Versuch eines Buchbindethreads

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buchfan
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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von buchfan » 19.07.2020 23:38

Die Bücher sind toll geworden! Die dunkelroten Ecken passen sehr gut dazu.
lg
mecki

kopjekoffie
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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von kopjekoffie » 20.07.2020 19:15

Toller Arbeit!

Ich freue mich schon auf dem Buchbinderkurs in Oktober. Hoffentlich klappt das ;)
Groetjes

Dolores

DanielH
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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von DanielH » 21.07.2020 17:38

Ich hatte diese Woche ein paar Tage frei und ich habe zwei Hobbies kombiniert: Radfahren und Buchbinden. Gestern und heute habe ich lange Radtouren mit der Beschaffung von Material verbunden. Deswegen war ich gestern im wirklich schönen kleinen Laden von Max Apel in Düsseldorf-Kaiserswerth, wo man wirklich wunderschöne Einbandpapiere bekommt. Heute dagegen habe ich mich von der Fülle des Materials erschlagen lassen, die in der Filiale von boesner in Düsseldorf-Heerdt vorrätig ist.

Ach ja und rausgekommen ist dabei natürlich auch noch was. Insgesamt 76 zurückgelegte Kilometer mit dem Fahrrad und zwei in herrliche Blumenpapiere eingebundene Notizbücher...

... einmal mit Rosen und Hortensien...
buch_rosen.jpg
buch_rosen.jpg (150.72 KiB) 742 mal betrachtet
... und einmal mit Pfirsichblüten.
buch_pfirsichblüten.jpg
buch_pfirsichblüten.jpg (169.6 KiB) 742 mal betrachtet

buchfan
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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von buchfan » 21.07.2020 18:29

Die sind ja schön!
lg
mecki

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Kroete
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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von Kroete » 24.07.2020 19:06

Hallo ihr Experten ;)

ihr macht so wunderschöne Bücher und habt mit dem Binden schon viel mehr Erfahrung als ich, deshalb muss ich euch mal ein paar Fragen stellen. Ich habe mir den Thread vor ein paar Monaten mal komplett durchgelesen und ihn jetzt nochmal überflogen, bin aber auf die Antworten auf meine Fragen nicht gestoßen oder habe die eventuell überlesen.

Hat jemand von euch Erfahrung mit Shepherds (aus London)? (https://store.bookbinding.co.uk/store/)
Die haben Tomoe River in A3 und A4 (geben auch die Laufrichtung an, A3 könnte man für A4, B5 oder A6 Bücher nehmen, A4 für A5 Bücher (wobei ich eh immer voll viel Verschnitt habe, da ich keinen Platz für einen Stapelschneider habe und zig mal verschlimmbessern muss...)) und auch das Fabriano EcoQua in A4 passend für A5 Bücher. Allerdings ist der ganze Spaß nicht billig und ich hab wenig Lust da auch noch endlos für den Versand zahlen zu müssen, dazu finde ich nämlich keine Info auf der Webseite.

Andere Frage: Hat jemand Erfahrung mit diesem Papier: https://www.buch-kunst-papier.de/papier ... stueck.php insbesondere was die Beschreibbarkeit mit Füller angeht?
Das wäre nämlich eine wesentlich kostengünstigere Alternative gerade für einen Anfänger wie mich, die noch eine Menge Papierverlust hat. Und hätte den Vorteil, dass man eine Lineatur darauf drucken könnte.

Bisher habe ich das Mala-Papier von Ikea verwendet das ist echt in Ordnung für Tinte, mir aber mit 100g/m2 fast zu schwer. Ansonsten habe ich es mir mitunter einfach gemacht und Hefte auseinander genommen und die zu Büchern gebunden, dadurch hatte ich dann wenigstens eine Lineatur, war da aber mit dem Papier oft nicht zufrieden und die günstigste Methode ist das auch nicht. Zum Üben war das okay, aber um die Bücher auch wirklich zu nutzen, hätte ich gerne schöneres Papier.

