Preisentwicklung Füller und Tinten

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BC666
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von BC666 »

Goldmund hat geschrieben:
18.09.2026 20:30
Wobei ich sagen muss, ich fürchte, dass solch ein Gefühl nie langlebig ist, ganz egal um welchen Füller es sich handelt.
Da möchte ich protestieren. Ich leiste mir den "ein oder anderen Luxusfüller" (hüst - im Kontext dieses Fadens eigentlich alle, denn 5-30 Euro Füller sind eigentlich so gut wie nicht vorhanden). Aber auch nach Jahren geht mein Herz auf, wenn ich mit meinen M100* schreibe. Gleiches gilt für den Toledo, meine Omas Deskpens, meinen Haskoson und viele viele andere. Ich bin verdammt dankbar, dass ich mir diese leisten kann und erfreue mich ständig dran. Das Gefühl nutzt sich nicht ab! Nur werden nicht mehr so viele neue Füllhalter gekauft, was weniger dem Preis geschuldet ist als vielmehr der Tatsache, dass ich mittlerweile meine Vorlieben kenne. Ich warte sehnsüchtig auf den nächsten M1000. Dafür verzichte ich dann aber auch gern auf den Luxus, den andere sich vielleicht leisten, wie den jährlichen Urlaub im Ausland, ein teures Auto, teure Uhren und Schmuck, teure Klamotten, häufige Restaurantbesuche, Konzerte, etc etc.
LG, Claudia
richard545
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von richard545 »

Goldmund hat geschrieben:
18.09.2026 20:40
Zumindest die deutschen Marken haben das Luxusbranding bereits. Schau dir doch mal die Fine Writing Seite von Pelikan an, die hat dieses Branding seit vielen Jahren. Dazu auch gerne alte Fernsehbeiträge, in denen Pelikans Souveränreihe vorgestellt wird. Da war stets von Luxus die Rede, m.E. sogar übertrieben.
Fakt ist aber auch, dass Deutschland kein Exportweltmeister mehr ist. (vgl.: https://www.lbbw.de/artikel/maerkte-ver ... h7i_d.html, https://www.ndr.de/nachrichten/info/pod ... 79194.html, https://www.mdr.de/nachrichten/deutschl ... n-100.html)
Exportiert wurden eben auch sehr viele Luxusgüter, die sich hier im Herstellerland gar nicht so viele Leute leisten konnten. Insofern hängt die Fokussierung auf Luxus eher einem längst vergangenen Trend hinterher und ist eben nicht zeitgemäß. Große Anteile der Absatz-Märkte in China und auch USA sind bereits weggefallen.
Für einen Binnenmarkt braucht es derzeit verstärkt Produkte, die der Kaufkraft im Inland entsprechen. Um diese Kaufkraft zu fördern ist wiederum inländische Produktion, die Arbeit und Wohlstand schafft entscheidend.
Freundliche Grüße

Richard
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Goldmund
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Goldmund »

BC666 hat geschrieben:
18.09.2026 21:01
hüst - im Kontext dieses Fadens eigentlich alle, denn 5-30 Euro Füller sind eigentlich so gut wie nicht vorhanden
Ich denke nach meiner doch sehr engen Definition, nutzt hier jeder Luxusfüller :D Ich muss aber leider zugeben, dass das bei mir nicht ganz so ist wie bei dir. Wenn ich mal einen neuen Füller entdecke, den ich wirklich gut finde und haben will, ist die Vorfreude (vor allem bei Bestellungen bis zur Lieferung) sehr groß. Ich packe ihn aus, schreibe ihn (stets zuerst mit einer trockenen Tinte zum Testen) und dann erwische ich mich häufig dabei, den Füller in die Vitrine zu legen und innerlich damit abzuschließen. Natürlich nutze ich meine Füller aktiv und wechsle sie regelmäßig, es werden also noch (fast) alle geschrieben. Aber so wirklich Freude kommt mir (nicht mehr), wenn ich einen bereits bekannten Füller nutze - und zwar ganz egal, in welcher Preisklasse er sich befindet. Ich sage immer, dass ich kein Sammler bin, da ich keinen Wert auf Vollständigkeit lege und die Füller aktiv benutze, doch das darüber lesen, etwas Neues zu entdecken und das Kaufen selbst sind mir ehrlich gesagt mehr Aufregung als das damit schreiben.

Nicht falsch verstehen: ich weiß an den unterschiedlichen Füllern auch unterschiedliche Dinge zu schätzen, wähle durchaus bewusst aus, wofür ich welchen mit welcher Tinte betanke. Das regelmäßige Reinigen, der Tintenwechsel, all das macht Spaß. Aber es fehlt die beschriebene Freude und die, ich nenne es mal individuelle Verbindung zu einem spezifischen Füller.

