Stiftung Warentest

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HeKe2
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Re: Stiftung Warentest

Beitrag von HeKe2 » 30.07.2018 8:36

Tintenklex hat geschrieben:
29.07.2018 18:55
HeKe2 hat geschrieben:
29.07.2018 13:35
Mich stört an diesen Tests am meisten, dass man immer erst herausbekommen muss, durch welche Brille bei dem Test gesehehen wird.
Ich frage mich, wie man bei einer Kamera die Handhabung, also die Ergonomie der Bedienung, bei absolut identischen Modellen einmal mit Gut und einmal mit Mangelhaft bewerten kann.

Das kann nicht an der Brille liegen, ....
Auf Dich bezog ich mich auch nicht. Da hat offensichtlich jemand in einem Test ein ganzes Sortiment an Brillen zur Verfügung gehabt.


Und @Alced:
Da hast Du schon recht, aber schon einen Monat nach dem Test, liest kaum noch einer den ganzen Test, weil er kaum noch greifbar ist und wenn, nur gegen Bares. Dafür prangt an den Produkt ein dicker Aufkleber "sehr gut bei ...test".

In dem Beispiel das mir vorschwebt war ein Produkt bei einem Test sehr gut, weil es u.A. ohne Sekundärverpackung usw. auskam. In einem nahezu gleichzeitigen Test anderswo war es mangelhaft, weil es den angegebenen Lichtschutzfaktor nicht erreichte, was offensichtlich im ersten Test gar nicht geprüft wurde. Ist lange her, sagt aber viel über das, was ich mit der "Brille" meinte.
Beste Grüße
Hermann

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HeKe2
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Re: Stiftung Warentest

Beitrag von HeKe2 » 30.07.2018 8:55

Thom hat geschrieben:
30.07.2018 5:13
Ich zitiere mal, was Stabilo zu den Malstiften auf die Frage Ist die Farbe des STABILO woody 3 in 1 hautfreundlich? schreibt,
das passt auch für die Vielzahl auf dem Markt befindlicher Füllertinten.
"Unsere Stifte sind nicht gesundheitsbedenklich bei bestimmungsgemäßer Anwendung. Eine Anwendung auf der Haut, am Körper oder im Mundbereich können wir jedoch nicht empfehlen, da dies eine kosmetische Anwendung wäre, unsere Produkte jedoch keine Kosmetikartikel sind und auch nicht nach der Kosmetikverordnung geprüft und zugelassen wurden.
Zu betonen ist, dass es nicht gefährlich ist, wenn ein Kind sich mit diesem Stift mal die Haut verunreinigt. Lediglich eine dauerhafte, absichtliche Konfrontation der Haut mit dem STABILO woody 3 in 1 ist nicht empfehlenswert."
"Objects in the mirror might be nearer than they appear" steht ja bekanntlich in Amerika auf den Seitenspiegeln von Autos. Ich finde es immer wieder merkwürdig, wenn man maximale Dummheit des Verbeauchers vorausetzen muss. Auch das meinte ich als ich schrieb, dass unsere Erwartungen und Wahrnehmungen manchmal etwas daneben sind. Ein bisschen Hirn einschalten wäre schon schön. Und da liegt dann auch das Problem der Tests: Schaltet man das Hirn ein, kommt man dann gelegentlich zu dem Resultat, dass das ein oder andere "sehr gut" so gut gar nicht ist. Das führt dann dazu, dass man den ganzen Test verwirft und den Urteilen nicht traut, was so pauschal nun auch wieder nicht richtig ist. Daher ist die Schulnote am Ende des Tests so pauschal nicht wirklich aussagekräftig.
Beste Grüße
Hermann

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MarkIV
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Re: Stiftung Warentest

Beitrag von MarkIV » 30.07.2018 9:56

Ausgerechnet das Beispiel mit dem rechten Spiegel finde ich da jetzt gar nicht so passend. Denn der Hinweis steht in direkter Relation zur Funktion des Spiegels. Der Spiegel ist tatsächlich so gebaut, dass dieser Effekt entsteht, er reduziert den toten Winkel. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob unsere Spiegel das auch machen. Eigentlich ist der Hinweis sogar sehr sinnvoll.
Der Hinweis an der Mikrowelle damit keine Tiere zu trocknen, den galte ich da zum Thema für passender. Denn die Idee eines Katze in der Mikrowelle zu trocknen, na ja, da kann man selbst drauf kommen, was dann passiert.

Mark
Fortis Fortuna Adiuvat

In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen, ist schon ein Widerspruch in sich.
(Voltaire)

Thom

Re: Stiftung Warentest

Beitrag von Thom » 30.07.2018 11:08

Man muss nicht maximale Dummheit des Verbrauchers voraussetzen, aber maximale Naivität, "die werden mich schon schützen". Machen sie auch, im Rahmen der bestimmungsgemäßen Verwendung.

