Schädigt Tinte die Schreibeigenschaften eines Füllers????

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Uromastyx
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Beitrag von Uromastyx » 07.07.2007 21:22

Hallo El,

wenn Du die Tinte über dem "Bodensatz" abnimmst, dann fehlt zumindest ein Teil der Farbe - deckt also nicht mehr so gut!
Eigentlich sollte (dürfte...) sich Tinte nicht absetzen, eigentlich ist Tinte per Definition immer vollständig löslich. (eigentlich... sollte....dürfte)
Fazit: ausprobieren, fliesst bestimmt zumindest nicht schlechter, kann aber blasser werden!

Viele Grüße
Gerd

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Tenryu
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Beitrag von Tenryu » 08.07.2007 1:38

Rußpartikel sind nur in Tusche enthalten (z.B. Scriptol, Fount India).
Schwarze Tinte besteht aus synthetischen Farbstoffen. Das kann man leicht erkennen, wenn man 1-2 Tropfen in ein Glas Wasser schüttet. Dann ensteht eine violette Färbung. Tinte mit Bodensatz würde ich wegwerfen.
Wenn man nicht wirklich sehr viel schreibt, lohnt sich die Anschaffung einer großen Flasche nicht. Vielleicht kann man sich mit 1-2 Kollegen zusammentun, und den Liter teilen. Dann spart man auch Geld und muß nicht jahrelang die Tinte lagern, bis sie verdirbt.

Eine probierenswerte Alternative wäre es evtl. die Tinte einzufrieren. Ich habe das mal mit Tintenpatronen ausprobiert. Das hat problemlos funktioniert.

El Grande
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Beitrag von El Grande » 08.07.2007 8:56

Ja, das hatte ich mir auch schon überlegt, aber könnte das das Tintenfass nicht sprengen? Wir hatten mal vor einigen Jahren eienen Versuch in Physik,
bei dem eine Gußeisenkugel (also viel stabiler wie ein Tintenfass ) mit wasser gefüllt wurde. Die Kugel wurde dann auf -25 C° abgekühlt worauf sie gesprengt wurde. Da Gefrorenes Wasser (oder auch Tinte) eine Geringere Masse als flüssiges hat entsteht ein Unterdruk der die Kugel oder das Tintenfass implodieren lässt! Die Patronen sind Flexibel und es ist nur relativ wenig Tinte drin, aber ein Tintenfass würde das warscheinlich nicht überstehen !!

PS: Mein Benuzername beziet sich auf ein anderes Thema im Plenum.

UNBEDINGT ANSCHAUEN !!!!!!!

Uromastyx
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Beitrag von Uromastyx » 08.07.2007 12:56

Hallo El, hallo allerseits,

irgendwie kommt bei mir manchmal der Lehrer a.D. noch kurz durch: die Masse ändert sich nicht (o.K., lassen wir mal Einstein kurz schlafen), aber die Dichte oder das Volumen. Sorry, alte Ex-Berufskrankheit. Eine Glasflasche wird jedenfalls ganz sicher gesprengt, Polyäthylen - Pelikan z.B. macht seine Großflaschen daraus - hat eine realistische Überlebensschance.

Zurück zum ursprünglichen Thema:
Per Definition ist Tinte vollständig löslich (sorry, ich wiederhole mich) - aber der "Inbegriff" von Tinte, nämlich Eisengallustinte besteht aus Pigment, also feinsten Partikeln! Das ist einer der Gründe, warum viele Füllhalter eisengallushaltige Tinten nicht gut vertragen.
Irgendwie kommt mir jetzt der Gedanke, dass ich dringend einen Tag Urlaub brauche, um mal ein paar schwarze Tinten zu analysieren - bißchen Chromatographie usw, habe ich 20 Jahre nicht mehr gemacht, wie habe ich das überlebt? Mal ganz vorsichtig versprochen: im Herbst gibts dazu ein Posting! (vielleicht weiß unser "Prof. Ink" M.Richter mehr?)

Schönen Sonntag allerseits!
Gerd

El Grande
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Beitrag von El Grande » 08.07.2007 13:25

Stimmt .Ich habe mir schon überlegt das die leichten Farbpigmente wie z.B. in blauer Tinte durch Diffusion immer gleich in der Tinte verteilt sind. Aber ich habe mir mal von einem Fachmann sagen lassen, dass in Pelikan's brilliantschwarz sehr kleine Rußteilchen sind, die zwar fast so groß wie Pigmente sind ,die (gemeint sind die Rußteilchen) aber leichter Klumpen bilden können und anfällig für Schimmel sind .Was stimmt also ?
Ist in brilliantschwarz von Pelikan Ruß (ganz klein natürlich ) oder Farbpigmente ,denn auch Ruß kann in wasser violett werden (glaub ich / zumindest wenn er so klein ist) .

Und außerdem was für eine Tinte würdet ihr mir empfehlen ,die nicht schimmelanfällig ist und nicht klumpt ?

Im übrigen :Ich meinte Volumen und nicht Masse tschuldigung !

