Lamy 2000 mit Eisengallustinte

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Lukas74
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Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von Lukas74 » 02.05.2019 21:57

Guten Abend :)

Wie sieht’s mit Erfahrungen bzgl. der verborgenen Feder aus? Setzt sich da irgendwo was fest? Oder macht ihr ihn nach dem Befüllen dann mit Wasser unter „dem Feder verdeckenden Part“ direkt sauber?

Ansonsten Dokumentenechte-Empfehlungen für den 2000 außer Pelikan Schwarz-Blau bei F/EF Feder?

Vorab Danke :)

Lukas

SpurAufPapier
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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von SpurAufPapier » 02.05.2019 22:15

Ich hatte mal R&K Salix im 2000 F. Der Fluss war in Ordnung, mir aber zu blass. Das lag wohl nicht am Fluss, sondern an der Salix selbst - ich hatte vorher Diamine Midnight Blue drin, und die ist deutlich dunkler. Dann mit Wasser gereinigt, jetzt schreibt er wieder mit der Midnight so gut wie vorher. Über Rückstände kann ich leider nichts sagen, habe ihn nicht zerlegt.
Grüße
Vikka

Das Leben ist zu kurz für schlechte Schreibgeräte

bebna
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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von bebna » 03.05.2019 8:33

Bei längerer Benutzung, sollte man auf jeden Fall ihn auseinander Schrauben und die Feder Leiter Einheit zum reinigen rausnehmen. Ein Watte Stäbchen passt vorsichtig in den Kopf und Tank. (beim auseinander nehmen nicht die kleine Ringfeder vergessen und besser sicher zu Seite legen.) Beim zusammen Schrauben dann wieder vorsichtig sein, sonst macht man das Gewinde kaputt.

Empfehle so eine Tiefenreinigung auch mal egal welche Tinte nach einem langen Benutzungszeitraum, den nur mit Wasser spülen kommt nach meiner Erfahrung nicht in alle Ecken wo sich die Tinte hinverkricht über die Tage und Wochen.

Mein Lamy 2000M hat leider einen so starken Fluss, dass meist eher M-B geschrieben wird, deswegen kann ich zu den Schwachen Salix nichts zu sagen. Mit Königsblau kann man ja Zuhause selber testen wie fliesfreudig der eigene ist. Desto farbintensiver, mehr Fluß.
bebna hat geschrieben:
15.04.2019 12:48
Bild
Persönlich hab ich meinen 2000er schon mit den beiden R&K Tinten und Thoms Rot benutzt.

KaEff
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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von KaEff » 06.05.2019 22:36

SpurAufPapier hat geschrieben:
02.05.2019 22:15
Ich hatte mal R&K Salix im 2000 F. Der Fluss war in Ordnung, mir aber zu blass. Das lag wohl nicht am Fluss, sondern an der Salix selbst [...]
Ich habe auch Salix in einem 2000er F. Ich kann Deine Aussage bezüglich Farbintensität bestätigen.

Ältere Salix bildet in der Flasche ein Sediment aus schwarzem Eisenkomplex. Dieser lässt sich aber durch Schütteln wieder aufwirbeln. Wenn man die geschüttelte Tinte einsaugt, ist die Schrift intensiver und dunkler.

Zum Reinigen ggf. auch mal Zitronensäure- oder Ascorbinsäurelösung in Erwägung ziehen.
Frank
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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von Thom » 06.05.2019 22:50

KaEff hat geschrieben:
06.05.2019 22:36
Ältere Salix bildet in der Flasche ein Sediment aus schwarzem Eisenkomplex. Dieser lässt sich aber durch Schütteln wieder aufwirbeln. Wenn man die geschüttelte Tinte einsaugt, ist die Schrift intensiver und dunkler.
Das ist dann aber nicht mehr wasserlöslich, wie bei der frischen Tinte. Ihr habt dann unlösliche Pigmente im Füller
und so richtig "Nano" sind die auch nicht.

