Und es geht bergab
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Und es geht bergab
https://www.merkur.de/bayern/nuernberg/ ... 38014.html
Geschaeftsrueckgang bei Stiftherstellern
Im Bericht geht es um Bayern, ich denke, ausserhalb Bayerns sieht es aehnlich aus.
Geschaeftsrueckgang bei Stiftherstellern
Im Bericht geht es um Bayern, ich denke, ausserhalb Bayerns sieht es aehnlich aus.
Re: Und es geht bergab
Traurig. Nach einem großen Zwischenhoch dank Corona setzt sich der Trend, der schonlänger mit der Digitalisierung einher geht, weiter fort.
Die Idee, einen Stift zum (Mode/Luxus-) Accessoire zu machen, halte ich für zielführend. Auf, Ihr Influencer, promotet mal was sinnvolles.
Die Idee, einen Stift zum (Mode/Luxus-) Accessoire zu machen, halte ich für zielführend. Auf, Ihr Influencer, promotet mal was sinnvolles.
Gruß
Knut
Knut
Re: Und es geht bergab
Zumindest gäbe es dann eine gewisse Parallele zu anderen Produkten, wie etwa mechanische Uhren.
Die benötigt letztlich niemand mehr, weil ein Handy oder Smartband die Uhrzeit als Nebenprodukt ebenso anzeigt und das sogar viel präziser als eine relativ ungenaue Armbanduhr.
Dennoch sind mechanische Uhren ein gefragtes Gut, weil sie teils als Schmuckstück, Handwerkskunst oder als luxuriöses Statement gesehen werden.
Inwieweit sich diese Attribute auch auf Schreibgeräte in großem Stil übertragen lassen, wird sich zeigen.
Historisch gesehen waren hochwertige Schreibgeräte ja immer schon ein Stück "Luxus".
Der Markt wird sich verkleinern und Textmarker, 90 Cent Kugelschreiber und vielleicht auch Billigfüller werden sicher drastisch unter Druck geraten.
Hochwertige Schreibgeräte eher nicht, glaube und hoffe ich.
Ebenso leistbare Modestifte, wie Legami, haben auch zukünftig Chancen.
Ich würde das nicht zu schwarz sehen. Der Markt wird sich anders ausrichten und anders konzentrieren, was aber nicht zwingend schlecht sein muss.
Die benötigt letztlich niemand mehr, weil ein Handy oder Smartband die Uhrzeit als Nebenprodukt ebenso anzeigt und das sogar viel präziser als eine relativ ungenaue Armbanduhr.
Dennoch sind mechanische Uhren ein gefragtes Gut, weil sie teils als Schmuckstück, Handwerkskunst oder als luxuriöses Statement gesehen werden.
Inwieweit sich diese Attribute auch auf Schreibgeräte in großem Stil übertragen lassen, wird sich zeigen.
Historisch gesehen waren hochwertige Schreibgeräte ja immer schon ein Stück "Luxus".
Der Markt wird sich verkleinern und Textmarker, 90 Cent Kugelschreiber und vielleicht auch Billigfüller werden sicher drastisch unter Druck geraten.
Hochwertige Schreibgeräte eher nicht, glaube und hoffe ich.
Ebenso leistbare Modestifte, wie Legami, haben auch zukünftig Chancen.
Ich würde das nicht zu schwarz sehen. Der Markt wird sich anders ausrichten und anders konzentrieren, was aber nicht zwingend schlecht sein muss.
Gruß Ed
Re: Und es geht bergab
Den Stift als Luxusaccesoire hat Montblanc ja schon seit Jahrzehnten promoted und verdient sich an den billigen Plastikteilen dumm und dämlich.
Ich sehe eher die Gefahr, dass die Handschrift in den kommenden Generationen ausstirbt.
In Hamburg gibt es eine Einrichtung von Rentnern, die alt Briefe, Postkarten und Dokumente vorgelegt bekommen und diese quasi "übersetzen". Traurig aber wahr.
In Hessen soll das "Teilen" im Mathematikunterricht abgeschafft werden, wie ich gehört habe.
Wir züchten uns eine Generation heran, die später mal für nix zu gebrauchen ist.
Was kommt eigentlich nach der Generation Z ?!
Ich sehe eher die Gefahr, dass die Handschrift in den kommenden Generationen ausstirbt.
In Hamburg gibt es eine Einrichtung von Rentnern, die alt Briefe, Postkarten und Dokumente vorgelegt bekommen und diese quasi "übersetzen". Traurig aber wahr.
