Klassische Formgebung - oder modernes Design?

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OliverBonn
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Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von OliverBonn » 08.04.2014 15:14

Liebes Forum,

mich bewegt eine Frage: Klassische oder moderne Formgebung für einen Füllhalter? Auf der einen Seite schätze ich das Klassische der Souveräns, der Meisterstücke und der 2000-Serie von Lamy. Andererseits wagen sich Hersteller mit ungewohnten Materialien nach vorne, etwa bei FaberCastell oder Lamy. Um eines vorweg zu nehmen: Ich mag beides - und entscheide mich am Ende doch wieder für die Klassische Form. Hersteller wie Kaweco wagen den Retro-Kurs (was ich ungefähr so attraktiv finde wie nachgebaute Rheinburgen), andere verheddern sich im Zeitgeist und bringen merkwürdige Füller-Geschöpfe auf den Markt.

Meine Favoriten in Formgebung und Design:

- Klassisch - Das Meisterstück von Montblanc, unübertroffen! Und der Lamy 2000 (der mir leider nicht so gut in der Hand liegt), mit einigem Abstand der Carene von Waterman.
- Modern - Die Ambition von FaberCastell mit Holzeinsatz und die schmalen Füllhalter von Lamy, etwa den cp1.



Wie beantwortet Ihr diese Frage?



Viele Grüße in die Runde



Oliver

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YETI
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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von YETI » 08.04.2014 18:26

Hallo Oliver

Ob, klassisch oder modern ist mir egal. Ein Füller muß mich einfach ansprechen.
Was ich nicht leiden kann, lasse ich liegen.
Dazu zählen diese total überladenen Füller aus haupsächlich italienischer und teils fernöstlicher Produktion. Außerdem kann ich mit Griffmulden nicht viel anfangen; ein einfaches rundes Griffstück ist mir am liebsten.
Sonst kann ich fast alles brauchen. Vom Sicherheitsfüller bis zum Lamy 2000 hat sich bei mir so allerhand angesammelt und wird auch immer wieder benutzt.

Gruß

Andreas
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Blautiger
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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von Blautiger » 08.04.2014 20:53

Dem kann ich prinzipiell so zustimmen, der Füllhalter muss mich ansprechen. Wobei meine Favoriten größtenteils Oldies sind, ein paar aktuelle FC`s, Pelikane und TWSBI finde ich auch ansprechend.
Wie mein Namensvetter geschrieben hat, liegen mir die überladenen Italiener und Chinesen gar nicht. Auch erinnern mich die MB`s eher an chinesische "gewollt und nicht gekonnt" Füllhalter und dienen eher als Statussymbol denn als Schreibgerät. Diese Meinung beruht aber nur auf Betrachtung von Bildern, da ich weder einen MB, noch einen Chinesen in der Hand hatte.
Ich bin also klar eher der klassische Oldie-Typ, irgendwie haben diese Füllhalter noch etwas besonderes, vor allem liebevolles in der Gestaltung.
Gruß
Andreas

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glucydur
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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von glucydur » 08.04.2014 22:06

Hallo Oliver,

für mich ist die Frage, ob "klassisch" oder "modern", zunächst einmal unerheblich. Mir geht es beim Design von Füllfederhaltern, wie auch bei anderen Alltagsprodukten, darum, ob die Formgebung und Gestaltung in sich stimmig ist. Und das trifft sowohl auf "klassische", wie auch auf "moderne" Füllfederhalter zu. Außerdem ist das gebrauchte Begriffspaar klassisch/modern zu hinterfragen, wie Du am Beispiel des Lamy 2000, den Du unter den Begriff "klassisch" subsumierst, deutlich sehen kannst. Zur Zeit der Markteinführung war dieser Füllfederhalter alles andere als klassisch, sondern ein Statement für Modernität. Weil das Design so gut ist, hat er sich zum Klassiker entwickelt. Zusammengefasst: Das Designkonzept (Linienführung, Ausgewogenheit der Proportionen etc.) eines Füllers muss für mich in sich stimmig sein. Dann ist es mir egal, ob er klassisch oder modern ist.

Ich finde bei den aktuellen Füllfederhaltern den GFvC Intuition ganz gut gelungen. Er hat eine recht eigenständige und konsequente Formensprache und einen hohen Wiedererkennungswert. Einzig der Clip stört ein wenig das Gesamtbild.

