Wie halte ich einen Füller richtig?

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Thom

Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von Thom » 13.01.2019 16:08

Füchschen hat geschrieben:
13.01.2019 13:17
Ich habe auch eine falsche Stifthaltung und eben auch diesen Knubbel am Mittelfinger.
Hat die Dame im verlinkten Video auch, aber solange er nicht beim Laufen stört ...

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Thomas

SimDreams
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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von SimDreams » 13.01.2019 17:00

Du darfst das so nicht scheiben, das versteht die Hälfte wieder nicht. :)
Juli407 hat geschrieben:
13.01.2019 8:57
Deshalb hab ich wahrscheinlich auch einen „Schreibknubbel“ am rechten Mittelfinger.
Nicht, wenn der Knubbel am rechten Fleck ist. Ich schreibe seit 40 Jahren wie die Dame im Video ohne Verkrampfung, und der Knubbel ist seit vielleicht 38 Jahren genau da, wo seit 40 Jahren der Stift liegt - am Fingergelenk des Mittelfingers. Trage ihn mit Würde und Stolz! Er zeugt von harter Arbeit wie die Schwielen oder Muskeln eines Schmieds.

Es gibt kein richtig oder falsch, aber Grenzen, innerhalb derer sich die individuelle Ausformung bewegen sollte. Beispiel vom Vorhandtopspin (ich habe lange als Tischtennistrainer gearbeitet neben dem Beruf): Wenn die Beinstellung zum Ball leicht geöffnet ist, der Balltreffpunkt mittig rechts vor dem Körper liegt, das Schlägerblatt leicht bis stark geschlossen ist und der Treffpunkt in der Mitte liegt zwischen Aushol- und Ausschwungpunkt, sind alles andere individuelle Freiheitsgrade. Spitzensportler haben sehr individuelle Technikausformungen, aber die vorgenannten Punkte halten sie alle verblüffend genau ein.

Genau so werden wir auch bei der Schreibhaltung sog. ideale Knotenpunkte definieren können (Hand übt möglichst wenig Druck auf den Stift aus, Stift um und bei 45° zum Papier und mit dem Ende in Schreibrichtung zeigend usw.). Es geht auch anders, aber je größer die Abweichung, desto größer die Kompromisse und Umwege.

Grüße, Uwe
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agathon
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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von agathon » 13.01.2019 17:23

Schönes und empfehlenswertes Video! Danke für‘s Posten! Meines Erachtens wird hier die für ein ermüdungsfreies langes Schreiben „richtige“ (= geeigneste, zielführendste) Handhaltung gezeigt. Und mit Blick auf die sich in das Schreiben noch eingewöhnenden Kinder ist der Hinweis auf die dreieckigen Stifte bzw. die entsprechenden Hilfsmittel gut.

Grüße

agathon

Thom

Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von Thom » 13.01.2019 17:52

SimDreams hat geschrieben:
13.01.2019 17:00
Du darfst das so nicht scheiben, das versteht die Hälfte wieder nicht. :)
Also, wenn das so ist. Diese Druckstelle macht nix, ist kein Indiz für "falsche" Stifthaltung und man kriegt sie dauerhaft weg. :)

https://www.amazon.de/Philips-DVT2710-S ... B01IYR3J08

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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von SimDreams » 13.01.2019 17:56

Ich empfehle dieses Modell zur Druckstellenreduzierung:

https://www.amazon.de/Bosch-Professiona ... ofessional

Grüße, Uwe
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JulieParadise
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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von JulieParadise » 13.01.2019 18:12

In dr Schule gab es nur diese Anleitung:

Den Stift auf das zweite Gelenk des Mittelfingers legen, Hinterteil zwischen Daumen und Zeigefingerwurzel. Danach den Zeigefinger locker darüber legen. Der Daumen, der bis dahin noch absteht, legt sich locker über den Stift. Insgesamt sollte der Stift so locker gehalten werden, dass man ihn leicht von hinten rausziehen könnte.

Was ich hier manchmal lese (Zeigefinger gerade lassen, Daumen weiter hinter) scheint mir, zumindest für meine Handhaltung, anatomisch unmöglich.

Bilder meiner geöffneten "Grundhaltung" kann man im "Füller in Hand"-Faden sehen. Vielleicht mache ich aber auch alles falsch (Mittelfingerknubbel) und habe nur seit 32 Jahren Glück, dass ich trotzdem lange ermüdungsfrei und halbwegs lesbar schreiben kann.
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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von agathon » 13.01.2019 18:35

JulieParadise hat geschrieben:
13.01.2019 18:12
Was ich hier manchmal lese (Zeigefinger gerade lassen, Daumen weiter hinter) scheint mir, zumindest für meine Handhaltung, anatomisch unmöglich.
Das mag anfangs etwas gewöhnungsbedürftig zu sein, funktioniert nach einer gewissen Eingewöhnungszeit aber ziemlich genial.

