Hier im Thread ist aber Dokumentenechtheit gar nicht erforderlich, sondern nur eine gewisse Wasserresistenz.
Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Moderatoren: MarkIV, Zollinger, desas, Linceo, Lamynator, JulieParadise, HeKe2
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Die Dokumentenechtheit. "Dokumentenecht" ist bei Kugelschreibgeräten klar definiert, weil es entsprechende Normen mit den notwendigen Echtheitskriterien gibt. Für Füllertinten gibt es aber keine entsprechende Norm, weil die niemand beantragt und die Finanzierung abgesichert hat. Deshalb kann man praktisch alles mögliche als "dokumentenecht" bezeichnen, solange man nicht draufschreibt dokumentenecht nach DIN. Eisengallustinten sind z.B. nicht dokumentenecht nach DIN, weil sie nicht beständig gegen Bleichmittel und verdünnte Salzsäure sind. Ich rate aber dringend, sich auf bestimmte Kriterien zu einigen (und da bieten sich die Normen für Kugelschreibgeräte an), weil es sonst zugeht wie bei Hempels unter'm Sofa und Füllertinten "dokumentenecht", obwohl deutlich unbeständiger als die entsprechenden Kugelschreibgeräte sind. Zur Verdeutlichung des Problems hänge ich nochmal meinen Salzsäure (den Hilfsfarbstoffrest und das Eisen kann man da mit Wasser auch noch ausspülen) und Hermanns Bleichtest an.
Hier im Thread ist aber Dokumentenechtheit gar nicht erforderlich, sondern nur eine gewisse Wasserresistenz.

Hier im Thread ist aber Dokumentenechtheit gar nicht erforderlich, sondern nur eine gewisse Wasserresistenz.
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moniaqua
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Die Tintenhersteller behelfen sich halt mit der DIN für Kugelschreiber, schreiben das aber auch ausdrücklich dazu. Letztlich müsste es ja auch passen, da auch Kugelschreiber letztlich nur mit Tinte schreiben.
Zum Thema nochmal: eventuell wäre die Rohrer & Klingner dokumentus hellblau einen Versuch wert, wenn ich mir das Beispiel von viewtopic.php?p=398894#p398894 anschaue. Die war glaub ich noch nicht im Spiel. Die Seiten in viewtopic.php?p=442929#p442929 sind damit geschrieben, wobei ab 97 unteres Drittel der Füller grundgereinigt war. Im "wahren Leben" geht der Farbton noch einen Klacks mehr Richtung Türkis.
Von der Farbe her gut wäre wohl auch die Golden Lapis, wenn halt das Gesprenkel nicht wäre. Wasserfest genug sollte die sein, Lichtecht kann ich noch nicht sagen. Vielleicht kommt ja Pelikan eines Tages auf die Idee, die Tinte ohne Sprengseln anzubieten.
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Das passt auch, Montblanc verwendet die DIN für Tintenroller. Aber nur, wenn es auch stimmt, R&K und Octopus legen ein Zertifikat vor. Allgemein kann man davon ausgehen, dass blaue und schwarze Nanotinten auch ohne Zertifikat die Normen erfüllen. Aber das trifft nicht auf alle Tintenhersteller zu.
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moniaqua
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Die einfache blaue von gut & günstig (Patronen) hat mich an der Stelle überrascht; die hat gut mitgehalten beim Lichttest und Wasser ist auch ok.
Tintenkiller besitzt in der Familie niemand und extra einen kaufen, weil man ihn nicht nutzen will, finde ich öde. Hülfe an dieser Stelle irgendein Hausmittel zum Testen, wie Sauerstoffbleiche, Natron oder Soda?
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Die drei Beispiele sind nicht hilfreich, benötigt wird ein Reduktionsmittel. Wie z.B. Natriumsulfit aus dem Tintenlöschstift.
Das Natriumsulfit kenne ich nur als Chemikalie zum Einsatz im Labor.
Aber, mein Google sagt mir gerade, dass Natriumsulfit auch in "Knödelhilfe“ verwendet wird. Kenne ich nicht, aber könnte möglicherweise ein Hausmittel sein?
LG
Heinrich
Heinrich
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moniaqua
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Könnte vielleicht, aber da ich meine Knödel so hinkriege, kenne ich es auch nicht.
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Die Frage kann auch lauten, gegen was man die Tinte ausgelegt haben will. Möchte man sie gegen die Widrigkeiten der Norm auslegen, weil das da so drin steht oder eher gegen das, was realistischerweise zu erwarten ist - typischerweise Licht und verschütteter Tee?
