Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

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RichardRoss
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Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von RichardRoss » 12.01.2020 3:30

Ich sehe immer wieder hier im Forum, dass flexible, dünne oder abgeschrägte Federn gesucht werden, die meistverkauften sind aber M.
Sind wir hier so grundsätzlich anders? Oder gibt es doch nicht wenige Leute auch hier, die einfach mit einer M schreiben? Oder habt ihr je nach Einsatzzweck immer eine andere Feder?

Wäre interessant. :)

Ich selbst hab vor allem eine weiche flexible OF-OM im Einsatz. Selten mal eine andere zur Abwechslung.
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Seraphin
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von Seraphin » 12.01.2020 5:36

Ich hab nur EF und F im Einsatz. Alles andere schreibt mir zu breit und gefällt mir schlichtweg nicht. Wobei ich einen Füller mit M-Feder besitze, die ich aber zur Stub/Italic umgeschliffen hab. Die meisten meiner EF Federn schreibe ich ein und bearbeite sie dann, dass sie wie ne F schreiben. Die F Federn werden in der Regel nicht bearbeitet und schreiben mit der Zeit auch immer etwas breiter, weshalb ich grundsätzlich lieber erstmal extrafein kaufe. Lediglich ein Füller, der blieb unbearbeitet und schreibt tatsächlich extrafein, so wie man es sich vorstellt und wünscht. Der hat dann die Aufgabe, mit fülleruntauglichem Papier klarzukommen oder wenn sonst irgendein Bedarf an ganz feinen Linien besteht.
Du bist, was du willst, weil du tust, was du willst, und weil du bist, was du tust.

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Horsa
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von Horsa » 12.01.2020 9:04

ich liebe die scharfen und breiten Federn und die flexiblen M-Federn ganz besonders. Sie schenken einem dank der Linienvarianz ein vielfältiges Schriftbild. Will ich jedoch beruflich oder privat bei langen Briefen mehr schreiben, greife ich stets zu meinem altenen Lamy 2000 mit einfacher OM Feder. Die Linienvarianz ist zwar sehr gering, er schreibt jedoch unbeschreiblich glatt, sanft und auch besonders schnell. Bei kürzeren Breiefen greife ich sonst auch sehr gern zu ganz breiten Federn.
Über die Distanz wird meine Schrift dann aber auch gern etwas zu klein für die breiten Federn.

Liebe Grüße

Horsa

V-Li
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von V-Li » 12.01.2020 10:43

Ein bisschen breiter darf es sein, am häufigsten habe ich aber M-Kugelfedern, gefolgt von Stub und B. Im Repertoire habe ich aber F, M, B, BB, Stub 1.1, und diverse Pilottypen (FA, SF, FM) und ich werde für bestimmte Anwendungen wohl auch mir eine EF zulegen.

agathon
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von agathon » 12.01.2020 11:05

Ich schreibe ganz bevorzugt mit einer cn-Feder in eef, die gleich in zwei Füllern steckt und die ich auch immer mit dabei habe.

Grüße

agathon

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Killerturnschuh
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von Killerturnschuh » 12.01.2020 12:13

Linkshänder, relativ kleine gerade Schrift und winzige e - Krigeln.
Unter diesen Vorzeichen drängen sich EF und F Federn, so wie klar deffinierte Italic bis 0.9 geradezu auf, wenn man lesbar schreiben möchte. Ich schreibe ausschließlich mit Goldfedern und meist mit 18 Karat. Danach sind i zwischen meine sämtlichen Füllhalter ausgelegt.
Salve

Angi

"Gute Informationen sind schwer zu bekommen. Noch schwerer ist es, mit ihnen etwas anzufangen."
(Sir Arthur Conan Doyle)

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NicolausPiscator
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von NicolausPiscator » 12.01.2020 14:36

Moin RichardRoss, dass die M-Federn die meistverkauften Federn sind, bedeutet vor allem genau das, dass sie die meistverkauften sind. Der Grund dafür ist allerdings völlig klar, weil sie am unkompliziertesten sind. Über die Güte usw. sagt das nichts aus. Die hier im Forum oft beschriebenen und diskutierten oblique-Federn können nicht von allen problemlos geschrieben werden. Die Mehrzahl der Menschen wird nicht die Geduld aufbringen, einer besonderen Feder nachzuspüren, wie sie geschrieben werden will, um ein gutes Ergebnis hervorzubringen. Meiner Ansicht nach zeigt sich das Wesen einer Feder und die Kunst der Manufaktur darin in F- und EF-Federn. Und ich freue mich, dass die Federn sind, die meiner Ansicht nach für meine Handschrift angemessen sind.

