Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

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FlyingDuckman
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Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von FlyingDuckman » 17.01.2021 10:45

Hallo zusammen,

vor einiger Zeit hatte ich eine erste Frage zu dem Thema. Ich bin immer mal auf der Suche nach Tinten, die schnell trocknen und auch haltbar sind. Meine erste große Liebe war die GvFC Moss Green und da dachte ich noch, dokumentenecht muss ja auch irgendwie bedeuten, dass sie dauerhaft hält. Aber wenn da ein bisschen Feuchtigkeit dran kommt, verwischt sie sofort.

Nach euren Anregungen hab ich mir jetzt meine erste Eisengallustinte von R&K gegönnt und ich bin schwer verliebt. Gibt es ähnlich gute Ergebnisse auch mit anderen Farben? Ein sattes Grün wäre schon fein ...

Unten mal zwei Bilder mit meinem Tinten im Wasserbad. Eisengallustinte ist echt krass!

Grüße!

PS: wenn jemand noch Tipps hätte, wie ich die Pfoten nach dem Neubefüllen wieder sauber kriege, wäre ich ziemlich happy ... egal, was ich mache, danach ist immer irgendwo ein Klecks ...
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Chia
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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von Chia » 17.01.2021 10:57

Bei Grün + Eisengallus kommt mir Platinum Classic Forest Black in den Sinn.
Und bei den KWZ Eisengallus-Tinten sind bestimmt auch grüngefärbte dabei.

Selber haben tue ich davon aber keine; kann dir daher auch zu den Schreibeigenschaften nicht viel sagen. Eine gewisse Beständigkeit haben sie als EG-Tinten vermutlich, wie die Trockenzeit ist, müsstest Du mal in Tintentests nachsehen.

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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von JulieParadise » 17.01.2021 11:03

Die Platinum-Tinten sind schon seeeehr trocken. Ob das Spaß macht ...?
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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von PenFan » 17.01.2021 11:10

Jetzt muß ich doch mal fragen: Warum in aller Welt kommt man auf die Idee, seine beschriebenen Papiere ins Wasserbad zu legen? Woher dieser unbedingte Wunsch nach Dokumentenechtheit und Wasserbeständigkeit? Was macht ihr mit euren Schriftstücken? Wohnt ihr in den Tropen?

Ich schreibe seit -zig Jahren mit Füllfederhalter und Tinte. Meine Wunschliste bei Tinten beschränkt sich auf schöne Farben, gutes Fließverhalten, schnelles Trocknen, gutes Aussehen nach dem Trocknen (Shading), usw. Aber noch nie habe ich mir Gedanken um die Dokumentenechtheit und Wasserbeständigkeit meiner Tinten gemacht. Meine beschriebenen Seiten lagern trocken in Schränken, da stellt sich eine solche Frage für mich nicht.

Nicht als Vorwurf sehen, ich möchte es einfach nur verstehen.

Grüße
Gert
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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von FlyingDuckman » 17.01.2021 11:15

Meine Haut hat anscheinend einen recht hohen Anteil Hautfett, jedenfalls kann es schnell mal passieren, dass auch alte, getrocknete Einträge in meinen Notizbüchern mal verwischen, wenn ich aus Versehen drüber wische. Das is halt recht nervig, wenn ich mir ja doch auch mal Mühe gebe, schön zu schreiben. 😅 gerade bei dem Moss Green ist das leider extrem.

Das Wasserbad ist halt der ultimative Test.

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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von meinauda » 17.01.2021 11:21

Jeden Monat schreibe ich mindesten 60 - 70 Adressen raumgreifend auf B6 Briefumschläge. Wenn ich da keine wasserfeste Tinte nehme, kann da beim Transport bis zum Empfänger eventueller Regen oder nasse Finger Unheil anrichten (Hausnummer weg, Name unleserlich).
Selbst mein Briefträger bittet um wasserfeste Tinten :D
Für das eigentliche Briefeschreiben nutze ich sie in der Regel nicht.
Heute werde ich die Adressen mit einer Sketch Ink schreiben!

