Hallo,
nach einem Pelikan 120 mit EF-Stahlfeder und Pelkan 140 mit KM-Goldfeder hat nun ein Pelikan 100 mit MB-Feder (M) sich bei mir eingefunden.
Zu dem 100er habe ich Fragen:
Die Montblanc-Feder hat in der MB-Bildmarke eine 4 1/2 und noch tiefer ein WV4, sehr schlecht zu erkennen, da bereits vom Schaft teilw. verdeckt.
Ist das Baujahr im Zeitraum von 1930-34?
Was haben die Zahlen und übrigen Zeichen zu bedeuten - Goldfeder?
Der Kolben hat keine Korkdichtung, sondern anscheinend eine Gummidichtung (Bauchbinde).
Sollte hier eine spätere Ergänzung stattgefunden haben, oder gab es zur Korkdichtung auch diese Variante? Wo könnte ich Ersatz beziehen?
Pelikan 100
Moderatoren: MarkIV, Zollinger, desas, Linceo, Lamynator
Pelikan 100
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Mit kollegialem Gruß
H e r m a n n
-Privatier-
H e r m a n n
-Privatier-
Re: Pelikan 100
Hallo Hermann!
Zu den Bezeichnungen auf der MB-Feder kann ich nichts sagen, aber wenn kein Hinweis auf Gold besteht - 14k - 585 - oder Ähnliches, kannst du von einer Stahlfeder ausgehen. Mit dem Baujahr kenne ich mich nicht aus.
Was die Dichtung angeht - eine alte Korkdichtung kann durchaus so aussehen wie die deines Füllers, weil sie von Tinte durchtränkt ist. Du wirst die sowieso erneuern müssen, sie sieht nicht so aus, als sei sie noch intakt. Vielleicht stellt sich dann heraus, dass es eben doch Kork ist!? Meines Wissens gab es nur Kork- oder später Kunststoffdichtungen bei Pelikan. Solltest du wirklich Gummi vorfinden, tippe ich auf eine Do it yourself Reparatur vor langer Zeit.
Ersatz für Korkdichtungen machst du am besten selbst, eventuell nach dieser Anleitung:
Korken selbst machen
Wenn du zwei linke Hände haben solltest, musst du den Pelikan halt dem Reparateur deines Vertrauens überlassen . . .
Zu den Bezeichnungen auf der MB-Feder kann ich nichts sagen, aber wenn kein Hinweis auf Gold besteht - 14k - 585 - oder Ähnliches, kannst du von einer Stahlfeder ausgehen. Mit dem Baujahr kenne ich mich nicht aus.
Was die Dichtung angeht - eine alte Korkdichtung kann durchaus so aussehen wie die deines Füllers, weil sie von Tinte durchtränkt ist. Du wirst die sowieso erneuern müssen, sie sieht nicht so aus, als sei sie noch intakt. Vielleicht stellt sich dann heraus, dass es eben doch Kork ist!? Meines Wissens gab es nur Kork- oder später Kunststoffdichtungen bei Pelikan. Solltest du wirklich Gummi vorfinden, tippe ich auf eine Do it yourself Reparatur vor langer Zeit.
Ersatz für Korkdichtungen machst du am besten selbst, eventuell nach dieser Anleitung:
Korken selbst machen
Wenn du zwei linke Hände haben solltest, musst du den Pelikan halt dem Reparateur deines Vertrauens überlassen . . .
Grüße von Klaus!
Re: Pelikan 100
Hallo Klaus,
die Dichtung ist jetzt entfernt und in 2 Hälften. Nach der Bruchkantenfarbe und der Konsistenz könnte es Kork sein. Mir ist bloß schleierhaft, wie der Korkring über den Halteteller geschoben wird. Dieses Teil ist nicht gesteckt oder geschraubt und hat den gleichen Durchmesser wie der restliche Kolben. Es ist jetzt eine breite Nut vorhanden - geradezu ideal für O-Ringe.
Die Farbe der Binde hat sich durch die lange Wässerung verändert. Vorher waren Streifen sichtbar, jetzt ähnlich einem M200. Nach der Trocknung wird sich das wieder ändern. Aber nur so ließ sich das Schreibgerät öffnen. Der Tintenleiter sitzt noch fest.
die Dichtung ist jetzt entfernt und in 2 Hälften. Nach der Bruchkantenfarbe und der Konsistenz könnte es Kork sein. Mir ist bloß schleierhaft, wie der Korkring über den Halteteller geschoben wird. Dieses Teil ist nicht gesteckt oder geschraubt und hat den gleichen Durchmesser wie der restliche Kolben. Es ist jetzt eine breite Nut vorhanden - geradezu ideal für O-Ringe.