In Hessen soll das "Teilen" im Mathematikunterricht abgeschafft werden, wie ich gehört habe.
Wir züchten uns eine Generation heran, die später mal für nix zu gebrauchen ist.
Was kommt eigentlich nach der Generation Z ?!
"Die Qualität bleibt, wenn der Preis längst vergessen ist." Henry Royce
Re: Und es geht bergab
Aus meiner Blickrichtung stimme ich dir zu.Axel63 hat geschrieben: ↑25.01.2026 12:44Den Stift als Luxusaccesoire hat Montblanc ja schon seit Jahrzehnten promoted und verdient sich an den billigen Plastikteilen dumm und dämlich.
Ich sehe eher die Gefahr, dass die Handschrift in den kommenden Generationen ausstirbt.
In Hamburg gibt es eine Einrichtung von Rentnern, die alt Briefe, Postkarten und Dokumente vorgelegt bekommen und diese quasi "übersetzen". Traurig aber wahr.
In Hessen soll das "Teilen" im Mathematikunterricht abgeschafft werden, wie ich gehört habe.
Wir züchten uns eine Generation heran, die später mal für nix zu gebrauchen ist.
Was kommt eigentlich nach der Generation Z ?!
Die Frage ist, wie fehlerbehaftet meine Blickrichtung ist.
Per Hand zu schreiben ist für mich selbstverständlich, weil ich es nie anders kennengelernt habe.
Ist es deshalb aber der Goldstandard oder die Referenz?
Kann jede andere Form der Kommunikation nicht genauso effektiv oder gar besser sein?
Ich fühle mich nicht berufen darüber zu urteilen.
Dieses Thema in Korrelation mit Intelligenz oder "Verdummung" zu bringen ist freilich verlockend, aber möglicherweise eine vom eigenen Standpunkt aus betrachtete Fehlinterpretation.
Gruß Ed
Re: Und es geht bergab
"Die Handschrift ist der Weg zum Gehirn."
Professor Spitzer hat schon vor Jahren vor der Digitalisierung bei Kinder und im Schulunterricht gemahnt.
Es gibt ausgezeichnete Youtube Videos von ihm zu dem Thema.
Handschrift ist und bleibt für mich ein Kulturgut.
In diesem Zusammenhang empfehle ich das Buch "The messing ink", das sich ausführlich mit der Bedeutung von Handschrift beschäftigt.
Professor Spitzer hat schon vor Jahren vor der Digitalisierung bei Kinder und im Schulunterricht gemahnt.
Es gibt ausgezeichnete Youtube Videos von ihm zu dem Thema.
Handschrift ist und bleibt für mich ein Kulturgut.
In diesem Zusammenhang empfehle ich das Buch "The messing ink", das sich ausführlich mit der Bedeutung von Handschrift beschäftigt.
"Die Qualität bleibt, wenn der Preis längst vergessen ist." Henry Royce
Re: Und es geht bergab
Vorsicht mit Hörensagen. In einigen Bundesländern soll das schriftliche Dividieren (wie es aufgrund der vermuteten Alterstruktur hier im Forum wohl die meisten in der Scule gelernt haben) durch das halbschriftliche Dividieren ersetzt werden. Insofern ist das Dividieren als Solches eben nicht außen vor. Jetzt kann man sich allerdings trefflich streiten, welches Verfahren ein besseres Zahlengefühl vermittelt...
Grüße, Matthias
--
Man kann durchaus zu viele Füller, Papiere und Tinten haben - aber niemals genug.
--
Man kann durchaus zu viele Füller, Papiere und Tinten haben - aber niemals genug.
Re: Und es geht bergab
Unser beider Sichtweisen unterscheiden sich, wie geschrieben, nicht. Ich bin da bei dir.Axel63 hat geschrieben: ↑25.01.2026 14:08"Die Handschrift ist der Weg zum Gehirn."
Professor Spitzer hat schon vor Jahren vor der Digitalisierung bei Kinder und im Schulunterricht gemahnt.
Es gibt ausgezeichnete Youtube Videos von ihm zu dem Thema.
Handschrift ist und bleibt für mich ein Kulturgut.
In diesem Zusammenhang empfehle ich das Buch "The messing ink", das sich ausführlich mit der Bedeutung von Handschrift beschäftigt.
Um zumindest thematisch bei der Sache zu bleiben, sei hier kurz der Beruf des Schriftsetzers erwähnt.
Bis in die 70er Jahre ein hoch angesehener Beruf, der eine hohe Konzentration, orthografische Kenntnisse, "spiegelverkehrtes" Verständnis und viele andere Fähigkeiten erforderte.