Big-G ́s Tintenkiste hat mal vor ein paar Jahren ein Video mit einem seiner Zuschauer aufgenommen. Der Zuschauer beschrieb sein Gefühl nach dem Erhalt eines Namiki Emperors: "Wie und das soll's jetzt gewesen sein?". Ich denke es ist genau das, was er beschreibt.
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Goldmund
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Goldmund »

richard545 hat geschrieben:
18.09.2026 21:22
Fakt ist aber auch, dass Deutschland kein Exportweltmeister mehr ist. (vgl.: https://www.lbbw.de/artikel/maerkte-ver ... h7i_d.html, https://www.ndr.de/nachrichten/info/pod ... 79194.html, https://www.mdr.de/nachrichten/deutschl ... n-100.html)
Exportiert wurden eben auch sehr viele Luxusgüter, die sich hier im Herstellerland gar nicht so viele Leute leisten konnten. Insofern hängt die Fokussierung auf Luxus eher einem längst vergangenen Trend hinterher und ist eben nicht zeitgemäß. Große Anteile der Absatz-Märkte in China und auch USA sind bereits weggefallen.
Für einen Binnenmarkt braucht es derzeit verstärkt Produkte, die der Kaufkraft im Inland entsprechen. Um diese Kaufkraft zu fördern ist wiederum inländische Produktion, die Arbeit und Wohlstand schafft entscheidend.
Ich sagte ja, dass die weitere Zuwendung in Richtung (preislich) noch luxuriöser falsch wäre und ohnehin schon Luxusbranding stattfindet. Ich glaube du wolltest Goldfeder (mit-)zitieren ;)

Aber davon abgesehen weiß ich nicht, ob eine Nische wie Fine Writing wirklich mit den in den verlinkten Artikeln behandelten Branchen vergleichbar ist.
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Feder, Tinte, Klecks »

Goldmund hat geschrieben:
18.09.2026 20:30
Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
17.09.2026 23:58
Ist ja nicht nur bei Schreibgeräten so, daß das mittlere Segment sich ausdünnt und man mit Einheitsmassenbreiwegwerfmüll versorgt wird [...]
Stimmt, aber ich wollte genau darauf hinaus, dass ein Füller für z.B. 100 bis 200 Euro, wie etwa der M200 von Pelikan, eben kein mittleres Segment ist und auch nie war. Was ist die Aufgabe eines Füllers für 100€? Nur das reine Tinte aufs Papier bringen? Dann ist er absolut überteuert. Es geht um mehr, um ein erkauftes Gefühl, das durch Design, Material, Handwerk, durchaus auch Marketing und Geschichte u.v.m. entsteht. Das kauft man eigentlich, nicht nur ein reines Schreibgerät. Sonst würde ich zum Faber Castell Grip Plus Ball Kugelschreiber für 7,50€ raten, der sehr gut schreibt, deutlich seltener als ein Füller nachgefüllt werden muss und keine Tintenfässer erfordert und der auch mal stürzen darf. Und 7,50€ ist noch immer mehr, als der Durchschnittsmensch da draußen freiwillig für einen Kugelschreiber bezahlen würde, ganz unabhängig davon, was er sich leisten könnte. Und sobald man sich ein Gefühl erkauft, das über die Funktion hinausgeht, handelt es sich schon um Luxus. Natürlich lässt sich das weiter binnendifferenzieren, natürlich ist ein M200 oder ein Kaweco Sport Piston oder Pilot Custom 74 am unteren Ende des Luxus, vor allem aber ist auch klar, dass die meisten Leute hier kaum solch einen Füller als Luxus in Erwägung ziehen würden, da viele bereits anderes gewohnt sind - doch es ist in Anbetracht der erkauften Sache und auch in Anbetracht des Kaufverhaltens des Durchschnittsmenschen ein Luxusprodukt.
Tatsächlich ziehe ich meine obere Grenze im Augenblick bei ca. 200€. Ein Betrag, den ich zwar nicht mal eben ausgeben würde und kann, aber unter den richtigen Umständen schon. Ich würde annehmen, daß die Frage, was unteres, mittleres, gehobenes und Luxus-Preissegment sind, auch eine Frage der persönlichen Wahrnehmung sind.
Letztlich habe ich aber erst einmal die Erwartungshaltung, daß ein Produkt seine ihm zugedachte Funktion nicht nur irgendwie grundlegend erfüllt, sondern gut. Und sorry, da sind Kugelschreiber bei mir komplett raus. Ja, sie schreiben, ja, sie funktionieren, und ja, sie sind deutlich pflegeleichter als Füllfederhalter. Aber sie schreiben einfach nur fürchterlich, ruinieren die Handschrift und sind als Wegwerfprodukt by default nicht besonders nachhaltig. Dann ziehe ich doch noch einen einfachen Bleistift vor.
Mir ist bewußt, daß es ein Verständnis gibt, daß die Erfüllung dieses Anspruch, unabhängig vom Preisschild am Produkt, bereits als Luxus gilt.
Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
17.09.2026 23:58
[...] aber bislang fehlt allen irgendwie so das, was sie zu meinen Füllern macht.
Und genau das ist das erkaufte Gefühl, auf das ich oben hinauswollte, das Luxusprodukte ausmacht. Wobei ich sagen muss, ich fürchte, dass solch ein Gefühl nie langlebig ist, ganz egal um welchen Füller es sich handelt.
Hm...

