Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

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sanphoemo
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von sanphoemo » 05.01.2019 22:20

Ich sehe uns Füllerhändchen posten :D Die Beschreibung leuchtet mir nicht ein. Daumen zurückgesetzt? Deutlich? Bei mir nicht, geht nicht. Wäre total verkrampft.
Der Mittelfinger ist ja kein Haltefinger, sondern der Füller liegt ca in Höhe des ersten Fingergliedes nur auf, abgestützt.

Bei mir wären Zeigefinger und Daumen eigentlich auf gleicher Höhe 😳Ich mach morgen ein Bild, und dann erwarte ich mehrere dokumentierte Selbstversuche....

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Querkopf
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von Querkopf » 05.01.2019 22:41

sanphoemo hat geschrieben:
05.01.2019 22:20
... Die Beschreibung leuchtet mir nicht ein. Daumen zurückgesetzt? Deutlich? Bei mir nicht, geht nicht. ... Bei mir wären Zeigefinger und Daumen eigentlich auf gleicher Höhe ...
Hängt a) von der individuellen Hand-Proportion ab und b) davon, was du mit dem Zeigefinger anstellst. Hältst du ihn gestreckt, am Füller entlang - so ähnlich wie beim Essen mit Stäbchen ;) -, ist der Daumen automatisch zurückgesetzt. Krümmst du ihn, sind Zeigefinger- und Daumenspitze auf gleicher Höhe.
Schöne Grüße
Doris

agathon
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von agathon » 05.01.2019 22:43

Ich verlinke mal auf den Faden, in dem wir das schon mal diskutiert haben, die Lektüre lohnt sich!

viewtopic.php?f=7&t=4413

Grüße

agathon

Thom

Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von Thom » 06.01.2019 5:32

Es gibt m.M. viel zuviele Leute, die wissen, was "richtig" ist. Die Füllermasse ist aber ein objektives Kriterium beim Schnellschreiben, weil jede Richtungsänderung eine Beschleunigung ist.

V.G.
Thomas

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sommer
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von sommer » 06.01.2019 10:49

hoppenstedt hat geschrieben:
05.01.2019 15:55
Hier kam, wenn ich mich richtig erinnere, schon mal ein Beitrag (also in diesem Forum, nicht in diesem Thema), in dem ein weibliches Mitglied mit eher zarten / schmäleren / kleinen Händen einen 149er von Montblanc mal zur Probe hatte, den am Anfang viel zu groß fand und ihn am Schluss gar nicht mehr hergeben wollte...
Ich habe mich durchaus auch an größere Füller gewöhnt, so konnte ich z.B. mit meinem M800 anfangs so gar nicht recht umgehen, mittlerweile nutze ich ihn gerne zuhause. Aber: Für mich ist aber die Frage, was genau hinter "gar nicht mehr hergeben" steckt. Heißt dies wirklich, daß man damit 10 oder mehr Seiten optimal entspannt hintereinander schreiben kann? Ich gebe meinen M800 auch nicht mehr her, aber mit einem M600 kann ich nach-wie-vor deutlich entspannter schreiben, insbesondere wenn es darum geht, viel zu schreiben.
Axel

Matthias MUC
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von Matthias MUC » 06.01.2019 11:15

Zum Schreibgefühl meine Kriterien: nicht bleistiftdünn, muß aber kein Prügel sein, ich komme mit den"kleinen" Pelikanen (M100/140/200) gut zurecht. Dürfen leicht sein, aber gerne etwas hecklastig - ich schreibe schneller ohne Kappe hinten aufgesteckt, aber schöner/lesbarer mit Kappe. Und griffig schadet nicht; welche, die zu konisch nach vorne zulaufen, können sich rutschig anfühlen, und da verstehe ich Leute, die speziell mit dem auch noch ziemlich glatten Lamy2000 nicht zurechtkommen (meine Frau z.B., die ich mit meinen verschiedenen Füllern grundsätzlich anfixen konnte und die jetzt gerne und viel mit einem gebrauchten M200 aus dem Forum schreibt, aber mit Kuli und entsprechender, mir beim Hinschauen Schmerzen bereitenden Handhaltung großgeworden ist). Mir wären die Lamy2000 zu flutschig, wenn sie auch noch richtig dünn wären. Gewicht und Dicke machen das aber gut wett (und mein ältester aus den 1960ern, so alt wie ich mindestens, ist schon fast "speckig" glattg, den dürfte meine Mutter fleißig benutzt haben und ich werde den Teufel tun und diese Gebrauchsspeckigkeit mit ganz feinem Schleifschwamm beheben, wie es bei Lamy gemacht wird, um diese Maserung im Makrolon "aufzupolieren".....)

lG Matthias

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hoppenstedt
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von hoppenstedt » 13.01.2019 14:53

Letztlich gibt es wohl keine allzu weitreichenden allgemeingültigen Kriterien für Dicke und Gewichtsverteilung etc. eines "perfekten" Füllfederhalters.

