O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

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TomSch
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O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von TomSch » 06.01.2013 15:19

Hallo zusammen.

Vor ein paar Tagen habe ich bei einem Anbieter aus GB eine interessante Idee aufgeschnappt, die ich gern hier zur Diskussion stellen möchte.
Im Zusammenhang mit der Suche nach Ersatz für eine völlig zerschossene Kork-Dichtung habe ich schon viele Beiträge nicht nur in diesem Forum aufmerksam gelesen. Zunächst war ich davon ausgegangen, es gebe für bestimmte Füller auch bestimmte Korkdichtungen, die man eventuell noch irgendwo fertig bestellen kann - oder in dunkler Vergangenheit zumindest konnte. Ich ließ mich jedoch eines Besseren belehren und las, dass die meisten der handwerklich geschickteren Foren-Mitglieder sich diese Dichtungen aus Wein- oder Sektkorken selbst herstellen. So weit, so schlecht, denn weder besitze ich das hierfür notwendige Werkzeug, noch habe ich so viel Zeit dafür.

Also machte ich mich auf die Suche nach Alternativen, --- und stieß dabei auf diesen Vorschlag:
1. Man nehme zwei passende O-Ringe,
2. platziere diese nebeneinander dort, wo vorher die Korkdichtung gesessen hat,
3. versehe den Zwischenraum zwischen den O-Ringen mit ausreichend Fett,
4. achte darauf, dass die O-Ringe stramm sitzen, aber nicht zu mühsam im Kolben laufen,
5. baue das Ganze wieder zusammen und voilá, c'est ca! :!:

Ich finde diese Idee durchaus logisch, zudem klingt sie wenig zeit- und arbeitsaufwändig.
Man muss "nur noch" die für das Füllermodell passenden O-Ringe finden. :?

Meine Fragen:
Was haltet ihr von diesem Plan?
Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit dieser Art der Reparatur gemacht?
Wenn ja, mit welchem Modell und welchem Erfolg?

Liebe Grüße,
Thomas
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stift
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von stift » 06.01.2013 17:23

Hallo
Wenn es funktioniert dann ist das sicher leichter zu reparieren.
Aber ich mache immer die Kolben original mit Kork,ist zwar viel Arbeit aber dann ist der Füller wieder im Originalzustand.

Natürlich ist diese Methode sicher nicht schlecht.
Aber die wirkliche Arbeit bei einen Füller fängt ja schon beim Zerlegen an.
Und da ist es oft egal ob O-Ring oder Kork.
Ich habe auch schon gesehen das so Sicherheitsfüller restauriert werden,zu sehen auf Youtube.Ist sicher leichter als mit Kork,habe erst vor ein paar Tagen zwei Sicherheitshalter (Montblanc und Penkala) restauriert. :wink: :wink:
mlG
Harald
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TomSch
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von TomSch » 06.01.2013 21:50

Hallo Harald!

Kann es sein, dass ich auch einiges von dir in diesem Zusammenhang gelesen habe? ;)

Wenn es um eine Wiederherstellung des Originalzustandes geht, hast du sicherlich Recht. Wahrscheinlich ist auch das Gefühl beim Schreiben, es ist "alles beim Alten", und man selbst hat es möglich gemacht, ein ganz hervorragendes.
Auch hast du Recht, wenn du auf die Arbeit des Zerlegens hinweist. Allerdings sind deine Erfahrungen in diesem Bereich wesentlich substanzieller und über einen wesentlich längeren Zeitraum erworben, als meine ersten vorsichtigen Versuche. Ich besitze z.B. einen alten Monopol, einen Schul-Kaweco und wenige andere, die netterweise auch für einen Anfänger wie mich ohne Wergzeugeinsatz auseinanderzunehmen sind. Bei deren Restaurierung fehlt mir - wie gesagt - das entsprechende Kork-Bearbeitungs-Werkzeug und auch die Muße. Andererseits sind sie zu schade zum Herumliegen, sodass mir die O-Ringe eine denkbare und sinnvolle Möglichkeit scheinen, die "Alten" wiederzubeleben. :)

Ich beglückwünsche dich herzlich zu deinen letzten gelungenen Reparaturen und wünsche dir noch viele erfolgreiche weitere!

Liebe Grüße, Thomas
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newlife
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von newlife » 06.01.2013 22:55

Hallo!

