts denken. Bei Worten wie "Düsenjet" ist dann allerdings Schluss mit lustig!
Nicht etwa, dass ich nicht auch sprachliche Fehler machte...
Grüßle,
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Mr.Eyedropper

Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von Mr.Eyedropper » 20.08.2014 10:21

So lange man das als Kuriosität fasst, ist dagegen nichts einzuwenden. Schluss ist bei mir z.B. bei den oberlehrerhaften Sprachnormierungsversuchen, wie Bastian Sick sie vornimmt, einerseits, weil er einen Sprachbegriff hat, der ins 19. Jahrhundert gehört (Sprachwandel ist immer Sprachverfall) und offensichtlich ja auch ganz elementare Höflichkeitsregeln nicht kennt. Aber mit sowas kann man heute leider gutes Geld verdienen. Aber das führt nun zu weit von den Tintenfässern weg.

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wilfhh
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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von wilfhh » 20.08.2014 10:26

Ach, so lange nicht irgendeine Spaßbremse sich beim Mod beschwert und behauptet, der Faden wäre unlesbar, passiert in der Regel nix :wink:
Bastian Sick ist bisher an mir vorbeigegangen, und nach Deiner Beschreibung werd' ich's dann auch mal dabei belassen. Es laufen schon so genügend bestsellernde Prechts und Stengels durch die Welt.
:mrgreen:

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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von mariannchen » 20.08.2014 13:36

Sag mal, Blanche-Papi, wenn du wieder mal in die Großstadt fährst, da könnten wir doch mal schön essen gehen? Ich bin dir doch noch eins schuldig, und in der Stadt gibts nen tollen Inder. Oder du suchst aus. Hast du LUst?

M

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wilfhh
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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von wilfhh » 20.08.2014 19:13

Any time, liebe Marianne,
wird allerdings ein bisschen knapp vor Würzburg, weil ich da einiges auf dem Zettel habe (Freunde im Rheinland etc.), nächste woche geht's los. Ich bin aber am 23.8., also am Vortag des Treffens, definitiv in Wü, und da gibt's - wie Du weißt - leckeres Fresschen :D
Grüßle,
Wilfried, paire de Blanche :D :D
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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von mariannchen » 20.08.2014 20:27

Blanche Dad, meinst du den 23.9.? Den können wir gleich festmachen. Das ist ein Dienstag. Willst du wieder in dein Nobel-Hotel oder gehen wir, falls du ein 'Auto hast, auf die Burg?

M

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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von Norika » 26.08.2014 12:21

Um auf den Faden zurückzukommen, meine Lieblingsgläser sind die für die leider nicht mehr produzierte Parker Penman Pigmenttinte mit dem praktischen Füllkonus in der Mitte und dem schönen Schraubdeckel.
Ich bin nicht die Signatur, ich putz hier nur.

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patta
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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von patta » 26.08.2014 14:00

Norika hat geschrieben:Um auf den Faden zurückzukommen, meine Lieblingsgläser sind die für die leider nicht mehr produzierte Parker Penman Pigmenttinte mit dem praktischen Füllkonus in der Mitte und dem schönen Schraubdeckel.
Schau Dir mal die Pilot Black an, die hat das heute noch.

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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von stefan-w- » 26.08.2014 14:29

hallo ihr lieben,

heute war ich beim boesner und hab mich dort mal ausgiebig in der bleistift- und buntstift abteilung herumgetrieben. :wink:

dort hab ich dieses tintenglas gefunden, welches nun eine neue funktion bekommen hat; doch seht selbst. :)

liebe grüße aus wien,

stefan.
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Tombstone
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Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von Tombstone » 26.08.2014 14:34

Mensch Kinners, ihr seid mir schon ein Haufen Wortakrobaten... 4 Seiten Thread und drei Fotos von passenden Tintenflaschen...

... ich wollte ja schon ein paar hämische Sprüche loslassen - da hab ich dann bemerkt, dass ich bisher auch nichts Produktives beigetragen habe...