Bei den klassischen Füllern gefallen mir das Meisterstück und die Souveräne/400er von Pelikan.

@Andreas: In Bezug auf manche (!) italienische Füllfederhalter, vor allem einige Modelle der Marke Montegrappa gebe ich Dir absolut recht. Da wird mir übel, wenn ich diese überladenen Füller sehe. Kitsch und Zuckerbäckerstil pur. Hier trifft der Titel einer Denkschrift des berühmten österreichischen Architekten Adolf Loos vollkommen zu: Ornament und Verbrechen.

In Bezug auf die Technik mag ich es lieber klassisch als modern: Ich finde eine Kolbenfüllmechanik grundsätzlich ansprechender und authentischer, obwohl ich auch Patronenfüllfederhalter im Gebrauch habe, diese aber wiederum nur mit Konverter.

Liebe Grüße und einen schönen Abend.

Alexander
Gutta cavat lapidem.

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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von Tenryu » 08.04.2014 23:51

Grundsätzlich bin ich eher dem klassischen Design zugeneigt, was nicht heißt, daß ein moderner Füller mir nicht gefallen könnte.

Bloß habe ich die Erfahrung gemacht, daß die meisten neuartigen und originellen Designs entweder an der Funktionalität oder der Ergonomie kranken. :|

Bekanntes und von mir gerne zitiertes Beispiel, der Level von Pelikan:
Die Schülerversion L65 liegt gut in der Hand, sieht außergewöhnlich aus, hat ein neuartiges Füllsystem mit bislang unerreichter Kapazität, paßt aber wegen der konischen Kappe in kein herkömmliches Schüler-Etui.
Die Edelversion L5 sieht ausergewöhnlich aus, hat aber eine Kappe, die sich hinten nicht aufstecken läßt (beim L65 geht das), einen dicken Bauch, ein dünnes Griffstück und dazwischen eine harte Stufe, auf der der Daumen liegt. Hinzu kommen Materialmängel bei bestimmten Modellen.

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Cepasaccus
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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von Cepasaccus » 09.04.2014 0:37

Ich finde, dass der cp1 schon ein klassisches Design hat, weil er Aehnlichkeiten zu den Jugendstilfuellern hat, wie z.B. http://www.penexchange.de/forum_neu/vie ... 062#p76062. Wenn ich dran denke mache ich Euch morgen eines von cp1 und Mabie-Todd.

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Cepasaccus
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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von Cepasaccus » 12.04.2014 21:39

Also hier mal nebeneinander cp1 und ein Onoto von angeblich um 1905.

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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von glucydur » 13.04.2014 11:39

Wenn man die beiden Füllfederhalter so nebeneinander liegen sieht, kann man tatsächlich auf die Idee kommen, dass sich Gerd A. Müller bei der Gestaltung seines cp1 Anleihen beim Onoto genommen hat. Allerdings fehlt dem Onoto die Stringenz in der Linienführung sichtbar bspw. am abgerundeten Kappenkopf. Ein weiterer Unterschied ist der fehlende Clip und die komplett andere Materialität, was auch Auswirkungen auf das Erscheinungsbild hat.

Wie ich bereits beim Lamy 2000 ausgeführt habe, sind die Begriffe "klassisch" und "modern" meiner Meinung nach sehr volatil. Der Lamy 2000, ein zu seiner Zeit sehr moderner Füllfederhalter, ist heute zum Klassiker geworden. Das selbe würde ich auch über den cp1 sagen.

Beim cp1 kann man trotz der Ähnlichkeiten zum Onoto in seiner Entstehungszeit in den 70ern durchaus von einem Füllfederhalter sprechen, der Ideen der "klassischen" Moderne aufgreift. Er weist meiner Meinung nach eindeutige Bauhaus-Merkmale auf, wie z.B. Verzicht auf Ornamente, Schlichtheit, Kompromisslosigkeit und Stringenz in der Linienführung. Sein eigentliches Vorbild, der Hastil von Aurora, welcher das selbe zylindrische Designkonzept aufweist, ist nicht umsonst im Museum of Modern Art in New York ausgestellt.

Dennoch zeigt der Vergleich mit dem Onoto sehr gut, dass sich Desingstile, wie z.B. der Bauhausstil nicht aus dem luftleeren Raum entwickelt haben. Oftmals gibt es aus früheren Zeiten Vorbilder, denen allerdings in der Regel kein ausgereiftes und theoretisch begründetes Designkonzept zugrunde liegt, sondern eher Intuition. Und das ist meiner Meinung nach der Hauptunterschied zwischen dem Onoto und dem Lamy cp1.

