Vorstellung Piedimonte Pen Design Lisa (Magnetkolbenfüller)

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Boetheras
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Vorstellung Piedimonte Pen Design Lisa (Magnetkolbenfüller)

Beitrag von Boetheras »

Vorbemerkungen zu Hersteller, Bezugsweg, Beziehung zum Hersteller

Vor- Vorbemerkung: Eigentlich wollte ich, in der angedachten Reihenfolge meiner Vorstellungen, an dieser Stelle den Stabil Grow vorstellen. Das hat aber, wie ich nach kurzer Recherche sah, schon imperiusmemberlist.php?mode=viewprofile&u=49950 vor drei Jahren erledigt: viewtopic.php?f=5&t=36632
Falls irgendjemandem das kleine Osterei aufgefallen ist, wie / wo ich in einer Vorstellung auf den nächsten Kandidaten hinweise, würde es mich freuen ;) .


Über den "Lisa" bin ich auf der Dutch Pen Show 2025 gestolpert. Das Konzept des magnetbedienten Kolbens und der Füller haben mir sofort gefallen und ich habe kurzentschlossen einen gekauft, möglicherweise vom Erfinder persönlich.
Piedimonte Pen Design bietet zur Zeit zwei Grundtypen von Füllfederhaltern an, den hier vorgestellten "Lisa" mit Magnetkolben und den GB-1, der ein anderes, aber mindestens ebenso ungewöhnliches Konzept verfolgt.

Da ich Instagram und andere Plattformen meide, kann ich nicht auf alle Original-Inhalte von Piedimonte Pen Design zugreifen und muss ein paar Informationen aus zweiter Hand, nämlich von David Parker (Figboot on Pens) verbreiten, der den Füller "Lisa" ausführlich hier vorstellt: https://www.youtube.com/watch?v=ZLxIWOj7w60&t=875s

Der Inhaber von Piedimonte Pen Design ist Gianluca (Barcani?), im Hauptberuf arbeitet er mit Medizinprodukten. Das merkt man an einigen Details, beginnend mit der stabilen (in einer bundeseigenen Institution, der ich früher mal angehörte, sagte man "luftlandefähig!") Kofferbox aus Aluminiumrahmen und Kunststoff, passgenau ausgeschäumt, die als Verpackung dient.

Der Name "Lisa" ist, laut David, das Ergebnis eines Wettbewerbs und der Name der Gewinnerin.

Offenlegung (Disclosure): Ich habe keine geschäftliche Beziehung zum Hersteller, die über den Kauf des Schreibgerätes hinausgeht.
Die folgende Vorstellung enthält ausschließlich meine persönliche Meinung, meine persönliche Erfahrung, nach bestem Vermögen erhobene Messwerte und objektive Beschreibungen.
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Messwerte

Länge (geschlossen): 131,0 mm
Länge (offen): 125,1 mm
Dicke der Kappe: zylindrisch 17,0 mm
Länge der Kappe: 62,7 mm
Dicke des Schaftes: zylindrisch 15,0 mm
Masse (gesamt, voll gefüllt): 38,4 g
Masse ohne Kappe: 30,1 g
Länge Griffstück: 22,0 mm
Durchmesser Griffstück: 12,6 mm - 11,0 mm - 12,7 mm
Federgröße: # 6

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Beschreibung


Die Kappe, das Griffstück, das Endstück und Teile des Schaftes bestehen aus einem leicht durchscheinenden, mehrfarbigen Acryl mit blauen, roten und glitzernder Anteilen. Im Schaft ist ein 27 mm langes, klares Tintenfester eingearbeitet, welches den Durchblick durch fast den gesamten Tintentank erlaubt.

Der "Lisa" wird in verschiedenen Designs und Materialien (auch Ebonit) angeboten.

Die zylindrische Kappe ist auf gesamter Länge über eine breite von 5mm abgeschliffen, wodurch sich eine schmale Flachseite bildet. Auf dieser Fläche ist (tief!) "Piedimonte No 081" eingraviert. Die flache Seite kann als Auflagefläche genutzt werden, bietet aber keinen wirklichen Rollstop. Das Kappenende ist plan, einen Clip gibt es nicht.

Die Kappe öffnet mit 1 1/8 Umdrehungen, das Acryl-auf-Acryl-Gewinde ist dreigängig. Eine Innenkappe gibt es nicht, aber die Kappe verengt sich deutlich um die Feder und verhindert sehr effektiv das Austrocknen; ich habe ca. seit November nicht mehr mit "Lisa" geschrieben und hatte eben, gute vier Monate später, nur wenig Anschreibeprobleme.

Das Griffstück ist stundenglasförmig, direkt daneben liegt das Gewinde. Es ist stumpf gearbeitet und stört mich nicht. Weitere 6 mm dahinter kommt eine flache Stufe von 0,5 mm, abgerundet, bevor der eigentliche Schaft beginnt.

