Preisentwicklung Füller und Tinten

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tamoshan
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Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von tamoshan »

Goldmund hat geschrieben:
23.09.2026 13:51
Feder, Tinte, Klecks hat geschrieben:
21.09.2026 17:36
Des macht voll Spaß! Ich weiß gar nicht, warum ich aufgehört habe, mit dem Füller zu schreiben!
Ich fragte mich immer (seit ich wieder mit Füller schreibe), weshalb so viele Linkshänder Probleme haben mit verwischter Tinte. Würden sie die Feder so halten, dass sie der oberste / vorderste Punkt wäre, würde die Hand unterhalb der vollgeschriebenen Zeile aufliegen und nichts verwischen (so ist es auch bei mir) und da die Füller keine Griffmulden haben und nicht oblique geschliffen sind, können Linkshänder sie eigentlich gespiegelt wie Rechtshänder halten. Stattdessen drehen viele aber ihre Hand so, dass die Feder von oben nach unten kommt und die Hand oberhalb der beschriebenen Zeile liegt. Ich habe das Gefühl, dass die Griffmulden von Schulfüllern dazu beitragen und auch, dass Lehrkräfte es zu häufig ignorieren (oder selbst nicht besser wissen), wenn Linkshänder eine sehr verkrampfte Handstellung einnehmen. Googlet man hingegen "Füller Haltung" zeigen die meisten Bilder eher ein Bild, wie ich es oben beschrieben habe.
Wie siehst du das als Linkshänder, der mit Füllern schreibt? Ich kenne nur Linkshänder, die sich deshalb Füllern prinzipiell verweigern.

Hier mal zwei Bilder zur Haltung aus dem Internet, wie ich sie handhabe und wie es bei Linkshändern eigentlich funktionieren müsste:
Auch wenn ich finde, dass diese Diskussion eher in einen Linkshänderfaden gehört, möchte ich als Linkshänder, dessen Hand von der Seite schreibt (in deinen Worten also „neben der Feder“), etwas schreiben: Die Handhaltung mit der Hand unter der Zeile wirkt auf dem zweiten Bild extrem verdreht und verkrampft. Ich würde meine Handhaltung nicht alleine deswegen so ändern, um nie mehr verwischen zu können, wenn das eine für mich schwer erträgliche Haltung nach sich ziehen würde. Schmalere Federn, schneller trocknende Tinte und ggf. Löschblätter sind das m. E. probatere Mittel.
Noch wichtiger scheint mir, dass am Schreiben auch unterschiedliche Muskelgruppen beteiligt sind, eben nicht nur die Finger- und Handgelenksmuskeln, sondern auch Arm- und Schultermuskeln. Wer schon einmal die Chapman-Methode /American Business Writing recherchiert und ausprobiert hat, weiß, was ich meine. Damit werden Buchstaben bei mir tendenziell größer, aber auch viel regelmäßiger und das Schreiben ermüdungsärmer als beim Schieben und Ziehen mit den Fingern, was über kurze Zeiträume funktionieren mag, wobei die Fingermuskeln aber schneller ermüden. Natürlich kann man von unterhalb der Zeile schreiben, aber das hieße für mich, hauptsächlich mit den Finger. Zu schreiben und um 90 Grad gedreht. Das ist erstens nicht so leicht zu bewerkstelligen, führt zweitens nicht schnell zu schöneren Ergebnissen und fühlt sich für mich weniger kontrolliert und weniger harmonisch an. Damit haben meine Lehrer auch nichts zu tun gehabt. Viel Freude weiterhin am Diskutieren und Schreiben.
Viele Grüße
Thomas
Feder, Tinte, Klecks
Beiträge: 49
Registriert: 23.06.2026 20:24

Re: Preisentwicklung Füller und Tinten

Beitrag von Feder, Tinte, Klecks »

