Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

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SimDreams
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Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von SimDreams » 09.02.2015 2:33

Anders als für manchen chinesischen Füllhalter wird für die japanischen Produkte ein im Portemonnaie spürbarer Preis aufgerufen. Was hat mich also bewogen, das Wagnis einzugehen, und nur mit dem Onlinekatalog bewaffnet einen Japaner bei Engeika zu bestellen? Immerhin habe ich hannoversche Wurzeln, bin in Hamburg beheimatet und habe schon aus lokalpatriotischen Erwägungen heraus bereits den ein oder anderen Pelikan und das ein oder andere Meisterstück in Gebrauch. Vielleicht wollte ich einfach die in vielen Forumseinträgen mehr oder weniger unterschwellig geäußerte Faszination der japanischen Schreibgeräte verstehen und teilen. Ich habe ernsthaft mit mir gerungen, ob ich gleich das ganz große Los versuche zu ziehen und einen KOP Ebonite bestelle, doch haben mich der im Voraus zu bezahlende Preis von ca. 700,- Euro in Verbindung mit der viermonatigen Lieferfrist abgeschreckt. Also ist es ein in vielen Augen abseits des Forums immer noch sündhaft teurer, aber besser leistbarer Sailor 1911 large geworden. Die Designnähe zu den Montblanc Meisterstücken hat mich angesprochen, weil sie zusammen mit den Stresemännern für mich den Inbegriff der traditionellen deutschen Füllhalter darstellen.

Man spricht ja nur hinter vorgehaltener Hand über Geld, aber welche Preise sind zu erwarten? Für den Sailor 1911 large habe ich inkl. Versand, Zoll und ordnungsgemäßer Versteuerung 180,- Euro bezahlt. Der 147er kostete mich inkl. Etui und Versand das doppelte. Für das perfekt gestylte Einkaufserlebnis des Erwerbs eines Montblanc Travellers werden in der MB Boutique mit dem dedizierten Montblanc Etui 625,- Euro aufgerufen.

Es ist schwer zu glauben, dass zufällige Evolution derart ähnliche Schreibgeräte hervorbringt. Ich möchte weder beurteilen, wer von wem abgekupfert hat, noch zu viel auf der Optik herumreiten, doch Materialanmutung und Haptik, Spaltmaße, generelles (Form, Maße und Funktion) und spezielles (Feder, Federgravur, Kappenringe, Schmuckringe) Design lassen den Betrachter mit Sicherheit nicht glauben, dass die Produktdesign- und Herstellungsstätten knapp 9000 km voneinander entfernt wären.

Ich habe überlegt, ob ein Vergleich zu dem ebenfalls konvertergeeigneten MB 145P nicht vielleicht noch passender wäre, doch habe ich mich wegen der Maße zunächst für einen Vergleich mit dem LeGrand entschieden. Wenn meine Frau ihren herausrückt, folgen demnächst Bilder vom und Details zum Classique. Einen grundsätzlicher Unterschied gibt es also zwischen den beiden hier besprochenen Kandidaten: Die Patronen des MB 147 "The Traveller" werden in einen Schlitten eingeführt, so dass der Benutzer in der Wahl etwas eingeschränkt ist (keine Edelstein Großraumpatronen z.B. und keine Möglichkeit des Einsatzes eines Konverters). Mein Meisterstück ist seit seinem Eintreffen bei mir mit den MB Patronen in Irish Green bestückt. Der Sailor benötigt, wenn man den Konverter nicht benutzen will, spezielle, aber in Deutschland gut erhältliche Sailor Patronen. Zunächst ist er mit einer Gentle Ink Patrone in einem "meerblau" geladen (die aufgedruckten Schriftzeichen würden dem Sprachkundigen wohl mehr Aufschluss geben können).

Ohne Kappen sind die beiden Schreibgeräte von den Maßen kaum zu unterscheiden. Federnform- und Größe, Durchmesser, Länge, Platzierung des Kappengewindes und Materialanmutung und Haptik sind fast identisch. Im Detail sind Unterschiede zu sehen: Das Luftloch der Sailor Feder ist etwas weiter oben eingestanzt, die Prägungen der Feder sind optisch unterschiedlich (beide Federn zeigen Firmenwappen, Jahreszahl und Goldfeinheit) und sie ragt etwas weiter (ca. 1 mm mehr) über den Tintenleiter hinaus.

