Vorstellung und gleich eine Frage in Sachen Pelikan

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Andi36
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Re: Vorstellung und gleich eine Frage in Sachen Pelikan

Beitrag von Andi36 »

Hallo Ralf,

vielen Dank für die Info. Ich wollte Schellack schon mal selbst herstellen, habe dann aber ein Röhrchen mit fertigem Schellack von einem Füllhalter-Restaurateur gekauft. Aber das wird irgendwann mal aus sein und dann ist es gut Alternativen zu kennen.

Gruß
Andreas
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Tenryu
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Re: Vorstellung und gleich eine Frage in Sachen Pelikan

Beitrag von Tenryu »

Das mit dem Schellack habe ich bis jetzt auch nicht gewußt. Danke für den Hinweis, Ralf. :)

Bei Schellack muß ich immer an alte Schallplatten denken.... Könnte man die auch als Rohmaterial verwenden? Also mit der Feile etwas abschmirgeln und mit Alkohol auflösen? (Wenn man das am Rand macht, müßte man nicht einmal eine gute alte Platte opfern.)
rew
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Re: Vorstellung und gleich eine Frage in Sachen Pelikan

Beitrag von rew »

Guten Abend zusammen,

nachdem ich mir, anhand der letzten postings, nun sicher war, dass Schellack keinen Schaden anrichten kann, habe ich am frühen Abend, den Metallring um den Tintenleiter in zwei Durchgängen dünn mit Schellack bestrichen und dann 2 Stunden trocknen lassen.

Nach dieser Trocknungszeit war der Lack noch minimal klebrig - anscheinend braucht er auf Metall etwas länger zum austrocknen als auf holz.

Trotzdem entschied ich, den Tintenleiter in dem Holm einzubringen und tat das dann auch.

Er gleitete mit leichtem Widerstand sehr satt in den holm und sass auch relativ fest.
Das habe ich mehrmals in folge gemacht um zu sehen, ob er festklebte oder weiterhin lösbar war.
Sicher sitzt er nicht so stramm oder so fest wie er mal ursprünglich sass aber fest genug um einen Versuch zu starten und Tinte aufzunehmen.

Das tat ich dann und nachdem ich mit einem Tempotaschentuch alles an Tinte weggesaugt hatte, was durch die Füllung am Tintenleiter anhaftete - um kontrollieren zu können, ob er auch wirklich dicht ist - startete ich einen ersten Schreibversuch, nach langer Zeit.

Keine Anlaufschwierigkeiten, er schrieb sofort an und, weil es schon so lange her war dass ich ihn das letzte mal schrieb und von daher garnicht mehr richtig wusste wie er schrieb, war ich sehr positiv angetan wie leicht er über das Papier gleitet.

Er hat eine F-Feder und ich habe ihn mit MB Royal Blue gefüllt.

Nach mehreren Seiten eine Kontrolle mit dem Tempo - kein Tintenaustritt am Übergang zum Holm - alles trocken und er schreibt göttlich.

Mir ist aufgefallen, dass die Feder flexibler ist als die meiner neueren 200er.

Weiss jemand ob damals andere, flexiblere Federn verbaut wurden als Heute?
Auf jeden Fall ist diese Feder, trotz *F* sehr angenehm und leicht zu schreiben und durch die leichte biegsamkeit sehr gut zu führen.

Auf jeden Fall freue ich mich sehr, dass ich meinen *alten* Knaben heute Abend wieder zum Leben erwecken konnte und ihn nun zu meinen Gebrauchsfüllern einreihen kann.
Es wird schön sein, ihn morgen im Büro zu benutzen :)


@werner

das freut mich, dass ich mit diesem Hinweis auf diesen Händler ein bisschen helfen konnte :)


@andi36

wenn du deinen Schellack nur zu reparaturzwecken an Füllern benötigst, brauchst du ja nicht viel und da wäre es fast verschwendung, wenn du dir dazu extra das rohmaterial und einen liter spiritus bestellen müsstest um dann einen halben liter Schellack anzusetzen, der dir sicher 100 jahre reichen würde, aber bis dahin eingetrocknet wäre.

