Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Moderatoren: MarkIV, Zollinger, desas, Linceo, Lamynator

Antworten
ParanoidAndroid
Beiträge: 4
Registriert: 30.07.2026 17:56

Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von ParanoidAndroid »

Moinmoin an alle Freunde der schreibenden Geräte,

ich bin Schüler, wohne in Süddeutschand und bin seit einigen Jahren hin und wieder mit dem Thema der Kolbenfüller in Kontakt gekommen, habe auch schon einen besessen und genutzt und mit einigen Tinten (v.A. Montblanc und Pilot Iroshizuku) experimentiert. Dabei kam ich eher aus dem kalligrafischen Bereich an das Thema heran und habe schon dort dieses Forum als sehr wertvolle Ressource zu schätzen gelernt. Nach einer gewissen Pause möchte mir nun, nach einer längeren Phase Uniball ( :? ) einen für den Alltag anschaffen.
Da ich hier und an anderen Orten viel Schwärmen über die alten Pelikanfedern (140/400/600) aus den 50er und 60er Jahren gehört habe und mich die klassische Zigarrenform anspricht, wollte ich fragen, ob ein Pelikan 140 ein sinnvoller Einstieg in die Welt der historischen Füllfederhalter ist. Mein Budget ist bei etwa 100 Euro begrenzt, wo der 140 eigentlich ganz gut reinpasst. Ich würde mir auch zutrauen, einen in schlechterem Zustand komplett auseinanderzunehmen, da es eine (so weit ich weiß) relativ simple und robuste Kolbenmechanik ist. Ist das realistisch oder ein großes Risiko?
Viele Grüße aus der Hitze
Benutzeravatar
Pelikano Modell zwo
Beiträge: 71
Registriert: 11.06.2026 21:39
Wohnort: Freiburg/Breisgau

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von Pelikano Modell zwo »

Hallöchen,

den 140er hätte ich auch gerne (kommt vielleicht noch ;)) Wenn er Dir gefällt und du Interesse an schönen, klassischen Kolbenfüllern hast, wäre das ein guter Einstieg, meiner Meinung nach.

Gruß, Nobby
Hellebardier
Beiträge: 149
Registriert: 25.11.2023 0:28

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von Hellebardier »

Das war ziemlich genau meine Situation, wollte als Schüler unbedingt eine Goldfeder und da wurde mir der 140 als günstiges und einfach zu beschaffendes Modell geraten, ich kann den 140 absolut empfehlen
LG
Janis
Benutzeravatar
Felix
Beiträge: 304
Registriert: 02.01.2022 12:32
Wohnort: Nord-Niedersachsen

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von Felix »

Moin ParanoidAndroid,

ein 140er ist sicher nicht die falsche Wahl, wenn es um Arbeitstiere für den Alltag geht. Hast du dir denn schon überlegt, welche Federbreite du magst? Die alten Pelikanfedern sind m.E. echt super. Ich habe noch ein paar 140er von denen ich mich trennen könnte. Sind alle einsatzbereit. Wenn du Interesse hast, schick mir gerne ne PN, dann können wir alles Weitere klären.
Beste Grüße
Felix
Benutzeravatar
desas
Beiträge: 3255
Registriert: 24.04.2014 11:15
Wohnort: Offenbach am Main

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von desas »

Mit einem Pelikan 140 macht man eigentlich nichts falsch.
Beitrag in schwarz: desas als Füllerfreund - Beitrag in grün: desas als Moderator

"Fairness ist die Kunst, sich in den Haaren zu liegen, ohne die Frisur zu zerstören."
Gerhard Bronner
ParanoidAndroid
Beiträge: 4
Registriert: 30.07.2026 17:56

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von ParanoidAndroid »

Vielen Dank für die vielen Antworten, ihr habt mir bereits sehr geholfen! Eine Frage zur Feder hätte ich allerdings noch: Sie wird meistens als Semi-Flex bezeichnet. Nun ist aber Semi-Flex fünf verschiedene Dinge, wenn man vier Leute fragt, von Copperplate-Tauchfeder-Niveau bis zu leichter Variation unter starkem Druck. Kann man mit der Feder auch ein Schriftbild mit konstanter Linienstärke unter weniger Druck erzeugen?
Benutzeravatar
Andreas_Hannover
Beiträge: 334
Registriert: 10.03.2022 20:41
Wohnort: Hannover

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von Andreas_Hannover »

ParanoidAndroid hat geschrieben:
30.07.2026 18:45
Kann man mit der Feder auch ein Schriftbild mit konstanter Linienstärke unter weniger Druck erzeugen?
Auf jeden Fall! Konstanter Druck = konstanter Strich - es gibt aber auch Federn, die "von sich aus" unterschiedliche Strichstärken zeigen, da sie nicht "rund" geschliffen sind, sondern quasi "flach". Auch bei O-Federn, also z.B. OM, ergibt sich eine leichte Linienvarianz.
Die Flexibilität ist unterschiedlich, auf jeden Fall nicht mit modernen Federn zu vergleichen (die diese nicht haben, außer die 1000er natürlich). Das macht aber in erster Linie ein angenehm weiches Schreibgefühl. Allerdings schreiben die meisten 140er Federn recht fein, meine jedenfalls. Wer das nicht mag, sollte mindestens M, wenn nicht B nehmen.
Gruß Andreas
Edelstein1
Beiträge: 165
Registriert: 12.10.2021 16:53