Die Farbe der Binde hat sich durch die lange Wässerung verändert. Vorher waren Streifen sichtbar, jetzt ähnlich einem M200. Nach der Trocknung wird sich das wieder ändern. Aber nur so ließ sich das Schreibgerät öffnen. Der Tintenleiter sitzt noch fest.
Mit kollegialem Gruß
H e r m a n n
-Privatier-
H e r m a n n
-Privatier-
Re: Pelikan 100
Hallo Hermann!
Du musst den Kolben mit nem Fön erwärmen, dann sollte sich das vordere Teil losdrehen lassen. Vermutlich normales Gewinde, damals nahm man gern Schellack, um solche Gewinde zu sichern. Schellack weicht bei ca. 60°C auf, wenn man sicher gehen will, weicht man den Kolben über Nacht ein, auch das hilft, den Schellack schon mal aufzuweichen. Ein Splint könnte auch im Spiel sein, schau also vorher nach, bevor etwas kaputt geht. Ich selbst kenne nur die Variante mit Kunststoffdichtungen, weiß also nicht genau, ob Pelikan Splinte verwendet hat.
Du musst den Kolben mit nem Fön erwärmen, dann sollte sich das vordere Teil losdrehen lassen. Vermutlich normales Gewinde, damals nahm man gern Schellack, um solche Gewinde zu sichern. Schellack weicht bei ca. 60°C auf, wenn man sicher gehen will, weicht man den Kolben über Nacht ein, auch das hilft, den Schellack schon mal aufzuweichen. Ein Splint könnte auch im Spiel sein, schau also vorher nach, bevor etwas kaputt geht. Ich selbst kenne nur die Variante mit Kunststoffdichtungen, weiß also nicht genau, ob Pelikan Splinte verwendet hat.
Grüße von Klaus!
Re: Pelikan 100
Der Halteteller lässt sich vorsichtig entfernen.Hermann hat geschrieben:Hallo Klaus,
Mir ist bloß schleierhaft, wie der Korkring über den Halteteller geschoben wird. Dieses Teil ist nicht gesteckt oder geschraubt und hat den gleichen Durchmesser wie der restliche Kolben. Es ist jetzt eine breite Nut vorhanden - geradezu ideal für O-Ringe.
dazu ein Bild von http://penzuki.tumblr.com/post/35700782 ... n-100-crap

piotr
Re: Pelikan 100
Hallo Piotr!
Danke für das hilfreiche Foto! Noch ein Tipp dazu: Wer sich Fummelarbeit ersparen will, tut gut daran, den Kolben nicht vom Mechanismus zu trennen. Es ist gar nicht so leicht, ihn wieder passend "einzufädeln", weil es viele Möglichkeiten gibt, die Kolbenstange wieder einzusetzen, und nur eine davon ergibt letztlich den maximalen Kolbenhub, sprich maximales Füllvolumen. Man kann zwar ein geringfügig größeres Volumen erreichen, aber dann ist ein Spalt zwischen Füllknopf und Schaft. Das ist nicht ganz leicht zu beschreiben; entweder man lässt den Kolben wie er ist oder man bekommt es mit dem Justieren zu tun.
Danke für das hilfreiche Foto! Noch ein Tipp dazu: Wer sich Fummelarbeit ersparen will, tut gut daran, den Kolben nicht vom Mechanismus zu trennen. Es ist gar nicht so leicht, ihn wieder passend "einzufädeln", weil es viele Möglichkeiten gibt, die Kolbenstange wieder einzusetzen, und nur eine davon ergibt letztlich den maximalen Kolbenhub, sprich maximales Füllvolumen. Man kann zwar ein geringfügig größeres Volumen erreichen, aber dann ist ein Spalt zwischen Füllknopf und Schaft. Das ist nicht ganz leicht zu beschreiben; entweder man lässt den Kolben wie er ist oder man bekommt es mit dem Justieren zu tun.
Grüße von Klaus!
Re: Pelikan 100
Hallo Klaus und Piotr,
erst einmal besten Dank!
Mein Teil sieht jetzt aus wie auf dem Foto
.