Ich setze im zeitigen Frühjahr wieder neuen Schellack an, weil mein momentaner zur neige geht und sich über die Zeit auch etwas verfärbt hat.
Wenn du magst, fülle ich dir dann ein *Marmeladenglässchen* ab, dann hast du wieder für eine Weile :)


In diesem Sinne

einen schönen Abend und

liebe Grüße

ralf...
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Cepasaccus
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Re: Vorstellung und gleich eine Frage in Sachen Pelikan

Beitrag von Cepasaccus »

Laut en.wikpedia ist in einer Schallplatte nur 1/3 Schellack. Der Rest dann Gesteinsmehl, Baumwolle, Russ und bestimmt noch anderer Kleinkram. Sieht mir nicht so geeignet aus.
rew
Beiträge: 41
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Re: Vorstellung und gleich eine Frage in Sachen Pelikan

Beitrag von rew »

Hallo zusammen,

ich möchte euch gerne berichten, wie sich mein reparierter 200er im ersten Alltagseinsatz geschlagen hat.

Gut! :)

Ich habe ihn ziemlich *rangenommen*, jede Menge mit ihm geschrieben, in der Hosentasche mit zur Besprechung genommen usw usw.

Er ist weiterhin absolut dicht. Der Tintenleiter hat sich nicht im Holm festgeklebt sondern lässt sich mit etwas Kraftanwendug problemlos langsam drehen. Somit ist er auch wieder entfernbar, wenn eine grosse Reinigung ansteht.

Der Schellack verhält sich wie eine elastische Dichtung. So fühlt es sich auch an, wenn man den Tintenleiter wie oben beschrieben, dreht.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass er mit der MB Royal Blue extrem viel *säuft*.
Heute Abend war die Tintenkammer zur Hälfte leer - oder ich habe wirklich soviel geschrieben ;)

Nein, nein, die Kappe ist absolut trocken, das habe ich gleich kontrolliert weil ich vermutete, dass er dann doch nicht dicht war und ein teil der Tinte in die Kappe gelaufen ist.


Kurzum - ich denke, die Reparatur ist gelungen und Schellack war das richtige Mittel und ist somit immer wieder anzuwenden, wenn der Tintenleiter wieder locker bzw undicht werden sollte.

Somit muss er nicht zwingend zu Pelikan - ich kann mit dieser Lösung gut leben.

Soviel fürs Erste

Einen schönen Abend
und liebe Grüße

ralf ...
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Andi36
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Re: Vorstellung und gleich eine Frage in Sachen Pelikan

Beitrag von Andi36 »

Hallo Ralf,

Glückwunsch zur gelungenen Reparatur, und danke für Dein Angebot über ein Gläschen Schellak :D. Wie ich oben schon geschrieben hatte: ich habe noch einen kleinen Vorrat und der wird auch noch ne Weile ausreichen - d.h. im Moment (und das umfasst bestimmt noch das nächste Jahr) ist mein Bedarf gedeckt.

Das bringt mich aber auf eine andere Frage: wie lange hält denn der Schellack im luftdicht abgeschlossenen Glas?

Andreas
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rew
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Re: Vorstellung und gleich eine Frage in Sachen Pelikan

Beitrag von rew »

Hallo Andreas,

also eigentlich sollte Schellack nicht *schlecht* werden.

Er wird mit der Zeit etwas dickflüssiger und kann auch etwas die Farbe verändern, gelblicher werden aber lässt sich dann problemlos mit Spiritus wieder verdünnen.

Ich setze meinen Schellack sowieso immer recht konzentriert an. Fast wie Sirup. Dann habe ich eine Basis aus der ich mir die Verdünnung herstellen kann, die ich für die entsprechende Anwendung benötige.
Dünner machen geht immer, dicker nicht :mrgreen:


Melde dich einfach wenn dein Vorrat zu Ende geht.

Ich habe gestern geschrieben, ich füll ihn dir in ein leeres Marmeladenglässchen - Stilvoller wäre natürlich ein leeres Tintenfässchen ;)


ralf...
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