Wäre schön, wenn mir hier jemand helfen könnte,
Liebe Grüße,
Nora
Viele Grüße,
Nora

DanielH
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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von DanielH » 24.07.2020 21:53

Hallo Nora,

Ich glaube zwar nicht, dass ich ein Experte bin, aber ich melde mich einfach trotzdem mal :). Einen Stapelschneider habe ich auch nicht (auch wenn ich über die Anschaffung nachdenke). Was ich bislang immer gemacht habe, wenn ich Schnitte brauchte, war, dass ich zu einer Druckerei gegangen bin und gefragt habe, ob die mir das schneiden können, was die auch immer für ein paar Euro gemacht haben. Die Notizbücher, die ich jetzt gemacht habe, habe ich einfach ungeschnitten gelassen. Das sieht natürlich nicht ganz so sauber aus, aber es ist eigentlich okay. Als Papier benutze ich Color Copy 100 g/m² von Papyrus. Das kriegt man im Netz für ca. 7,50 Euro à 500 Blatt, es ist wunderbar glatt und sehr gut füllertauglich. Das Papier, was Du verlinkt hast - das von Buch-Kunst-Papier - ist natürlich so typisches Notizbuchpapier - etwas dicker und leicht cremefarben. Ich kenne es selbst nicht, aber meine Erfahrung ist, dass solche Papiere manchmal sehr saugfähig sind und deswegen Tinte stark durchschlägt. Außerdem kommen auf dem nicht ganz weißen Papier manche Tinten nicht so gut zur Geltung.

Du schriebst, Du hättest viel Verschnitt - wobei denn? Beim Schneiden aufs richtige Format? Wie machst Du das denn ohne Stapelschneider?

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Kroete
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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von Kroete » 25.07.2020 10:06

Danke für die Antwort, Daniel :)

Dann fällt das Werkdruckpapier wohl raus, wenn ich mir schon die Arbeit mache, dann will ich mir keine Gedanken um Füllertauglichkeit machen. Ich muss da nicht unbedingt mit meiner Flexfeder drin schreiben, aber ich will den Füller nehmen können, auf den ich gerade Lust habe ;)

Verschnitt habe ich dann, wenn ich die Kanten begradigen möchte. Die Seiten nicht zu beschneiden habe ich auch schon überlegt, aber der innere Perfektionist denkt dann "aber hier sieht das doch unschön aus, und da ist das auch nicht gerade....". Bei gefaltetem A4Papier geht das. Wenn ich aber A3Papier zurechtschneide, wird das nie so gut, wie ich es gerne hätte, da ist immer ein Stapel ein oder zwei mm größer und das fällt beim fertig gebundenen Buchblock stärker auf als es klingt. Ich schneide mit einem Cutter und einem Lineal mit Schneidekante (zum Entlangführen des Messers).
Wenn ich schneide, schneide ich selbst ;) wir haben auch keine Druckerei im Ort und dafür dann immer mit ÖPV in den nächsten Ort zu fahren, ist mir zu umständlich.

Das Papier, das du benutzt, klingt ja traumhaft. Hat das denn die richtige Laufrichtung? Ich habe ein Buch gemacht, wo das Vorsatzpapier nicht die richtige Laufrichtung hatte und sich deshalb gewellt hat und diese Wellen haben sich dann bis auf die Seiten darunter abgedrückt. Sowas würde ich in Zukunft gerne vermeiden (weshalb ich inzwischen immer Karton oder Klarsichtfolie [dann trocknet es aber langsam] zwischen den Buchblock und das Vorsatzpapier packe nach dem Kleben), deshalb bin ich da so hinter der Laufrichtung her. Wenn das im Endeffekt gar nicht so eine große Rolle spielt, könnte man ja auch anderes Papier wie das Clairmail nehmen. Dann könnte man viele Seiten in einem "leichten" Buch verarbeiten.
Viele Grüße,
Nora