Grüße, Matthias
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Man kann durchaus zu viele Füller, Papiere und Tinten haben - aber niemals genug.
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Man kann durchaus zu viele Füller, Papiere und Tinten haben - aber niemals genug.
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moniaqua
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Für den Hausgebrauch reicht vermutlich wirklich Tee, Waschlauge und Licht. Waschlauge, weil man ja vielleicht mal einen Zettel mitwäscht... (Ehrlich, was glaubt Ihr, was ich schon alles gefunden habe in der Waschmaschine. Geld wird i.d.R. schön sauber, Feuerzeuge gehen oder auch nicht, usw.
)
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Das stimmt natürlich. Es ging jetzt erstmal darum festzustellen, was heutzutage als "dokumentenecht" gilt. Im EG-Thread verwenden wir ja die preußische Norm von 1912, da sind es aber nur Eisengallustinten. Eine völlig andere Frage ist, brauche ich das für den Einsatzzweck? In meinem Fall ist die Antwort ganz klar nein, ich verwende auch keine Nanotinten. Aber wenn ich eine Fortbildung zum Bademeister mache, dann ändert sich das.

Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Das habe ich damals übersehen. Zur Killerbarkeit geht auch Natriumhydrogencarbonat (auch bekannt als Natron), hier unten mal bei Königsblau. Der Bleichmitteltest ist aber ein anderes Kaliber, das war Natriumhypochlorit. Die gelblichen Reste bei den Eisengallustinten könnten z.B. Eisenoxide oder oxidierte Gerbsäuren wie Chinone sein.moniaqua hat geschrieben: ↑19.09.2024 13:20Die einfache blaue von gut & günstig (Patronen) hat mich an der Stelle überrascht; die hat gut mitgehalten beim Lichttest und Wasser ist auch ok.
Tintenkiller besitzt in der Familie niemand und extra einen kaufen, weil man ihn nicht nutzen will, finde ich öde. Hülfe an dieser Stelle irgendein Hausmittel zum Testen, wie Sauerstoffbleiche, Natron oder Soda?
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Das schaut für mich so aus, dass es immer noch für eine Lesbarkeit ausreicht. Da dürfte Natriumsulfit effektiver sein.
LG
Heinrich
Heinrich
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
Das geht ja auch nicht darum das wegzukillern, sondern nur mal mit einem Hausmittel zu testen. Da wird ein Hydroxidion an das Farbstoffmolekül im leicht basischen Bereich angelagert. Das verändert die Molekülgeometrie und verkürzt das freie Elektronensystem. Von da an absorbiert der Farbstoff kurzwelliges UV-Licht und wird im sichtbaren Bereich theoretisch transparent, aber wie grau ist doch alle Praxis. 
Re: Wirklich leuchtendes dokumententaugliches Blau gesucht
So, ich muss mal kurz fazitieren, denn Löschbarkeit im Kontext mit dokumententauglich ist natürlich der komplett falsche Dampfer.
Ich würde für Füller blaue wasserfeste Nanopigment-Tinten verwenden. Bei Blau sind das Kupferphthalocyanin-Pigmente und die halten durch. Völlig egal, ob die zertifiziert sind oder nicht, wir haben die hier selbst getestet. In Lichttests über 4 Jahre, Wassertests, Bleichmittel und Bewetterung bis der Zettel zerfiel. Entscheidend ist aber, ob man die Tinten am Beschreibmaterial ausreichend fixieren kann. Bei gebräuchlichen, wie Schreibpapier, Briefblock, Kopierpapier wird das funktionieren. Bei sehr glatten, nicht saugfähigen Materialien, wie Hochglanzpapieren oder z.B. Bankkarten aus Plastik sieht das etwas anders aus, aber das kann man nur ausprobieren.
Ich würde für Füller blaue wasserfeste Nanopigment-Tinten verwenden. Bei Blau sind das Kupferphthalocyanin-Pigmente und die halten durch. Völlig egal, ob die zertifiziert sind oder nicht, wir haben die hier selbst getestet. In Lichttests über 4 Jahre, Wassertests, Bleichmittel und Bewetterung bis der Zettel zerfiel. Entscheidend ist aber, ob man die Tinten am Beschreibmaterial ausreichend fixieren kann. Bei gebräuchlichen, wie Schreibpapier, Briefblock, Kopierpapier wird das funktionieren. Bei sehr glatten, nicht saugfähigen Materialien, wie Hochglanzpapieren oder z.B. Bankkarten aus Plastik sieht das etwas anders aus, aber das kann man nur ausprobieren.