...ich glaube, da muß man ein paar Dinge voneinander trennen. Gute Funktion ist für mich erst mal die Grundvoraussetzung. Schlecht schreibende Füller machen mir keine Freude. Welcher Füller, welche Feder gut schreibt, da hat wohl jeder seine eigene Vorstellung, das ist mir bewußt. Gefällt er mir vom ästhetischen Standpunkt her, ist das ein Plus. Fasst er sich gut an, ist das ein noch größeres Plus, weil: man schreibt ja mit den Händen und hält das Schreibgerät ja in selbigen. Es schadet schon nicht, wenn man sein Schreibgerät gerne anfassen mag. Manche Materialien sind von sich aus schön anzufassen, manche furchtbar, und manche profitieren davon, wenn man sie einmal mit Carnaubawachs abreibt. Zu guter Letzt, ein gut verarbeitetes Schreibgerät, das eine wirklich wertig, langlebig ist, kann ein Begleiter fürs Leben sein oder werden. Passt alles zusammen, ist das Gefühl durchaus sehr langlebig. Der Preis? Für den einen vielleicht niedrig zweistellig, für den anderen vielleicht vierstellig? Der Platinum Procyon für nicht ganz 70€ mit Konverter ist für mich schon sehr erfüllend. Marketing, Geschichte, Image, ja, das wird sicher für einige auch ein Kriterium sein. Ich sag im Scherz immer, wer einen Montblanc auf den Tisch legt, stellt klar, wer im Raum die wichtigen Entscheidungen trifft; persönlich habe ich da eher so einen Zug, dem deutlich ablehnend gegenüberzustehen, wenn eine Firma zu offensichtlich und penetrant ihr Markenimage steuern möchte. Die Besichtigung der Warsteiner-Brauerei war echt eine Tortur für mich. Andererseits, wenn ich auf meine Füller gucke, der Platinum beispielsweise, oder auch mein Diplomat Traveller haben mich so überzeugt, daß ich bereit wäre, mir andere Modelle von ihnen in Erwägung zu ziehen, auch höherpreisige. Mein Lamy Studio hat seinen Platz und seine Daseinsberechtigung, ein schöner, wertiger Füller, aber würde ich weitere Lamys kaufen? Nicht uneingeschränkt. Chinesische Füller? Da fehlt dann tatsächlich das Gefühl. Oft aus der Entfernung schön anzuschauen, manchmal auch aus der Nähe. Anfassen? Unterschiedlich. Schreiben? Da endet dann leider die Geschichte. Das sind die Füller, die ich letztlich am wenigsten verwende. Ich will nicht mal behaupten, daß man in China keine guten Federn bauen kann, aber irgendwas haben die etwas, was zu mir gar nicht passt.

Am Ende beginnt die Dekadenz dort, wo man mehr als einen Füller besitzt.
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Nitschewo »

Faith hat geschrieben:
18.09.2026 15:30
richard545 hat geschrieben:
16.09.2026 14:22
Ich verstehe nicht, was diese Abspaltung bringen soll. Die allgemeinen Preisentwicklungen werden ja an anderen Stellen schon ausgiebigst debattiert,
Weil das Forum auch als Archiv und Nachschlagewerk dient. Und in 10 Jahren hat niemand Lust, 20 Seiten reine Preisdiskussion zu lesen, wenn er Infos zu dem Füller an sich sucht.

Und nun verschwinde ich wieder in meine stille Ecke.
Danke. Das ist ein Punkt, der mich an FPN teilweise nervt: Du suchst nach Information und nach mehreren Seiten bist du immer noch nicht schlauer, weißt dafür aber, wessen Vater zum Schulabschluss auch so einen Füller geschenkt gekriegt hat und welches die Lieblingstinte der Uroma war. Ich denke aber auch, dass rein informativ lesende Foristen mittlerweile eher in der Minderheit sind. Die meisten Menschen sind gesellige Wesen und tauschen sich nun mal gerne aus. Und in der Regel kommen die relevanten Informationen eher am Anfang und die Diskussion schließt sich an. Bislang konnte ich alle Infos, die ich brauchte, recherchieren und den Rest muss ich ja nicht lesen.

Zugegebenermaßen hat mich z. B. der Preis des gelben M200 etwas betrübt, weil er mir gefällt. Aber da mein Fokus (wie der von pradella) auf Vintage-Füllern liegt, erhob sogleich mein innerer Sparfuchs sein Stimmchen und sprach: „Wat, soviel Kohle für‘n Glitzerding aus Plastik? Da krisse auffen Flohmarkt vier Sheaffer mit astreinen Goldfedern für, hömma!“

Damit waren Sparfuchs und ich heute gesellig genug und kehren auch zurück in unsere stille Ecke. Wir kriegen nächste Woche ein Päckchen und müssen noch ein bisschen zum Inhalt recherchieren. ;)
Viele Grüße

Bianka

"Blessed are the cheesemakers!" Monty Python
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Goldmund
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Goldmund »