Den Tipp mit O-Ringen habe ich auch von Francis Goossens aka fountainbel hier im Forum schon bekommen. Mir scheint das eine gute, verschleißfreie Methode zu sein, aber weniger praktikabel für mich, da sie einiges voraussetzt. Erstenes muss man den Durchmesser des Teils vom Kolben kennen, der letztlich den O-Ring aufnimmt. Nicht weiter schwierig, das ist leicht mit einer Schieblehre zu ermitteln. Der zweite Teil, den Innendurchmesser des Schafts rauszukriegen, erfordert ein Messgerät, das man kaufen muss, ein Innenfeinmessgerät. Das ist unbedingt erforderlich, denn drittens muss man dem Lieferanten des passenden O-Rings exakt sagen können, welche Maße man braucht, da ist es mit Pi mal Daumen nicht getan, also beide Maße, die man vorher gemessen hat.

Als hauptberuflicher Reparateur wie Francis wird man sich Tabellen erstellen müssen, um beim O-Ring-Lieferanten entsprechende Mengen bestellen zu können, da Einzellieferungen finanziell mehr zu Buche schlagen. Daher verfahre ich, obwohl ich O-Ringe um die Ecke erwerben könnte, immer wie folgt unter Verwendung von Korken.

Das Material spielt eine Rolle, ich verwende gewachsenen Kork, der durchaus auch von ein Wein- oder Sektflasche stammen darf. Beim Entkorken des Weins (Prosit!) darauf achten, dass der Kork möglichst nicht völlig durchbohrt wird, bei Sektkorken, die im Allgemeinen auch gute Qualität haben, passiert das nicht. Im Weiteren darauf achten, dass man keine Presskorken verwendet, die aus verklebtem Korkgranulat bestehen.

Dann schneide ich eine Scheibe vom Kork ab, die der Länge des zu ersetzenden Korks entspricht. Nun bringe ich die Bohrung an, ich habe einen Satz Dremel-Bohrer von 3 - 6 mm mit Zentrierspitze, ich verwende jeweils den, der dem Durchmesser des Korksitzes am besten entspricht, also den nächstkleineren, die endgültige Anpassung der Bohrung erfolgt zum Schluss.

Nun muss der Korken auf den passenden Durchmesser gebracht werden. Da ich über keine Messlehre verfüge, die den Füllerschaft von innen abtasten kann, verwende ich meinen HHS-Bohrersatz. Passt ein 8er, aber ein 8,5er nicht mehr, ist die Sache klar, ich muss den Kork auf 8,5 bringen und mich dann vorsichtig an das Endergebnis herantasten.

Zum Schleifen nehme ich auf Pressspanstreifen aufgeklebtes Schleifpapier, zunächst 100er fürs grobe, 320er fürs feine Schleifen. Mein Schwager will mir aus Messing noch ein paar Stäbe drehen, mit abgestuftem Durchmesser, auf die ich die Korken aufpressen kann, meine bisherige Lösung ist etwas primitiver, funktioniert aber auch. Diesen Stab spanne ich in meine Proxxon-Maschine ein, stecke den Kork stramm auf, sodass er beim Schleifen nicht verrutschen kann. Bei minimaler Drehzahl (in meinem Fall 5000 U/min) hat man mit dem 100er Papier den Kork recht schnell im endgültigen Bereich, dann gilt es, vorsichtiger zu werden, denn letztlich entscheiden Zehntelmillimeter darüber, ob der Kork auch dicht abschlieflt.

Für die Feinanpassung nehme ich den Kork ab, denn ich will ihn ja zur Probe in den Füllerschaft stecken. Dazu dient mir eine lange 6 mm Schraube mit zwei Muttern drauf, eine als Widerlager, die andere, damit der Kork beim Herausziehen nicht im Schaft steckenbleibt. Auf jeden Fall den Kork immer bis zum Ende des Schafts einführen, ich habe schon Füller erlebt, deren Schaft ungleichmäßig geschrumpft war, meist waren sie in Nähe des Griffstückes weiter, warum auch immer. Möglicherweise hat das Griffstück das Material dort am Schrumpfen gehindert. Auf jeden Fall muss ich das Gefühl haben, dass der Kork auch an der weitesten Stelle noch guten Kontakt hat, sonst bin ich beim Schleifen übers Ziel hinausgeschossen.

