(Quelle: Shelley, M. "Frankenstein, MS. Abinger C. 56", in The Shelley-Godwin Archive, MS. Abinger c. 56, 1r. Retrieved from https://shelleygodwinarchive.org/sc/oxf ... r/c56/#/p5 )
Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
"Jene Ereignisse, die unsere künftigen Geschicke maßgeblich beeinflussen, haben ihren Ursprung oft in einem unbedeutenden Vorkommnis." Der Genfersee und die Eisengallustinte. "derive their origin from a" hat Percy Shelley da reingeschrieben, Mary schreibt die kleinen d mit einer Schlinge wie bei "destinies". Glücklicherweise gab's damals noch kein Königsblau.
(Quelle: Shelley, M. "Frankenstein, MS. Abinger C. 56", in The Shelley-Godwin Archive, MS. Abinger c. 56, 1r. Retrieved from https://shelleygodwinarchive.org/sc/oxf ... r/c56/#/p5 )
(Quelle: Shelley, M. "Frankenstein, MS. Abinger C. 56", in The Shelley-Godwin Archive, MS. Abinger c. 56, 1r. Retrieved from https://shelleygodwinarchive.org/sc/oxf ... r/c56/#/p5 )
Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
P.S. Frankenstein und die Frage, wer ist eigentlich das Monster? Das ist wieder so eine Tinte, bei der ich mich frage, was ist das?
https://www.youtube.com/watch?v=e_dpdM5kH4k
https://www.youtube.com/watch?v=e_dpdM5kH4k
Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
Im anderen Notizbuch frisst sie schon deutlich, da sind Metallsalze in der Tinte. Vielleicht ist es wirklich Blauholz-Eisengallus.
(Quelle: Shelley, M. W. "Frankenstein, MS. Abinger C. 57", in The Shelley-Godwin Archive, MS. Abinger c. 57, 25r. Retrieved from https://shelleygodwinarchive.org/sc/oxf ... /c57/#/p49 )
(Quelle: Shelley, M. W. "Frankenstein, MS. Abinger C. 57", in The Shelley-Godwin Archive, MS. Abinger c. 57, 25r. Retrieved from https://shelleygodwinarchive.org/sc/oxf ... /c57/#/p49 )
Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
Liebe Alle, ich bin gerade auf einen interessanten Satz in einem Buch gestoßen. Und zwar in einem Krimi aus Großbritannien von 1950. Der Detective-Inspector Grant befragt sehr viele Menschen auf der Suche nach einem gewissen Leslie Searle. Er besucht auch den Bestseller-Autor Silas Weekley in dessem Büro:
Viele Grüße Daniel
Quelle: Josephine Tey: To Love and Be Wise, in meinem E-Book-Reader Seite 349 von 608
Oder auf Deutsch (meine relativ freie Übersetzung):Grant said his regulation piece about investigating the disappearace of Leslie Searle [...], and noted with the unoccupied half of his mind that the ink on the script that Weekly was working on was not only dry but dark. It was yesterday’s ink. Weekley had done not a line this morning although it was now past noon.
Weekley hat also eine Schreibblockade. Möglicherweise wird das wichtig werden für den Plot. Mein Punkt ist aber, dass es 1950 für alle Leser klar war, dass frische Tinte nicht dunkel ist, sondern ungefähr einen Tag braucht, um richtig dunkel zu werden.Grant brachte seine Standard-Erklärung hervor: Über die Untersuchung des Verschwindens von Leslie Searle. Nebenbei fiel ihm auf, dass auf dem Manuskript, an dem Weekly gerade arbeite, die Tinte trocken war. Sie war nicht nur trocken, sondern schon dunkel. Die Tinte war gestern auf das Papier gekommen. Weekly hat an diesem Morgen noch keine einzelne Zeile geschrieben, und dabei war Mittag schon vorbei.
Viele Grüße Daniel
Quelle: Josephine Tey: To Love and Be Wise, in meinem E-Book-Reader Seite 349 von 608
Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
Danke! Das ist super. Vielen Dank dass Du das geteilt hast
Viele Grüße Daniel
frechy hat geschrieben: ↑29.12.2025 20:39Liebe Eisengallus-Fans und -Freunde,
Im letzten Jahr habe ich mich intensiv mit Eisengallustinten beschäftigt: mit der Formulierung geeigneter Systeme, der Auswahl kompatibler Farbstoffe und insbesondere mit der Stabilität der Tinte im Glas und ihrer Verwendbarkeit im Füller.