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Tenryu
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Beitrag von Tenryu » 08.07.2007 19:34

Schwarze Pelikan-Tinte enthält definitiv keinen Ruß. Sonst würde sie nicht verblassen. Das kann man sehr schön sehen, wenn man Tinte und Tusche längere Zeit dem Sonennlicht aussetzt. Tusche auf Rußbasis bleibt auch nach einem Jahr tiefschwarz. Schwarze Tinte hingegen verbleicht, bis kaum noch etwas sichtbar bleibt.Das habe ich alles übrigens schon mal ausprobiert.
(Rein theoretisch könnte natürlich auch Ruß verblassen, wenn er durch starke Strahlung und Sauerstoffeinfluß zu farblosem Kohlendioxyd oxydierte. Aber das dürfte wahrscheinlich mind. zehn Jahre oder länger dauern.)

Das Einfrieren einer ganzen Flasche würde ich auch nicht versuchen. Ich würde eher einen Eiswürfelbehälter nehmen und kleine Tinteneiswürfel herstellen. Die könnte man dann einzeln in kleine Plastebeutel verpacken und bei Bedarf portionenweise auftauen. 2 Würfel dürften dabei ungefähr einem Tintenfäßchen entsprechen.

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Eistintenwürfel

Beitrag von G-H-L » 10.07.2007 1:24

Tenryu hat geschrieben:Das Einfrieren einer ganzen Flasche würde ich auch nicht versuchen. Ich würde eher einen Eiswürfelbehälter nehmen und kleine Tinteneiswürfel herstellen. Die könnte man dann einzeln in kleine Plastebeutel verpacken und bei Bedarf portionenweise auftauen. 2 Würfel dürften dabei ungefähr einem Tintenfäßchen entsprechen.
Dann würde ich aber Eiskugelbeutel dafür nehmen. Die kann man leichter Portionieren. Außerdem kann man den gefrorenen Beutel (nicht mit Tinte) beschriften.

Sonst kommt noch jemand auf die Idee, seinen Drink damit zu kühlen. ;-)
Das würde die Haltbarkeit der Tinte wesentlich herabsetzen.

Gruß
Gerhard
Gruß
Gerhard

lw7275
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Beitrag von lw7275 » 10.07.2007 13:07

Tinte einzufrieren finde ich ziemlich krass... Ich lagere sie einfach im kühlen, dunklen Keller.
Aber die Eiswürfelbeutel sind eine pfiffige Idee.
Grüße
Lars

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Tenryu
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Re: Eistintenwürfel

Beitrag von Tenryu » 10.07.2007 20:59

G-H-L hat geschrieben:Sonst kommt noch jemand auf die Idee, seinen Drink damit zu kühlen. ;-)
Das würde die Haltbarkeit der Tinte wesentlich herabsetzen.
Die Haltbarkeit des Trinkers wahrscheinlich auch... :D

Blue Curaçao mal anders. :lol:

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Re: Eistintenwürfel

Beitrag von G-H-L » 10.07.2007 22:03

Tenryu hat geschrieben:
G-H-L hat geschrieben:Sonst kommt noch jemand auf die Idee, seinen Drink damit zu kühlen. ;-)
Das würde die Haltbarkeit der Tinte wesentlich herabsetzen.
Die Haltbarkeit des Trinkers wahrscheinlich auch... :D

Blue Curaçao mal anders. :lol:
Er wäre zumindest schon nach dem ersten Drink blau. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Gruß
Gerhard
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Gerhard

absia
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Beitrag von absia » 10.07.2007 22:09

Also, - her mit dem Stoff!

(Pardon! Bezichtige mich hiermit öffentlich des Mangels an Ernsthaftigkeit! Gelobe Besserung im Rahmen meiner Möglichkeiten!)
"Du bist, wie du schreibst!" (Alfons Lüke)

G-H-L
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Eiswürfeltinte

Beitrag von G-H-L » 11.07.2007 21:01

[quote="absia"]Also, - her mit dem Stoff!

Nix da! Kauf dir gefälligst selber ne Flasche.

Mist! Der Füller ist schon wieder leer. Hicks ;-)
Und morgen tau ich mal die Biertinte oder eine von den Weintinten auf.

Gruß
Gerhard
Gruß
Gerhard

mstelz
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Beitrag von mstelz » 10.09.2007 11:21

El Grande hat geschrieben:......
Und außerdem was für eine Tinte würdet ihr mir empfehlen ,die nicht schimmelanfällig ist und nicht klumpt ?
.....
Habe auf amerikanischen Seiten gelesen, dass es von Aurora (Italienische Marke) die satteste schwarze Tinte, die keine Probleme machen soll gibt.
Auch Waterman und Diamine werden hier hoch gelobt.
z.B. hier:
http://www.richardspens.com/?page=ref_info/inks.htm
http://www.pendemonium.com/ink_facts.htm

Ausprobiert habe ich noch keine davon.
Ich bin eher auf der Suche nach einem sehr dunklen (blauen) Türkis.
Da schwanke ich zwischen Caran d'Ache, Pelikan oder Diamine.
Empfehlungen von Euch dazu?

Nachtrag am 11.9.
Hab natürlich keine von all den tollen Marken geschwige denn in türkis in einem Geschäft gefunden.
Nur Quink in grün, und schwarzblau. Also machte ich mich ans mischen.
Die Mischung 1:1 gefällt mir total gut, möglicherweise werde ich sie noch mit ein bisschen mehr schwarzblau Anteil dunkler machen.
(2 Flaschen: 7€)

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