Modifikation von Tintenleitern

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Thom
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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von Thom » 31.05.2020 22:00

ai19 hat geschrieben:
31.05.2020 20:59
Ich würde am liebsten in Ruhe Kreise zeichnen - schließlich wollte das bereits Archimedes - aber ich finde ja keine Zirkel, die mich zufrieden machen und wohl auch nicht immer die passenden Sandböden.
Die eigentliche Finesse an der Sache ist, dass man zum Kreise zeichnen nicht unbedingt Zirkel braucht. :)

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Griffelo
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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von Griffelo » 01.06.2020 9:30

Thom hat geschrieben:
31.05.2020 22:00
Die eigentliche Finesse an der Sache ist, dass man zum Kreise zeichnen nicht unbedingt Zirkel braucht. :)
Und das in einem Forum welches sich hauptsächlich um Füllhalter dreht... Ketzerei! :twisted:
Ciao, Kay

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Thom
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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von Thom » 01.06.2020 9:37

Hallo Kay,

ich habe schon auf den Scheiterhaufen gewartet. :)

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ai19
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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von ai19 » 01.08.2020 12:46

Hallo zusammen,

nach der anfänglichen Motzerei nun etwas Konstruktives.

Ich habe mich bei anderen Herstellern umgeschaut und bin doch tatsächlich fündig geworden bei Pilot.

Die EF-Federn ziehen einen Strich wie eine 0.38mm Gelmine, und zwar auch so dunkel wie die Gelmine.

Zunächst habe ich testweise mit Pilot Kakünos EF herumprobiert - die man in Deutschland natürlich auch nicht kriegen kann, nur die M - und habe mich danach an einen Custom Heritage 91 EF gewagt und bin restlos begeistert.

Das ist wirklich der erste Füller seit ... hmm, höchstens meinem ersten Pelikano Schulfüller, der mich in allen Aspekten begeistert. Nicht zu dick, nicht zu dünn, sieht klassisch schön aus, feiner Strich, satter Fluss, kratzt nicht, trocknet nicht aus - so richtig konnte ich das mit der dichten Kappe nicht testen, weil ich einfach jeden Tag mit ihm schreiben will.

Dasselbe gilt durchaus für die Schreibeigenschaften des Kaküno, aber es macht schon mehr Spaß, einen schönen Füller in der Hand zu halten als einen japanischen Schulfüller für Kinder.

Man muss sich manchmal wundern, was so alles als "EF" bezeichnet wird. So eine Strichstärke kriegt man mit einer M-Feder von Pilot hin.

Z.B. wäre bei europäischen Federn folgende Klassifizierung möglich:

EF- etwas fett
F - fett
M - mächtig fett
B - besonders fett
BB - besonders bombastisch fett

:)


Schöne Grüße,
Arda
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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von Thom » 01.08.2020 14:59

Hallo Arda,

mit einem Tachikawa Pen kriegst Du auch die 0,2mm. Das wird aber nichts mit Eisengallustinte, die beschichtete Spitzfeder wird da rosten. Die originale Pigmenttinte ist lichtecht und wasserfest, aber wenn der einmal eingetrocknet ist, dann war's das.

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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von ai19 » 01.08.2020 19:59

Hallo Thomas,

das sieht ziemlich interessant aus. Allerdings weiß ich nicht, ob man mit so einer spitzen Feder auf Papier schreiben kann, das nicht glatt ist.

Ich habe mit geschliffenen Federspitzen die ständige Erfahrung, dass sie aus dem Papier Fasern herauskratzen, die sich dann in den Tintenkanal setzen und schön die Schrift verschmieren. Sieht "super" aus.

Ich vermute, dass das normale Papier heute deswegen diese furchtbare Qualität hat, weil man darauf mit einem Kugelschreiber viel besser schreiben kann als auf glattem Papier. Diese rauhe Oberfläche gibt offenbar der Kugel die Haftreibung, die es ihr ermöglicht, ohne Schlupf zu rollen und so eine gleichmäßigere Linie zu erzeugen. Auch die Pasten scheinen sich in den letzten Jahren verändert zu haben und etwas leichter abzurollen.

