Füller in Flugzeugen

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Stefan Ponitz
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Füller in Flugzeugen

Beitrag von Stefan Ponitz » 03.01.2004 21:53

Hallo liebe Plenumteilnehmer,

ich habe gelesen, dass es bei Füllern in Flugzeugen zu Problemen mit auslaufender Tinte kommen kann. Ich vermute einmal, dass dies mit dem niedrigeren Luftdruck zusammen hängt.
Haben das Problem alle Füller, oder nur bestimmte Marken? Vielleicht sind ja nur ältere Füller betroffen. Über Antworten und Erfahrungen wäre ich sehr dankbar.

Beste Grüße,
Stefan Ponitz

Stefan
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Re: Füller in Flugzeugen

Beitrag von Stefan » 03.01.2004 22:14

Stefan Ponitz hat geschrieben:Hallo liebe Plenumteilnehmer,

ich habe gelesen, dass es bei Füllern in Flugzeugen zu Problemen mit auslaufender Tinte kommen kann. Ich vermute einmal, dass dies mit dem niedrigeren Luftdruck zusammen hängt.
Haben das Problem alle Füller, oder nur bestimmte Marken? Vielleicht sind ja nur ältere Füller betroffen. Über Antworten und Erfahrungen wäre ich sehr dankbar.

Beste Grüße,
Stefan Ponitz
Hallo Stefan,

meinem bescheidenen Wissen nach dürfte das Problem bei den meisten Füllern vorkommen.
Ich habe vor einiger Zeit einen Rotring Initial mit einem sog. "Air Pressure Compensation System" erstanden - dieses soll ungewolltes Auslaufen im Flugzeug verhindern.
Habe allerdings keine näheren Infos zu diesem System gefunden und hatte auch noch keine Gelegenheit, den Füller in einem Flugzeug zu testen.

lg Stefan

Thomas Baier
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Beitrag von Thomas Baier » 03.01.2004 22:30

Hallo Stefan,

auf einer Flugreise nehme ich gerne zum Testen mehrere Füller mit. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß das Auslaufproblem bei gut gefüllten FH mit guter Auslaufsicherheit kein relevantes ist. Vergleichbare Situationen entstehen bei Temperaturschwankungen wie sie gerade aktuell zwischen drinnen und draußen vorkommen. Wenn der Stift dann auch noch z. B. im Hemd getragen wird, kann er schon einmal auslaufen. natürlich sind lieenden oder gar auf dem Kopf stehende Füller gefährdeter.

Schön beobachten kann man z. B. aktuell die Kondenswasserbildung in den Kappen bei den gut schließenden Pelikanen. Der Demonstrator gibt da guten Einblick. Selbst bei diesen anerkannt auslaufsicheren Füllern kann es schon einmal zu Tropfenbildungen in der Kappe kommen.
Ohne auf die technischen Einzelheiten wie Luftausdehnung im Tank und Austreten von Tinte einzugehen, kann man sich nur von eigenen und fremden Erfahrungen leiten lassen. In sofern, danke für die Anregung zur Diskussion, ich hoffe, daß weitere Erfahrungen von Euch folgen.

Bei den alten Füllern sind hervorragend Sheaffer, gut sind Pelikan mit seltenen Veschmutzungen, gut sind auch alte Kawecos, Tropen, Soennecken. Tinte sammelt sich gerne auf den Federn der alten Waterman. Ganz große und unkalkulierbare Probleme kenne ich von den Parker "51", die plötzlich das Griffstück beschmutzen unabh. vom Füllstand und das trotz der erstmalig eingesetzten ausgedehnten Ausgleichslamellen. Bei den verdeckten Federn sind sehr gut auch der Lamy 27, gut der Lamy 2000, bei dem vordere Anteile federnah schon verschmutzen können.