Was ist noch erwähnenswert? Der Montblanc wird am Ende geöffnet, der Sailor in der Mitte. Die Montblanc Kappe ist ca. 3 mm länger (wodurch auch der Füllhalter in geschlossenem Zustand etwas länger als der Sailor ist) und auch die durch Clip und Zierring abgesetzten Endstücke des MB sind etwas größer. Der Clip des Sailor hat eine "Stufe". Der Traveller weist drei Kappenringe auf und ist am Glip graviert, der Sailor 1911 bekam zwei Kappenringe. Doch dazu sollen die nachzureichenden Bilder Aufschluss geben.

Meinen Sailor habe ich mit einer rhodinierten 21 K Goldfeder in M ausstatten lassen. Überzeugt Euch davon, dass sie sich im Schriftbild kaum vom Traveller unterscheidet. Zu dessen Feder habe ich keine genaue Angabe, habe ich doch den Füllhalter unbenutzt von privat gekauft, doch bezweifele ich, dass es sich um eine B Feder handelt. Es ist also nicht in jedem Falle so, dass die japanischen Federn in jedem Fall eine Nummer feiner schreiben als wir es in Deutschland gewohnt sind. Ich würde beide Federstärken als mittlere M beschreiben.

Zum sehr subjektiv und individuell unterschiedlich empfundenen Schreibgefühl beider Füllhalter auf dem Rhodia Dot Pad Papier kann ich nur sagen, dass beide absolut tadellos über das Papier gleiten und keine Aussetzer oder Anschreibschwächen zeigen. Die Auswertung eines Graphologen würde vielleicht Unterschiede zu Tage fördern, doch ich würde meinen Eindruck der Gleichwertigkeit beider Schreibleistungen mit einer fast identischen Handschrift untermauern wollen. Beide Federn bieten, wie nicht anders zu erwarten, sehr wenig Linienvariation. Beide Kombinationen zeigen ein für mich sehr attraktives, eher subtiles Shading. Die Feder des Sailors ist vom Gefühl her etwas weicher, was an dem größeren Goldgehalt der Feder liegen mag, wahrscheinlicher aber an dem etwas größeren Überstand der Feder über den Tintenleiter. Ich finde an beiden Schriftbildern nichts auszusetzen.

Ich hoffe natürlich auf eine kleine Diskussion, ziehe aber dennoch ein erstes Fazit:

Wer ein Geschenk zum Masterabschluss des Nachwuchses sucht, sich selbst für die anstehende Unterschrift auf der Heiratsurkunde noch etwas gönnen will; wer auf das Prestige des Meisterstückes Wert legt oder den Kollegen den eigenen Stil näher bringen möchte, bekommt mit dem Traveller ein eindrucksvolles Schreibgerät.

Wer für die gleichen Anlässe einen mutmaßlich ähnlich hochwertigen Füllhalter für deutlich weniger Geld erwerben möchte und dafür bereit ist, Abstriche beim Bekanntheitsgrat seines Stiftes hinzunehmen, bekommt mit dem Sailor 1911 ebenfalls ein eindrucksvolles Schreibgerät. Streng genommen bekommt man, legt man den Ladenpreis zugrunde, für das gleiche Geld für jeden Anlass einen eigenen Sailor.

Dürfte ich nur einen behalten, fiele die Entscheidung schwer.
Dateianhänge
DSC_8200.jpg
Schreibprobe Montblanc LeGrand 147 "The Traveller", Irish Green Ink, 14 K Feder "M"
DSC_8200.jpg (152.47 KiB) 2856 mal betrachtet
DSC_8201.jpg
Schreibprobe Sailor Profit 1911 large, Sailor Gentle Ink blue, 21 K Feder "M"
DSC_8201.jpg (140.14 KiB) 2863 mal betrachtet
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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von Hansn » 09.02.2015 4:29

@Hallo Simdreams
Ich habe mit großer Aufmerksamkeit deinen Vergleich gelesen.
Du hast da richtig viel Arbeit und Objektivität hineinfließen lassen.
Vielen Dank für die Anschaulichkeit deiner Beschreibung.
:)
Mir geht es ähnlich was die Neugierde der japanischen "Groß"Marken ausmacht.
Durch die immer wieder auftauchenden Vorstellungen, ist mein Interesse geweckt.
Ich denke dass es über kurz oder lang (je nach Willigkeit der Brieftasche) in einem Kauf bei mir enden wird.
Nakaya"s nehmt euch schon mal in Acht und wiegt euch nicht in Sicherheit.
Einer von euch wird dran glauben und über die Klinge springen müssen.
Seine neue Wirkungsstätte wird wohl Good Old Austria werden.
:mrgreen:
Das Habenwollen es kommt in immer kürzer Abständen!
Sorry
und Danke für deinen Vernunftsversuch der absolut nachvollziehbar ist, mich aber nicht rettet.
8)
Gruß
HANS