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
19.09.2026 2:28
Und sorry, da sind Kugelschreiber bei mir komplett raus. Ja, sie schreiben, ja, sie funktionieren, und ja, sie sind deutlich pflegeleichter als Füllfederhalter. Aber sie schreiben einfach nur fürchterlich, ruinieren die Handschrift und sind als Wegwerfprodukt by default nicht besonders nachhaltig.
Der von mir genannte Kugelschreiber für 7,50€ ist nicht als Wegwerfprodukt konzipiert (Faber Castell bietet Minen dafür an) und schreibt (für einen Kugelschreiber) sogar recht feucht / gleitend. Ich habe zwei davon seit Jahren und auch einen Druckbleistift mit demselben Korpus. Aber klar, ein Füller fühlt sich angenehmer an und erleichtert das schöne Schreiben. Aber dann nimm eben einen Lamy Safari, Kaweco Sport aus Plastik oder, wenn es ein Kolbenfüller sein muss, einen Twsbi Eco für 40€. Die erfüllen ihre Aufgabe gut und sind (nicht schlecht schreibende) Füllfederhalter. Alles darüber ist - meinem Verständnis nach - Luxus. Aber ich betreibe hier auch gar keine Luxuskritik, ich wollte nur erwähnen, dass ich finde, dass das bereits Luxus ist.

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
19.09.2026 2:28
Gute Funktion ist für mich erst mal die Grundvoraussetzung. Schlecht schreibende Füller machen mir keine Freude.
Da gehe ich ja mit, daher nannte ich den Kugelschreiber bzw. jetzt die oben stehenden Füller, die diese Grundvoraussetzung erfüllen. Aber leider weiß ich aus Erfahrung, dass massengefertigte günstige Ware tendenziell eher über die ganze Produktionscharge hinweg zuverlässig gut funktioniert (dafür aber nicht die obersten 20% des Gefühls teurerer Federn herausholt) als teure Füller, die handgeschliffen und dabei überpoliert wurden und deshalb einen Baby's Bottom mit Aussetzern haben. Da ist auch ein M1000 oder Montblanc 149 nicht vor gefeit, was m.E. eigentlich ein Unding ist, dem man mit besserer Qualitätskontrolle (z.B. richtig testen statt dippen) entgegentreten könnte... rechnet sich aber leider nicht. Japanische Marken schaffen es (meistens) aber auch irgendwie besser, naja. Aber ich gebe dir natürlich trotzdem Recht, das ist die Grundvoraussetzung - alles andere führt zum Kundenservice.

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
19.09.2026 2:28
Der Preis? Für den einen vielleicht niedrig zweistellig, für den anderen vielleicht vierstellig?
Das sehe ich auch so, daher meinte ich ja auch, dass hier auf dem Forum diskutierte Füllfederhalter in 95% der Fälle Luxusprodukte sind. Und ich bin auch jemand, der die individuelle Wertigkeit (s)eines Schreibgeräts nicht vom Preisschild abhängig macht.

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
19.09.2026 2:28
Marketing, Geschichte, Image, ja, das wird sicher für einige auch ein Kriterium sein. Ich sag im Scherz immer, wer einen Montblanc auf den Tisch legt, stellt klar, wer im Raum die wichtigen Entscheidungen trifft
Da du Marketing und Montblanc ansprichst: die Werbetexte von Montblanc, insbesondere zu Special und Limited Editions sind wirklich krampfhaft und erzwungen, ich mag das auch nicht. Aber hier kann sich ein Kreis schließen: bei den Pelikan M600 Art Collection Füllern sehe ich eine gar nicht so unähnliche Richtung, die Pelikan bzgl. des Marketings einschlägt. Wer weiß, wohin die Reise mit Hamelin geht. Die Angst mancher, es könnten beliebte Marken in den oberen Luxusbereich davongaloppieren, scheint mir daher nicht ganz unbegründet.

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
19.09.2026 2:28
Mein Lamy Studio hat seinen Platz und seine Daseinsberechtigung, ein schöner, wertiger Füller, aber würde ich weitere Lamys kaufen? Nicht uneingeschränkt.
Ich bin ehrlich gesagt kein Lamy Freund. Ich mag Griffmulden nicht, daher fallen jegliche Safaris, Al-Stars etc. für mich raus. Aber ich kann den Lamy 2000 empfehlen, wärmstens (jedoch niemals zur UVP, im Internet gibt es den günstiger, z.B. bei Martiniauctions). Bei den chinesischen Füllern gehe ich auch mit.
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Feder, Tinte, Klecks »

Goldmund hat geschrieben:
19.09.2026 20:44
Der von mir genannte Kugelschreiber für 7,50€ ist nicht als Wegwerfprodukt konzipiert (Faber Castell bietet Minen dafür an) und schreibt (für einen Kugelschreiber) sogar recht feucht / gleitend. Ich habe zwei davon seit Jahren und auch einen Druckbleistift mit demselben Korpus. Aber klar, ein Füller fühlt sich angenehmer an und erleichtert das schöne Schreiben. Aber dann nimm eben einen Lamy Safari, Kaweco Sport aus Plastik oder, wenn es ein Kolbenfüller sein muss, einen Twsbi Eco für 40€. Die erfüllen ihre Aufgabe gut und sind (nicht schlecht schreibende) Füllfederhalter. Alles darüber ist - meinem Verständnis nach - Luxus. Aber ich betreibe hier auch gar keine Luxuskritik, ich wollte nur erwähnen, dass ich finde, dass das bereits Luxus ist.