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Füchschen
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von Füchschen » 12.01.2020 14:52

Bei mir wechselt es sich immer wieder ab. Mal mag ich die schmalste Feder nutzen die ich habe (EF-Feder von Pilot), dann wieder meine breiteste Feder (BB-Goldfeder von Kaweco).
Ich habe aber auch eine wunderbare M-Feder. Sie schreibt eigentlich auf allen Papieren und ist halt eine Standard-feder. Ich mag besondere Federn lieber.
Tintige Grüße von Vanny

Der Zeitreisende
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von Der Zeitreisende » 12.01.2020 18:52

NicolausPiscator hat geschrieben:
12.01.2020 14:36
dass die M-Federn die meistverkauften Federn sind, bedeutet vor allem genau das, dass sie die meistverkauften sind. […] Die Mehrzahl der Menschen wird nicht die Geduld aufbringen, einer besonderen Feder nachzuspüren, wie sie geschrieben werden will, um ein gutes Ergebnis hervorzubringen. Meiner Ansicht nach zeigt sich das Wesen einer Feder und die Kunst der Manufaktur darin in F- und EF-Federn. Und ich freue mich, dass die Federn sind, die meiner Ansicht nach für meine Handschrift angemessen sind.
Da schließe ich mich an. Die einzigen M-Federn, mit denen ich überhaupt einigermaßen angenehm schreiben kann, sind japanische (z.B. Platinum, von denen bekannt ist, dass sie um einen Grad feiner als die europäischen sind) und eine von Monteverde (ebenfalls bekanntlich ein bisschen feiner als gewöhnlich). Manchmal eine Diplomat-Feder (auch die sind ein bisschen feiner) mit einer 'trockenen' Tinte.

So sind all meine Füller bestückt mit F oder EF. EF ist die einzige Breite bei Pelikan, mit der ich schreiben kann, weil Pelikan-Federn bekanntlich breiter als gewöhnlich sind.
Aktuell hauptsächlich (nur hauptsächlich) mit Cleo Skribent, Waterman, Lindauer, Diplomat und Sheaffer (dem alten Targa, also nicht Made-in-China) schreibend.

agathon
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von agathon » 12.01.2020 19:11

Diese Hinwendung zu den feinen und extrafeinen Federn gegenwärtig hier im Forum finde ich Hochspannungsleitungen. Vor ein paar Jahren noch war das, zumindest gefühlt, genau umgekehrt, da konnten die Federn nicht breit und oblique genug sein. Die Gründe für diese Trendwende, wenn es denn überhaupt eine ist, würden mich echt mal interessieren. Vielleicht liegt es ja daran, dass, nachdem Pelikan seine OB, OBB und OBB-Federn vom Markt genommen hat, diese vielleicht schon fast in Vergessenheit geraten sind bzw. kaum noch verbreitet?

Grüße

agathon

PPB
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von PPB » 12.01.2020 19:48

Bei Korrekturen haben sich (E)F-Federn als sinnvoll erwiesen, sodass ich diese nahezu immer nutze.
Nur ganz selten hätte ich die die Gelegenheit, breitere Federn einzusetzen, sodass ich lediglich vier B-Federn habe (geschätzt).

