Pilot Custom 823 - Ein Erfahrungsbericht

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isegrimmgo
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Pilot Custom 823 - Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von isegrimmgo » 04.06.2008 15:35

Hallo,

hier ein kleiner Erfahrungsbericht über meinen neuen Lieblingsfüller, den Pilot Custom 823.
Bild


Vorgeschichte
Nach uneingeschränkt positiven Erfahrungen mit einem Sailor 1911 M und einem Pilot Capless habe ich mich in letzter Zeit insbesondere mit japanischen Füllfedern beschäftigt.
Durch Berichte im FPN und einer Vorstellung in Stylophiles online richtete sich mein Fokus vor allem auf diese Füllfeder!


Beschaffung
Nicht im Schreibwarengeschäft um die Ecke, sondern in Japan - und nur dort - wird dieser Füller verkauft.
Der Füller gelangte via Bucht und Hauptzollamt innerhab von zwei Wochen in meine vor Vorfreude zitternden Hände.
Bei einem, durch den Dollarkurs niedrigen Kaufpreis von ca 120 Euro waren noch 30 Euro an Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer zu berappen. Alles in Allem also ein Kaufpreis von 150 Euro.

Erster Eindruck
Der Füller kommt in einer ansprechenden Box und liegt gebetet in seidig schimmerndes Textil neben einem 70ml Flakon schwarzer Tinte in "Globe-Form".
Auf den ersten Blick verbirgt sich dem flüchtigen Betrachter, dass es sich hier um einen Demonstrator handelt. Kommt Gegenlicht ins Spiel, offenbart der Pilot sich als eben solcher!
Die Füllfeder ist, wie von japanischer Produktion nicht anders zu erwarten sehr hochwertig verarbeitet und ich kann keinerlei Mängel in Beschichtung und Passgenauigkeit feststellen!
Dieses Urteil erlaube ich mir nach einer eingehenden Betrachtung mit der Lupe.


Schreibverhalten
Der, auch mit aufgesteckter Kappe sehr gut ausbalancierte Federhalter ist etwas schwerer und länger als ein M800, liegt aber wunderbar in (meinen großen) Händen.
Die Feder schickt mein bisheriges Arbeitstier (M800F) erst einmal in den Ruhestand. Für eine japanische M-Feder fällt der Strich relativ satt aus. Im Vergleich dazu schreibt mein Sailor 1911 M und mein Pilot Capless M relativ dünn.
Die sattere Linie mag auch am überragenden Tintenfluss liegen, zu dem ich an späterer Stelle noch etwas hinzufügen möchte.
Die ziemlich große Feder (ca M800) gleitet mit etwas Feedback sehr schön über das Papier. Von Flex kann nicht groß die Rede sein, als ridide würde ich sie aber auch nicht bezeichnen. Schon leichter Druck auf die Feder hat Einfluss auf den Tintenfluss und somit auch etwas auf das Schriftbild, was ich sehr schätze und als angenehm empfinde.
Auch nach Schreibpausen von mehr als 30 Minuten gibt es bei blanker Feder keinerlei Anschreibprobleme!
Bild


Clipp
Der Kugelclipp ist nicht fremdgefedert aber sehr funktional. Der Füller lässt sich damit sehr schön in die Hemdentasche schiebenund bleibt auch dort, wenn man sich bückt.

Füllsystem
Neben der Feder ist das Füllsystem ein weiteres Highlight dieser Füllfeder!

Durch das herausziehen und wieder hineindrücken einer Schubstange, die durch das Gewinde des "Schubstangenkopfes" arretiert ist lässt sich der Füller betanken, wenn er dabei im Tintenfass steckt.
Nahezu der gesamte Schaft lässt sich somit mit 'Tinte füllen.
Wer vergisst, eben diese Schubstange durch drehen der Abschlusskappe vor dem Schreiben zu öffnen, dem reisst bald der Tintenstrom ab. Nach Art japanischer ED´s und alter Schubstangenfüller unterbricht bei festgeschraubtem "Schubstangenkopf" "der Gummipfropfen der Schubstange den Fluss der Tinte vom Resservoir zum Tintenleiter.
Durch drehen am "Schubstangenkopf" lässt sich somit wunderbar der Tintenfluss regulieren !!! Unterwegs verlässt bei abgestelltem Tintenfluss auch bei starken Erschütterungen kein Tröpfchen Tinte unerlaubt den Füller !

