Aurora Hastil

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Thomas Baier
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Aurora Hastil

Beitrag von Thomas Baier »

Liebe Plenum-Freunde,

was haltet ihr vom Aurora Hastil FH in Materialqualität, Schreibverhalten und Haptik?

Einige von Euch kennen sich ja mit Aurora aus.

Danke im voraus.

Viele Grüße, Euer Thomas Baier
Dirk Barmeyer

Beitrag von Dirk Barmeyer »

Hallo,

weiter unten gibt es viel Informationen unter dem Titel Silver Jubilee Set.
Ich selbst bin häufiger Nutzer der Hastils muß aber zugeben, keinen einzigen in Edelstahl zu besitzen !
M. Richter
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Aurora Hastil

Beitrag von M. Richter »

Der "reguläre" (gebürstetes Edelstahl; silberfarbenes Trim, silberfarbene Gold Feder - es gibt ja auch eine glatte Sterling Silber Vriante und neuerdings auch eine sehr günstige Edelstahlvariante mit Gold Trim und Edestahlfeder) Hastil ist durch und durch ein toller Füller.

Es gibt auch sehr viele Lack- und Edelmetalloberflächen (vegoldet, Sterling Silber, mit Muster, ohne Muster...) aus den 70er und 80er Jahren.

Die Verarbeitung ist wie allgemein bei Aurora sehr gut und der Füller hat sehr viele schöne Deteils (fremdgefederter Clip, fremgefederte Raster am Schaft als Rollbremse oder Raster für die hinten aufgesteckte Kappe).

Die Schreibqualitäten meiner "M" Feder sind auch sehr gut (guter Tintefluss, weiche Feder mit leichtem Biss, Feder ist flexibler als die traditionellen offenen Optima, 88, Talentum Federn). Der Tinteleiter wurde extra für diesen Füller in den 70er Jahren entwickelt.

Auch die Form der Feder ist sehr schön!

Ich kann nicht negatives an dem Stift finden; man muss halt mit relativ dünnen Füllern schreiben können/mögen.

Interessant ist, dass es den Hastil in den 80er Jahren, als es noch keine Aurora Schreibgeräte auf dem deutschen Markt gab, schon einmal als Montblanc Hastil gegeben hat! Der in Italien bei Aurora gefertigte Hastil erhielt einfach einen Montblancstern auf dem Kappenkopf und wurde auch als solcher verkauft! ....wäre heute wohl undenkbar.

Der Stift sieht auch sehr edel aus, auch wenn einige nicht "Insider" ihn mit einem Lamy (CP1) verwechseln werden.

Michael
Cosmic
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von Cosmic »

Moin moin!

Ich kapere mal diesen Uraltfaden, weil ich für meine Frage/n keinen neuen Faden eröffnen möchte. Ich hatte bei den Neuzugängen schon ein paar Fotos meines Hastil gezeigt, spare mir also an dieser Stelle weitere Bilder.

Was mich interessieren würde: Lässt sich anhand von bestimmten Merkmalen herausfinden, wie alt ein Hastil ist? Mein Hastil-Set ist bis auf den fehlenden Umkarton komplett, die Garantiekarte jedoch leider nicht abgestempelt und auch auf dem freien Feld der Bedienungsanleitung (Rückseite unten) findet sich kein Hinweis.

Es gibt aber ein paar Anhaltspunkte:
- Das Etui ist - wie auf den Fotos zu sehen - eine Aluminiumrolle mit Kunststoffinnenleben; eine sehr technische Aufmachung. Es gab auch Hastils in normalen Etuis, die aber möglicherweise den Lackvarianten vorbehalten waren. Somit hilft das Etui u.U. nicht bei der Altersbestimmung.
- Die mitgelieferten, ungeöffneten Originalpatronen sind komplett eingetrocknet.
- Aurora ist am unteren Kappenrand wie hier aufgedruckt, nicht wie hier eingraviert.
- Im Griffstück findet sich daumenseitig die Gravur DBM240 (dort haben scheinbar alle Hastil eine solche Gravur, die aber offenbar je nach Baujahr/Bauzeit/Modell unterschiedlich ist; hier passt es sogar, denn DB sind meine Initialen :) ).
- Die auf der Garantiekarte ausgewiesene Garantiedauer ist mit 5 Jahren angegeben.

Noch ein letzter Hinweis:
Auf dem Schieber im Etui, unter dem sich die Patronen und der Konverter verbergen, findet sich auflackiert das Logo "FIAT TTG". Dies ist der frühere Firmenname der heutigen "Avio", einer 1973 gegründeten Fiat-Tochter, die Turbinen, Generatoren und Flugzeuge produzierte (TTG = Turbomeccanica Turbogas) und die wohl 1986 in den Geschäftsbereich von Fiat Avio integriert wurde. Dies ließe - insofern ich die Angaben der italienischen und englischen Wikipedia richtig interpretiert habe - zumindest darauf schließen, dass dieser Hastil zwischen 1973 und 1986 produziert worden sein dürfte.