Diese Handarbeit diente ebenfalls dem hohen Kulturgut des Wortes und war lange Zeit unantastbar.
Danach übernahmen technologisch andere Mittel diese Arbeit, ohne dass das Kulturgut des Wortes größeren Schaden genommen hätte.
Es geht mir also um zweierlei:
- die eigene, persönliche Sicht auf die Dinge.
- die allgemeine Weiterentwicklung des jeweiligen Zeitgeistes.
Den ersten Punkt kann ich für mich selbst entscheiden. Den zweiten Punkt nicht. Und ich möchte mich nicht in die Enge treiben lassen, diese Entwicklung ausschließlich negativ zu sehen.
Vielleicht ist das "Bergab" ja weniger schlimm. Nur eben eine Richtungskorrektur?
Gruß Ed
Re: Und es geht bergab
Entschuldige bitte, aber da hast du mich falsch zitiert, da die Worte nicht von mir stammen sondern von Axel63.mbf hat geschrieben: ↑25.01.2026 14:15Vorsicht mit Hörensagen. In einigen Bundesländern soll das schriftliche Dividieren (wie es aufgrund der vermuteten Alterstruktur hier im Forum wohl die meisten in der Scule gelernt haben) durch das halbschriftliche Dividieren ersetzt werden. Insofern ist das Dividieren als Solches eben nicht außen vor. Jetzt kann man sich allerdings trefflich streiten, welches Verfahren ein besseres Zahlengefühl vermittelt...
Bitte etwas besser darauf achten! Danke
Gruß Ed
Re: Und es geht bergab
Und hier muss ich mal kurz Off topic rein grätschen und widersprechen. Ich bin Setzer. Dass der Beruf mit dem Aufkommen neuer Technologien unterging, hat aus meiner fachlichen Perspektive der Typografie enormen Schaden zugefügt. Man hat das neue digitale Werkzeug einfach Fachfremden an die Hand gegeben, denen Grundkenntnisse fehlen. Ich komme heute schon beim Lesen der Tageszeitung nicht über die unerfreuliche erste Seite hinaus, weil die Umbrüche derart grottig sind, dass mein Kaffee kalt wird, während mein Hirn mit Unterscheiden beschäftigt ist. Und ich habe einen E-Reader angeschafft, weil ich für miserabel gesetzte Bücher kein Geld ausgebe. (Von meinem billigen Tolino erwarte ich keine saubere Typo.)Portaner hat geschrieben: ↑25.01.2026 14:33Um zumindest thematisch bei der Sache zu bleiben, sei hier kurz der Beruf des Schriftsetzers erwähnt.
Bis in die 70er Jahre ein hoch angesehener Beruf, der eine hohe Konzentration, orthografische Kenntnisse, "spiegelverkehrtes" Verständnis und viele andere Fähigkeiten erforderte.
Diese Handarbeit diente ebenfalls dem hohen Kulturgut des Wortes und war lange Zeit unantastbar.
Danach übernahmen technologisch andere Mittel diese Arbeit, ohne dass das Kulturgut des Wortes größeren Schaden genommen hätte.
In diesem Sinne: Gott grüß die Kunst, sie ist total verhunzt (Zitat meines Vaters, ebenfalls Setzer).
Sorry fürs Abschweifen.
Viele Grüße
Bianka
"Blessed are the cheesemakers!" Monty Python
Bianka
"Blessed are the cheesemakers!" Monty Python
Re: Und es geht bergab
Die steigenden Preise. „Hals nicht voll genug bekommen.“
Sage ich als bekennender MontBlanc Fan. Aber (auch dort) reicht es mal langsam.
Jedes Jahr teurer, teilweise auch 2 Preiserhöhungen.
Alles wird teurer.
Wir müssen effektiver und effizienter werden.
Jedes Jahr!
Ein Wechselspiel, Kreislauf.
Und irgendwann merkt man, dass das alte Smartphone trotz neu erschienenem Modell eigentlich noch ausreichend ist.
Dass der Nachbar gar nicht neidisch ist wenn ich jedes Jahr ein anderes Auto lease.
Dass das TShirt vom letzten Jahr trotz „nun unmoderner“ Farbe immer noch gefällt.
Dass die Füllermappe voll ist.
Dass man diesen ganzen Wahnsinn nicht mehr mitmachen muss…
Wort zum Sonntag.
Sage ich als bekennender MontBlanc Fan. Aber (auch dort) reicht es mal langsam.
Jedes Jahr teurer, teilweise auch 2 Preiserhöhungen.