Nun passe ich den Innendurchmesser an. Dazu dient ein an einem Ende geschlitztes 2 mm Stahlstäbchen in meiner Minibohrmaschine. Dort fädele ich einen schmalen Streifen feines Schleifpapier ein, nur ca. zwei cm lang, und winde es so um das Stäbchen, dass es dem Drehsinn entspricht. Dann stecke ich den Kork auf, halte ihn gut fest und schleife intervallweise, bis der Kork gut auf den Kolbensitz passt. Er sollte auch dort straff sitzen, damit keine Luft eindringen kann.

Zum Schluss bringe ich an den Kanten eine leichte Fase oder auch Schräge an, damit sich der Kork gut einführen lässt, und dann erhält er noch ein abschlieflendes Wachsbad. Ich nehme ganz normales Paraffin, erhitze es auf dem Gasherd in einer winzigen Kasserolle, wenn es schon leicht raucht, ist es heiß genug. Wenn aus dem Kork keine Luftblasen mehr austreten, hat er sich vollgesaugt, wird mit einem Zahnstocher herausgefischt und zum Abtropfen auf Küchenkrepp gelegt.

Damit er noch etwas besser gleitet, bekommt er noch ein Tröpfchen Paraffinöl ab, das ich mir aus der Apotheke besorgt habe.

Das ist die Prozedur, die ich mir wegen meiner bescheidenen Mittel erarbeitet habe, die aber gut funktioniert, auch ohne Profiwerkzeuge wie etwa Korkenschneider. Die müsste man sich dann halt auf der Drehbank anfertigen, man muss sie sich etwa wie eine Lochstanze im Miniaturformat vorstellen. Aber angesichts der vielen unterschiedlichen Hersteller hätte man einige Arbeit, bis man alle Maße abgedeckt hat.

So weit zum Thema O-Ringe! Aber wie immer lasse ich mich auch gern belehren, wenn jemand bessere Verfahrensweisen kennt - man lernt nie aus!
Grüße von Klaus!

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Andi36
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von Andi36 » 06.01.2013 23:05

Hallo Tom,

trau Dich nur ran an den Kork, es ist gar nicht so schwer, ich hab mcih anhand der Tipps von Klaus auch dran gemacht - es hat auf Anhieb gut funktioniert. Siehe hier.

Noch ein Tipp um die Korkscheiben auf Rohdurchmesser zu bringen: ich habe mir im Baumark ein paar Stanzeisen verschiedener Durchmesser gekauft, damit kann man aus den Korkscheiben ruck-zuck einen Rohling stanzen, die ich anschließend mit Sandpapier auf's Endmaß bringe.

Die Dinger sehen etwa so aus:
http://www.esska.de/esska_de/bilder/lbi ... 4616_g.jpg

Gruß,
Andreas
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von Cepasaccus » 07.01.2013 0:48

Wachst ihr eigentlich eure Korkdichtungen? Meine ungewachste war erst nicht dicht, bestimmt auch, weil der Weinkorken keine 1a-Qualitaet hatte. Moeglicherweise war er auch einen Hauch zu klein. Nach durchweichen in fluessigem Bienenwachs scheint alles ok zu sein.

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stift
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von stift » 07.01.2013 19:35

Hallo
Ja habe ich am Anfang auch nicht gemacht,aber es ist schon besser und im Wachsbad wir der Kork auch etwas größer.
Aber wichtig ist das der Kork den Schaft abdichtet wenn die Tinte aufgezogen wurde.
Und mit Wachs quietscht der Kolben nicht beim befüllen.
Wichtig ist auch der Schaft muss unbedingt trocken und sauber sein im inneren.
Die Kolben der Pelikan 100 sind einfach zu machen,Kaweco ,Matador sind schon etwas heikel und die Meisterstücke von Montblanc 30iger Jahre sind dann schon Nervensache :cry: :cry: .
Und von den 50iger Jahren will ich nicht sprechen,die sind sowieso meine Lieblinge :evil: :evil: :evil:
Aber anfangen sollte man mit billigen und einfachen Kolbenfüller damit man mit der Materie vertraut wird.
mlG
Harald
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von stift » 07.01.2013 19:45

