Pelikan Drehbleistift - wie identifizieren?

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SimDreams
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Pelikan Drehbleistift - wie identifizieren?

Beitrag von SimDreams »

Guten Abend und einen schönen 3. Advent! Ich habe bei Ebay als Ergänzung zu meinem K600 einen Drehbleistift erworben, der als D600 bezeichnet war. Er ist aber deutlich kürzer als der K600. Wie kann ich das Modell eindeutig identifizieren? Anders als bei den Füllhaltern habe ich keine Maßtabellen und Historien gefunden. Optisch und von der Größe her würde ich ihn der 400-er Serie zuordnen. Kann es ein D300 sein, oder haben sich die Größen mit den Jahren (womöglich mehrfach) geändert?

Länge gesamt sind 127 mm (beim K600 sind es 135 mm), Minenstärke ist 0,5 mm.

Grüße, Uwe
Da die Schreibgeräteakquise nicht das einzige Hobby ist: http://www.flickr.com/photos/simdreams/
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patta
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Re: Pelikan Drehbleistift - wie identifizieren?

Beitrag von patta »

Hallo Uwe,

ohne konkret etwas beitragen zu können denke ich - in Abwandlung eines Werbeslogans - ohne Deine Fotos sag ich nichts :wink:

Die Hälfte dessen, was man schreibt, ist schädlich, die andere Hälfte unnütz. - Friedrich Dürrenmatt
PeliJoerg
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Re: Pelikan Drehbleistift - wie identifizieren?

Beitrag von PeliJoerg »

Hallo Uwe,

ich versuch's mal ohne Fotos Deinerseits.

(1) Wenn ich voraussetze, dass es ein Drehbleistift ist, kann es kein 200er und kein 400er sein, denn die sind Druckbleistifte. 1000er gibt es nicht als Bleistifte. Bleiben also D300, D600 und D800 als mögliche Kandidaten aus der Souverän-Reihe übrig.

(2) Längenmaße:
Bei meinen Stücken messe ich wie folgt (jeweils die längste Ausdehnung, ohne ausgefahrene Mine:)
D300 = 114 mm
D600 = 130 mm
D800 = 142 mm.

127 mm sind da nicht dabei. Außerdem ist die Minenstärke 0,7 mm.

Auch die Online-Händler, die Stiftmaße veröffentlichen, schreiben 13 cm bzw. 5⅛" sowie 0,7 mm Mine.

Wenn wir also annehmen, dass Dein Stift tatsächlich 127 mm misst und tatsächlich eine 0,5 mm Mine hat, dann müssen wir zusätzlich annehmen, dass es ein weiteres Modell von Pelikan gibt oder gab.

Beim M600 gab es 1997 eine Modellpflege, bei der dieser um 7 mm länger und etwas dicker wurde. Ob bei dieser Gelegenheit auch Bleistifte, Tintenroller und Kugelschreiber der 600er-Reihe eine Modellpflege erfuhren, entzieht sich im Moment meiner Kenntnis, könnte aber durchaus möglich sein.

Just my two cents.
Jörg
PeliJoerg
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Re: Pelikan Drehbleistift - wie identifizieren?

Beitrag von PeliJoerg »

Hallo nochmal,

ich habe in alten Prospekten geblättert.

1989/90 sind der Kugelschreiber und der Bleistift aus der 600er-Reihe Druckstifte. Dafür enthält der Prospekt Abbildungen in Originalgröße und man kann nachmessen: Länge 132mm (Kuli ohne Mine) bzw. 133 mm (Bleistift ohne Mine).

In einem undatierten Prospekt, der sich aber zeitlich ziemlich einschränken lässt, weil er einerseits vor der Modellpflege 1997 liegt, andererseits aber den blau-gestreiften 400er (meines Wissens erst ab 1995) enthält, sind die 600er-Geräte dann Drehstifte. Leider sind die Abbildungen hier verkleinert, so dass man nur hoffen kann, dass sie alle im gleichen Maßstab abgebildet sind. Unter dieser Voraussetzung wären der damalige K600 und der damalige D600 gleich lang, allerdings komme ich bei der Umrechung eher auf 127 als auf 130 mm. Zur Minenstärke sagt der Prospekt nichts.