Bei den moderneren Modellen sind sehr gut die moderneren Parker, ob 15, 45 oder 75 ist gleichgültig, das gilt auch für die modernen Sonnet und Duofold genauso. Hier habe ich noch die Probleme gesehen, ebenso bei keinem Sheaffer mit Ausnahme eines 1250 aus den 40er Jahren. Die aktuellen Waterman sind extrem gut. Es sei aber auf den sehr guten und informativen Bericht von Stephan verwiesen in der "Phileas"-Diskussion. Die Waterman Kollektoren sind nicht so gut zu reinigen. Aber mit dem in der Hinsicht problematischsten Edson habe ich da keine Probleme.

Bei OMAS kenne ich Auslaufprobleme vom Hörensagen, von Aurora und den anderen Italienern ist mir nichts bekannt.

Die alten MB kenne ich nur problemlos, auch die No. 12/14 und die entsprechenden Abwandlungen. Außer wenn man nervös die Kappe immer wieder auf- und zusteckt, können sich an der Spitze Tintentropfen absetzen. Die moderneren Meistestücke sind bekanntermaßen gerne Schmutzfinke, die nicht kalkulierbar das Griffstück beschmutzen. Das kenne ich vom 146 und vom 149, von einem früheren 144 überhaupt nicht. Im Forum haben wir dies früher schon diskutiert, die Erfahrungen sind hier etwas unterschiedlich.

Die modernen Pelikane sind sehr gut und kennen außer den o. a. Kondenswasserbildungen, die aus dem Riesenvorteil des Kappenschlusses sich ergeben, systembedingt und werden auch in den Anleitungen vermerkt. Das Griffstück wird aber nicht verschmutzt.

Bei Cross habe ich auch nur gute Erfahrungen gemacht.

Ein übler Ausläufer ist hingegen mein rotring Tintenkuli.

Das sind die Modelle, die mir spontan eingefallen sind.

Viele Grüße
Euer Thomas Baier

hcpluemer
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Beitrag von hcpluemer » 04.01.2004 12:44

Hallo,
Ich bin in diesem Jahr mit vier Lamy Accent´s nach Griechenland per Flugzeug gereist. Nicht das kleinst Problem trat auf. So weit meine persönlichen Erfahrungen.
h-cp
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Dirk Barmeyer

Beitrag von Dirk Barmeyer » 05.01.2004 11:53

Hallo,
ich habe letztes Jahr einen Test von Stutgart nach Hamburg gemacht.
2 Montblancs waren im Handgepäck dabei (was auch sonst bei dem Ziel), weder der Agatha Christie noch der Mozart haben Probleme gemacht. Sie waren allerdings beide beim Hinflug voll und beim Rückflug fast voll.
Nur bei Füllern im Kofferraum wäre ich sehr vorsichtig : die laufen garantiert aus.

Asendarmas
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Aurora, Pelikan, Pelikan und Sheaffer

Beitrag von Asendarmas » 19.02.2007 18:26

Liebe Leute!

Folgende Erfahrungen hab ich gemacht:
(i) Parker Duofold (Pinstripe): Absolut trocken geblieben
(ii) Pelikan M215: Absolut trocken geblieben
(iii) Aurora 88 (die kleine Version mit Konverter): Absolut trocken geblieben
(iv) Sheaffer Flattop (alt, so ca. von 1940, mit Tintensack): Eine Katastrophe, sehr viel Tinte ausgelaufen (vermutlich sind Füller mit Tintensäcken anfälliger, da der Sack sensibler auf Druckunterschiede reagieren kann? Was denkt ihr?)

(i) und (ii) bestätigen somit weiter oben Geschriebenes (von Thomas Baier).

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Tenryu
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Beitrag von Tenryu » 19.02.2007 19:33

Ich denke mal, je voller die Füllhalter sind, desto weniger laufen sie aus, weil es die Luftblase im Tank ist, die sich bei verringertem Luftdruck ausdehnt und die Tinte herauspreßt.

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