Stimmt natürlich, 7,50€ ist schon ein gutes Stück über den Wegwerfkulis. Die Regel sind halt geschenkte Werbe- oder aus der 100er-Tüte verteilte Verbrauchskulis unter ... 0,30€ das Stück? Damit schreibt und arbeitet man in der Regel. Mein Arbeitgeber spendiert uns wenigstens noch halbwegs brauchbare Schneider-Kulis, aber die bedruckten Kulis für die Öffentlichkeitsarbeit sind eher zum Vergessen. Ich versuche darauf hinzuwirken, höherwertige Kulis bedrucken zu lassen, Fremdfirmen nehmen tatsächlich gerne meine Schneider-Kulis mit. Spannenderweise erkennt und schätzt man dann aber doch immer noch relativ gute Schreibgeräte, wenn man sie in der Hand hat. Sie sollen gerne daran erinnert werden, wo sie ihn her hatten.
Was Faber-Castell angeht, ich schätze durchaus die Federn des Basic/Essentio, zumindest die M. Kein Schönheitspreisgewinner, aber wer eine Feder der Mine vorzieht, die sind im (relativen) Budget-Bereich schon recht gut.
Da du Marketing und Montblanc ansprichst: die Werbetexte von Montblanc, insbesondere zu Special und Limited Editions sind wirklich krampfhaft und erzwungen, ich mag das auch nicht. Aber hier kann sich ein Kreis schließen: bei den Pelikan M600 Art Collection Füllern sehe ich eine gar nicht so unähnliche Richtung, die Pelikan bzgl. des Marketings einschlägt. Wer weiß, wohin die Reise mit Hamelin geht. Die Angst mancher, es könnten beliebte Marken in den oberen Luxusbereich davongaloppieren, scheint mir daher nicht ganz unbegründet.
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Goldmund
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Goldmund »

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
19.09.2026 22:48
Stimmt natürlich, 7,50€ ist schon ein gutes Stück über den Wegwerfkulis. Die Regel sind halt geschenkte Werbe- oder aus der 100er-Tüte verteilte Verbrauchskulis unter ... 0,30€ das Stück? Damit schreibt und arbeitet man in der Regel. Mein Arbeitgeber spendiert uns wenigstens noch halbwegs brauchbare Schneider-Kulis, aber die bedruckten Kulis für die Öffentlichkeitsarbeit sind eher zum Vergessen. Ich versuche darauf hinzuwirken, höherwertige Kulis bedrucken zu lassen, Fremdfirmen nehmen tatsächlich gerne meine Schneider-Kulis mit. Spannenderweise erkennt und schätzt man dann aber doch immer noch relativ gute Schreibgeräte, wenn man sie in der Hand hat. Sie sollen gerne daran erinnert werden, wo sie ihn her hatten.
Was Faber-Castell angeht, ich schätze durchaus die Federn des Basic/Essentio, zumindest die M. Kein Schönheitspreisgewinner, aber wer eine Feder der Mine vorzieht, die sind im (relativen) Budget-Bereich schon recht gut.
Dass die meisten Werbekulis eine so billige Haptik haben und sich beim Schreiben schlecht anfühlen (sowohl in der Hand als auch auf dem Papier) ist eigentlich nur ein Vorteil für Firmen, die etwas teurere Kulis (ein paar Euro) als Werbekulis nutzen (zumal die ja auch in sehr großen Gebinden bestellt werden, sodass der Stückpreis deutlich unterm Endverbraucherpreis liegt). Zumindest mir blieben diese Firmen dann auch tatsächlich lange Zeit im Gedächtnis - als ich noch mit Kuli schrieb :D Also dein Chef sollte auf dich hören.

Und ich muss gestehen, dass ich noch nie einen Füller von Faber Castell nutzte oder in der Hand hielt... nur Blei-, Kohle- und Buntstifte sowie den genannten Kugelschreiber.
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Feder, Tinte, Klecks »

Ich sehe gerade, daß meine halbe Antwort von gestern (eigentlich sogar mehr) irgendwie flöten gegangen ist :(

Mal gucken, ob ich den Rest rekonstruieren kann, wenn das Hirn wieder Betriebstemperatur erreicht hat...

Und ja, wenn ich ein relativ gutes Schreibgerät bekommen habe, merke ich mir das durchaus auch selber. Vielleicht hab ich ja Glück und er hört auf mich, er ist der bislang einzige andere Füllernutzer, den ich im Haus ausmachen konnte. ;)
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Goldmund
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Goldmund »

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
20.09.2026 11:12
Ich sehe gerade, daß meine halbe Antwort von gestern (eigentlich sogar mehr) irgendwie flöten gegangen ist :(
Ich hatte es schon befürchtet, als ich die Formatierung sah und dass ein von mir zitierter Teil gar nichts mit deiner Antwort zutun hatte :(
richard545
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von richard545 »

Goldmund hat geschrieben:
19.09.2026 20:44
Der von mir genannte Kugelschreiber für 7,50€ ist nicht als Wegwerfprodukt konzipiert (Faber Castell bietet Minen dafür an) und schreibt (für einen Kugelschreiber) sogar recht feucht / gleitend. Ich habe zwei davon seit Jahren und auch einen Druckbleistift mit demselben Korpus. Aber klar, ein Füller fühlt sich angenehmer an und erleichtert das schöne Schreiben.