So, das macht dann zusammen 4 cents.
Jörg
SimDreams
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Re: Pelikan Drehbleistift - wie identifizieren?

Beitrag von SimDreams »

Dank für das Bemühen, an einem Bild soll es nicht scheitern. Die Länge habe ich ebenfalls noch mal nachgemessen, sie entspricht doch den von Euch vorausgesagten 130 mm (MEA CULPA).

Oben der K600, in der Mitte der Drehbleistift, unten ein K400 aus den frühen 90ern (damals von einer Freundin im Mitarbeiterverkauf erworben; mit dem fing alles an. Wenn ich mich richtig erinnere, haben M400 und K400 zusammen weniger als 200,- DM gekostet).
11393847785_6e0eda367b_b.jpg
11393847785_6e0eda367b_b.jpg (228.85 KiB) 4554 mal betrachtet
Schade, dass die Größendifferenz besteht. Ich kaufe schöne Stifte gerne gebraucht, einfach der Preisersparnis wegen. Offensichtlich muss ich wegen der Größe noch besser aufpassen bzw. im Vorfeld nachfragen. Bei der Vervollständigung meines M400 Sets aus den frühen 90ern waren es die Kappen- und Drückerverzierungen, die uneinheitlich waren.

Zurück zum fraglichen Stück: Der Drehbleistift ist nicht nur kürzer, auch der Schnabelclip ist kleiner und an der Kappe ist er anders gezeichnet. Es scheint sich aber, wenn die viel kürzeren Abmessungen des D300 oben stimmen, in der Tat um einen D600 zu handeln. Und zwar aus der Zeit, als der M600 noch die Größe vom M400 hatte. Wann ist denn der Doppelring an der Kappe eingeführt worden (oder hatte die 600-er Reihe den schon immer)?

Die Minenstärke ist 0,5 mm (da habe ich mich nicht geirrt); die Minenführung ist nicht versenkbar. Der Drehteil zeigt den gefrästen Pelikan mit weißer Farbfüllung.

Grüße, Uwe
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PeliJoerg
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Re: Pelikan Drehbleistift - wie identifizieren?

Beitrag von PeliJoerg »

Hallo Uwe,

den Doppelring hatten 600er und 800er nach meiner Kenntnis immer.

Und das Foto scheint mir nahezulegen, dass es sich um einen D600 und einen K800 handelt - dann stimmen die Größenverhältnisse nämlich und auch der etwas flachere Pelikan-Marken-Kopf beim K. Leg' doch auch beim K nochmal die Messlatte an - wenn Du da noch ein paar Millimeter draufgibst, bist Du bei den 14 cm, die ein 800er haben sollte.

Ja, und Pelikan hatte eine große Freude am Ändern von Details wie Drücker und Pelikan-Marke - was die Freude beim Komplettieren von Sets manchmal trüben kann.

Preise ausweislich der Preisliste von 1989/90: M400 190,-- DM, K400 89,-- DM.

MfG
Jörg
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Tenryu
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Re: Pelikan Drehbleistift - wie identifizieren?

Beitrag von Tenryu »

Ich würde auch sagen, daß es sich um einen K800 handelt. Das sieht man u.a. auch an der vergoldeten Spitze, die etwas länger ist, als bei der 600er-Serie.

Doppelringe hatten damals auch die 200er-Serie.
SimDreams
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Re: Pelikan Drehbleistift - wie identifizieren?

Beitrag von SimDreams »

Und wieder großen Dank für die fachkundigen Gedanken und Beiträge!

Der Kugelschreiber misst 14 cm und ist damit wohl ein K800. Einerseits natürlich erfreulich, andererseits teuer - jetzt habe ich ja zwei Baustellen, an denen ich komplettieren kann! :shock:

Als erstes werde ich mich auf die Suche machen nach einem K600 mit gefrästem Pelikan in der Kappe (nicht mit dem aktuell goldenen).

Herzliche Grüße, Uwe
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