Bild
Die Füllfeder ist neben einer schwarz-transpartenten Version auch in "amber" erhältlich.


Fazit
Erst auf den zweiten Blick lässt sich erkennen, um was für ein rafiniertes Schreibwerkzeug es sich hier handelt!
Ich schreibe bewusst Werkzeug, da der Custom mich wohl zukünftig im rauhen Alltagsgeschäft (Schule) begleiten wird. Dieser Aufgabe, da bin ich mir auf Grund seiner Verarbeitung und Schreibqualität sicher, ist er meisterlich gewachsen!
Meine Empfehlung!
lieben Gruß
Wolfgang


Nachtrag:
Die mitgelieferte Tinte bitte nicht in dieToilette schütten sondern fachgerecht entsorgen. Die schwarze Tinte von Pilot fällt durch schlechten Fluss und durch die, für Demonstratoren häßliche Eigenschaft, Schlieren auf dem Plastik zu hinterlassen auf!!!

Hauptsache meine Waterman blue-black fließt gut - und das tut sie!
Zuletzt geändert von isegrimmgo am 16.02.2009 22:53, insgesamt 3-mal geändert.

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Beitrag von ravenbird » 05.06.2008 18:09

Servus Wolfgang^^

Danke für Deinen schönen Bericht! Diesen Füller MUSS ich haben (habe noch kein Mittel gegen den Füllfeder-Sammel-Virus - kurz FSV genannt - gefunden).
Zum Glück gibts eine Firma in England, die diesen und andere Produkte von Pilot/Namiki verkauft und noch dazu gratis liefert. Heute am 5. Juni 2008 bestellt, mit PayPal bezahlt (Kreditkarte).
Jetzt heißt es nur noch warten...

Der Link zu der Lieferfirma: http://www.cyberpens.co.uk
Preis: 175 Britische Pfund

Gruß
Dieter E.
Liebe Grüße
Dieter E.

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Beitrag von isegrimmgo » 05.06.2008 18:44

Hallo Dieter,
ich bin gespannt, wie du IHN findest.
Warum hast du nicht in Japan bestellt?
lieben Gruß
Wolfgang

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Beitrag von ravenbird » 06.06.2008 9:13

Servus Wolfgang^^

Ich bin viel zu neugierig und zu gespannt auf den Füller, um so lange darauf zu warten - die Lieferzeiten innerhalb Malaysias oder Japans waren mir mit ein bis zwei Wochen zu lange, außerdem habe ich keinen Anbieter gefunden, der einen Kauf ohne Registrierung im Shop zugelassen hätte.
Bei Cyberpens war das nicht notwendig und meine Kreditkartendaten bleiben bei Paypal oder wenigstens innerhalb der EU (ein bißchen Angst gemischt mit Vorfreude also :wink: ).
Eine Preisfrage wars nicht - ich bin aber nicht sicher, ob viel Unterschied gewesen wäre bei einem Preis von ich glaube etwa 1400 Malaysische Rand zuzüglich Transport und Abgaben.
Hast Du vielleicht eine vertrauenswürdige Lieferadresse in Japan? Ich glaube nämlich schön langsam, daß die japanischen Füller in der Qualität unseren altbekannten Firmen mindestens ebenbürtig sind. Vom Preis her sowieso. Ich besitze schon einen Pilot Capless, der im Dauerstreß keine Probleme zeigt.
Ich benutze übrigens in allen Füllern Waterman Tinte, derzeit in der Farbe violett, die bei Waterman eher wie ein sehr sattes Blau mit einem leichten Rotstich wirkt.