Ich mag es z. B. nicht allzu hecklastig, und meine Kriterien haben sich im Laufe der Jahrzehnte verschoben. Deshalb stecke ich auch die Kappe nicht mehr auf (seltene Ausnahmen bestätigen die Regel), weil ich sonst mittlerweile das Gefühl habe, das Ding "schlingert" zu sehr und beeinträchtigt meine Zeilenführung...
Schwer darf er aber ruhig sein - aber bitte auch nicht zuuu schwer... :evil:

Also beim Neukauf entweder sicher sein, kompromissbereit oder ausprobierfähig und -willig ;)
"Nulla dies sine linea."
Grüße von Alfred :)

agathon
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von agathon » 13.01.2019 17:11

Man sollte bei all dem nie die Fähigkeiten unserer Hände unterschätzen, sich an unterschiedliche Gegebenheiten anpassen zu können. Insofern halte ich ehrlich gesagt im Großen und Ganzen das ganze Gerede über den für die Hand gewissermaßen maßgeschneiderten Füller für übertrieben bzw. für ein schon seit Jahrzehnten erzähltes Marketing-Märchen, das die werte Kund- und Expertenschaft chronisch infiziert hat. Ich nenn‘s mal „Grals-Grippe“.

Grüße

agathon

Paperclip
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von Paperclip » 20.01.2019 18:55

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit Federn geschrieben. Zunächst mit richtigen, dann mit Stahlfedern in Haltern, deren Dicke sich nur unwesentlich von den natürlichen Federkielen unterscheiden. Und wenn, dann hatte das technische Gründe, weil man die Feder ja befestigen musste. Schreiber war ein Beruf und ein Handwerk, das jahrelanges Training erforderte, wie hier manche, die sich mit Kurrentschrift befassen, sicher besser wissen als ich. Die Schreiber machten den ganzen (damals sehr langen) Arbeitstag nichts Anderes. Wenn das irgendwie ergonomisch von Vorteil gewesen wäre, die Schäfte dicker zu machen, hätten die das gemacht. Da bin ich sicher.
Ich hab hier eine ganze Kiste voll mit irgendwelchen Stiften, die sich im Laufe der Jahrzehnte so angesammelt haben. Abgesehen von Eddings, Whiteboard-Markern und dergl. Geräten, bewegen die sich, unabhängig davon, wie edel die Ausführung, alle mehr oder weniger in der Größenordnung handelsüblicher 1€ Kugelschreiber. Wenn das irgend einen Vorteil hätte, die dicker und größer zu machen, wäre das ohne signifikante zusätzliche Kosten möglich gewesen. Das wird aber nur bei den high end Füllern gemacht. Warum wohl?
Der einzige ergonomische Aspekt den ich bei Füllern beachte ist, dass ich mit meinem Zeigefinger nicht auf dem Kappengewinde oder (bei Steckkappen) dem Absatz zwischen Griffteil und Schaft zu liegen komme. Das ist z.B. bei meinem M200 der Fall. Das passt bei dem M600 besser (der sieht auch besser aus). Außerdem scheinen größere Federn weicher zu schreiben, mir leuchtet allerdings nicht ein, warum man dafür die Füller so dick machen muss. Ist das einfach nur ein ästhetisches Ding, dass man dann den ganzen Stift proportional hochskaliert?
Wie auch immer, wenn man mehr schreibt, als Unternehmensfusionen oder internationale Handelsverträge zu unterschreiben, kommt man mit etwas schlankeren Stiften mMn besser klar.

Paperclip

Thom

Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von Thom » 20.01.2019 19:26

Das mit den Federhaltern habe ich mir auch schon gedacht, ich selbst schreibe auch eher mit dünnen Stiften. Manche Leute kommen aber mit etwas dickeren Stiften besser zurecht, weil sich z.B. bei dünnen Stiften ihre Finger leichter verkrampfen. Es ist einfach so, dass wenn man wissen möchte, was unterschiedlichen Leute bevorzugen, die einfach fragen muss. :)

V.G.
Thomas

Tintenklex

Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von Tintenklex » 20.01.2019 21:35

Paperclip hat geschrieben:
20.01.2019 18:55
...Wenn das irgend einen Vorteil hätte, die dicker und größer zu machen, wäre das ohne signifikante zusätzliche Kosten möglich gewesen. Das wird aber nur bei den high end Füllern gemacht. Warum wohl?
...
Wie auch immer, wenn man mehr schreibt, als Unternehmensfusionen oder internationale Handelsverträge zu unterschreiben, kommt man mit etwas schlankeren Stiften mMn besser klar.
Geht mir ganz ähnlich; in die dicken Brummer passt halt mehr Tinte rein, und in den Kappen ist eben mehr Raum für ausladendere Federformen. Andere Vorteile sehe ich auch nicht wirklich. Die Hersteller natürlich schon: Bei nahezu identischen Material- und Herstellungskosten bringt ein deutlich höherer Verkaufspreis natürlich mehr Gewinn. Und um nichts anderes geht es heutzutage.