Ich habe den Daumennagel im gedachten Spalt kreisen lassen - und dieser ist jetzt schwarz. Aber nur der Erfolg zählt.
Das Problem mit der Abstimmung der übrigen Teile kenne ich von Geha-Kolbenfüllern, eine Zeitfrage.
Für Dichtungen von Petroleumlampen habe ich mir ein Locheisenset und Kork.-/Gummiplatten besorgt. Nachher werde ich mal nach den kleinsten Eisen schauen.
erst einmal besten Dank!
Mein Teil sieht jetzt aus wie auf dem Foto
Ich habe den Daumennagel im gedachten Spalt kreisen lassen - und dieser ist jetzt schwarz. Aber nur der Erfolg zählt.
Das Problem mit der Abstimmung der übrigen Teile kenne ich von Geha-Kolbenfüllern, eine Zeitfrage.
Für Dichtungen von Petroleumlampen habe ich mir ein Locheisenset und Kork.-/Gummiplatten besorgt. Nachher werde ich mal nach den kleinsten Eisen schauen.
Mit kollegialem Gruß
H e r m a n n
-Privatier-
H e r m a n n
-Privatier-
Re: Pelikan 100
Soeben traf ein weiterer 100er mit 585er MB-Feder ein. Schon beim Spülen war klar, dass der Kolben in Ordnung ist. Und siehe da, nach dem Trennen der Teile, eine Kunststoffdichtung.
Also nur einen Füller zum Überarbeiten.
Also nur einen Füller zum Überarbeiten.
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Mit kollegialem Gruß
H e r m a n n
-Privatier-
H e r m a n n
-Privatier-
Re: Pelikan 100
Hallo,
die Gummiplatten haben die passende Stärke und mit Stanzeisen 8mm + 5mm habe ich beim dritten Versuch in etwa die Mitte des Scheibchens getroffen. Noch etwas Vaseline und der Füller ist jetzt schreibbereit. Nach meinem Urlaub werden die vier Geräte am Schreibtisch eingehend getestet.
die Gummiplatten haben die passende Stärke und mit Stanzeisen 8mm + 5mm habe ich beim dritten Versuch in etwa die Mitte des Scheibchens getroffen. Noch etwas Vaseline und der Füller ist jetzt schreibbereit. Nach meinem Urlaub werden die vier Geräte am Schreibtisch eingehend getestet.
Mit kollegialem Gruß
H e r m a n n
-Privatier-
H e r m a n n
-Privatier-
Re: Pelikan 100
Nach 4 Wochen Urlaub habe ich jetzt die Füller im Arbeitseinsatz getestet.
Der 120 mit EF-Feder schreibt flüssig und etwas kratzig - EF!
P140 + KM um einges besser, P100 mit MB-585 wesentlich besser mit weicher/flexibler Feder.
Der P100 mit MB-(?Stahl)Feder noch deutlich besser! Hier ist die Feder zur Spitze hin etwas angeschrägt. Übertroffen wird diese Feder nur noch von meinem M1000.
Jetzt konnte ich endlich den Tintenleiter mit Feder heraustreiben und gereinigt und neu abgestimmt wieder einsetzen. Die Feder war zu tief im Schaft und hatte den Tintenleiter festgekeilt. Wässern und dezenter Zuspruch von außen halfen nicht. Und nach fest kommt ab. Nach erneuter Entfernung der Kolbenmechanik war ein Bleistift und ein Radiergummi sehr hilfreich, um den Tintenleiter von innen zu treiben.
Der 120 mit EF-Feder schreibt flüssig und etwas kratzig - EF!
P140 + KM um einges besser, P100 mit MB-585 wesentlich besser mit weicher/flexibler Feder.
Der P100 mit MB-(?Stahl)Feder noch deutlich besser! Hier ist die Feder zur Spitze hin etwas angeschrägt. Übertroffen wird diese Feder nur noch von meinem M1000.
Jetzt konnte ich endlich den Tintenleiter mit Feder heraustreiben und gereinigt und neu abgestimmt wieder einsetzen. Die Feder war zu tief im Schaft und hatte den Tintenleiter festgekeilt. Wässern und dezenter Zuspruch von außen halfen nicht. Und nach fest kommt ab. Nach erneuter Entfernung der Kolbenmechanik war ein Bleistift und ein Radiergummi sehr hilfreich, um den Tintenleiter von innen zu treiben.
Mit kollegialem Gruß
H e r m a n n
-Privatier-
H e r m a n n
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