Ich berichte weiter...
lG
Dieter E.
Liebe Grüße
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Beitrag von ravenbird » 12.06.2008 12:27

Servus wieder,

wie das Leben so spielt - der bestellte Füller in England ausverkauft, neue Lieferung kommt mit zehn Tagen Verspätung - daher ohne Rücksicht auf Verluste in Japan bei Kamakura (danke Wolfgang für den Tip) über eBay einen zweiten Füller bestellt (in schwarz mit einer F-Feder).
Vier Tage später hatte ich den Füller von Kamakura in der Hand. Ein solches Tempo hätte ich EMS nicht zugetraut und schon gar nicht dem Händler in Japan, aber der scheint nicht umsonst als bester Schreibartikelhändler in eBay gehandelt zu werden. Zahlungsabwicklung geht über PayPal/eBay mit Sofortkauf. Keine Probleme.

Zum Füller selbst ist zu dem, was Wolfgang oben schon beschrieben hat, nichts hinzuzufügen. Außer, daß ich als Freund von eher dickeren Federn ab M etwa von der F-Feder begeistert bin. Sie hat beim Schreiben einen kaum merkbaren Widerstand ohne zu kratzen und reagiert auf stärkeren Druck durchaus mit einem breiteren Strich.

Jetzt bin ich noch gespannt, wie die M-Feder schreibt, aber das werden wir wissen, wenn der Füller aus England kommt...

lG
Dieter E.
Liebe Grüße
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Beitrag von ravenbird » 28.06.2008 19:07

Jetzt ist es soweit - der Füller aus England ist nun auch da! Ein amberfarbener Demonstrator, wie ihn Wolfgang oben schon gezeigt hat.

Federstärke: M

Mich hat schon die F-Feder vom schwarzen 823er fasziniert, jedoch die M-Feder schlägt alles. Gleitet weich wie ein Parker Duofold und ist zusätzlich noch elastisch fast wie eine OMAS- oder Pelikan-Feder.
Ein faszinierendes Gerät!

herzliche Grüße und vielen Dank nochmal an Wolfgang für den Tip :D
Dieter E.
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Beitrag von paco » 16.10.2008 15:57

isegrimmo hat geschrieben:Nachgerüstet mit einer sagenhaft flexiblen Falcon-Feder von Pilot ... Füllersammeln abgeschlossen - ich habe den idealen Füller gefunden!
Hallo Wolfgang,

ich habe ein paar Fragen zum Federwechsel:
ist der Federtausch so einfach (schraubbar) wie bei Pelikan?
Wer vertreibt die Federn bzw. Federelemente?

Gruß
Karl

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Beitrag von isegrimmgo » 16.10.2008 18:58

Hallo,
das Aggregat ist gesteckt und nicht geschraubt.
Ich habe Tintenleiter samt Feder unter vorsichtigen Drehbewegungen einfach aus dem Mundstück gezogen. Vorsicht, beim ersten Wechsel sitzt das gesamte Aggregat sehr streng!
Ich habe die Feder von einem Bekannten. Ich würde es an deiner Stelle aber mal bei Kamakura-Pens probierben! Dr. Ron Dutcher scheint mir ein kompetenter und sehr zuverlässiger Mann zu sein. Ich habe nahezu all meine japanischen Federn bei ihm gekauft und wurde nie entäuscht.
lieben Gruß
Wolfgang

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Beitrag von paco » 16.10.2008 20:49

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Gruß
Karl

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Re: Pilot Custom 823 - Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von ravenbird » 23.01.2016 14:05

Servus allerseits^^

Es gibt mich noch - und meine neueste Entdeckung zwingt mich geradezu hier diese neue Erfahrung zu teilen:

Einer meiner Lieblingsfüller ist der Pilot Custom 823 mit M Feder. ABER... Ich liebe Flex-Federn und da gibt es nichts modernes, das anständig funktioniert. Bei schnellerem Schreiben "railroaden" sie alle. Ausgenommen vielleicht meine Pelikan M1000, aber die spielt in einer anderen Liga. Auch die M400 mit einer von Richard Binder speziell hergestellten Flex-Feder kann das, aber die ist halt auch nicht "von der Stange". Nur die "Alten" können das so wie ich es will. Montblanc 342G, alte 146er, Wahl-Eversharp Gold Seal, diverse Waterman können das gut, sind aber fast alle älter als ich - und das mag was heißen ;-)

Jetzt habe ich im Netz entdeckt, dass es viele Menschen gibt, die von Pilot eine flexible Feder für den 823er fordern und EIN einziger Händler in Japan bietet die Feder wahlweise mit einer von Pilot extra für diesen Händler gefertigten Falcon (FA)-Feder an.

