Lichtbeständige Tinten

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Tenryu
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Lichtbeständige Tinten

Beitrag von Tenryu » 15.07.2004 4:43

Gibt es Füllhaltertinten mit guter Licht- und Alterungsbeständigkeit?

Ich habe kürzlich einige Tinten von Pelikan und Watermann sowie einige Rollerball und Kugelschreiber auf Lichtbeständigkeit getestet (1 Monat auf die Fensterbank gelegt; ca. 3 Stunden direkte Sonneneinstrahlung/Tag).

Das Ergebnis war verheerend. Einige Tinten waren schon nach wenigen Tagen ausgebleicht bzw. haben die Farbe geändert (Pelikan Rolleball blau wurde violett!) Auch die schwarze Tinte ist deutlich verblaßt.
Das beste Ergebnis in meinem Test zeigte die Scriptol-Tusche von Pelikan, aber die ist leider für Füller nicht geeignet. Gleich danach kam eine Tinte aus einem billigen Einweg-Roller.

Ich frage mich, warum die großen Tintenhersteller keine besseren Tinten auf den Markt bringen.

Roolfs
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Lichtbeständige Tinten

Beitrag von Roolfs » 15.07.2004 10:07

Also ich weiß nicht; man muss die Tinten ja nicht unbedingt tagelang direkt in die Sonne setzen. Wenn man lichtbeständigere Tinten haben wollte, müsste man bestimmt irgendein Zeugs zusetzen, das wiederum für den Füllhalter nicht gut ist.

Gute Weine (auch weniger gute natürlich) legt man ja auch nicht in die Sonne. Und auch sonst gibt es doch kaum irgendein Produkt, sei es aus Holz, Kunststoff oder Textil, das die Sonnenstrahlung ohne farbliche Veränderungen aushält. Also: Tinte gehört in die Schublade, in den Schrank oder in ein schattiges Regal.
Nichts für ungut.

Hoffen wir noch auf einige Sonnentage

Roolfs

hcpluemer
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Beitrag von hcpluemer » 15.07.2004 11:33

UV-beständige Tinten dürften wahrscheinlich Inhaltsstoffe haben, die dem Tintenfluß und dem Material der Halter nicht zuträglich sind. Aber vielleicht weiß ja ein in Chemie Begabter genaueres und klärt uns auf. Ich würde jedenfalls nicht auf die Idee kommen, Dokumente längere Zeit der prallen Sonne auszusetzen. Irgendwann altert auch die beste Tinte-und mit ihr übrigens auch das Papier, auf dem sie sich befindet.
h-cp
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Thomas
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Beitrag von Thomas » 15.07.2004 13:37

Hallo Tenryu,
dass das mit der UV-Bestrahlung ein heikles Thema ist, siehst Du ja schon an Dir selbst: Kaum 3 Tage in der Sonne und schon wirst Du ganz braun... :wink:
Salut an alle,
Thomas

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Lichtechte Tinte

Beitrag von M. Richter » 15.07.2004 17:14

Montblancs dokumentenechte Schwarz-Blaue Tinte sollte schon recht lichtbeständig sein (ist ünrigens auch auf Papier wasserfest!).

Da es sich noch um "echte" Eisengallustinte handelt, oxidieren enthaltene Eisenverbindungen beim Trocknen (daher auch die Dunkelfärbung mit der Zeit) - die dürften sehr licht beständig sein!

Auch bei anderen Tinten gibt es welche, die wesentlich lichtbeständiger sind als andere.

Auch Omas Grau und Aurora Schwarz haben eine hohe Lichtbeständigkeit.

Michael

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Tenryu
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Beitrag von Tenryu » 16.07.2004 1:05

Danke für den Tip mit der Montblanc-Tinte. Gilt das auch für die schwarze Tinte von MB? (Ich mag blau-schwarz nicht so, ist nichts halbes und nichts ganzes :) )

Natürlich geht es nicht darum, Schriftstücke tagelang an die Sonne zu legen, aber ich möchte halt, daß gewisse Papiere und Manuskripte auch in einigen Jahr(zehnt)en noch lesbar sind.

St1
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Beitrag von St1 » 24.07.2004 21:59

Handelt es sich bei Montblanc Blauschwarz tatsächlich um dokumentenechte Tinte :?: ? Und ist es tatsächlich Eisengallustinte ?? Denn bei reinen Eisengallustinten finde ich häufig den Hinweis „nicht füllertauglich". Bzgl. der Dokumentenechtheit sollte auf eine objektive Zertifizierung durch die ISO ( http://www.iso.org ) gesetzt werden. Oder sollte man suggestiven Produkt Philosophen blind vertrauen dürfen ?

Auf Füllertinten habe ich noch keine ISO-Zertifizierung finden können :shock: - auch auf schon benutzten Montblanc Blau-Schwarz-Patronen nicht-; Kugelschreiberminen haben aber eine (ISO 12757-2) , ebenso wie einen ausdrücklichen Hinweis auf die Dokumentenechtheit.

Interessant ist auch eine Dienstordnung für Notarinnen und Notare (DONot)
( http://www.dnoti.de/topact/top0129.htm )
wonach Urschriften, Ausfertigungen und beglaubigte Abschriften notarieller Urkunden so herzustellen sind, daß sie gut lesbar, dauerhaft und fälschungssicher sind. Jedoch ist dort in § 29 Abs.2 lediglich ein Hinweis auf Kugelschreiberminen, aber nicht auf Füllertinte. Warum ?

Vielleicht können die Foren Chemiker weiterhelfen: Analysierbare Substanzen finden sich in einem Wissensforum unter: ( http://www.wer-weiss-was.de/theme51/article825226.html ).