Alles wird teurer.
Wir müssen effektiver und effizienter werden.
Jedes Jahr!
Ein Wechselspiel, Kreislauf.
Und irgendwann merkt man, dass das alte Smartphone trotz neu erschienenem Modell eigentlich noch ausreichend ist.
Dass der Nachbar gar nicht neidisch ist wenn ich jedes Jahr ein anderes Auto lease.
Dass das TShirt vom letzten Jahr trotz „nun unmoderner“ Farbe immer noch gefällt.
Dass die Füllermappe voll ist.
Dass man diesen ganzen Wahnsinn nicht mehr mitmachen muss…
Wort zum Sonntag.
LG
Stefan
Stefan
- Strombomboli
- Beiträge: 2899
- Registriert: 27.03.2012 15:54
- Wohnort: Berlin
Re: Und es geht bergab
Ich habe vor ein paar Tagen irgendwo im Internet einen Ausschnitt aus einer Kongreßanhörung in den USA gehört. Dort sagte ein Prof, daß Digitalisierung generell das Lernen verhindere, daß ein Mensch nämlich von anderen Menschen lernt und nicht von Bildschirmen. Mir leuchtet das ein.
Und ein Gruß an Bianka Nitschewo: auch mir macht die Zeitungslektüre wenig Freude. Es gibt nicht nur Satzfehler, sondern es wurde offenbar auch die Korrektur abgeschafft. Was aber vielleicht eh egal ist, viele der jungen Kollegen können sich sowieso nur noch schwer ausdrücken und kennen die Sprache gar nicht mehr. Ich sage nur "schwörte", "schmilzen", " der Mann und dessen Sohn" (das entspricht der russischen Grammatik), dazu kommt der überbordende Gebrauch des Demonstrativpronomens (weil es auf englisch "this" heißt, muß es offenbar auf deutsch "dies" heißen). Im Radio hört man dann den Rest, ach, don't get me started, wie der Franzose sagt.
Iris
Mein Avatar ist ein Gemälde von Ilja Maschkow (1881-1944): Selbstporträt; 1911, das in der neuen Tretjakow-Galerie (am Krimskij Wal) in Moskau hängt, wo ich es fotografiert habe.
Mein Avatar ist ein Gemälde von Ilja Maschkow (1881-1944): Selbstporträt; 1911, das in der neuen Tretjakow-Galerie (am Krimskij Wal) in Moskau hängt, wo ich es fotografiert habe.
Re: Und es geht bergab
Hallo,
ich stelle das mal kommentarlos dazu rein.
Fachlich fundiert, wie ich meine und man achte auf den Publikationszeitpunkt 2017.
https://www.aerztezeitung.de/Panorama/V ... 10076.html
Gruß
Knockando
ich stelle das mal kommentarlos dazu rein.
Fachlich fundiert, wie ich meine und man achte auf den Publikationszeitpunkt 2017.
https://www.aerztezeitung.de/Panorama/V ... 10076.html
Gruß
Knockando
Re: Und es geht bergab
Sorry.Portaner hat geschrieben: ↑25.01.2026 14:48Entschuldige bitte, aber da hast du mich falsch zitiert, da die Worte nicht von mir stammen sondern von Axel63.mbf hat geschrieben: ↑25.01.2026 14:15Vorsicht mit Hörensagen. In einigen Bundesländern soll das schriftliche Dividieren (wie es aufgrund der vermuteten Alterstruktur hier im Forum wohl die meisten in der Scule gelernt haben) durch das halbschriftliche Dividieren ersetzt werden. Insofern ist das Dividieren als Solches eben nicht außen vor. Jetzt kann man sich allerdings trefflich streiten, welches Verfahren ein besseres Zahlengefühl vermittelt...
Bitte etwas besser darauf achten! Danke
Grüße, Matthias
--
Man kann durchaus zu viele Füller, Papiere und Tinten haben - aber niemals genug.
--
Man kann durchaus zu viele Füller, Papiere und Tinten haben - aber niemals genug.
- Edelweissine
- Beiträge: 2779
- Registriert: 08.01.2016 18:32
Re: Und es geht bergab
Danke für den Beitrag!Knockando hat geschrieben: ↑25.01.2026 22:59Hallo,
ich stelle das mal kommentarlos dazu rein.
Fachlich fundiert, wie ich meine und man achte auf den Publikationszeitpunkt 2017.
https://www.aerztezeitung.de/Panorama/V ... 10076.html
Gruß
Knockando
"Schnürli-Schrift" ist ein toller Begriff!
Gruß,
Heike
Heike