Danke schon mal fürs Lesen und für Eure Mithilfe. :)
Grüße aus Greifswald
Dirk
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Querkopf
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von Querkopf »

Hallo allerseits,

der Faden hier ist bemoost, sogar die Aktualisierung hat schon drei Jahre auf dem Buckel... Egal, ich hänge mich mal dran :) .

Nachdem mein Hastil in anderem Zusammenhang als Vergleichs-Fotomodell herhalten musste, habe ich ihn mal wieder genau inspiziert, ein paar Seiten mit ihm geschrieben - ein wunderbarer Füller. Noble, zeitlos klare Erscheinung, funktional durchdacht, extrem robust, sehr gute Schreibeigenschaften (wobei die Feder zu etwas Disziplin bei der Schreibhaltung zwingt, Verdrehen quittiert sie mit "Kratzen" oder Aussetzern).

Ein Ding mit solch außerordentlichen Qualitäten müsste doch überdauern, dachte ich, das müsste es eigentlich auch heute noch geben. (Hintergedanke: Wäre ein schönes Geschenk für einen mir lieben Menschen, der's ästhetisch liebt und nächstes Jahr einen runden Geburtstag feiert.) Denkste, Tante Guuugel zeigte mir erstmal nur Angebote aus der Bucht etc.pp. . Und dann eins in einem italienischen Shop, in Mailand ansässig, bei dem ich fast vom Stuhl fiel angesichts des Preises. Mein eigenes Exemplar - mit Goldfeder - hat, wenn ich mich recht erinnere, keine 150 DM gekostet (Manufactum hatte den Füller mal im Katalog)...

Ich bin neugierig geworden, wüsste gar zu gern, wie das zu deuten ist.
Produziert Aurora den Hastil noch und vertreibt ihn, warum auch immer, exklusiv in Italien? Und hat der Hersteller das Modell dabei quasi "mitgenommen" ins Luxussegment? Oder hat da ein Händler größere Restbestände aufgekauft und vertickt die nun zu Liebhaber-Mondpreisen?

Wisst ihr mehr? Und vor allem: Fertigt Aurora den Hastil noch?

Danke & schöne Grüße
Doris
Schöne Grüße
Doris
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patta
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von patta »

Hallo Doris,
den Hastil gibt es noch immer offiziell bei Aurora - und natürlich bei Händlern, die Aurora führen.
Frag doch mal bei Stephan Lucht (tinte-im-blut.de), er ist der Distributor für Deutschland.
Gebrauchte (und quasi neuwertige) Stücke bekommt man auch auf eBay-IT oder anderen italienischen Plattformen. Wenn man Glück hat, so um 30 €.
Die Preise den Ladens, den du aufgerufen hast, sind nicht real, schau mal bei iguanasell.de.

Ach ja: Ein schöner Stift, der Hastil, der sich gut neben dem Lamy cp1 macht. Gehören ja auch irgendwie zusammen.

Gruß patta

Die Hälfte dessen, was man schreibt, ist schädlich, die andere Hälfte unnütz. - Friedrich Dürrenmatt
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Querkopf
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von Querkopf »

Hallo, patta,
patta hat geschrieben:... den Hastil gibt es noch immer offiziell bei Aurora - und natürlich bei Händlern, die Aurora führen. ...
danke für die Info, gut zu wissen. Wobei ich etliche Shops mit Aurora-Angebot durchgeschaut hatte; der Hastil war nirgends dabei.

Stephan Lucht ist notiert.
...Die Preise den Ladens, den du aufgerufen hast, sind nicht real, schau mal bei iguanasell.de. ...
Hatte ich. Deshalb ist mir ja beim Blick auf die Mailand-Preise die Kinnlade extratief runtergeklappt :lol:.

Schöne Grüße
Doris
Schöne Grüße
Doris
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ddss
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von ddss »

Hallo Doris,

der Hastil gehört zu den schönsten Füllern, die ich habe. Der Stift ist zu Recht in die Sammlung des Moma aufgenommen. An ihm stimmt eigentlich alles: Er hat eine hervorragende Verarbeitung. Es gibt (in der Ursprungsversion aus Edelstahl) nichts Überflüssiges an ihm, wenn man vom Aufdruck des Herstellers absieht: Die Metallteile bestehen aus Edelstahl, das Griffstück aus Kunststoff, die Feder aus Weißgold (wenn die Einträge im Moma und in der MB-Preisliste 2/1973 stimmen; im aktuellen Aurora-Katalog wird beschrieben, die Feder sei Rhodium-beschichtet). Der Clip ist selbstfedernd; die kleinen Kunststoffeinsätze am Schaftende verhindern einerseits, dass der Füller vom Tisch fällt, und andererseits, dass die Kappe beim Aufstecken den Schaft verschmutzt. Die irgendwie beschichteten Varianten des Hastil empfinde ich hingegen als Karikatur der ursprünglichen Idee. Nebenbei darf ich bemerken, dass der Füller auch wirklich gut schreibt.