Diese Arbeiten habe ich nun mit Blick in die Literatur und im Gespräch mit Fachpersonen in Form eines technischen Berichts zusammengefasst. Er ist kein abgeschlossenes Werk, sondern ein möglicher Ausgangspunkt für eigene Experimente und Diskussionen.
Gerne stelle ich den Bericht dem Forum zur Verfügung. Er kann unter https://doi.org/10.5281/zenodo.18088807 eingesehen oder heruntergeladen werden.
Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
Schon wieder sensationell. Früher war Tinte im mittleren Westen ein Synonym für Eisengallustinte. So ein buntes Wässerchen wie die Königsblau hätte doch kein Mensch jemals als Tinte bezeichnet.K15 hat geschrieben: ↑29.06.2026 22:13... Mein Punkt ist aber, dass es 1950 für alle Leser klar war, dass frische Tinte nicht dunkel ist, sondern ungefähr einen Tag braucht, um richtig dunkel zu werden.
Viele Grüße Daniel
Quelle: Josephine Tey: To Love and Be Wise, in meinem E-Book-Reader Seite 349 von 608
Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
Die einzigen Menschen, die Königsblau verehren, sind Füllerrestauratoren.
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richard545
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
Seit wann wird eigentlich Eisengallus-Tinte verwendet? Wo kommt sie ursprünglich her? Wer hat sie erfunden?
Freundliche Grüße
Richard
Richard
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richard545
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
Das Mittel, mit dem sich die Menschen im alten Japan die Zähne schwarz färbten, bestand u.a. aus pulverisierten Galläpfeln und Eisen. Hatte dieser uralte Brauch eventuell Einfluss auf die Entwicklung von EG-Tinte?
Freundliche Grüße
Richard
Richard
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
Frühe Rezepte der Eisengallustinte stammen aus der Antike, so um das 3. Jahrhundert vor Christi herum aus dem Mittelmeerraum. Das älteste Rezept dafür findet man in Schriften des griechischen Arztes Aëtius von Amida aus dem 6. Jahrhundert vor Christi. Darin werden Galläpfel, Eisenvitriol und ein Bindemittel wie Gummi arabicum kombiniert. Es gab wohl wie bei so einigen Dingen nicht nur einen Erfinder. Diese Tinte war das Ergebnis einer allmählichen Entwicklung.richard545 hat geschrieben: ↑09.07.2026 23:56Seit wann wird eigentlich Eisengallus-Tinte verwendet? Wo kommt sie ursprünglich her? Wer hat sie erfunden?
Gruß, Nobby
Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte
Jawohl und meine Haltung dazu ist sowieso klar.
In der Antike waren wahrscheinlich Kohlenstofftinten auf Papyri gebräuchlich. Aber man musste im 1.Jt. das Beschreibmaterial in Europa ändern, weil nach dem Zusammenbruch des weströmischen Reiches die Handelswege nach Ägypten zusammenbrachen und man ein Lieferkettenproblem beim Papyrus hatte. Die Tinten im Frühmittelalter waren dann häufig Pflanzentinten, wie z.B. Schlehdorn, aber auch durchaus mit Eisen. Dann gibt's alte Texte, die sind irgendwann mehrfach nachgeschrieben worden um die Schrift aufzufrischen, da ist die Originaltinte ohne Metallionen und die Nachschrifttinten mit, man weiß aber nur, wann etwa die Erstschrift war, die Nachschriften waren mehrere Jh. später. Es wird vor'm Hochmittelalter etwas nebulös, auch bei den Tinten. Ich denke aber, dass der Übergang zum Pergament ein entscheidender Grund war, weil man die Kohlenstofftinten nicht mehr ausreichend fixieren konnte, man konnte die wieder abkratzen oder sogar abwischen.Thom hat geschrieben: ↑17.02.2024 17:23... das Rezept ist so lange nachgewiesen und beim 3. Jh. v. Chr. ging's auch, glaube ich, nur um Schwärzung mittels Eisen-Gerbsäure. Dann gibt's noch eine Handvoll Rezepte aus dem 1. Jt., das ist aber kein ausreichender Beweis dafür, dass diese Tinte auch standardmäßig verwendet wurde, dazu müsste man schon ein paar Schriftzüge analysieren. ...