:oops:

Deswegen: vor der Erzeugung abwertender Sprüche, eine eigene Stellungnahme:
Platz 3: die Gläser von Visconti - typisch italienisch
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Sie sehen, speziell in der Verpackung, sexy aus. An sich ist der zum Boden sich verjüngende Schaft auch ganz toll zwengs "ich will den Rest auch rauskriegen". Allerdings ist das ein typisch italienisches Produkt - erlaubt mir das, ich habe lange Jahre in Italien für eine in ihrem Bereich damals weltweit führende Maschinenbau-Firma gearbeitet und habe diesen Gedanken täglich gehabt: Mensch Meier, denkt Euren Mist doch mal fertig!!

- das Ding ist aus Plastik - alleine kannst Du es also kaum hinstellen, da es umfällt...
- willst Du es mitnehmen? Lass mal lieber, ich habe schon eines geknackt...
- in dem Sockel hält es dafür sehr gut - Du musst also immer alles aufheben...

:roll:

Platz 2 - die Gläser von Lamy - typisch deutsch
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Sind wir ehlrich: deutsche Ingenieurskunst. Nicht hübsch. Massiv aus Glas, nach unten verjüngend, Du bekommst alles raus. In der kleinen Version schlicht ein Fuß, in der Großen ist sogar noch Papier zum Füller reinigen drin. Besser geht es quasi nicht. Jungs, das habt ihr gut gemacht. Punkt.

Platz 1 - die Gläser von Sailor - typisch japanisch
Bild
Bild
Warum das typisch japanisch ist?

- es ist kein Fippelkram wie aus Italien
- es ist nicht furchtbar über-entwickelt wie bei den Deutschen

Nein: man nimmt ein billigst herzustellendes Glas. Dazu einen noch billiger zu produzierenden Plastikeinsatz, der gewährleistet, dass man alles rausbekommt. Alles zusammen, Deckel drauf, fertig. Mein einziges Problem: ich kannte beim Erhalt die Technik nicht.

:oops:

Deswegen habe ich das Teil damals ausgeleert (obwohl die Farbe perfekt war) und habe erst danach bemerkt, dass das schon seinen Grund hatte, warum ich meinen 149er nicht bis zum Anschlag reingebracht habe...

:roll:
Außer Konkurrenz - Nochmal Visconti...
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Klar, eben italienisch - wir kriegen unser Hauptprodukt nicht gebacken, also machen wir nochwas "drumrum", damit es doch noch funzt... dann eben eine Visconti Reisetintenfaß...
Ciao - Peter

Handle stets so, dass die anderen sich wundern, warum sie Dir noch keine reingehauen haben...

Mr.Eyedropper

Re: Eure Lieblings-Tintengläser?

Beitrag von Mr.Eyedropper » 26.08.2014 16:00

Lieber Peter,

ein sehr schöner Beitrag und eine tolle Auswahl, vielen Dank! Dass das Visconti-Glas gar nicht aus Glas ist, wusste ich gar nicht. Es ist mir wegen seiner außergewöhnlichen Form zwar schon aufgefallen, aber für meinen Geschmack sieht es etwas zu sehr nach Parfumflasche aus. Auf das Reisetintenfass habe ich auch schon einen Blick geworfen... kannst Du es vielleicht einmal vermessen (Länge und Durchmesser)? Perfekt für mich wäre ein Reisetintenfass, das sich wie ein Stift im Stiftetui mit herumtragen lässt und nach etwas aussieht - dafür ist das Reisetintenfass von Visconti ein heißer Kandidat :) Ich habe auch gesehen, dass es Varianten mit Silbertubus und allerlei Verzierungen gibt, dann ist es ein noch größerer Hingucker. Noch eine weitere Bitte: Hast Du vielleicht einen Capless? Könntest Du mal ausprobieren, ob man auch die Federeinheit eines Capless darin befüllen kann?

Das Sailor-Glas in seiner Schlichtheit ist auch ganz wunderbar. Ich finde, das Lamy-Glas könnte designtechnisch noch etwas profitieren, wenn sie statt des Kunststoff-Fußes einen aus Glas herausbringen würden, in den man dann das volle neue Glas einfach einsetzt.

Da ich in meinem Startbeitrag noch ein Foto schuldig geblieben bin, reiche ich es hier gerne nach. Links das große Akkerman mit 150 ml Shocking Blue (die Etiketten habe ich abgepult, weil sie die schöne Anmutung nur stören), rechts daneben als Kontrast das 66 ml-Glas von Private Reserve, noch zu 1/3 gefüllt mit DC Supershow Blue.
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