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von Edelstein1 »

ParanoidAndroid hat geschrieben:
30.07.2026 18:45
...Kann man mit der Feder auch ein Schriftbild mit konstanter Linienstärke unter weniger Druck erzeugen?
Bei Federstärke F und schmaler: Ja, kein Problem.
Ab Federstärke B und stärker kommt dann allerdings ein Bandzugfeder-Effekt ins Spiel: Unabhängig vom Schreibdruck werden waagerechte Striche dünner als Abstriche - es entsteht eine richtungsabhängige Linienbreiten-Varianz.

LG, Jacky
Columbus
Beiträge: 58
Registriert: 25.08.2022 11:32

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von Columbus »

Etwas solider und wertiger ist ein Pelikan 400. Vielleicht findet sich hier ja ein Sammler, der einen aus seinen Beständen abgeben könnte.
Benutzeravatar
Andreas_Hannover
Beiträge: 334
Registriert: 10.03.2022 20:41
Wohnort: Hannover

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von Andreas_Hannover »

ParanoidAndroid hat geschrieben:
30.07.2026 18:14
Ich würde mir auch zutrauen, einen in schlechterem Zustand komplett auseinanderzunehmen, da es eine (so weit ich weiß) relativ simple und robuste Kolbenmechanik ist.
Ich wäre da vorsichtig - die Kolbenmechanik ist nicht eingeschraubt, wie bei den M800ern oder M1000ern, sondern meist gesteckt. Da das Material rund 60-70 Jahre alt ist, kann es brüchig sein und kaputt gehen, wenn man "zu rabiat" vorgeht...
Gruß Andreas
Nitschewo
Beiträge: 949
Registriert: 24.08.2008 15:05
Wohnort: Münsterland

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von Nitschewo »

Ein Ausbau der Kolbenmechanik ist aber auch meistens nicht nötig. Der 140 hat ja schon den relativ unverwüstlichen Kunststoffkolben. Das einzige Teil, das regelmäßig zerbröselt ist, ist der durchsichtige Gewindering, der Feder und Tintenleiter zusammenhält.
Viele Grüße

Bianka

"Blessed are the cheesemakers!" Monty Python
Benutzeravatar
Andreas_Hannover
Beiträge: 334
Registriert: 10.03.2022 20:41
Wohnort: Hannover

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von Andreas_Hannover »

Das stimmt. Aber dafür gibt es zum Glück Ersatzteile, z.B. hier:
https://www.custompenparts.co.uk/gb/pel ... ector.html
Ich habe selbst alle meine 140er und 400er, bei denen die alten Teile brüchig waren, umgerüstet.
Gruß Andreas
ParanoidAndroid
Beiträge: 4
Registriert: 30.07.2026 17:56

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von ParanoidAndroid »

Vielen Dank für die vielen konstruktiven Ideen und Erfahrungen! Ich glaube, dass ich mich dann auf die Suche nach einem gut erhaltenen 140er, vielleicht hier im Forum machen werde.
ParanoidAndroid
Beiträge: 4
Registriert: 30.07.2026 17:56

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von ParanoidAndroid »

Felix hat geschrieben:
30.07.2026 18:41
Moin ParanoidAndroid,

ein 140er ist sicher nicht die falsche Wahl, wenn es um Arbeitstiere für den Alltag geht. Hast du dir denn schon überlegt, welche Federbreite du magst? Die alten Pelikanfedern sind m.E. echt super. Ich habe noch ein paar 140er von denen ich mich trennen könnte. Sind alle einsatzbereit. Wenn du Interesse hast, schick mir gerne ne PN, dann können wir alles Weitere klären.
PN ist raus
Benutzeravatar
Füllosoph
Beiträge: 15
Registriert: 02.05.2026 18:15

Re: Pelikan 140 als erstes historisches Schreibgerät?

Beitrag von Füllosoph »

Noch ein (kleiner :D) Hinweis:

Der 140er ist ein sehr kleiner Füller, noch kürzer als der M150. Ich kann damit ungefähr eine DIN A5 Seite schreiben, dann wird’s für mich unangenehm.
Für längeres arbeiten ist für mich eine 400er Größe besser geeignet und liegt preislich eigentlich recht ähnlich.
Wäre bei geringem Budget eventuell noch eine Überlegung wert.

Viele Grüße, Stefan
Verinkt mit Frau MBr, weil sie Farbe in mein Leben bringt :D
Antworten

Zurück zu „Pelikan“