Grüße

agathon

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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von eisbaer-kiel » 13.01.2019 19:10

Meine Handhaltung entspricht auch der, bei dem der Füller auf dem Mittelfinger ruht (Knubbel-auf-Finger positiv). Scheint irgendwie eine bewährte Methode zu sein. In einem Buch habe ich folgende Abbildung gefunden, die nun auch schon ein paar Jahre alt ist (hoffe, das ist keine Verletzung der Urheberrechts):

8E8BBC48-C3B7-4B8B-BAC7-1170E3F1A017.jpeg
8E8BBC48-C3B7-4B8B-BAC7-1170E3F1A017.jpeg (284.15 KiB) 625 mal betrachtet
Viele Grüße
Manfred

Thom

Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von Thom » 13.01.2019 19:19

JulieParadise hat geschrieben:
13.01.2019 18:12
Vielleicht mache ich aber auch alles falsch (Mittelfingerknubbel) und habe nur seit 32 Jahren Glück, dass ich trotzdem lange ermüdungsfrei und halbwegs lesbar schreiben kann.
Liebste Julie, da muss ich mich mal zitieren, als ich Hippokrates zitiere:
Thom hat geschrieben:
27.08.2013 22:29
"Wer heilt, hat Recht." (Hippokrates) :)

V.G.
Thomas

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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von agathon » 13.01.2019 19:26

Die Diskussion, die wir hier führen, ist ja auch eine akademische, vielleicht auch pragmatische, sicherlich aber keine moralische.

Grüße

agathon

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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von pejole » 13.01.2019 23:14

Hier mal ein Foto von meiner Füllerhaltung. Man sieht dass der Füller fast auf dem 1. Gelenk des Mittelfingers liegt, wobei dieser mit etwas Abstand, wenn auch im Millimeterbereich, zum Papier gehalten wird. Die Hand wird hauptsächlich über den kleinen Finger geführt.

Diesen besagten Mittelfingerknubbel hatte ich auch mal, mir ist aber erst jetzt bewusst geworden dass dieser verschwunden ist. Eine Erklärung dafür habe ich nicht. Vielleicht liegt es daran dass ich bevor ich auf Füller umgestiegen bin nur mit Kugelschreiber geschrieben habe und diese wohl mit ziemlich viel Druck in den Fingern gehalten habe.

Ich schreibe grundsätzlich mit aufgesteckter Kappe. Ist diese nicht aufgesteckt wie im zweiten Foto zu sehen verschwindet sogar der Pelikan M 800 IB in der Hand.Mit so einem kleinen Teil in der Hand schreibe ich höchst ungern. Mit aufgesteckter Kappe empfinde ich die Schreiberei erheblich angenehmer, der Füller lässt sich wie ich für mich meine besser führen.

Gruß, Martin
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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von duckrider » 14.01.2019 7:23

Jeck, wie unterschiedlich die Leut' sind.
Ich gehöre zwar eher zur Sorte "sehr ausgewachsene Körpergröße", aber ein M800 ohne Kappe wäre mir schon zu groß, ich habe ihn wieder weitergegeben.
Die Kaweco Sportler und Liliputs nutze ich mit Kappe (auch hier habe ich die schwereren Metallversionen wieder weitergegeben, der Liliput in Alu passt mir von Gewicht her gut). Pelikan 140 & 400er nutze ich ohne Kappe.
Offenbar mag ich eine große Leichtigkeit beim Schreiben.

Vielleicht rühren aus solch subjektivem Empfinden Gewicht & Größe unterschiedliche Schreibgerätehaltungen her - oder umgekehrt?

Als Schüler habe ich auf dem Geha V3 Schreiben gelernt:
viewtopic.php?f=5&t=8024&p=237654&hilit ... vn#p237654
Dieser Füller hatte Griffmulden, die drehbar gegen die Feder waren, um eine optimale Fingerstellung herauszuarbeiten, das hat mich in Sachen Haltung des Schreibgerätes sicher geprägt.
Mittelfingerknubbel und Sauklaue habe ich dennoch... :twisted:

gute Woche
Thomas
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agathon
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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von agathon » 14.01.2019 8:25

Im Unterschied zu Martin schreibe ich mit durchgestreckterem, aber nicht ganz gestreckten Zeigefinger. Den Daumen halte ich deutlich zurückgenommener. Ganz durchstrecken mag ich den Zeigefinger nicht, da wird es nämlich dann doch ungewohnt. Interessanter Faden!

Grüße

Agathon

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Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von maggutefueller » 14.01.2019 13:17

agathon hat geschrieben:
14.01.2019 8:25
Im Unterschied zu Martin schreibe ich mit durchgestreckterem, aber nicht ganz gestreckten Zeigefinger. Den Daumen halte ich deutlich zurückgenommener. Ganz durchstrecken mag ich den Zeigefinger nicht, da wird es nämlich dann doch ungewohnt. Interessanter Faden!

Grüße

Agathon

klingt doch perfekt, bei einer total entspannten Hand sieht der Zeigefinger genau so aus und der Daumen bleibt auch hinter dem Zeigefinger und Ringfinger zurück

Tintenklex

Re: Wie halte ich einen Füller richtig?

Beitrag von Tintenklex » 14.01.2019 16:08

Krawatten-Joe hat geschrieben:
12.01.2019 21:21
Nun stehe ich vor folgendem Problem: Ich weiß nicht, wie man einen Füllhalter hält, um damit ermüdungsfrei und leserlich gleichzeitig zu schreiben.
Am wenigsten ermüdend ist wohl das Diktieren in die Feder einer Sekretärin/eines Sekretärs - oder neudeutsch "personal assistant".

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