Hier die Adresse: http://www.japanshop-quill.com/

Der Shop ist kein "Klick-Shop", wie viele andere, aber der Bestellvorgang ist genau so einfach: Bestellformular anklicken, das gewünschte Produkt einfügen (copy-paste wird empfohlen) und auf abschicken klicken. Der Händler errechnet dann den Gesamtpreis (also Produkt plus Transportkosten) und schickt eine Antwort-Mail mit dem Gesamtpreis und den Bezahloptionen (PayPal...).

Das sieht dann SO aus:



Tokyo Pen Shop Quill様は、PayPalの利用を希望しています。

売り手
Tokyo Pen Shop Quill
info@asahiyakami.co.jp
売り手からのメッセージ
Thank you for your order.
The invoice expiration is one week.
説明 金額
商品 ¥32,250 JPY
合計 ¥32,250 JPY
PayPalで支払う
Tokyo Pen Shop Quill様は、お客さまに対してPayPalの利用 (より安全かつ容易なオンラインでの支払い) を希望しています。[今すぐ支払う] をクリックして処理を続けます。

こちらをクリックすると、PayPalで今すぐ支払うことができます。

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Nicht erschrecken, mitten drin ist bei mir ein PayPal-Button, der nur mehr angeklickt werden muss. Den hat copy-paste nicht mitkopiert.
Man erkennt den Gesamtpreis von 32250 japanischen Yen. Die Feder selbst kostet 30000 Yen, Transportkosten 2250 Yen.
Aktuell in Euro: 251,ein paar;-) (Stand Jänner 2016).

Zwei Tage nach der Bestellung ist der Füller unterwegs. Man bekommt dafür eine eigene Mail. Der Händler (ich habe mit ihm (Herr Yasukazu Hagiwara) ein wenig über Österreich geplauert via Mail) ist sehr freundlich und kompetent.

Jetzt warte ich mal auf das Eintreffen und werde dann berichten, wie sich diese FA-Feder im Vergleich zu den oben angeführten Füllern hält.
Liebe Grüße
Dieter E.

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josi
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Re: Pilot Custom 823 - Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von josi » 23.01.2016 14:17

Zu einer FA-Feder haben wir hier schon einen Bericht: http://www.penexchange.de/forum_neu/vie ... ot#p112618

Ich bin schon gespannt, was Du über die 823er FA Feder schreiben wirst.
Gruß, Martin

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Re: Pilot Custom 823 - Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von amarti » 23.01.2016 14:27

Na da sind wir dann aber mal auf deinen Erfahrungsbericht mit der FA Feder gespannt. Mein Bericht über den 743findest du hier:
http://www.penexchange.de/forum_neu/vie ... =5&t=12554

Für mich hat die Feder keinen "Flex wie die alten Federn". Sie wurde bei mir nur in der Mitte durch den Ausschnitt geschwächt und dieser Ausschnitt ist jetzt sozusagen der Dreh- und Angelpunkt um den sich die Federnschenkel bewegen.

Andreas

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hessi
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Re: Pilot Custom 823 - Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von hessi » 23.01.2016 14:52

Ach guck an, der 823 wurde schon beschrieben...

Ich habe auch vor einiger Zeit einen ersteigert, ja, tatsächlich bei eBay, und der Ablauf war ein bisschen merkwürdig, mit einem Paket, das erst bei der Post als verschollen galt, dann plötzlich wieder beim Verkäufer auftauchte, der ihn dann aber aus Zeitgründen nicht mehr verschicken konnte und mir das Geld ohne Rückfrage zurückerstattet hat. Plötzlich, 3 Wochen später, eine erneute Anfrage, ob ich ihn haben möchte, gleicher Preis, und diesmal kam er tatsächlich an...

Normalerweise hätte ich schon längst dankend abgelehnt und mich gefreut, nicht reingelegt worden zu sein, aber was mich bei diesem Modell sehr gereizt hat, war eine "Elegant Butter-line Stub~Italic" Feder von Pendleton Brown.