(Ich bitte die Fusel vom Putztuch an den gummierten Griffstücken zu verzeihen)

Grips.png
Grips.png (438.84 KiB) 358 mal betrachtet

Grip Plus Ball und Grip Plus 1.4 Bleistift habe ich zufällig auch und zeige diese Stifte gerne, damit sich jeder eine Vorstellung davon machen kann. Der graue Grip Füller kostete übrigens tatsächlich 6,50 €. Dieser hat eine sehr gute M-Feder. Ich bin ebenfalls von diesen Grip-Füllern überzeugt. (Oh ich muss die Kappe innen auch mal wieder säubern.)
Also, es muss nicht immer teuer sein! :)
Freundliche Grüße

Richard
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Feder, Tinte, Klecks »

So, versuchen wirs nochmal, ich habe so eine Ahnung, daß da ein paar "quotes" und "/quotes" auf der Strecke blieben, und die Forensoftware dagegen protestierte.
Goldmund hat geschrieben:
19.09.2026 20:44
Das sehe ich auch so, daher meinte ich ja auch, dass hier auf dem Forum diskutierte Füllfederhalter in 95% der Fälle Luxusprodukte sind. Und ich bin auch jemand, der die individuelle Wertigkeit (s)eines Schreibgeräts nicht vom Preisschild abhängig macht.
Tatsächlich hatte ich dieser Tage eine interessante Unterhaltung auf der Arbeit. Vorgeschichte: ich brauchte eine Information und platzte dafür mitten in die Pause. Nachdem ich hatte, was ich wissen mußte, nahm ich Platz, zog den Füller raus, und füllte das vorbereitete Formular aus.
12 Augenpaare auf mich gerichtet.
Irgendwann unterbrach jemand von rechts das Schweigen mit einem "Oh, sogar mit Füller. Nobel, nobel!" Von links: "Hab ich auch gesehen, aber nicht getraut, mir was zu sagen..." Wieder von rechts: "Ich auch nicht." Ich: "Ja, natürlich, womit denn sonst?" Bevor das Schweigen wieder einsetzte, kam dann von gegenüber: "Ja, aber mal im Ernst, also, mein Sohn, der ist ja jetzt in der dritten Klasse, und die fangen jetzt im zweiten Halbjahr an, mit dem Füller zu schreiben, und da hab ich schon mal einen besorgt, und ich wollte ihm des schon mal zeigen wie des geht, und hab ich den schon mal ausgepackt und hab da mal eine Patrone rein, und hab ein paar Zeilen geschrieben, um ihm des mal zu zeigen, und ey! Des ist ja soooooo schön! Des macht voll Spaß! Ich weiß gar nicht, warum ich aufgehört habe, mit dem Füller zu schreiben! Und die Schrift schaut halt echt sonvoll schön aus damit!" (Die spricht wirklich so, ich hab mal versucht rauszufinden, wann sie Luft holt, ohne Erfolg.)
Es schloß sich eine kurze Diskussion an, in der wir zwar zu keiner brauchbaren Schlußfolgerung kamen, aber in der Sache auch keiner widersprach. Jeder ahnt, daß er eigentlich mit schlechtem Werkzeug arbeitet, aber wie mit manch anderem irgendwann einfach irgendwie in diese Schiene reinrutscht.
Naja, ich deponierte jedenfalls meine Botschaft, daß ich als großer Freund der händischen Schreibkultur jedem meine volle Unterstützung zusichere, der wieder mehr und besser schreiben möchte, statt nur zu tippen. ;)
Da du Marketing und Montblanc ansprichst: die Werbetexte von Montblanc, insbesondere zu Special und Limited Editions sind wirklich krampfhaft und erzwungen, ich mag das auch nicht. Aber hier kann sich ein Kreis schließen: bei den Pelikan M600 Art Collection Füllern sehe ich eine gar nicht so unähnliche Richtung, die Pelikan bzgl. des Marketings einschlägt. Wer weiß, wohin die Reise mit Hamelin geht. Die Angst mancher, es könnten beliebte Marken in den oberen Luxusbereich davongaloppieren, scheint mir daher nicht ganz unbegründet.
Montblanc ist ja jetzt eine Marke, die von meinen Möglichkeiten so weit weg ist, daß ich sie guten Gewissens komplett ignoriere. Ich war einmal auf der Webseite und habe nachgeschaut, wo der Spaß anfängt, der Vorgang dauerte keine halbe Minute... :D
Ich kenne das aber von anderen Marken (keine Schreibgeräte), die sich Premium geben oder auch sind, bei denen ich einmal im den Genuß einer Führung kam, ich kann mir das also lebhaft vorstellen, diese Sprache, künstlich Bezüge herstellen, die Selbstbeweihräucherung, Geseiher, Chichi und Heititei. Mir bereitet das durchaus körperliche Pein.
Als jemand, der mit Pelikanos aufwuchs, ist die Idee, daß jeder über die ganze Reichweite das Richtige für sich finden kann, schon charmant, zumal Pelikan sich ja durchaus ein glaubwürdige Erzählung gefunden haben, daß sie eben aus guten Gründen seit deutlich über 100 Jahren am Markt sind. Ich verstehe aber irgendwo auch, daß man mit dem M1000 und hochpreisigen Limiteds und Specials vielleicht auch nicht mehr im selben Bett liegen möchte wie die knallbunten Twist. Was machen, um diese Heritage sowohl bei den exklusiven, als auch den Einstiegsmodellen auszunutzen, aber doch einen Unterschied herauszuarbeiten? Bei Faber-Castell konnte man mit relativ überschaubarem Aufwand für die teuren Schreibgeräte eine neue Marke schaffen, indem man ein "Graf von" davorstellte, es ist klar, daß die auch zur Familie gehören, aber halt die Verwandten aus der Beletage sind. Bei Pelikan stelle ich mir das das ungleich schwerer vor. Oder es kommt irgendwas dermaßen dabei synthetisches heraus, daß ich jetzt schon den Brechzreiz spüren kann.
Ich bin ehrlich gesagt kein Lamy Freund. Ich mag Griffmulden nicht, daher fallen jegliche Safaris, Al-Stars etc. für mich raus. Aber ich kann den Lamy 2000 empfehlen, wärmstens (jedoch niemals zur UVP, im Internet gibt es den günstiger, z.B. bei Martiniauctions). Bei den chinesischen Füllern gehe ich auch mit.
Verstehe ich, ich hatte in der Schulzeit selber zwei Safaris, und meine Erfahrung war so mittelprächtig. Als Linkshänder habe ich eine nicht-schulmäßige Handhaltung, weswegen ich wegen der Griffmulden den Füller nicht so drehen konnte, wie ich ihn brauchte, und das Material ist für mich auch nicht so schön anzufassen. Deswegen, und weil mir Design und Farbe zusagten, habe ich mich für den Studio entschieden. Die Federn von Lamy sind halt sehr speziell, keineswegs schlecht, aber man muß mit ihnen zurechtkommen und sie mögen. Pilot Iroshizuku hilft ihnen auch auf die Sprünge.
Der 2000er wäre tatsächlich der eine, von dem ich mir noch vorstellen könnte, daß er bei mir einziehen dürfte. Aber keineswegs als Blindkauf. Vintage-Modelle, die nur eine Zahl im Namen tragen, würde ich mir auch mal anschauen, wenn sie mir über den Weg laufen.
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Goldmund »