Der Schaft mit dem großen Tintenfenster teilt am Ende unauffällig ein 11 mm langes Endstück aus gleichem Material ab, in dem der Magnet des Füllsystems liegt. Zum Füllen nimmt man die hintere Kappe ab (sie hält sehr fest mit ihrem sehr starken Magneten) und schiebt den Kolben, hinter dem eine Stahlkugel sitzt, vor oder zurück. Sehr simpel, sehr funktionell, sehr elegant.
Die Endkappe ist leicht konkav ausgebildet.

Die Feder ist eine umgestempelte, umgravierte JoWo-Edelstahlfeder #6 und sitzt auf einem Plastik-Tintenleiter. Der Tank soll, laut Herstellerangaben, 3 ml Tinte fassen, was absolut glaubhaft klingt. Einen "full fill" schafft man praktisch sofort und ohne Übung.

Aber Achtung: Hat man den Tank wirklich randvoll gefüllt, sollte man den Magneten nicht vom Ende abziehen (um ihn beispielsweise interessierten Mit-Füllerfreunden:innen vorzuführen)! Die Stahlkugel wird von einer Feder am Ende des Schaftes abgepolstert. Entfernt man den Magneten, entspannt sich die Feder, die Kugel und damit der Kolben gleitet ein Stück nach vorne und die Tinte schießt aus dem Tank durch den Tintenleiter auf Papier, Hemd, Hose, Hände etc.....

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Die Feder schreibt, wie eine #6 JoWo eben schreibt: einwandfrei. Ein wenig Linienvarianz ist möglich, die Tinte fließt ordentlich, Feedback ist kaum vorhanden, kratzen tut sie gar nicht. Für eine B ist sie nicht übermäßig breit im Schriftbild.

Die Balance ist für mich sehr gut. Die Haptik von Acryl ist ja leider eher kalt und hart, aber er liegt gut balanciert in der Hand, ist nicht besonders schwer und macht auch bei längeren Schreib-Sessions Freude.

Noch eine Warnung: Der verwendete Neodym-Magnet ist wirklich kräftig. Ferromagnetische Metalle (Büroklammer, Scheren, Locher etc.) werden sehr gerne angezogen. Meine Automatik-Armbanduhren ziehe ich sicherheitshalber aus und lege sie ein Stück weg, wenn ich mit dem "Lisa" schreibe. Viel näher als 8 cm darf man dem Ende des Füllers nicht kommen, wenn man die Anziehungskraft des schönen Stückes vermeiden will!

Neben der schönen Präsentation im Köfferchen wird "Lisa" auch noch mit einem Pen-Stand aus schwarzem Acryl für den Schreibtisch geliefert, auf dem das Ende magnetisch gehalten wird und der Füller frei schwebt. Der Hersteller legt eine ausführliche, bebilderte Demontage- und Montageanleitung bei; der Füller lässt sich komplett und ohne Spezialwerkzeug zerlegen (man braucht lediglich einen kleinen Schlitzschraubendreher). Ein Satz Dichtungsringe zum Austausch werden netterweise mitgeliefert.

Größenvergleiche

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von links nach rechts: Staedtler 476TRX; MB Meisterstück 149; Piedimonte "Lisa"; Lamy Safari


Meine persönliche Meinung und Bewertung

Füllsysteme sind für mich, möglicherweise auch für einige andere Füllerfreundinnen und Freunde, das Salz in der Suppe des Füllfederhalter-Designs. Daher ist eine solche, auch noch perfekt funktionierende Innovation bei mir sehr gerne gesehen.

Die liebevolle Zusammenstellung des Gesamtpaketes durch den Hersteller, dem man seinen technischen Beruf dabei deutlich anmerkt, tut ein Übriges. Der Füller ist sehr gründlich gearbeitet, Spaltmaße, Dichtigkeit, Balance, da gibt es nichts zu meckern. Wer kein Acryl-Fan ist, findet auf der Website genügend Modell aus Ebonit bzw. mit Ebonit-Anteilen.

Zur Preis-Leistung kann ich nicht viel sagen, da ich nirgendwo aktuelle Preise gefunden habe. Ich weiß leider nicht mehr, was ich auf der DPS gezahlt habe (möglicherweise um die 200€ - 250€, aber ich weiß es wirklich nicht mehr). Mir erschien der Preis aber sehr fair, das weiß ich noch. David Parker spricht von 250 - 275 U$, aber die Review ist 4 Jahre alt. Vielleicht kann es jemand ergänzen, der Zugriff auf die anderen Medien hat.

Der Piedimonte Pen Design Lisa schreibt gut, hat ein sehr interessantes und gut funktionierendes Füllsystem, fasst riesige Tintenmengen, liegt gut in der Hand und lässt sich problemlos zerlegen und reinigen. Ich mag ihn sehr.
Conquiesce!
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Boetheras
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Re: Vorstellung Piedimonte Pen Design Lisa (Magnetkolbenfüller)

Beitrag von Boetheras »

Ich wollte noch ein besseres Bild von dem Pen-Stand zeigen.
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Danke für Euer Interesse, B.
Conquiesce!
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