Thom

Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von Thom » 20.01.2019 22:48

Tintenklex hat geschrieben:
20.01.2019 21:35
Paperclip hat geschrieben:
20.01.2019 18:55
...Wenn das irgend einen Vorteil hätte, die dicker und größer zu machen, wäre das ohne signifikante zusätzliche Kosten möglich gewesen. Das wird aber nur bei den high end Füllern gemacht.
Das stimmt ja auch nicht.

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V.G.
Thomas

SpurAufPapier
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von SpurAufPapier » 21.01.2019 9:28

Nun, es hat ja schon einen Grund, warum Schreibgeräte und andere Werkzeuge für Kinder etwas dicker sind (auch, wenn die Hersteller in den letzten Jahren damit maßlos übertreiben).

Ich schreibe auch gern mit dickeren Stiften, z. B. der Faber-Castell E-motion ist einen der handlichsten. Viel dicker dürfte er allerdings nicht werden.
Grüße
Vikka

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Paperclip
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von Paperclip » 21.01.2019 12:15

SpurAufPapier hat geschrieben:
21.01.2019 9:28
Nun, es hat ja schon einen Grund, warum Schreibgeräte und andere Werkzeuge für Kinder etwas dicker sind (auch, wenn die Hersteller in den letzten Jahren damit maßlos übertreiben).
Welche? Wachsmalstifte? Es gibt zwei oder drei Entgleisungen in dem Bereich, wo die Dicke daher kommt, dass sie die Finger der Kinder in diese Griffmulden zwingen wollen. Das ist aber ja inzwischen geklärt, dass in den Fällen gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht ist. Ansonsten bewegen sich die Stifte für Schreibanfänger im üblichen Rahmen. Die sind, wenn sie wirklich gut gemacht sind, nur etwas kürzer als Stifte für Erwachsene, damit die hinten kein Übergewicht haben.
Ist ja ok, wenn man gerne einen dickeren Stift hat. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass wenn es dafür ergonomische Gründe dafür gäbe, in den letzten rund 2000 Jahren, die mit Federn geschrieben wird, schon irgend jemand vorher drauf gekommen wäre.

Paperclip

SpurAufPapier
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Re: Der professionelle Sorglosfüller? Für Schriftsteller. Für die Ewigkeit.

Beitrag von SpurAufPapier » 23.01.2019 17:30

Paperclip hat geschrieben:
21.01.2019 12:15
Welche? Wachsmalstifte?
Nun ja, es gibt schon etliche Beispiele für dickere Kinder-Schreibgeräte. Viele dicke runde und dreieckige Blei- und Buntstifte diverser Hersteller (bei uns in der Schule sind die "Dickies" für die erste Klasse sogar Pflicht), als Füller Pelikanos, Stabilo EASYbuddy, Lamy Nexx... die fallen für mich alle in die Kategorie "dick" oder "etwas dicker", dünn wäre ein normaler Holzbleistift oder ein Lamy Logo/cp1.
Paperclip hat geschrieben:
21.01.2019 12:15
Ist ja ok, wenn man gerne einen dickeren Stift hat. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass wenn es dafür ergonomische Gründe dafür gäbe, in den letzten rund 2000 Jahren, die mit Federn geschrieben wird, schon irgend jemand vorher drauf gekommen wäre.
Ich kenne mich da zu wenig aus, das können Leute vom Fach beantworten – aber kann es sein, dass damals einfach kein Wert auf Ergonomie gelegt wurde? Die Bequemlichkeit des Individuums stand ja auch sonst nicht im Vordergrund, und es erschien vielleicht einfacher (und/oder sinnvoller), durch jahrelange Übung die Hand an das Schreibgerät zu gewöhnen als das bewährte Schreibgerät für verschiedene Hände zu ändern?
Wenn die damaligen Federhalter genauso dick waren wie die heutigen, wäre es mir auch ausreichend. Ich komme mit meinem gewöhnlichen Holzfederhalter (mit Brause-Stenofeder) gut zurecht und kann damit lange schreiben. Ein moderner Holzbleistift ist mir dagegen (leider) zu dünn. Runde gehen gerade noch, sechseckige nur, wenn es sein muss, mit dreieckigen kann ich gar nicht schreiben.
Außerdem hängt die bequeme Dicke ja von der Größe der Fingerkuppen und von der Handhaltung ab. Da versuchen, festzustellen, welcher Füllerdurchmesser objektiv besser ist, wird schwierig sein. Und ist es wirklich so, dass günstigere Füller im Schnitt schlanker sind und teurere dicker? Da müsste man jetzt eine Statistik quer über alle Hersteller und Preisklassen aufstellen…
Grüße
Vikka

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