V.G.
Thomas

P.S. Ich habe dieses Thema hier heute früh mit Dr. Fischer vom Pelikanlabor besprochen und er hat auch meinen Text gelesen.

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Re: Stiftung Warentest

Beitrag von Mark \_o.o_/ » 30.07.2018 21:04

Na da hab ich ja mal was losgetreten :lol:

Da es hier ja so ein massives Interesse an der Untersuchung der Stiftung Warentest gibt, hab ich mir für Euch mal den Artikel gegönnt ;) (verrechne ich dann mit dem nächsten Kauf hier ;-) )

Bei den Füllhaltertinten ging es tatsächlich um die Konservierungsstoffe Benzisothiazolinon und Methylisothiazolinon. Getestet wurden die Tinten in Patronen der Marken Schneider, Pelikan 4001, Herlitz, Kreuzer, Lamy T10 und Online. Schneider hat keinen der Stoffe aufzuweisen oder unterhalb der Kosmetikverordnung. Als einzige. (aus: Test 8/2018, S. 76)

Weiß man, wer das für Schneider herstellt?

Heiße Grüße
(ein weiterer) Mark

Thom

Re: Stiftung Warentest

Beitrag von Thom » 01.08.2018 7:09

Wer weiß, vielleicht Schneider. :) Das Interesse der beteiligten Unternehmen, solche Informationen an die Öffentlichkeit zu geben, ist häufig arg begrenzt (genau genommen, habe ich schonmal eine auf den Deckel gekriegt). Die Schneider Tintenpatrone, blau hatte beim Test 2008 noch ein mangelhaft, da wurde auf alle Fälle die Zusammensetzung geändert.Bild
Benzisothiazolinon klingt auch nach Konservierungsmitteltausch. Haben die das für die einzelnen Marken genauer angegeben?

V.G.
Thomas

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Tenryu
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Re: Stiftung Warentest

Beitrag von Tenryu » 01.08.2018 15:21

Bei kleinen Kindern, die alles in den Mund stecken, mag das vielleicht relevant sein. Aber als Erwachsener pflegt man eigentlich nicht an der Feder zu nuckeln oder sich das Gesicht damit zu bemalen. ;)

Thom

Re: Stiftung Warentest

Beitrag von Thom » 01.08.2018 15:39

Die Sensibilisierungen auf Methylisothiazolinon kommen ja im Wesentlichen auch nicht von königsblauer Tinte, sondern von Hautcremes etc., die sich die Leute 3 mal täglich in's Gesicht gespachtelt haben. Das Gemisch Benzisothiazolinon/Methylisothiazolinon könnte schon eine Umstellung in den vergangenen 10 Jahren von Chlormethylisothiazolinon/Methylisothiazolinon sein. Die Stiftung Warentest wendet aber hier die Spielzeug- und die Kosmetikverordnung auf diese Tinten an.
Wenn die Tinten verschimmeln würden, wäre das garantiert "besser".

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HeKe2
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Re: Stiftung Warentest

Beitrag von HeKe2 » 01.08.2018 16:09

Thom hat geschrieben:
01.08.2018 15:39
Die Sensibilisierungen auf Methylisothiazolinon kommen ja im Wesentlichen auch nicht von königsblauer Tinte, sondern von Hautcremes etc., die sich die Leute 3 mal täglich in's Gesicht gespachtelt haben. Das Gemisch Benzisothiazolinon/Methylisothiazolinon könnte schon eine Umstellung in den vergangenen 10 Jahren von Chlormethylisothiazolinon/Methylisothiazolinon sein. Die Stiftung Warentest wendet aber hier die Spielzeug- und die Kosmetikverordnung auf diese Tinten an.
Wenn die Tinten verschimmeln würden, wäre das garantiert "besser".
Womit wir wieder bei meinem Beispiel vom Hustensaft wären. Das was die Stiftung Warentest da macht, klingt auf den ersten Blick logisch, ist aber so nicht gerechtfertigt, weil schon die Zielvorstellung der Haltbarkeit nach Anbruch eine andere ist und die Häufigkeit des Hautkontakts auch. Sinnigerweise wurde die Anbruchhaltbarkeit im Test ja auch nicht getestet, was aber das Mindeste wäre, um sich eine Aussage darüber zu erlauben. Wie auch schon oben gesagt, gibt es sicher Ersatzstoffe, aber ob die wirklich besser sind, weiß man auch erst in 40 Jahren. Und mein Konservierungsmittel aus meinem Hustensaftbeispiel (Zucker) kommt in der Kosmetikverordnung meines Wissens (für diesen Zweck) gar nicht vor. Das heißt aber noch lange nicht, dass es sich dabei um eine giftige Substanz handelt. Aber rauhe Mengen unkritisch eingesetzt sind bekanntlich auch bei Zucker schädlich. So gesehen bedarf eine solche Übernahme von Grenzwerten der ausführlichsten Begründung, um eine Bewertung danach zu rechtfertigen. Ich will hier nicht den guten alten Paracelsus zitieren, aber Einsatzzweck, Häufigkeit, Dosis usw. bestimmen, was wie gesund oder gefährlich etwas ist. Das gilt selbst für Alltägliches wie Wasser, Sonne, Salz, Mineralien, Kohlenhydrate usw. Warum sollte das bei Konservierungsmitteln anders sein? Und genau die Abwägung fehlt hier.
Beste Grüße
Hermann