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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von ingolf » 09.02.2015 5:25

Hallo Simdreams:
Vielen Dank für Deinen tollen Bericht. Die Füllfederhalter aus Asien wecken zunehmend mein Interesse (... keine Angst, die deutschen Hersteller wurden bisher mit ausreichend Umsatz versorgt :lol: ).
Sailor bedeutet, verglichen mit meinen bisherigen "Asiaten", einen deutlichen Sprung in der Preisskala. Aber, Bilder und Berichte wie Deine, machen Lust.
Einen guten Start in die Woche und Grüße,
Ingolf.
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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von glucydur » 09.02.2015 8:16

Hallo SimDreams,

vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Er ist eine schöne Ergänzung zu Ingolfs Vergleich des MB Meisterstücks mit dem Jingaho 159.

Viele Grüße

Alexander
Gutta cavat lapidem.

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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von SimDreams » 09.02.2015 11:30

Danke für die ersten Rückmeldungen! Hier nun ein paar hanseatisch betitelte Bilder zur Veranschaulichung (die Fingertapsen hätte ich noch abwischen können), und auch ein paar Maße und Massen für die Zahlenmenschen.

Sailor 1911 large:

- 23 g mit Füllstand wie abgebildet
- Kappenlänge 6,7 cm
- Länge geschlossen 14 cm
- Länge geöffnet 12,4 cm
- Durchmesser dickste Stelle 13 mm

MB Traveller 147

- 25 g mit Füllstand wie abgebildet
- Kappenlänge 7,1 cm
- Länge geschlossen 14,3 cm
- Länge geöffnet 12,5 mm
- Durchmesser dickste Stelle 13 mm

Auf dem Foto der Federn fällt mir auf, dass die Montblanc Feder tatsächlich etwas breiter ist, die Sailor M Feder von den Abmaßungen also tatsächlich einer F Feder entsprechen könnte (und durch ihre Beweglichkeit auf die Linienbreite der MB Feder kommt). Nach der "Theorie" würde eine japanische M Stahlfeder eine schmaler Linie schreiben.

Grüße, Uwe
Dateianhänge
DSC_8208.JPG
Yachthafen, oben zum Größenvergleich ein M800, unten ein M405
DSC_8208.JPG (292.57 KiB) 2731 mal betrachtet
DSC_8210.JPG
Rumpflänge
DSC_8210.JPG (348.3 KiB) 2728 mal betrachtet
DSC_8213.JPG
Der Bug
DSC_8213.JPG (243.5 KiB) 2730 mal betrachtet
DSC_8209.JPG
Das Verdeck
DSC_8209.JPG (228.24 KiB) 2729 mal betrachtet
DSC_8214.JPG
Das Heck
DSC_8214.JPG (246.81 KiB) 2730 mal betrachtet
DSC_8215.JPG
Die Kajüteneinrichtung
DSC_8215.JPG (315.89 KiB) 2726 mal betrachtet
Zuletzt geändert von SimDreams am 09.02.2015 11:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von ingolf » 09.02.2015 11:44

ThumbsUp ... der Seemann gefällt ...
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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von Duesenschrieb » 09.02.2015 12:04

Tadellos! Und das zu einem beachtlich guten Preisleistungsverhältnis. Ja, die drei großen Japaner haben schon was. Wobei mir derzeit ein Platinum #3776 Briar Shell sandblasted in der Nase liegt... ;-)


Roland aka Duesenschrieb
mit pen-o-philen Grüßen aus dem Taunus

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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von glucydur » 09.02.2015 12:13

Wenn ich meinen Sailor Professional Gear Realo mit meinen Montblanc Meisterstücken vergleiche, habe ich den Eindruck, das man einen Unterschied bei der Güte der Vergoldung der Applikationen feststellen kann. Die Sailor-Güte ist meiner Meinung nach schlechter. Mich würde u.a. interessieren welche Vergoldungstechnik angewendet wurde: einfache PVD-Vergoldung oder hochwertige Goldplattierung. Auch wie dick die Goldschicht ist, wäre interessant zu erfahren. Die Haptik des Kunstoffes des Sailors vermittelt außerdem einen etwas weniger wertigen Eindruck.

Trotzdem muss man feststellen, dass die Qualitätsanmutung des Sailors sich insgesamt auf einem hohen Niveau befindet.

Viele Grüße

Alexander
Gutta cavat lapidem.