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
21.09.2026 17:36
Des macht voll Spaß! Ich weiß gar nicht, warum ich aufgehört habe, mit dem Füller zu schreiben!
Ich habe in den höheren Klassen auch aufgehört mit dem Füller zu schreiben, aber wieder (recht schnell) zurückgefunden. Ich denke, dass es zumindest heute doch den meisten Füllerschreibern so geht, oder nicht? In der internationalen Community sind auch sehr viele dabei, die als Erwachsene das erste Mal überhaupt einen Füller in echt sahen oder damit schrieben, weil man nicht überall in der Schule mit Füller schreibt (Füller ist international eher die Ausnahme). Es ist also noch nicht zu spät :D

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
21.09.2026 17:36
Ich war einmal auf der Webseite und habe nachgeschaut, wo der Spaß anfängt, der Vorgang dauerte keine halbe Minute... :D
Interessanter finde ich eher, wo der Spaß endet (kann ich mir natürlich nicht leisten, aber es gibt einem ganz neue Einblicke)... leider scheint Montlanc die Preise ihrer teuersten Füller nicht mehr auf der Website anzuzeigen. Vor ein paar Monaten konnte man sie aber noch sehen und, sagen wir so, da waren Füller dabei, die den Preis eines geräumigen Hauses in München übertrafen, z.B. der High Artistry A Journey through Château de Versailles Limited Edition 3:

Bild

Den genauen Preis habe ich nicht mehr im Kopf und er ist nicht mehr gelistet, es waren aber mehrere Hunderttausend (eher die obere Hälfte).

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
21.09.2026 17:36
Bei Faber-Castell konnte man mit relativ überschaubarem Aufwand für die teuren Schreibgeräte eine neue Marke schaffen, indem man ein "Graf von" davorstellte
Ähm... ich habe bis gerade gedacht, dass die gesamte Marke so heißt, also selbst die Bleistifte, aber jeder nur Faber Castell sagt, weil es schneller geht. Wieder was Neues gelernt :lol:

Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
21.09.2026 17:36
Der 2000er wäre tatsächlich der eine, von dem ich mir noch vorstellen könnte, daß er bei mir einziehen dürfte. Aber keineswegs als Blindkauf.
Ja, das wäre so oder so sinnvoll, da die Federn als relativ eigensinnig gelten. Sie schreiben wunderbar, aber haben einen relativ strengen Sweetspot (es geht in Richtung Stub-Feder, was der Schrift aber auch Charakter gibt).