Ich muss zugeben, dass auch ich im Forum den Eindruck gewonnen habe, dass breite Federn bevorzugt werden.
Liebe Grüße, Tina

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Edelweissine
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von Edelweissine » 12.01.2020 20:15

agathon hat geschrieben:
12.01.2020 19:11
Diese Hinwendung zu den feinen und extrafeinen Federn gegenwärtig hier im Forum finde ich Hochspannungsleitungen.
Autokorrektor ist was Herrliches😂!
Gruß,
Heike

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Seraphin
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von Seraphin » 12.01.2020 20:18

Ob und warum sich hier scheinbar eine Kehrtwende vollzieht kann ich nicht beantworten. Ich hatte bisher aber eigentlich auch weiterhin den Eindruck, dass die breiten Federn (auch oblique, stub) hier zahlenmäßig überlegen sind.

Meine persönliche Motivation dahinter ist ganz einfach. Nach jahrelangem Kugelschreiber Gebrauch hab ich feine Linien lieben gelernt. Ich wollte mit meiner Füllfeder nicht auffallen, sondern einfach nur Füllerschreiben und nicht auf mich aufmerksam machen, wie besonders ich doch mit meiner scheinbaren Individualität bin. Ebenso sah ich nicht ein, nur noch 20% der Papiere die mir so unterkommen benutzen zu können. Also mussten zwangsläufig feine Federn her, die das kompensieren.

Vielleicht ist das bei vielen ähnlich? Sie wollen ihren Füller als Alltagsgerät benutzen, in der Schule, in der Uni, im Beruf und eben nicht nur auf Spezialpapier für den Brieffreund ordentlich schreiben können oder als reine Vitrinenstücke bestaunen.

Keine Ahnung....um Langzeittrends zu erkennen bin ich noch zu kurz dabei. Aber der Vorteil eines Forums is ja, dass ich Jahre in die Vergangenheit blicken kann wenn ich das möchte.
Du bist, was du willst, weil du tust, was du willst, und weil du bist, was du tust.

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Pelle13
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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von Pelle13 » 12.01.2020 23:50

Ich liebe die Vielfalt, also besitze und nutze ich alle Federbreiten zwischen (deutscher) EF und BB, sowie Oblique und Italics. Je nach Lust und Laune oder nach Anwendungszweck entscheide ich mich dann für eine bestimmte Federbreite.
Klar lässt sich schlechtes Papier besser mit einer schmalen Feder und gutmütigen Tinte beschreiben und natürlich bekommt man in einen DIN A6 Terminkalender umso mehr Notizen rein, je schmaler die Feder schreibt.
Fragt man mich dagegen welche Federn ich bevorzuge, dann würde ich immer Oblique oder Italic antworten, weil mir die (dezente) Linienvarianz im Schriftbild gefällt.
Ich denke mal, dass M-Federn die am häufigsten verwendeten sind, weil sie in jeder Hinsicht ein akzeptabler Kompromiss sind und somit auch von fast allen Verkäufern empfohlen werden. Wer nur einen Füller nutzt und weder winzigklein schreibt, noch den Füller nur für Unterschriften braucht, wird zu einer "Durchschnittsfeder" greifen. Erst wenn man sich mit Füllern intensiver beschäftigt, kommt vielleicht der Wunsch nach einer "UEF-Feder" oder einer "OBBB-Feder" auf.

Liebe Grüße,
Dagmar
Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur. (Albert Einstein)

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Re: Mit welcher Feder schreibt ihr gern?

Beitrag von Killerturnschuh » 13.01.2020 10:39

agathon hat geschrieben:
12.01.2020 11:05
Ich schreibe ganz bevorzugt mit einer cn-Feder in eef, die gleich in zwei Füllern steckt und die ich auch immer mit dabei habe.

Grüße

agathon
Die Entwicklung ist mir auch aufgefallen. Möglicherweise könnte dieser Trend ja eine Entwicklung hin zur Alltagstauglichkeit sein...

Eine weiche breite Feder zu finden ist einfach im Gegensatz zu F und EF Federn die eine viel geringere Auflagefläche auf dem Papier haben.


Die Beliebtheit von M Federn ist dagegen relativ einfach zu erklären - sie repräsentiert die Mitte und ist nicht zu breit oder zu schmal.
Salve

Angi

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