Wenn die Kugelschreiberkugel mangels Haftreibung nicht rollt, wird die Paste abgestreift, die Kugel wird blank und es entstehen diese fürchterlichen weißen Flecken in den Linien. Dasselbe kann natürlich passieren, wenn die Paste nicht schnell genug nachkommt. Deswegen haben Gelschreiber ja ein besseres Schriftbild als Kulis, weil das Gel durch Scherung flüssig wird und auf die Kugel nachfließt.

Auch für Bleistifte gilt dasselbe.

Wenn man aber jetzt mit Füllfederhalter darauf schreiben will, dann hat man den Spaß. Ausfedern, Durchbluten, Fusseln in der Federspitze.

Die Zeiten sind heute halt anders. Früher passte alles zusammen, man konnte einfach in einen Laden gehen, Kladden oder Notizbücher kaufen, und mit Füller, Bleistift oder Kugelschreiber nach Herzenslust kritzeln, denn schließlich wusste jeder, dass "Kuli die Handschrift verdirbt".

Heute ist das nicht mehr so, und wenn man mit Füller schreiben will, muss man das wissen, sonst ärgert man sich nur, wenn man viel Geld für Notizbücher diverser Marken ausgibt.

Das ist eben das, was sich seit den 1990ern verändert hat. Ich hatte noch die alte Landschaft im Hinterkopf, und als ich wieder mit Füller schreiben wollte, war nichts mehr, wie ich es kannte und ich habe lange nicht verstanden, wieso.

In der Chinakladde aus den 1990ern konnte man mit Füller, Geltinte, dem Geha (Pelikan) Inky schreiben ohne Ausfedern oder Durchbluten (wohl aber mit Durchscheinen), das war das billigste Papier und der unterste Standard, und so kannte ich das.

Nun habe ich über Jahre sehr viel ausprobieren müssen, nur um wieder mit Füller schreiben zu können, ohne mich ständig zu ärgern. Lange war ich damit beschäftigt, die Kombinationen aus Tinte und Füller zu finden, und hatte das Papier völlig vernachlässigt.

Immerhin bin ich endlich an ein vorläufiges Ende der Reise angekommen mit der Entdeckung, dass es tatsächlich einen Hersteller auf der Welt gibt, der Füller macht, mit denen ich wirklich gerne schreibe.

:)

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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von Thom » 01.08.2020 20:31

Arda, keine Panik, das ist spitz:

SPITZfedern vs. Nadel.jpg
SPITZfedern vs. Nadel.jpg (398.92 KiB) 222 mal betrachtet
Wenn der Tachikawa Pen aber mit der Originaltinte 3 Wochen liegt, ist nichts mehr zu machen, den muss man wirklich regelmäßig verwenden.

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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von ai19 » 01.08.2020 22:38

Das ist wahrscheinlich ähnlich wie bei der R&K, wo auch deutlich der Warnhinweis auf den Fässchen steht: "Ein Eintrocknen im Füller MUSS verhindert werden!"

Übrigens haben mir die Tröpfchen Diamine, die aus dem Konverter quellen, das Mundstück meines Parker Premier stark korrodiert. Offenbar ist EG-Tinte chemisch nicht so ganz ohne.

Daher hätte ich auch ohne Fotoserie unbesehen geglaubt, dass EG die Feder zersetzt.

Aber dieses Teil gefällt mir, werde ich mir mal anschauen!

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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von Thom » 02.08.2020 8:50

Mit dem Skyline kriege ich's im Prinzip auch, aber sobald ich da ein klitzekleines bisschen mehr aufdrücke, wird's wieder breiter.

Skyline.JPG
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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von ai19 » 02.08.2020 14:28

Also hat der Skyline so eine richtige elastische Feder aus alten Tagen? :)

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Re: Modifikation von Tintenleitern

Beitrag von Thom » 02.08.2020 14:32

Der ist ja auch nicht mehr der Allerjüngste. Aber auch schon bei den Spitzfedern oben kommt der nichtkäufliche Teil in's Spiel. :)

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