Goldmund hat geschrieben:
23.09.2026 13:51
Ich habe in den höheren Klassen auch aufgehört mit dem Füller zu schreiben, aber wieder (recht schnell) zurückgefunden. Ich denke, dass es zumindest heute doch den meisten Füllerschreibern so geht, oder nicht? In der internationalen Community sind auch sehr viele dabei, die als Erwachsene das erste Mal überhaupt einen Füller in echt sahen oder damit schrieben, weil man nicht überall in der Schule mit Füller schreibt (Füller ist international eher die Ausnahme). Es ist also noch nicht zu spät :D
Ich kann schon nachvollziehen, warum das aus dem Fokus gerät, Kugelschreiber sind wenig wartungsaufwendig und dokumentenecht, und die Berufswelt ist ja sehr eng durchgetaktet, mal eben 2 Minuten Auszeit, um wieder Tinte aufzufüllen, die Zeit lässt sich deutlich produktiver nutzen. Und privat, naja, der Schnappschuß vom Urlaubsstrand, die Geburtstags oder Weihnachtsgrüße per Whatsapp sind deutlich schneller und günstiger als Karten schreiben. Obwohl sich jeder darüber freut, wenn er eine Karte bekommt...
[...]der High Artistry A Journey through Château de Versailles Limited Edition 3:
[...]
Den genauen Preis habe ich nicht mehr im Kopf und er ist nicht mehr gelistet, es waren aber mehrere Hunderttausend (eher die obere Hälfte).
Geld kauft definitiv keinen Geschmack... :X
[...]Wie siehst du das als Linkshänder, der mit Füllern schreibt? Ich kenne nur Linkshänder, die sich deshalb Füllern prinzipiell verweigern.

Hier mal zwei Bilder zur Haltung aus dem Internet, wie ich sie handhabe und wie es bei Linkshändern eigentlich funktionieren müsste:

Bild
(ziemlich exakt meine Haltung. Die Feder ist der vorderste Punkt.)

Bild
(Nochmal etwas extremer, aber prinzipiell sehr ähnlich. Hier mit links)
Die natürlichste und entspannteste Handhaltung ist die mit der Hand vor/hinter der Feder und ca. 20° Winkel zwischen Unterarm und Blattrand. Nur als Linkshänder legt man so halt irgendwann zwangsläufig die Hand mitten auf den geschriebenen Text und die noch nicht trockene Tinte. Insbesondere das etwas zäh trocknende und kaum wasserfeste Königsblau verteilt sich dann ganz schnell. Persönlich hat sich bei mir relativ zügig das Overwriting, also eine Handhaltung oberhalb des Blattes eingestellt. Vermutlich habe ich auf der Suche nach einer besseren Handhaltung auch mal Underwriting ausprobiert, aber halt eben nur das: versucht. Ich habe keine Erinnerung, daß ich das länger gemaht hätte, und ehrlich gesagt tut die die Hand schon weh, wenn ich auf das untere Bild gucke. Von oben hat man zwar auch eine fiese Knickhand, aber in einer ... natürlicheren Richtung. Ich würde auch vermuten, daß ich von unten schreibend recht schnell ein Problem mit dem Blutfluß in der Hand bekäme, wenn ich sie so weit nach außen abwinkel. Vor allem aber, wie "Tamoshan" richtig anmerkte, man kann beim Overwriting eher den Arm in die Bewegung mit einbeziehen.
Ich habe auch meistens das Heft ein wenig gedreht, aber das durfte ich nicht bei allen Lehrern, bei manchen mußte das Heft parallel zur Tischkante sein. So kam ich dann bis zur 7. durch, aber ab der 8. mußten wir dann seitenlange Argumentationen schreiben, bei denen man sich doch recht ranhalten mußte, um in der vorgegebenen Zeit durchzukommen, und da fing die Sauerei wieder an. Irgendwann im Laufe der 8. waren wir dann aber nicht mehr gezwungen, mit dem Füller zu schreiben, also bin ich ASAP zu Finelinern gewechselt, und da ging es auch wieder zu einer natürlichen, entspannten Handhaltung zurück. Weil auch Overwriting ist richtig anstrengend, wenn man drei Seiten in 90 Minuten vollschreiben muß. Im normalen Unterricht setzt man ja immer wieder mal ab.
Was ich heute im Wesentlichen mache: Blatt/Heft etwas drehen, feine und extrafeine Federn, vor allem keine Pelikan-Tinte mehr. Ich muß aber auch keine großen Argumentationen mehr schreiben.
Die Antwort auf alle wirklich wichtigen Fragen des Lebens ist: Kaffee!
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