schattierende Tinte für feine Federn?

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NicolausPiscator
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Re: schattierende Tinte für feine Federn?

Beitrag von NicolausPiscator » 03.09.2017 12:56

Dem kann ich mich nur anschließen, liebes Linkspfötchen! Du erwartest nicht zuviel, sondern, wenn ich das so sagen darf, letztlich eine Selbstverständlichkeit! Was das Schreiben mit der linken Hand, da kenne ich einige, die mit feinen Federn und angemessenen Tinten, wundbare Linien auf das Papier bringen. Es kommt auf das Zusammenspiel von Tinte und Füller an. Ein Beispiel:

Ich habe zurzeit in zwei meiner Preppy pens (Platinum, Kostenpunkt zwischen 1 und 3 Euro pro Stück je nach Angebot) von Sailor Oku-Yama und Sailor Blue Black, beide Billigfüller produzieren mit ihrer sehr feinen Feder sowohl sheen als auch shading! Das sieht auf jedem Papier toll aus! Bei der nächsten Füller der beiden Stifte kommt eine andere Rot-Blau Kombination an die Reihe und ich bin zuversichtlich, dass das auch klappen wird (Montblanc Midnight Blue und Shakespeare).

Verzweifle nicht, bleib dran und experimentiere!

agathon
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Re: schattierende Tinte für feine Federn?

Beitrag von agathon » 03.09.2017 13:33

[quote="JulieParadise"]Wie oben schon erwähnt sind vielleicht auch gar nicht die Tinten und die feine Feder das Problem, sondern der Tintenfluss bzw. auch die Strichbreiten-=Druckvariation. quote]

Das ergibt sich ja in der Regel aus dem Zusammenspiel der Eigenschaften des Leiters und der Feder: Leistungsfähiger Tintenleiter + elastische Feder = gute Bedingungen für's Shading auch bei feinen Federn! Bei dieser Kombination dürfte dann auch die Menge der Tinten, mit denen man das Shading realisieren kann, größer sein als beim Sailor von Linkspfötchen. Unmöglich scheint aber auch nicht zu sein, wie einige Empfehlungen hier dankenswerter Weise nahe legen.

Grüße

agathon

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Killerturnschuh
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Re: schattierende Tinte für feine Federn?

Beitrag von Killerturnschuh » 03.09.2017 16:11

Schön dass du einen ganz entscheidenden Punkt angesprochen hast, agathon.

Genau das habe ich mir bei den Beiträgen hier auch gedacht und war erstaunt das dieser Punkt so gar keine rechte Beachtung fand.
Alle meine Tinten schattieren, allerdings nicht alle in gleicher Weise in verschiedenen Füllhaltern.

Ich kann einen Füllhalter mit jeder Tinte befüllen.

Ein wirklich schönes Ergebnis bekomme ich aber eben nur wenn Tintenleiter, Tintenfluss, Fließeigenschaften der Tinte und Feder optimal aufeinander abgestimmt sind. Daher sind alle der bislang hier empfohlenen Tinten eher danach auf ihre Eignung zu dem zu befüllenden Federhalter zu sehen.

Bevor ich eine Tinte empfehlen würde wäre meine Frage darum eher ob der benutzte Füller eher nass oder trocken schreibt und ob die EF Feder weicher oder rigider auf dem Papier agieren soll?
Salve

Angi

"Gute Informationen sind schwer zu bekommen. Noch schwerer ist es, mit ihnen etwas anzufangen."
(Sir Arthur Conan Doyle)

Thom

Re: schattierende Tinte für feine Federn?

Beitrag von Thom » 03.09.2017 17:47

Linkspfötchen hat geschrieben:... was meinst Du denn mit "Eindruck machen"?
Liebes Linkspfötchen,

also entschlüssele ich's mal. Ich würde speziell für das Schreiben auf Arbeit die Prioritäten anders setzen und gegebenenfalls eher auf das Shading verzichten. (mach' Dir aber nix draus, auf mich hört sowieso keiner :) )

V.G.
Thomas

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NicolausPiscator
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Re: schattierende Tinte für feine Federn?

Beitrag von NicolausPiscator » 03.09.2017 17:51

Bei mir auf der Arbeit fällt das keinen auf, ob shading, sheen, Tinte oder sonstwas. Nur, wenn man den Füller zückt und man beim Füllerschreiben gesehen wird, dann fällt es auf. Aber das heißt ja nicht, dass man deshalb darauf verzichten muss.