stift hat geschrieben:Hallo
Ja habe ich am Anfang auch nicht gemacht,aber es ist schon besser und im Wachsbad wir der Kork auch etwas größer.
Aber wichtig ist das der Kork den Schaft abdichtet wenn die Tinte aufgezogen wurde.
Und mit Wachs quietscht der Kolben nicht beim befüllen.
Wichtig ist auch der Schaft muss unbedingt trocken und sauber sein im inneren.
Die Kolben der Pelikan 100 sind einfach zu machen,Kaweco ,Matador sind schon etwas heikel und die Meisterstücke von Montblanc 30iger Jahre sind dann schon Nervensache :cry: :cry: .
Und von den 50iger Jahren will ich nicht sprechen,die sind sowieso meine Lieblinge :evil: :evil: :evil:
Aber anfangen sollte man mit billigen und einfachen Kolbenfüller damit man mit der Materie vertraut wird.
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Hier noch ein Foto von einer Mechanik eines 136er und 132er Meisterstück um 1938/40??
DSC_0051.jpg
DSC_0051.jpg (204.72 KiB) 3610 mal betrachtet
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von newlife » 07.01.2013 23:38

Hallo!

Ich möchte noch eine Anmerkung zum Abdichten machen. Mir ist es früher oft passiert, dass ein gebastelter Korken nicht richtig dichtete, was nach neuesten Erkenntnissen daran lag, dass der Füllerschaft ungleichmäßig geschrumpft war; möglichweise der Tatsache geschuldet, dass er am Griffstück am Schrumpfen gehindert wurde. Will sagen, ein Korken, der von hinten eingeschoben einen strammen Sitz vortäuscht, kann am vorderen Ende durchaus etwas locker sein, was man unbedingt berücksichtigen muss!

Ich hoffe, dass das angekündigte Wiki nicht mehr allzulang auf sich warten lässt, damit wir unsere Erkenntnisse dort speichern können. Ich gebe zwar immer wieder meine Tipps gern preis, aber eine übergreifende Datenbank wäre echt toll, um mich nicht ständig wiederholen zu müssen oder auf alte Threads zu verweisen.

Haralds Tipps schließe ich mich gern an! Ein Thumbup Smilie gibt's hier ja leider nicht. Wieso eigentlich nicht???
Grüße von Klaus!

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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von newlife » 26.01.2013 13:51

Hallo!

Ich möchte dem Thread noch eine Erfahrung anhängen, die ich mit einem alten Geha gemacht habe. Ein ziemlich altes Modell, eines von der Sorte mit dem rot emaillierten Logo am Kappenring. Das Verfahren dürfte aber auch für andere Modelle aus den 60ern taugen.

Der Kolben war undicht, das Gummi verhärtet, und es bestand keine Aussicht, Ersatz zu bekommen. So habe ich mir einen O-Ring mit 9 mm Aussendurchmesser besorgt, in den Kolben einen vorhandenen umlaufenden Spalt etwas tiefer gefeilt und den O-Ring dort mit 2K-Kleber befestigt. Das Resultat war noch zu dick, aber dank eines preiswert erstandenen Innenfühlers war klar, dass noch etwa 0,4 mm abgetragen werden mussten. Eine zeitaufwendige Prozedur, weil ich alles von Hand machen musste ohne eine Möglichkeit, den Kolben in eine Maschine zu spannen, die ihn hätte rotieren lassen.

Zum Schluss bekam der O-Ring noch einen Tropfen Paraffinöl verpasst, damit er trotz strammen Sitzes leichter gleiten würde. Er ließ sich zum Glück gut einführen, ohne dass der doch erheblich geschrumpfte Ring sich wieder löste.
Grüße von Klaus!

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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! ---

Beitrag von TomSch » 11.02.2013 20:10

Hallo zusammen!

Die ehrenwerten Vertreter des Original-Zustandes mittels Kork-Dichtungen mögen mir meinen Versuch verzeihen. Doch vielleicht sind die anderen, weniger handwerklich Begabten wie ich von dem Ausgang dieses Versuches ebenso angetan :D