Tintenklex

Re: Stiftung Warentest

Beitrag von Tintenklex » 01.08.2018 17:13

HeKe2 hat geschrieben:
01.08.2018 16:09
Das was die Stiftung Warentest da macht, klingt auf den ersten Blick logisch, ist aber so nicht gerechtfertigt...
Es klingt für mich absolut unlogisch, wenn man Produkte massiv abwertet, wenn sie bei (exzessiver) nicht bestimmungsgemässer Verwendung unter Umständen gesundheitsschädlich sein könnten.

Bei Buntstiften für Kinder mag das zu einer Abwertung - bei hoher Belastung sogar zur Nichtverkehrsfähigkeit - führen, falls diese in die entsprechende Produktkategorie SPIELZEUG (Bedarfsgegenstand: Spielzeug - LMBG § 2 Satz 1 Nr. 5) fallen, aber bei Tinte in Patrone oder Glas? Never!

Mark \_o.o_/
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Re: Stiftung Warentest

Beitrag von Mark \_o.o_/ » 01.08.2018 20:01

Thom hat geschrieben:
01.08.2018 7:09
Die Schneider Tintenpatrone, blau hatte beim Test 2008 noch ein mangelhaft, da wurde auf alle Fälle die Zusammensetzung geändert.Bild
Benzisothiazolinon klingt auch nach Konservierungsmitteltausch. Haben die das für die einzelnen Marken genauer angegeben?
Also ich kann zitieren, welche Tinte den Grenzwert nach Kosmetikverordnung bei welchem der Stoffe überschreiten und der Kombination:
Überschreitung bei BIT und MIT gleichzeitig: Herlitz, Kreuzer, Pelikan,
Überschreitung bei MIT: Lamy, Online

An alle die sich für den Grund der Stiftung Warentest interessieren, aus dem heraus sie gerade auf diese Stoffe gerade nach diesen Verordnungen testen, denen empfehle ich die Lektüre des Test. Sonst tut man ihnen vielleicht Unrecht oder redet am Test vorbei. Aber muss man natürlich nicht...

Tintenklex

Re: Stiftung Warentest

Beitrag von Tintenklex » 01.08.2018 23:50

Mark \_o.o_/ hat geschrieben:
01.08.2018 20:01
...welche Tinte den Grenzwert nach Kosmetikverordnung bei welchem der Stoffe überschreiten...
Ja toll - ich teste Produkte, die nicht der Kosmetik-VO unterliegen, auf die darin festgelegten Grenzwerte. Kann man durchaus bei Tinten für Tattoos in den entsprechenden Studios machen, aber nicht bei Füllertinten!
Das sind die Leute, die im Winter nach Spitzbergen fahren und sich beschweren, dass sie dort dann nicht am Strand sonnenbaden können...
Mark \_o.o_/ hat geschrieben:
01.08.2018 20:01
An alle die sich für den Grund der Stiftung Warentest interessieren, aus dem heraus sie gerade auf diese Stoffe gerade nach diesen Verordnungen testen, denen empfehle ich die Lektüre des Test. Sonst tut man ihnen vielleicht Unrecht oder redet am Test vorbei. Aber muss man natürlich nicht...
Ich begebe nicht für solch einen Quatsch hinter eine Paywall!

Thom

Re: Stiftung Warentest

Beitrag von Thom » 02.08.2018 7:07

Tätowiertinten unterliegen der Tätowiermittelverordnung, das ist auch sinnvoll.
Mark \_o.o_/ hat geschrieben:
01.08.2018 20:01
... denen empfehle ich die Lektüre des Test.
Habe ich gestern natürlich gemacht, da hatte ich aber meine dbzgl. Frage hier schon geschrieben.
(außerdem frage ich manchmal, weil ich die Antwort hier stehen haben möchte :) )

V.G.
Thomas

agathon
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Re: Stiftung Warentest

Beitrag von agathon » 02.08.2018 7:14

Sollten wir nicht eine eigene Stiftung gründen? (Gemäß der 12. Feuerbachthese)

Grüße

agathon

Thom

Re: Stiftung Warentest

Beitrag von Thom » 02.08.2018 7:23

Jetzt überschätzt Du, glaub' ich, die Massenwirksamkeit des penexchange. Die Stadtarchivleiter/innen, mit denen ich so zu tun habe, und z.B. die Lady mit dem gratis Online-Kalligraphiekurs kannten das gar nicht. (jetzt kennen sie's aber :) )

V.G.
Thomas

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