DanielH
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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von DanielH » 25.07.2020 10:38

Hallo Nora,

Ehrlich gesagt habe ich mich mit den Phänomen der Laufrichtung noch nicht so richtig beschäftigt. Das mag vielleicht auch mein Selbstbild untermauern, dass ich ganz und gar kein Experte bin. Ich habe gerade einmal nachgesehen, die Laufrichtung des Colorcopy-Papiers ist Schmalbahn und dementsprechend ist sie für das, was ich daraus gebastelt habe, eigentlich gar nicht geeignet. :D

Ich habe meine ersten Bindeversuche auch schneiden lassen, aber bei den jetzigen Notizbüchern habe ich es gelassen und ich finde, es sieht gar nicht verkehrt aus. Es ist halt Handarbeit. Generell kann ich darüber sagen, dass Ober- und Unterseite der Büche ziemlich parallel sind. Größere Abweichungen gibt es nur an der Außenseite - natürlich bedingt durch die Dicke des Papiers. Dünneres Papier würde zu einer einheitlicheren Struktur führen. Aber ich glaube kaum, dass man zum Beispiel aus Bibelpapier ein Notizbuch würde binden wollen....

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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von Kroete » 25.07.2020 12:06

Hallo Daniel,

Mit Bibelpapier kenne ich mich nicht aus, das ist nicht so ganz meine Baustelle ;) aber 70g Papier finde ich sehr schön. Ich hab einen Schreibblock von Vivess (nach einem Tipp, den ich hier im Forum gelesen habe) und bin ganz begeistert von dem Papier. Bei dem 68er Tomoe River hab ich das Problem, dass mir die Herbin Tinte selbst aus dem Sailor mit EF Feder total verläuft und der Strich viel breiter wird als er sollte. Bei dem Vivess ist das nicht so extrem. Das ist aber keine Kritik an dem Papier, sondern eher an der Tinte. Jedenfalls würde ich mir sofort einen Vorrat von diesem Papier kaufen und Bücher daraus binden, wenn das mit der Laufrichtung hin hauen würde. Aber wenn du da bisher keine Probleme mit hattest und deine Bücher sehen ja auch super toll aus, probiere ich das vielleicht einfach mal.

Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende :)
Viele Grüße,
Nora

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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von DanielH » 25.07.2020 14:20

Also ich sehe da eigentlich keine Probleme. Ich habe das Papier schon bei einem Notizbuch in Benutzung (das in grauer Elefantenhaut, das ich weiter oben im Thread vorgestellt habe) und es beschreibt sich wunderbar.

Eines meiner Bücher habe ich gerade zur Hand und ich habe mal ein Photo des Randes gemacht. Der sieht natürlich nicht komplett glatt aus, aber so schlimm ist es auch nicht.
buchrand.jpg
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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von Kroete » 25.07.2020 15:35

Sieht gut aus! Ich denke, ich besorge mir nächste Woche mal einen Packen Clairmail (60g/m2) und probiers damit. Als Schreibpapier wollte ich das eh mal ausprobieren :lol:
Viele Grüße,
Nora

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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von DanielH » 29.07.2020 18:06

Technisch ist es nicht neu, weil es nur eine andere Farbe und ein anderes Motiv ist. Aber es ist trotzdem noch ein neues Buch fertig geworden. Diesmal ist es in ein Papier mit Kräutermotiv und dezenter Goldapplikation eingeschlagen. Die Kantenverstärkung ist diesmal mit dunkelblauem Buchleinen ausgeführt...
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Re: Versuch eines Buchbindethreads

Beitrag von Edelweissine » 29.07.2020 18:15

Das gefällt mir persönlich noch besser als die vorherigen, das Umschlagpapier ist vom Motiv her sehr besonders. Toll geworden, auch eine schöne Farbkombination!
Gruß,
Heike

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