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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von JulieParadise » 17.01.2021 11:21

Lichtechtheit wird dann eine Frage, wenn man, wie ich bei meiner Tochter, beobachten kann, dass eine ganz normal benutzte Tinte wie die Kaweco Paradise Blue (das Türkis) innerhalb weniger Monate in geschlossenen Heften bis zur Unlesbarkeit verblasst. Das war in dem konkreten Fall nicht weiter schlimm, weil es sich um Übungen einer Zweitklässlerin (damals) handelte. Wenn ich aber Zettel, Notizen oder Listen für Projekte teilweise Wochen und Monate vor meiner Nase hängen habe, offen an der Wand, geht es mir schon auf den Keks, wenn etwa Blautöne wie Lamy Blauschwarz oder Diamine Aster nach und nach regelrecht verschwinden.

Und wenn eine Kladde wochenlang mitgeführt wird von Berlin nach Halle nach Göttingen nach Münster nach Leipzig, ich Gesprächsnotizen und was nicht alles darin sammle, dann möchte ich nicht, dass ein "Getränke-Unfall" im Zug dazu führt, diese komplett verlaufen zu lassen.
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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von pokpok » 17.01.2021 11:23

FlyingDuckman hat geschrieben:
17.01.2021 10:45
PS: wenn jemand noch Tipps hätte, wie ich die Pfoten nach dem Neubefüllen wieder sauber kriege, wäre ich ziemlich happy ... egal, was ich mache, danach ist immer irgendwo ein Klecks ...
Wenn alles fertig ist und du im Radius von 5m wieder alles gereinigt hast, dann die ziehe die Einweg-Handschuhe wieder aus. Ich verwende dünne blaue, die kosten fast nix und du kannst sie auch für viele andere Arbeiten verwenden. Hast wahrscheinlich eh im Haushalt.

Dokumentenechte Tinte sollte lichtecht sein. Viele Leute hängen sich Meisterbriefe etc. gerne an die Wand. Wär blöd, wenn der Name nach einigen Jahren unsichtbar wäre.
Liebe Grüße von
Matthias

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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von JulieParadise » 17.01.2021 11:26

Nachtrag: Eine Zeitlang habe ich auch botanische Aquarelle angefertigt und dann teilweise auch verkauft, später auch mit Künstlerfarbstiften ausgeführte Zeichnungen, und auch da gehört es zum guten Ton, auf möglichst gute Lichtechtheit und allgemeine Beständigkeit zu achten. Alles andere wäre geradezu wurstig und respektlos dem Kunden gegenüber.

Das gilt natürlich nicht für private Notizen und allgemeine Tintenspielereien; bei denen ist mir auch nur wichtig, dass die Tinten nicht allzu sehr herumzicken und hübsch aussehen.
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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von FlyingDuckman » 17.01.2021 11:26

pokpok hat geschrieben:
17.01.2021 11:23
FlyingDuckman hat geschrieben:
17.01.2021 10:45
PS: wenn jemand noch Tipps hätte, wie ich die Pfoten nach dem Neubefüllen wieder sauber kriege, wäre ich ziemlich happy ... egal, was ich mache, danach ist immer irgendwo ein Klecks ...
Wenn alles fertig ist und du im Radius von 5m wieder alles gereinigt hast, dann die ziehe die Einweg-Handschuhe wieder aus. Ich verwende dünne blaue, die kosten fast nix und du kannst sie auch für viele andere Arbeiten verwenden. Hast wahrscheinlich eh im Haushalt.
Pragmatisch und simpel. Danke!

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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von FlyingDuckman » 17.01.2021 11:27

JulieParadise hat geschrieben:
17.01.2021 11:26
Nachtrag: Eine Zeitlang habe ich auch botanische Aquarelle angefertigt und dann teilweise auch verkauft, später auch mit Künstlerfarbstiften ausgeführte Zeichnungen, und auch da gehört es zum guten Ton, auf möglichst gute Lichtechtheit und allgemeine Beständigkeit zu achten. Alles andere wäre geradezu wurstig und respektlos dem Kunden gegenüber.