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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von SimDreams » 09.02.2015 12:30

Zu den Details der Vergoldungen kann ich nichts beisteuern, zumal meiner ja silberfarbene Akzente besitzt. Gibt Montblanc Einzelheiten Preis? Interessant wäre es ja schon.

Beim Kunststoff jedoch kann ich überhaupt keinen Unterschied ausmachen, weder in der Qualität der Politur, in der Art des Glanzes, in Spiegelungen, Farbe und Anfassgefühl (Reibung, Wärmeleitfähigkeit z.B.).

Grüße, Uwe
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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von ingolf » 09.02.2015 13:17

... dieses Modell verspricht auf den Bildern ebenfalls eine interessante Variante zu sein:
http://fpgeeks.com/2014/11/sailor-1911- ... m-in-2015/.
Grüße, Ingolf
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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von SimDreams » 09.02.2015 16:50

Wenn er nur nicht die meinem Geschmack nach mörderhässlichen Ringe am Tintenfenster hätte. Mir ist das zu viel BlingBling - vielleicht bin ich aber auch zu empfindlich in der Beziehung. Ich gehe schon nur bei Dunkelheit mit dem einen "new style" M800 meiner Sammlung vor die Tür. Von welchem Teufel damals der Designer der neuen Kappenlogos geritten wurde, erschließt sich mir bis heute nicht. :)
Spannend wird das Innenleben sein: ist es frei zugänglich und wartbar, gibt es Ersatzteile, Haltbarkeit... Gibt es da schn Erfahrungswerte vom Realo?

Grüße, Uwe
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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von glucydur » 09.02.2015 17:02

SimDreams hat geschrieben:Beim Kunststoff jedoch kann ich überhaupt keinen Unterschied ausmachen, weder in der Qualität der Politur, in der Art des Glanzes, in Spiegelungen, Farbe und Anfassgefühl (Reibung, Wärmeleitfähigkeit z.B.).
Da hast Du schon recht. Wahrscheinlich bezieht sich mein Gefühl der Wertigkeit eher auf die Haptik. Und das kommt hauptsächlich dadurch zustande, weil der Montblanc durch die Kolbenmechanik schwerer ist. Das Gewicht vermittelt eben dann das Gefühl von Solidität.

Die Vergoldung sieht irgendwie etwas unecht/künstlich aus, so dass ich beim Sailor auf eine PVD-Vergoldung getippt hätte.

@Ingolf: Ich liebe ja platinierte Varianten. Insofern danke für den Link für den Sailor 911 Realo "Platinum".

Wenn der Sailor mit Tinte gefüllt ist, sieht das richtig genial aus. Das sichtbare Tintenfenster erzeugt einen wunderschönen Effekt. Bei meinem Sailor Professional Gear Realo ergab das eine wunderschöne Kombination aus glänzendem schwarz, leuchtendem Gold und leuchtendem Blau (Füllung: irohiszuku asa-gao).

Viele Grüße

Alexander
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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von amarti » 09.02.2015 20:16

Hochachtung! Interessanter Vergleich.
Aber ich finde da meinen 1911 Realo nicht wieder. Meine M-Feder (H-M um genau zu sein)ist eine sehr eng schreibende F-Feder, dünner als die (breite) EF-Feder an meinem Pelikan M800.

Der Realo hat kein Tintensichtfenster, sondern nur einen schmalen Ring, der dann aber doppelt von Goldringen eingefasst ist. (Meine Augen haben da Probleme.)

Weggeben würde ich meinen Realo nicht. Noch einmal kaufen aber auch nicht.
Dateianhänge
IMG_0491.JPG
IMG_0491.JPG (61.23 KiB) 2518 mal betrachtet
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Etwas näher
IMG_0492.JPG (62.7 KiB) 2520 mal betrachtet
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Schmale H-M Feder
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Sailor, TWSBI, Pilot
IMG_0494.JPG (53.86 KiB) 2522 mal betrachtet

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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von glucydur » 09.02.2015 21:31

Der transparente Ring lässt eine Sicht auf die Tinte zu... Insofern ist der Begriff Tintensichtfenster nicht ganz falsch. :)

Viele Grüße

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Re: Sailor 1911 large vs. Montblanc Le Grand Traveller 147

Beitrag von amarti » 09.02.2015 21:42

Näh Näh Näh, mein Montblanc 149 hat ein Fenster, der Realo hat einen Ring. Und richtig was sehen kann ich dadurch nicht. Da ist immer alles rot oder alles blau. Einen Füllstand sehe ich nicht.

Andreas

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