V.G.
Thomas

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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von Thom » 06.05.2019 22:53

So sieht das bei der ESSRI aus:

Bild

KaEff
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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von KaEff » 08.05.2019 9:04

Thom, hübscher Sol-Gel-Prozess.
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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von Thom » 08.05.2019 16:26

Frank, ich wäre da mit Füllern schon etwas vorsichtig. Aber ich finde sowieso, die Leute sollten mehr mit Tauchfeder schreiben. :)

V.G.
Thomas

Paperclip
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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von Paperclip » 08.05.2019 16:49

Ich geb dann mal an dieser Stelle eine Wasserstandsmeldung zu meinem ESSRI-Experiment mit der Umfüllung in kleine 30ml APO-Norm Fläschchen. Zur Erinnerung: Die sind alle bis zum Rand voll gemacht worden und die Gebrauchsflasche wird, wenn was entnommen wurde, mit Protektan aufgefüllt. Jetzt nach über einem Jahr ist da gerade so viel raus, dass ich den Bodensatz sehen kann. Da zeigen sich ganz minimal ein paar Sedimentpartikel. Die frische Füllung aus der Flasche fließt zuerst immer noch hellblau aus der Feder und dunkelt dann, wie erwartet, mit der Zeit zu einem dunklen Anthrazit. Richtig schwarz wird das nicht. Wenn in der Flasche mehr Sediment drin ist, werde ich versuchen, ob das mit Tannin reversibel ist. Das dauert aber wohl noch.
Wenn meine Tanzanite alle ist, werde ich auch meinen M600, mit dem ich Tagebuch schreibe, mit ESSRI füllen. Dann verbrauche ich die schneller und sehe dann hoffentlich irgendwann auch, was mit den anderen beiden Flaschen ist.

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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von KaEff » 08.05.2019 17:16

Was verstehst Du unter "reversibel"?

Der Bodensatz wird sich auflösen lassen, ggf. durch Veränderung des pH, Zugabe von Salzen usw.

Entscheidend ist aber die Reaktion von Eisen in Oxidationsstufe 2 nach 3. Da kommst Du soneinfach nicht wieder zurück.

Ferner bildet sich eine Art Polymer. Schlussendlich, es ist mehr Chemie beteiligt als man zunächst glauben mag.
Frank
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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von Paperclip » 08.05.2019 18:17

KaEff hat geschrieben:
08.05.2019 17:16
Was verstehst Du unter "reversibel"?
Wir hatten das Problem in dem "Erleuchtungs-Thread" mal diskutiert. Ab hier folgende:

viewtopic.php?p=224455#p224455

Dabei wurde die Hinzufügung von Gerbsäure als mögliche Option für den Ersatz der ausfallenden Gerbsäure diskutiert. Ich hatte angenommen, dass der Ersatz der fehlenden Gerbsäure auch das Ausfällen von Eisen mit der Zeit unterbindet. Residuen der Art, wie sie a.a.O. ff. gezeigt wurden, hab ich allerdings bisher nicht bemerkt. Die Tinte funktioniert jetzt nach über einem Jahr immer noch so wie am ersten Tag.

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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von thewritingsonthewall » 08.05.2019 18:26

Ich bin ja bekennender Nutzer von Thoms nachtblauer Eisengallustinte.
Im lamy 2000 ohne Probleme. Klar muss man öfter mal reinigen aber das geht alles ohne Probleme.
Möge der Saft mit dir sein :mrgreen:

Thom
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Re: Lamy 2000 mit Eisengallustinte

Beitrag von Thom » 08.05.2019 19:36

Eisen fällt da nicht großartig aus. Wenn die Tinte nicht vergeigt wurde, dann sind das Eisen3-Gerbsäure-Komplexe oder kondensierte Gerbsäure, was bei so einer starken Tinte wie der ESSRI nicht unwahrscheinlich ist. Mit dem blauen vorläufigen Farbstoff in der Tinte kann man das farblich kaum unterscheiden. Die wasserunlösliche Gerbsäure wird man in der Tinte kaum wieder auflösen können, die müsste man dekantieren oder filtern. Für den Füllerbetrieb ist das alles unproblematisch, solange diese Ausfällungen auf dem Flakonboden bleiben.

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