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Re: schattierende Tinte für feine Federn?

Beitrag von agathon » 03.09.2017 18:10

" Ein wirklich schönes Ergebnis bekomme ich aber eben nur wenn Tintenleiter, Tintenfluss, Fließeigenschaften der Tinte und Feder optimal aufeinander abgestimmt sind. Daher sind alle der bislang hier empfohlenen Tinten eher danach auf ihre Eignung zu dem zu befüllenden Federhalter zu sehen."

Angi,
so sehe ich das auch. Erst einmal kommt es auf das Zusammenspiel von Füller und Feder an.

Der Jörg M. Kuhn hat dazu auch was zu sagen: "Zuweilen warten flexible Schreibfedern, außer mit variabler Strichbreite, ebenfalls mit veränderbarem Tintenkontrast auf, der auf die Steuerung der Fließgeschwindigkeit zurückzuführen ist. Grundsätzlich muss sich bei jeder Flexfeder der Tintenfluss im Flex-Modus erhöhen, da sonst die Ursache für einen Tintenfilmriss schon geschaffen ist. Aber manche Exemplare schaffen das vortrefflich feinfühlig, dass sie eine besondere Auszeichnung verdienten. In einem Schwung ist hierdurch eine zarte blasse Linie in einen fetten dunklen Balken überführbar und umgekehrt. Superflex mit Kontrastvarianz ist das Nonplusultra im Reich der Füllfederhalter."
(Jörg M. Kuhn, Wissenswertes über Füllfederhalter. Norderstedt 2017 (3. Aufl.))


Grüße

agathon

Thom

Re: schattierende Tinte für feine Federn?

Beitrag von Thom » 03.09.2017 18:22

Wir hatten mit der rotbraunen EG ja das Overshading erfunden. Als Erstes kommt aber das Schreiben auf Arbeit, als Zweites alles andere. Über den Abstand zwischen Erstens und Zweitens kann man auch diskutieren, aber die Reihenfolge sollte klar sein.

V.G.
Thomas

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Re: schattierende Tinte für feine Federn?

Beitrag von agathon » 03.09.2017 18:27

Thom hat geschrieben: Als Erstes kommt aber das Schreiben auf Arbeit, als Zweites alles andere.
Da haste Recht! (Ich wollte halt' nur darauf hinweisen, dass eine Feder auch auf dem "Rückweg" ihre Stärken haben sollte.)

Grüße

agathon

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Re: schattierende Tinte für feine Federn?

Beitrag von Linkspfötchen » 05.09.2017 13:17

Killerturnschuh hat geschrieben: Bevor ich eine Tinte empfehlen würde wäre meine Frage darum eher ob der benutzte Füller eher nass oder trocken schreibt und ob die EF Feder weicher oder rigider auf dem Papier agieren soll?
Hallo,

ich hatte leider noch keine Zeit zu antworten.

Ich finde die Feder von besagtem Sailor eher trocken und sie ist auch recht hart. Da ich aber keine Erfahrung mit so feinen Federn habe weiß ich nicht ob das "normal" ist oder ob diese F-Feder jetzt besonders trocken oder "normal trocken" ist. (man könnte meinen wir schreiben über Wein :mrgreen:) .

Ich habe jetzt mal testweise die Tsuki-Yo drin, die gefällt mir schon etwas besser als die bisher getesteten. Auf besserem Papier ist da durchaus schon ein wenig Shading zu erkennen. (wenn man genauer hinschaut).

Hach ja, das ist eine Wissenschaft für sich :mrgreen:

LG

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Killerturnschuh
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Re: schattierende Tinte für feine Federn?

Beitrag von Killerturnschuh » 05.09.2017 13:46

Hallo Linkspfötchen,

da hast du dir mit Iroshizuku schon intuitiv nach einer passenden Tinte gegriffen. Sailor Federn haben meist ein recht deutliches Feedback und sie gehören wie auch Aurora Federn im allgemeinen nicht unbedingt zu den weichsten Federn auf dem Markt.
Mit einer weichen eher nassen Tinte etwa Iroshizuku, Cross, Caran d' Ache (besonders das Violett), einigen Edelsteintinten oder Montblanc bist du einigermaßen auf der sicheren Seite.
Salve

Angi

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