LG

Alexander
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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von aljen » 13.04.2014 15:16

Moin!

Für mich ist die eingangs gestellte Frage ebenfalls etwas akademisch. Denn was bedeutet schon „klassisch“ oder „modern“? Ist Bauhaus immer noch so modern wie in der Weimarer Republik? Was ist dann mit Braun? Was mit Esslinger / frogdesign? Was mit – man verzeihe mir die in dieser Reihe doch unumgängliche Nennung - Colani? Was mit Ivy? Keith Haring? :lol:

Wie schauen überhaupt die Proportionen aus in der Ära, da „Steampunk“ zum Mainstream geworden ist und die Barbapapa-Möbel aus den 1960er nicht nur in schwedisch angehauchten Möbelhäusern Seite an Seite mit Antik-Imitaten stehen? Die einst bahnbrechende Wagenfeld-Lampe wird inzwischen als eines der „guten Dinge, die es noch gibt“ für nach wie vor ordentlich Geld feilgeboten, Billig-Nachbauten auch für entsprechend weniger.

Bei mir koexistieren jedenfalls, friedlich wie bei Lessing, die „futuristischen“ Modelle von dereinst wie Lamy 2000, Eversharp Skyline, Pilot Capless… mit Lamy Dialog 3, Sheaffer Valor, mehreren Souveränen und Montblancs älteren Datums. Fehlt nur noch der Rotring 600… bitte melden. ;)

In meiner wilden Jugend™ wurde ich gemeinhin als „Futurist“ (im Sinne von Marinetti) beschimpft, und ja, ich bin heute immer noch der Meinung, dass ein röhrendes Automobil schöner ist als die Nike von Samotrake. :twisted: Aber gerade bei den Füllern zeigt sich, wie flexibel und willkürlich solche Schubladen sein können. Jedenfalls habe ich das Problem „alt oder neu“ kaum. Wenn es passt, passt es, Form follows function.

In diesem Sinne: eine Schönschrift allen, die es bis hierher geschafft haben.

Grüße
Alexander
Zuletzt geändert von aljen am 13.04.2014 17:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von glucydur » 13.04.2014 16:24

Hallo Alexander,

ich kann mich Deinen Ausführungen absolut anschließen. Du pointierst das, was ich etwas abgeschwächter zum Ausdruck gebracht habe: Die Kategorisierung in Begriffe wie modern und klassisch macht nur bedingt Sinn, da solche "Etiketten" immer auch von der Zeit geprägt sind, in der sie verteilt werden. Klar gibt es designtheoretische Konzepte und klare Stilabgrenzungen auch im Bereich der Füllfederhalter, wenn man z.B. an Jugendstil, Art déco oder Streamline denkt. Diese Stile wurden aber zu ihrer Zeit meistens als modern empfunden, während sie heute in der Regel als klassisch gelten. Oder um es mit Heraklit zu sagen: Panta rhei - Alles fließt. :)

Für mich gibt es eigentlich auch nur gut oder schlecht gemachtes Design, sowohl unter sogenannten klassischen als auch sogenannten modernen Füllfederhaltern. Und diese Kategorisierung ist natürlich subjektiv gefärbt! Letztendlich hat das auch etwas mit Vorlieben und Präferenzen zu tun.

LG

Alexander
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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von aljen » 14.04.2014 6:34

[quote="glucydur"]
ich kann mich Deinen Ausführungen absolut anschließen. Du pointierst das, was ich etwas abgeschwächter zum Ausdruck gebracht habe:[…]/quote]

Hallo Alexander,

danke für Deinen Kommentar. In der Tat habe ich im Grunde nur Deine Thesen wiederholt, ohne diese, zugegebenermaßen, vorher gelesen zu haben. Ich sollte wieder öfter mal die „Reload“-Funktion des Browsers betätigen.

Grüße, Alexander
Et in Arcadia ego.

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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von glucydur » 14.04.2014 12:32

Hallo Alexander,

ich bin froh, dass Du es so zugespitzt formuliert hast. :) Ist eine Kunst!