Hiermit tue ich kund und zu wissen: "Operation gelungen, Patient - - - lebt! Und wie!"
Irgendwie hat mich die Bastelitis ergriffen, nachdem ich ein Multipack von O-Ringen erworben hatte. Dieser alte Haudegen war so leicht auseinanderzunehmen, dass ich eine Reparatur einfach versuchen musste: Kolbenmechanismus geschraubt und lösbar, Feder mit Tintenleiter gesteckt, Stahlkorpus gerade & topp erhalten. Der Kork in diesem alten Stahlfüller war so schwarz, dass ich zunächst den Eindruck erhalten hatte, es handele sich um Gummi. Bei dem Lösen mit einem Cutter konnte ich dann Kork sehen. Habe dann die Reste - auch vom Kleber - sauber abgeraspelt. Es kam eine im Durchmesser geringere "Ebene" zum Vorschein, auf der der Kork gelagert hatte. Nach dem Auseinanderbauen des Mechanismus habe ich aus Richtung der Kolbenschraube zunächst zwei O-Ringe im Format 4,4x2mm aufgezogen, danach zum Sichern und Abschluss einen mit 3x1,5. Alle sitzen sehr stramm (siehe Bild). Mit ein wenig Silikon versehen und etwas Gewalt habe ich danach den wieder komplettierten Mechanismus im Füller fixiert. Der Mechanismus arbeitet perfekt! Der Füller hält das Wasser (und auch die Tinte), egal ob liegend oder stehend. :D

Allerdings muss ich einschränken: ich habe weder den Innenraum des Füllers vermessen, noch habe ich die O-Ringe ausgiebig vermessen oder berechnet. Mein Versuch ging "frei Schnauze" und wahrscheinlich hat die Beschaffenheit des Korpus (STAHL) das Glücken dieser "OP" maßgeblich mit beeinflusst. Ich weiß nicht, wie ein Korpus aus dünnem Plastik darauf reagiert hätte ... :shock:

Macht nichts, von den bisherigen Versuchen bin ich jedenfalls begeistert!
Macht et jut und besser,
Thomas
Zuletzt geändert von TomSch am 11.02.2013 20:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von newlife » 11.02.2013 20:27

Ist doch gut gelaufen, Thomas! Mit deinen Bedenken bei weniger widerstandsfähigem Material könntest du Recht haben, da wäre ich auch vorsichtig. Bevor ich z.B. Korken fest anbringe, teste ich gern mit einer langen M3 oder M4-Schraube, ob der Korken passt. Einfach den Kork zwischen zwei Muttern auf die Schraube setzen, einführen und fühlen, ob er beim Verschieben irgendwo zu stramm oder zu locker sitzt. Wenn er zu locker sitzt, ist alles zu spät, zuviel geschliffen, neuen Kork machen!

Dasselbe Prinzip müsste auch bei O-Ringen funktionieren, wenn man Schraube oder Stäbchen hat, deren Durchmesser dem künftigen Korksitz entsprechen sollte. Und die O-Ringe kann man entsprechend runterschleifen, das habe ich weiter oben ja schon beschrieben. Dann wäre man auch bei alten, eventuell bruchgefährdeten Füllern auf der sicheren Seite.

Woher hast du die O-Ringe, und wieviel verschiedene Maße enthält so ein Paket? Das wäre ja mal einen Versuch wert!
Grüße von Klaus!

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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von stift » 11.02.2013 20:29

Hallo
Ja warum nicht wenn es so geht!
Ich persönlich habe damit noch nicht experimentiert aber es scheint zu klappen.
Gesehen habe ich das schon bei einer Reparatur eines Waterman Safety und da ist es auch sicherlich nicht schlecht da die ja sehr schwer zu reparieren sind.
Es ist auch da ein Ansporn für andere Forums Freunde einmal Hand anzulegen an ihren Füllern den das geht sicher leichter als mit Kork.
Und wenn man da noch ein Erfolgserlebnis hat dann macht es doppelt soviel Spaß selber seine Füller zu reparieren.
Ich wünsche noch viel Erfolg mit den O Ringen,und Füller die wieder Vollgas geben :D
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von TomSch » 11.02.2013 21:06

Hallo Klaus, hallo Harald.

Das finde ich auch: Versuch macht kluch!
Unter folgender Adresse habe ich http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... OC:DE:3160 einen Satz bestellt. Allerdings sind bei meinen bisherigen Versuchen nur die kleinsten O-Ringe brauchbar. Aber vielleicht kann man ja mit den anderen irgendwann etwas so Unnormales abdichten wie Wasserhähne?! :lol:

Liebe Rosenmontagsgrüße, Alaaf un' Helau,
Thomas
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Re: O-Ringe statt Kork-Kolben! --- ???

Beitrag von newlife » 11.02.2013 21:27

Tja, da bleibt bei diesem Sortiment einiges übrig, was man nicht braucht. Die Korken bewegen sich zwischen etwa 7 und 10 mm, meist so um die 8 mm. Mal sehen, was es noch so gibt . . . :)
Grüße von Klaus!

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