Und es hat sich gelohnt - eine wunderschöne Italicfeder, die sehr sanft über's Papier gleitet und trotzdem eine tolle Linienvarianz hat. Ich würde die Feder als F bis M Italic einstufen, was bei mir auch eine Lücke füllt, denn ich habe nur wenige so schmale Italic- oder Stubfedern und keine davon schreibt auch nur annähernd so gut wie diese.

Der Füller wurde oben ja schon zur Genüge beschrieben, und es stimmt - tolles Füllsystem, wertiger Füller.

In der Kombination aus Feder und Füller ist er nah dran am "one and only", auch wenn ich die Frage genauso akademisch und unsinnig finde wie Andreas. ;-)
Gruß hessi

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Re: Pilot Custom 823 - Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von Duesenschrieb » 23.01.2016 15:03

Die gleiche Feder habe ich in meinem Franklin-Christoph Mod. 19 Pendleton Special Edition! In der Tat, von den modernen Federn dürfte diese nah am Optimum sein. erst recht mit passendem Papier und Tinte.
mit pen-o-philen Grüßen aus dem Taunus

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Re: Pilot Custom 823 - Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von ravenbird » 28.01.2016 12:35

Servus allerseits - es ist so weit^^

Ein paar Tage nach meinem letzten Post hier über den 823 Custom mit FA-Feder ist das gute Stück schon hier - wie klein doch die Kugel ist auf der wir leben.
Der Zoll hat mir 59 Euro abgenommen, also ein Kaufpreis von gesamt ~ 310 Euros, in "echtem" Geld also etwa 4300 Schilling :wink:

Der Füller hat die gleiche Feder wie der hier schon beschriebene 743er, den ich auch habe und mit dessen Tintenleiter ich so gar nicht zufrieden war und bin. Plastik hat dort nichts verloren meine ich - schon gar nicht in DER Preisklasse.

Custom 823 FA: Gleiche Feder, Tintenleiter wieder aus Plastik, das lässt nichts gutes ahnen.

Ich habe ein Blatt (Rhodia) Papier genommen und zwei meiner bereit liegenden "Flexer" als Vergleich hergenommen: Pelikan M1000 mit einer F-Feder, von mir ein wenig verbreitert auf knapp M. Eine Wahl Eversharp Gold Seal Oversize mit einer Signature-Nib (Unterschriftenfeder), die nicht ganz so flexy ist wie eine Wahl Gold Seal Flexible, aber genau richtig für den täglichen Schreibaufwand und natürlich - wie der Pelikan - ideal für eindrucksvolle Unterschriften.
Dann die Pilot genommen ohne sie irgend wie zu reinigen, mit Akkerman #22 befüllt und - aber seht selbst:
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DSCI0910a.JPG (126.01 KiB) 6551 mal betrachtet
Ich habe mich bemüht, keinen Wert auf "Schönschreiben" zu legen, sondern so zu schreiben, wie man halt nebenher "was zu Papier" bringt.
Der Pelikan und der Wahl Eversharp kennen Aussetzer nicht, der Pilot schon. Man kann allerdings den eingeschobenen Tintenregler im Tintenleiter entfernen - oder teilweise zumindest, dann wird es besser. Das werde ich später einmal probieren. Zuerst warte ich mal ab, wie sich das Ding weiter verhält. Manchmal bessert sich der Tintenfluss im Laufe der Zeit durch den Reinigungseffekt guter Tinten oder - wissenschaftlich betrachtet - wie von Geisterhand :D.

Fazit im Moment: Wer modernen Flex ohne Spezialfedern vom "NibMeister" will, kommt am Pelikan M1000 nicht vorbei!
Aber: Wahl-Eversharp ist neu gegründet worden und der jetzige Besitzer produziert ein NEUES Modell, das sich "Decoband Gold Seal Oversize" nennt und angeblich mit einer "Superflex-Nib" ausgestattet ist. In Europa wird Akkerman den Vertrieb übernehmen, der Preis wird sicher an die 1000 Euro-Grenze gehen. Da heißt es den ganzen Sommer über darben, weil ich jetzt schon weiß, dass der Virus stärker als die Vernunft sein wird :shock:
Liebe Grüße
Dieter E.

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