Der vermeintlich hohe Preis dürfte meines Erachtens auf einer "historischen Täuschung" beruhen. Tatsächlich ist der Füller im Vergleich zu seinen Konkurrenten preiswerter geworden:
In der Preisliste 2/1973 von MB ist der erste VIP (Nr. 1225) mit DM 125,- gelistet. Dieser Stift entspricht dem Hastil. Mein erster Lamy 2000 hat im Dezember 1975 DM 58,- gekostet. Wenn ich die damals sehr hohe Inflation einkalkuliere, dürfte ein VK-Preis des Hastils im Dezember 1975 von DM 150,- realistisch sein. Der Hastil müsste also heute das 150/58 des Lamy 2000 kosten; das wären bei einer UVP des Lamy von € 190,- mithin rund € 491,-. Nach meinen Recherchen bekommt man ihn -auch neu- deutlich günstiger (Dein Link auf den italienischen Händler irritiert mich etwas: In der Beschreibung steht zwar "Oro", abgebildet ist aber ein Hastil mit Stahlfeder). Noch ein Vergleich: Mein MB VIP MK2 (Nr. 1124) hat im Juli 1976 DM 77,- gekostet. Das fand ich damals (und finde es auch heute noch) unverschämt, denn der VIP MK2 dürfte der Füller in meinen Beständen mit den geringsten Herstellungskosten sein: Er besteht im Grunde nur aus drei geschwärzten Messinghülsen, einer am Ende um 180 Grad gewendeten Stahlstrebe als Clip und natürlich dem Tintenleiter und der Feder. Die Verarbeitungsqualität dieses Füllers ist mit der seines "Vorgängers" nicht zu vergleichen, was allerdings nichts daran ändert, dass der VIP MK2 seit über 40 Jahren mein absoluter Lieblingsfüller ist, weil er von allen meinen Füllern am Besten schreibt. Am Liebsten hätte ich also einen VIP MK1 (=Aurora Hastil) mit den Schreibeigenschaften des MK2; aber: Alles kann man nicht haben.

Trotzdem: Hätte ich keinen Hastil, würde ich ihn mir beschaffen. (Der Hastil ist übrigens auch dem Lamy UNIC von 1984 - designed von Gerd A. Müller - sehr ähnlich.)

Grüße

Michael
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Zollinger
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von Zollinger »

Ich bin ebenso begeistert vom Hastil! Ich habe zwei:

Bild

Herausragende Gestaltung, gute Verarbeitungsqualität und angenehme Schreibeigenschaften!
Die Edelstahlvariante ist bei mir in Betrieb und steckt immer in meiner Brieftasche weil er so dünn ist.

Z.
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glucydur
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von glucydur »

Der Hastil ist übrigens auch dem Lamy UNIC von 1984 - designed von Gerd A. Müller - sehr ähnlich.
Der eigentliche Hastil-Verwandte ist der Lamy cp1, der 1977 von Gerd A. Müller entworfen wurde.

@Christof: Wie immer: wunderschöne Fotos! Die silber-farbige Variante gefällt mir am besten.

VG

Alexander
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Zollinger
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von Zollinger »

Lustig ist auch, dass die zwei aus verschiedenen Generationen zu stammen scheinen. Vergleich' mal die Schriftzüge:

Bild

Ich vermute mal dass der Bronzefarbene (mit dem "Rowenta-R") der Neuere ist.

Auch der Klipp des Edelstählernen wirkt vergleichsweise handwerklich gemacht:

Bild

Z.
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ddss
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von ddss »

...vielleicht noch ein technischer Hinweis, weil ich schon mehrfach Anfragen nach einem "Mini-Konverter" für den Hastil gelesen habe:

In meinen Hastil passt ein "normaler" Parker-Drehkonverter aus aktueller Produktion. Man muss sich also nicht mit dem Aurora-Quetsch-Konverter oder einem anderen Kompromiss abgeben. Der Hastil ist eben nicht nur schön, sondern auch absolut praxistauglich.

Wegen der sehr, sehr langen Bauzeit kann ich natürlich nicht garantieren, dass es nicht auch insoweit Änderungen gegeben hat.

Grüße

Michael
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Zollinger
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von Zollinger »

Ich benutze meinen mit einem schlanken Parker Quetsch-Konverter. ich finde die praktisch. den von aurora habe ich auch, der parker ist aber besser.
Z.
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von Zollinger »

glucydur hat geschrieben:
Der Hastil ist übrigens auch dem Lamy UNIC von 1984 - designed von Gerd A. Müller - sehr ähnlich.
Der eigentliche Hastil-Verwandte ist der Lamy cp1, der 1977 von Gerd A. Müller entworfen wurde.

@Christof: Wie immer: wunderschöne Fotos! Die silber-farbige Variante gefällt mir am besten.

VG

Alexander
Du meinst diesen, richtig?

Bild

...die erste Generation war ja etwas schlanker als die zweite.

Z.
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glucydur
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Re: Aurora Hastil

Beitrag von glucydur »

Ja. Den meine ich. Er hat auch eine elegantere Feder als die Nachfolge cylindric pens. Eine Schönheit in voll-rhodiniertem 14 K Gold...

Hach...

VG

Alexander
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