LG

Alexander
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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von QuixNoux » 15.04.2014 17:57

Bei so manchem Hersteller würde ich mich freuen, wenn man mal mehr Wert auf Benutzbarkeit legen würde und nicht krampfhaft versucht, den Halter vorwiegend Sammlern schmackhaft zu machen. Klar, man kann jeden Halter für eine Unterschrift nehmen, egal wie schwer, klobig oder unbequem er ist. Aber ich schreibe gerne mal eine Stunde oder zwei damit und da fallen ganz schön viele Modelle glatt durch.

Besonders Faber-Castell fällt mir da als Wiederholungstäter regelmäßig auf. Meistens sind das sehr schwere Modelle, die eine lockere Handhaltung über längere Zeiträume hinweg effektiv verhindern. Im Griffbereich sind dann gerne mal scharfe Kanten oder glattpolierte Chrom-Sektionen, die erst kalt sind und dann rutschig werden. Oder einfach unpraktische Materialien wie Holz, das auch mal 'nen Schluck Tinte aus dem Fass zieht. Stark konvexe Griffstücke oder scharfe Schraubkanten gibt es auch noch... sowie Modelle, deren Balance völlig aus dem Ruder gerät, wenn man die Kappe aufsteckt. Naja, ist jetzt nicht alles FC-Spezifisch, aber insgesamt durchaus häufig.

Insofern ist mir das Design erstmal ziemlich egal. Aber natürlich kann ich es umso mehr schätzen, wenn ein Hersteller optimale Benutzbarkeit mit einem richtig guten Design verbindet. Das erscheint mir aber sehr, sehr rar heutzutage. Oft wird ja behauptet, dass Vintage-Modelle in dieser Hinsicht ganz weit vorne liegen. Bisher stört mich dabei jedoch immer die Beschaffungsproblematik: Es ist schon toll, wenn man ein verlorenes/kaputtes Schreibgerät unkompliziert ersetzen kann. Dadurch wächst schließlich auch der Einsatzbereich enorm.

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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von Ex Libris » 15.04.2014 23:01

Hallo QuixNous,

Du hast mit dem, was Du speziell zu den Sondereditionen/limitierten Editionen schreibst, durchaus recht, wobei ich da auch insbesondere die MB Editionen der letzten Jahre mit hineinnehmen würde. Die finde ich irgendwie immer unhandlicher. Bei Faber-Castell fällt mir immer wieder eine besondere Hechlastigkeit auf, wenn man die Kappe aufsteckt. (Glücklicherweise bevorzuge ich es, ohne aufgesteckte Kappe zu schreiben.)

Besonders aber in Bezug auf die von Dir in Deinem letzten Absatz angesprochene Beschaffungsproblematik würde ich sagen, dass ich das insofern ähnlich sehe, als ich lieber den Nachbau eines alten Füllers kaufe als einen alten Füller. Ich sage das vor allen Dingen deshalb, da ich definitiv keine Hände fürs Reparieren habe. Daher ist mir ein neuer Füller, für den ich im Zweifelsfall den Reparaturservice des Herstellers nutzen kann, wesentlich lieber als das Original. (Andererseits, und ich habe das schon häufiger hier geschrieben, sehe ich mich eben als Schreiber und nur als zwangsläufigen 'Sammler'; zwangsläufig, weil sich eben etwas ansammelt, ohne je auf Vollständigkeit hin angelegt zu sein.)

Viele Grüße,
Florian

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Re: Klassische Formgebung - oder modernes Design?

Beitrag von Tenryu » 16.04.2014 0:19

Ich denke, es liegt einfach daran, daß sich weder die Hand noch die Schrift seit der Erfindung des Füllhalters wesentlich verändert haben. Daher gibt es eine optimale Form für Federschreibgeräte. Diese wurde vor langer Zeit bereits gefunden. Also bleibt den Designern eigentlich nur die Wahl zwischen einem handlichen aber konventionellen Design oder einem außergewöhnlichen, aber nur eingeschränkt ergonomischen. Außerdem ist bei der großen Fülle an Modellen doch schon alles irgenwie einmal dagewesen.

Ich glaube, das betrifft jede Form von Kunst oder Design: Enweder baut man einen Stuhl, der so aussieht wie irgend ein anderer aus den letzten 1000 Jahren, oder einen, auf dem man nicht richtig sitzen kann. Auch in der Malerei gibt es keinen neuen Stil, nachdem man inzwischen bei Farbklecksen oder leeren Leinwänden angelangt ist.

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