Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

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Grimbart
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von Grimbart » 03.02.2019 22:12

Aus tiefster Versenkung zerre ich dieses Thema an die Oberfläche des Penexchange-Gedächtnisses, weil gestern auf dem Berliner Bastler-Stammtisch bei Sina die Frage aufkam, welche Spritzen sich für die Befüllung von leeren Patronen besonders gut eignen. Es wurde berichtet, daß herkömmliche Spritzen oft mit so viel Druck behandelt werden müssen, um den Kolben in Bewegung zu setzen, daß die Tinte dann mit so großer Geschwindigkeit und Vehemenz in die Patrone schießt, daß sie diese auch gleich wieder verlassen möchte.

Man nennt das "Losbrechmoment".

Ich schilderte daraufhin meine positiven Erfahrungen und wurde gebeten, den Namen der von mir benutzten Spritzen im Forum zu veröffentlichen. Es handelt sich um Braun Omniflex fix 3 ml Luer Solo https://www.bbraun.de/de/products/b0/omnifix-solo.html, die über Dichtungsringe am Kolben verfügt. Diese Ringe lassen den Kolben leichter an der Zylinderinnenwand gleiten und man benötigt weniger Druck, um den Kolben in Bewegung zu setzen.

Man kann solche Spritzen im Internet kaufen, muß dann aber groß0e Stückzahlen abnehmen. Ich habe meine aus der Apotheke meines Vertrauens, wo die einzelne Spritze nur ein paar Cent gekostet hat. Selbstverständlich lassen sie sich mehrmals verwenden und haben den üblichen Anschluß für die Kanüle. Obwohl ich die Spritzen nach Gebrauch immer mit normalem Leitungswasser vollständig von Tintenresten befreien kann, habe ich aus Sicherheitsgründen für jede Tintenfarbe eine eigene Spritze.

I hope this was helpful. :)
Bye bye
Gruß von Gernot

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TomSch
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von TomSch » 03.02.2019 23:07

Hallo Gernot. :lol:

Da konnte ich mich doch eines breiten Grinsens am Ende deines Beitrages nicht erwehren. Zitat von SBRE Brown, gell? ;)
Ich habe aus alten DDR-Beständen eine intakte Glasspritze erworben, das ist stylisch und ruckelfrei. 8-)

Tschö, Thomas
Bewerte deine Erfolge daran, was du aufgeben musstest, um sie zu erzielen.
Dalai Lama

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HeKe2
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von HeKe2 » 04.02.2019 1:14

TomSch hat geschrieben:
03.02.2019 23:07
Ich habe aus alten DDR-Beständen eine intakte Glasspritze erworben, das ist stylisch und ruckelfrei. 8-)
Da bringst du mich auf eine Idee! Ich meine, ich müsste aus Altbeständen noch reichlich davon haben. Muss ich morgen unbedingt mal nachsehen. ;)
Beste Grüße
Hermann

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duckrider
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von duckrider » 04.02.2019 9:00

Für diejenigen unter Euch, die auch nur halb so grobmotorisch veranlagt sind wie ich, mein Tipp:
Eine Billigpipette soweit kürzen, dass eine Nadel draufpasst.
IMG_0527.JPG
IMG_0527.JPG (366.33 KiB) 704 mal betrachtet
Vorteil: Man kann nur schwerlich soviel Druck aufbauen, dass die gesamte Bude vertintet wird.
Die Kanüle vorne abgeschliffen mit Scheifscheibe oder Feile vermindert die Gefahr der Selbstverletzung (ich hab's allen Ernstes in der Hektik schon mal geschafft mich zu pieksen).
Gruß
Thomas
Scribere qui nescit, nullum putat esse laborem.

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Grimbart
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von Grimbart » 04.02.2019 9:31

Oh, ich vergaß zu erwähnen, daß ich die Prozedur der Patronenbefüllung ausschließlich über dem Spülbecken in der Küche durchführe. Da ist die Gefahr der Vertintung der Wohnung gebannt. Und entsteht ein Schaden, lässt sich die Sauerei mit etwas Wasser schnell beseitigen - wie damals bei der Sündflut. Nur, daß die Tinte keine Arche hat. :)

I hope this was helpful aswell.
Bye bye
Gruß von Gernot

SimDreams
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von SimDreams » 04.02.2019 9:45

Guten Morgen,

I hope this will be helpful. :D

Ich schrub dies schon an anderer Stelle - manche von uns sind durch und durch Schreibgeräteästheten, für die der Akt der Befüllung bzw. Wiederbefülung eines Tanks oder einer Patrone sowohl ein haptisches als auch ein meditatives Vergnügen sein kann. Da kann ich mir Silikon und Plastik nur als störend vorstellen. Allerdings bin ich bei euch - eine Schreibtischsauerei zerstört beide Genüsse.

Spritzen gibt es in praktisch undschön, und die Beschaffungs-Mühe ist es Wert. Ich liebe meine Glasspritze mit Stahlkolben von Henke Sass - der Betätigungsaufwand geht gegen Null, da die Tinte in µm Schichtdicke den Kolben benetzt.