Einfach sagt es aber ( http://www.papermate.de/interact/mail/c_faq.htm ) : Pigment- oder Tuschetinten würden den Füller verstopfen; klassische Tinte hingegen ist nicht dokumentenecht !!!

Vielleicht könnte ja eine dokumentenechte Tinte entwickelt werden, -die Hersteller haben es aber entweder nicht gemacht oder behalten es für sich oder behaupten es evtl. einfach.

Da aber die meisten Leute nicht wissen was dokumentenecht ist oder es nicht prüfen können, wird es für den Privatmann -z.B. bei Klausuren, wo dokumentenechte Schreiber gefordert werden- nicht wirklich Auswirkungen haben. Notare sollten aber aufpassen.

Die am stärksten pigmentierte blau-schwarz Tinte, die auch bei einem Wassertest (eigene Tests) einen Hauch deutlicher geblieben ist, war bei mir die von Cross. (getestet Blau-Schwarz von Lamy, Pelikan, Parker, Waterman, Omas, Montblanc). Trotz allem war aber keine Tinte wasserfest und Geschriebenes war tatsächlich kaum noch zu lesen. Interessant mag wohl auch sein, daß mein Cross ATX mit F-Feder mit der kräftigen Blau-Schwarz Cross Tinte sehr sehr lange verstopft war.

Viele Grüße,

Stefan

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Beitrag von Tenryu » 25.07.2004 11:19

Ich habe die Feststellung gemacht, daß "dokumentenecht" und lichtbeständig keineswegs das selbe sind. Die Gelkugelschreiber-Minen von Parker z.B. sind hochgradig lichtbeständig (nach 1 Monat am Fenster kein bißchen ausgebleicht), lassen sich aber mit Wasser fast völlig auswaschen. Umgekehrt gibt es Tinten (z.B. Pelikan Schwarz), die sich nur schlecht auswaschen lassen, aber in der Sonne bald verblassen.

Ich denke, wer bei Unterschriften und Dokumenten auf Nummer sicher gehen will, wird am besten einen Federhalter und schwarze Schreibtusche verwenden.

Echte Eisengallustinte ist sehr beständig, greift aber nach 100-200 Jahren das Papier an (bis zur völligen Auflösung). Das hängt aber auch sehr von der Umgebung (Temperatur, Feuchtigkeit) ab.

Von Pelikan soll es eine spezielle Füllhalter-Tusche geben, die ich aber noch in keinem Geschäft gefunden habe.

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Beitrag von Schuttwegraeumer » 18.10.2004 12:09

Tenryu hat geschrieben:Von Pelikan soll es eine spezielle Füllhalter-Tusche geben, die ich aber noch in keinem Geschäft gefunden habe.
Es soll sich dabei um die Tinte 4004 handeln elche schon lange nimmer im Handes ist.
Pelikan sagt selbst in ihrer FAQ auf die Frage nach dokumentenechter Tinte dass sie keine Spezialtinten mehr führen.

Schutti

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Beitrag von Tenryu » 18.10.2004 22:54

Die Tusche, die ich meinte heißt "Fount India" von Pelikan. Ich habe sie inzwischen in einem großen Schreibwarengeschäft gefunden und gestetest. Sie ist äußerst lichtbeständig. Aber nicht richtig wasserfest.

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Beitrag von Schuttwegraeumer » 18.10.2004 23:19

Lichtbeständig reicht mir fürs Erste.
Es ist mir wichtig dass die Schrift nicht einfach komplett verblasst wie es mir mal mit Tinte aus einem eher billigen Fineliner passiert ist.
Leider drückt sich so ein Stift kaum ins Papier und man kann das Geschriebene daher kaum mehr rekonstruieren. :(


Schutti

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Beitrag von fountainpen.de » 22.10.2004 13:00

Ich habe mit "Fiddlers Ink" wirklich gute Erfahrungen gemacht, die ist extrem Lichtbeständig.

Gruß
Michael
Astoria, Nakaya, Pelikan und Montblanc Sammler
http://www.fountainpen.de

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Beitrag von Schuttwegraeumer » 22.10.2004 19:33

fountainpen.de hat geschrieben:Ich habe mit "Fiddlers Ink" wirklich gute Erfahrungen gemacht, die ist extrem Lichtbeständig.
Sagt mir leider nix.

Schutti

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Beitrag von fountainpen.de » 24.10.2004 10:59

äh, tschuldigung, ich meinte natürlich Noodlers Ink *peinlich* :oops:

Siehe auch:
http://www.apenloversparadise.com/noodlers.shtml
Astoria, Nakaya, Pelikan und Montblanc Sammler
http://www.fountainpen.de

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Beitrag von Schuttwegraeumer » 06.02.2005 18:25

Hier gibt es nochwas dazu:

http://www.swisherpens.com/Swisher_Pens ... s_Ink.html

Wie bekommt man eine füllertaugliche Tinte wasserfest und dokumentenecht?
The waterproof/fraud proof line (currently black only) cannot be altered on a check or envelope by rain or bleach/ammonia. They consist of over 97% water content...and rinse (or simply rub) off lucite/celluloid/acrylic rod stock testing and ebonite testing stock...and if dried in the bottle it can be reconstituted with tap water...but once on cellulose paper they stay on it as a bulldog biting the leg of the enemy despite rain/soaking and the soaps of a check forger. One word of caution - if mixed with conventional ink the fraud proof ink WILL REVERT TO CONVENTIONAL INK and all those properties will be lost. It is a delicate formula best left alone if one wants the features to remain constant. Available in 39 beautiful brilliant colors!
Sehr interessant.
Wie haben die sowas nur geschafft?
Wäre echt interessant diese Tinte einmal zu analysieren.
Das ist doch genau das was viele hier gesucht haben?



Schutti

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