Ich hatte übrigens als Schüler ganz am Anfang einen Pelikano, später dann auch Lamy-Füller. Damals machten mir die Griffmulden gar nichts aus, jedoch zwangen sie mich den Stift so zu halten, dass die Feder eher neben statt vor meiner Hand lag (so wie viele einen Kugelschreiber oder Bleistift halten). Das war für mich als Rechtshänder kein Problem, aber heute halte ich die Feder so, dass sie vor meiner Hand liegt, weshalb ich keine Füller mehr mit Griffmulden mag. Ich fragte mich immer (seit ich wieder mit Füller schreibe), weshalb so viele Linkshänder Probleme haben mit verwischter Tinte. Würden sie die Feder so halten, dass sie der oberste / vorderste Punkt wäre, würde die Hand unterhalb der vollgeschriebenen Zeile aufliegen und nichts verwischen (so ist es auch bei mir) und da die Füller keine Griffmulden haben und nicht oblique geschliffen sind, können Linkshänder sie eigentlich gespiegelt wie Rechtshänder halten. Stattdessen drehen viele aber ihre Hand so, dass die Feder von oben nach unten kommt und die Hand oberhalb der beschriebenen Zeile liegt. Ich habe das Gefühl, dass die Griffmulden von Schulfüllern dazu beitragen und auch, dass Lehrkräfte es zu häufig ignorieren (oder selbst nicht besser wissen), wenn Linkshänder eine sehr verkrampfte Handstellung einnehmen. Googlet man hingegen "Füller Haltung" zeigen die meisten Bilder eher ein Bild, wie ich es oben beschrieben habe.
Wie siehst du das als Linkshänder, der mit Füllern schreibt? Ich kenne nur Linkshänder, die sich deshalb Füllern prinzipiell verweigern.

Hier mal zwei Bilder zur Haltung aus dem Internet, wie ich sie handhabe und wie es bei Linkshändern eigentlich funktionieren müsste:

Bild
(ziemlich exakt meine Haltung. Die Feder ist der vorderste Punkt.)

Bild
(Nochmal etwas extremer, aber prinzipiell sehr ähnlich. Hier mit links)
tamoshan
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Registriert: 03.10.2025 17:45

Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von tamoshan »

[/quote] Ich fragte mich immer (seit ich wieder mit Füller schreibe), weshalb so viele Linkshänder Probleme haben mit verwischter Tinte. Würden sie die Feder so halten, dass sie der oberste / vorderste Punkt wäre, würde die Hand unterhalb der vollgeschriebenen Zeile aufliegen und nichts verwischen (so ist es auch bei mir) und da die Füller keine Griffmulden haben und nicht oblique geschliffen sind, können Linkshänder sie eigentlich gespiegelt wie Rechtshänder halten. Stattdessen drehen viele aber ihre Hand so, dass die Feder von oben nach unten kommt und die Hand oberhalb der beschriebenen Zeile liegt. Ich habe das Gefühl, dass die Griffmulden von Schulfüllern dazu beitragen und auch, dass Lehrkräfte es zu häufig ignorieren (oder selbst nicht besser wissen), wenn Linkshänder eine sehr verkrampfte Handstellung einnehmen. Googlet man hingegen "Füller Haltung" zeigen die meisten Bilder eher ein Bild, wie ich es oben beschrieben habe.
Wie siehst du das als Linkshänder, der mit Füllern schreibt? Ich kenne nur Linkshänder, die sich deshalb Füllern prinzipiell verweigern.
[/quote]

Auch wenn ich finde, dass diese Diskussion eher in einen Linkshänderfaden gehört, möchte ich als Linkshänder, dessen Hand von der Seite schreibt (in deinen Worten also „neben der Feder“), etwas schreiben: Die Handhaltung mit der Hand unter der Zeile wirkt auf dem zweiten Bild extrem verdreht und verkrampft. Ich würde meine Handhaltung nicht alleine deswegen so ändern, um nie mehr verwischen zu können, wenn das eine für mich schwer erträgliche Haltung nach sich ziehen würde. Schmalere Federn, schneller trocknende Tinte und ggf. Löschblätter sind das m. E. probatere Mittel.
Noch wichtiger scheint mir, dass am Schreiben auch unterschiedliche Muskelgruppen beteiligt sind, eben nicht nur die Finger- und Handgelenksmuskeln, sondern auch Arm- und Schultermuskeln. Wer schon einmal die Chapman-Methode /American Business Writing recherchiert und ausprobiert hat, weiß, was ich meine. Damit werden Buchstaben bei mir tendenziell größer, aber auch viel regelmäßiger und das Schreiben ermüdungsärmer als beim Schieben und Ziehen mit den Fingern, was über kurze Zeiträume funktionieren mag, wobei die Fingermuskeln aber schneller ermüden. Natürlich kann man von unterhalb der Zeile schreiben, aber das hieße für mich, hauptsächlich mit den Finger. Zu schreiben und um 90 Grad gedreht. Das ist erstens nicht so leicht zu bewerkstelligen, führt zweitens nicht schnell zu schöneren Ergebnissen und fühlt sich für mich weniger kontrolliert und weniger harmonisch an. Damit haben meine Lehrer auch nichts zu tun gehabt. Viel Freude weiterhin am Diskutieren und Schreiben.
Viele Grüße
Thomas
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