Bild

Zu bekommen gebraucht in der Bucht oder auch neu im Medizinalfachhandel. Nachhaltig ist die Anschaffung auch; 30+ Jahre hat meine jetzt auf dem Buckel (irgendwann in den letzten Schuljahren für das Chemie-Kellerlabor gekauft und später Zweck-gewandelt).

https://www.henkesasswolf.de/cms/de/med ... lspritzen/

Grüße, Uwe
Da die Schreibgeräteakquise nicht das einzige Hobby ist - Fotografie und Dein Notizbuch nach Maß: http://www.flickr.com/photos/simdreams/

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sommer
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von sommer » 04.02.2019 10:07

Grimbart hat geschrieben:
03.02.2019 22:12
Man nennt das "Losbrechmoment".
Ich nehme günstige 3ml Spritzen von Brown (ohne Dichtungsring) und habe persönlich kein Problem damit. Man muß aber auf den letzten mm aufpassen bzw. sehr gefühlvoll und langsam sein.

Ich werde aber mal die mit Dichtungsring bestellen und ausprobieren, danke für den Link.
Axel

V-Li
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von V-Li » 04.02.2019 12:11

Ich verwerwende die Spritzen, die ich bei jeder Lieferung von Tintenprobe.de bekomme. Es steht BD auf dem Kolben. Probleme mit dem Spritzen hatte ich noch nie wirklich, man kann sie gefühlvoll betätigen....aber ich bin auch in einem Arzthaushalt mit Praxis im Wohnhaus groß geworden.

SpurAufPapier
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von SpurAufPapier » 04.02.2019 12:52

Wie haltet Ihr die Spritzen beim Befüllen? Ich nehme sie in die Faust und drücke den Kolben mit dem Daumen, hatte noch nie Probleme (befülle manchmal auf dem Bett sitzend :mrgreen: ). Würde ich sie "normal" halten wie bei Injektionen, könnte es danebengehen, da kann ich die letzten mm nicht so gut kontrollieren.
Allerdings habe ich schon als Kleinkind mit Spritzen gespielt, da gewöhnt man sich dran (ebenfalls Arzthaushalt...).
Grüße
Vikka

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Frischling
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von Frischling » 04.02.2019 15:44

Vikka, ich komme aus keinem Arzthaushalt, aber ich halte die Spritze auch wie von dir beschrieben. Auf dem Bett sitzend hantiere ich selten mit Tintenfässer od. -patronen, nur am Schreibtisch, aber da ist auch noch nie eine größeres Malheur passiert.

Spritze habe mit stumpfer Kanüle und nach einem Anderson-Pen-Video und anschließender Diskussion hier, weiß ich auch, dass die Kanülen wunderbar auf Standard-Konverter passen, das erleichtert das Befüllen aus Tintenproben-Behälter ungemein :mrgreen:

LG
Christa

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Skotty
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von Skotty » 04.02.2019 17:23

Hallo,

nach einer schönen Glas/Metallspritze halte ich auch immerwieder Ausschau, bin aber bisher nicht wirklich fündig geworden.
Danke für den Link.
Kannst Du nochmal ein detailierteres Bild von der Spritze auf dem foto machen?

Bisher nehme ich normale Einwegspritzen, würde aber gern auf etwas Gefälligeres umsteigen.
(das sieht dann weniger nach Krankenhaus aus. ;) )

Gruß
Stephan

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desas
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von desas » 04.02.2019 17:29

Hmm, ich benutze so kleine schnuckelige (krankenhausoptische) 1ml-Spritzen mit stumpfer Kanüle.

Durch das geringe Volumen lässt sich ganz gut dosieren.

Aber immer nur (!) über der schwarzen Küchenspüle.
Beitrag in schwarz: desas als Füllerfreund - Beitrag in grün: desas als Moderator

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Gerhard Bronner

mirosc
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von mirosc » 04.02.2019 17:31

Von einem befreundeten Füller-Ehepaar habe ich gelernt: übrig gebliebene, nicht verwendete Hormonspritzen aus der Kinderwunschbehandlung funktionieren super. Seit ich von ihnen noch einen Packen versiegelte bekommen habe, nehme ich nur noch die, weil sie auch länger halten als die billigen und feinen Plastikpipetten. Sie haben Hundertstel-Ml-Markierung und funktionieren perfekt, weil sie lang genug sind, um aus jedem noch so tiefen und leeren Tintenglas auch den letzten Rest zu saugen und dann auch wieder sehr feinfühlig und wohldosiert abzugeben. Außerdem kein Totraumvolumen, so dass wirklich alles rausgeht. Sind durch den Injektionsaufsatz halt ziemlich feinpieksig. (1ml Einmalspritze von transcoject, Beschriftung 0482)
Gruß, Michael

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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von SimDreams » 04.02.2019 18:02

Skotty hat geschrieben:
04.02.2019 17:23
...nach einer schönen Glas/Metallspritze halte ich auch immerwieder Ausschau, bin aber bisher nicht wirklich fündig geworden.
...
Kannst Du nochmal ein detailierteres Bild von der Spritze auf dem foto machen?
Hallo Stephan, hier kannst du auf die Beschriftung zoomen: https://www.flickr.com/photos/simdreams ... 529973581/

Es gibt die Spritzen auch mit Luer-Lock Spitze und natürlich in verschiedenen Größen. Es braucht nur etwas Geduld, neu sind gerade keine in der Bucht.

Die HSW Roux Revolver (eigentlich für Serien Tierimpfungen) gibt es mit auf die Patronengröße einstellbarer Füllmenge - da könnte man gleich 20 Patronen in einem Rutsch befüllen (wenn man sie denn verschließen könnte).

Grüße, Uwe
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Re: Tinte mittels Spritze in Patrone einfüllen

Beitrag von Skotty » 04.02.2019 18:09

Hallo,

dankeschön! :)
Schöne Fotos übrigens.

Gruß
Stephan

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