Das gilt natürlich nicht für private Notizen und allgemeine Tintenspielereien; bei denen ist mir auch nur wichtig, dass die Tinten nicht allzu sehr herumzicken und hübsch aussehen.
Ja genau! Meine Einkaufslisten überleben eh nur einen Tag. Aber Notizen zu Projekten will ich auch zur Not noch in zwei Jahren lesen können.

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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von JulieParadise » 17.01.2021 11:38

Hier noch einmal das bereits an anderer Stelle im Forum gezeigte Foto zur Lichtechtheit einiger Tinten. Zu sehen sind zwei Blätter, wobei das eine einen Monat hinterm Fenster hing und das andere im geschlossenen Notizbuch lag.

Bild

Wäre schon ärgerlich, wenn man etwa eine Liste zu einem Projekt nach einem Monat an der Pinnwand in dem Zustand vorfände, der sich bei den Tinten #7, 9, 14, 15, 17, 19, 37 ergäbe. Und: Ein oder zwei Monate offen an der Wand halte ich nicht für unrealistisch oder übertrieben.
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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von FlyingDuckman » 17.01.2021 11:40

Krass! Danke für die Gegenüberstellung!

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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von JulieParadise » 17.01.2021 11:52

;)

Einschränkend muss ich natürlich schon sagen, dass dieser Test aus dem Julie stammt, von einem Fenster, das 4-5 Stunden Mittagssonne abbekommt, und dass natürlich nicht jeder alle Aufzeichnungen in der direkten Sonne liegen hat. Es gibt aber eben durchaus auch Tinten, und dazu zähle ich die ganz krassen Beispiele auf dem Bild, die durchaus auch auf dem Schreibtisch oder an der Wand ohne direkte Sonne komplett verschwinden.

Solche simplen Lichtechtheitstests führe ich seit Anfang 2016 immer mit den zu Beginn eines Monats gefüllten Füllern aus und habe dabei immer wieder Überraschungen erlebt. Vor allem, wenn man die Sommer- und die Wintermonate vergleicht und auch bestimmte Tinten über Monate beobachtet, zeichnet sich ab, welche Tinte für welche Zwecke geeignet ist, welche wirklich dauerhaft und unter verschiedenen Bedingungen funktioniert und welche eben nicht.

Klare Favoriten in dieser Hinsicht sind dabei für mich J. Herbin Perle noire (insgesamt in 30 Monaten verwendet), Rohrer & Klingner Blau Permanent (14 Monate), Platinum Carbon Black (16 Monate) und Sailor Sou-Boku (11 Monate), auch was die Wasserfestigkeit angeht. Perle noire und Blau Permanent werden beim Benetzen schon etwas verlaufen, aber eben nicht bis zur Unkenntlichkeit wegfließen; Carbon Black und Sou-Boku bewegen sich auf normalen (also nicht komplett versiegelten) Papieren wahrscheinlich kein Stück.
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Re: Schnell trocknende, beständige Tinte, die 2.

Beitrag von PenFan » 17.01.2021 11:57

Schönen Dank für die Aufklärung. Die Argumente bezüglich Briefumschlägen, Urkunden, Kunstwerken und wochenlang offen im Licht hängende Schriftstücke kann ich nachvollziehen.

Ich habe mir jetzt mal zwei College-Blöcke herausgezogen (im Schrank gelagert), die ich vor ca. 6 Jahren mit vielen verschiedenen Tinten (ca. 20 von verschiedenen Herstellern) beschrieben habe. Und nicht eine (!) war in irgendeiner Form verblasst oder gar unlesbar. Alles einwandfrei. Daher hat sich die Frage nach Dokumentenechtheit für mich nicht gestellt.

Wenn aber, wie von Sina geschildet, eine Tinte nach wenigen Monaten in einem geschlossenen (!) Heft nicht mehr lesbar ist, dann ist das doch keine Frage der Lichtbeständigkeit. Da muß doch irgendwas mit der Tinte passiert sein, wo sind die Chemiker unter uns?
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