Neujahrsvorsätze - Meine Füller-"Einschreib"-Challenge

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estilográfica&tinta
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Neujahrsvorsätze - Meine Füller-"Einschreib"-Challenge

Beitrag von estilográfica&tinta »

Liebe andere Füllerbegeisterte,

zwar ist das neue Jahr jetzt schon wieder zwei Wochen alt, trotz dessen habe ich doch noch ein paar Neujahrsvorsätze für mich gefunden.

Bei mir ist die Füller(an)sammlung im letzten Jahr (für meine Verhältnisse) erheblich gewachsen und ich ärgere mich subjektiv immer wieder darüber, wenn ich einen Füller in der Hand habe, und mich fragen muss, wann ich ihn denn das letzte Mal verwendet habe.

Bei den Tinten sieht es ähnlich aus, es sind viele, und bei den Allermeisten kann man nicht mal erkennen, dass der Füllstand gesunken ist.

Verkleinern möchte ich meine Sammlung nicht, aber intensiver nutzen möchte ich die guten Stücke schon.

Also habe ich mir mal die Neuerwerbungen des letzten Jahres vorgenommen, und notiert bzw. in Einzelfällen geschätzt, wie viele Füllungen ich mit diesen jeweils geschrieben haben könnte...

Und das waren -- oh Schreck -- selten mehr als 3 Füllungen pro neuem Füller ... Viele habe ich 1-2 mal gefüllt, die Füllung verschrieben, und dann aus irgendwelchen Gründen beiseite gelegt.

Ich finde es zwar absolut sinnvoll, einen Füller zu füllen, diese Füllung leer zu schreiben und dann den Füller zu spülen, und zu wechseln. Das mache ich grundsätzlich sehr gerne, aber irgendwie finde ich das bei neuen Füllern nicht schön. Die Füller möchte ich doch erst einmal richtig benutzen, richtig "kennen lernen", und da reicht eine Füllung meiner Ansicht nach nicht aus.

Deshalb kommt jetzt hier mein Neujahrsvorsatz; diese kaum genutzten Füller erst einmal richtig "einzuschreiben", und während diesem Prozess die Neuanschaffung von Füllern erst einmal zu beschränken.

Mein Ziel ist es dabei, mit den neu Füllern zumindest 5 Füllungen zu verschreiben, bevor sie wieder einsortiert werden...

Das wird jetzt auch denke ich bis auf Weiteres meine Füllerrotation bestimmen, und ich habe daher bereits 4 Füller unter Tinte, mit denen ich das Projekt beginne:

- Lamy Aion Graphite, aktuell mit Pelikan Edelstein Topaz (2x gefüllt bisher)
- KaWeCo Piston ALSport Navy mit Pelikan Edelstein Tanzanite (3x gefüllt bisher)
- Aratrum Calamus Rotundus Messing mit Diamine Sargasso Sea (1x gefüllt bisher - aber auch erst 2 Tage alt)
- KaWeCo Student Schwarz/Silber mit Diamine Poppy Red (3x gefüllt bisher)

Weitere Füller liegen schon bereit, aber ich möchte jetzt auch nicht alle möglichen Füller betanken und dann mit ca. 15 betankten Füllern durch die Botanik geistern.

Vielleicht poste ich in diesem Thread hin und wieder einige Updates zu meinem Vorhaben, mal sehen, wie weit ich komme.

Mich würde aber wirklich interessieren, wie handhabt ihr das ? Habt ihr ein "Einschreibritual" bei neuen Füllern ?
Achtet ihr darauf, wie oft und wie regelmäßig Ihr Eure Füller nutzt ?
Ich ärgere mich bei sowas wie gesagt immer etwas über mich selbst, wenn ich einen tollen Füller ergattert habe, und dann nach einem halben Jahr des Besitzens feststelle, dass ich ihn erst 1-2 mal befüllt hatte... Bin ich mit solchen Gedanken zum Sammeln allein, oder kommt Euch das irgendwie bekannt vor ?

Und wer Lust hat, bei dieser kleinen Challenge mitzumachen, und seine Erfahrungen hier zu teilen, ist herzlich eingeladen ;)

Liebe Grüße

Sören


P.S.: Wenn das Thema hier in der falschen Kategorie gelandet sein sollte, können es die Mods gerne verschieben.
Spessartschreiber
Beiträge: 29
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Re: Neujahrsvorsätze - Meine Füller-"Einschreib"-Challenge

Beitrag von Spessartschreiber »

Guten Morgen,
da bin ich erleichtert, dass ich nicht der Einzige bin, der seinen Überfluß nicht verwaltet bekommt. Ich werde interessiert zuschauen. Ob ich dem 5-Füllungen-Konzept folgen werde, weiß ich noch nicht.
Die Frage ist ja auch: Wie verschreibt man seinen Tintenvorrat? Ich nutze meine Füllhalter beruflich am Schreibtisch oder auch unterwegs, schreibe auch Briefe. Aber irgendwie gehen die Pegel in den Tintengläser kaum zurück. Und mit Einkaufslisten bekommt man ein Tintenfass nicht leer.
Jowe
Beiträge: 50
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Re: Neujahrsvorsätze - Meine Füller-"Einschreib"-Challenge

Beitrag von Jowe »

Guten Morgen.

Tja, ein Vorsatz, den anscheinend mehrere gefasst haben. Nachdem die Zahl meiner Füller im vergangenen Jahr exponentiell zugenommen hat und jeder Füller mit einer anderen Tinte befüllt wurde lagen jetzt16 (!) befüllte Füller hier.
Jetzt bin ich dabei, sie leer zu schreiben, zu reinigen und dann zuerst einmal in die Schatulle zu legen. Dann wenn sie bis auf zwei leer sind soll insgesamt die Zahl auf fünf erhöht werden und ein anderer erst befüllt werden wenn wieder einer leer ist.
Die Gesamtzahl durch Verkauf zu reduzieren will ich gar nicht anstreben, klappt genau so wenig wie bei Uhren!
Und zu den Tinten - ich habe mal überschlagen dass der Vorrat hier bei gleichbleibendem Verbrauch für 10 Jahre reichen würde!
Alle die solch guten (?) Vorsätze gefasst haben sollten vor Weihnachten hier reinschreiben, wie weit sie gekommen sind - ich wäre gespannt, auch auf mich!

Gruß Jörg
Penziner
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Re: Neujahrsvorsätze - Meine Füller-"Einschreib"-Challenge

Beitrag von Penziner »

Hallo zusammen,

für mich klingt das eher nach „Nutzen statt Hamstern“.
Sehr sehr nachvollziehbar für mich - ich bekenne mich schuldig.

Mir stellt sich die Frage nach dem „Einschreiben“ als solches.
Falls das nicht zum Thema passt, muss ich es separat ausgliedern.

Was bedeutet einschreiben? Das würde ja bedeuten, dass sich Feder oder Tintenleiter anpassen, ändern, durch Abrieb/Druck (oder wie auch immer) eine physikalische Veränderung geschieht. Kann ich kratzende Federn durch Nutzung besänftigen? Interessiert mich wirklich, sehr!
LG
Stefan
Rubato
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Registriert: 26.11.2025 15:43

Re: Neujahrsvorsätze - Meine Füller-"Einschreib"-Challenge

Beitrag von Rubato »

Ich unterteile per se schon mal in Füller, die ich haben und ansehen möchte, und Füller mit denen ich schreiben will. Es gibt Mischmengen. :)
Zum Beispiel den alten Primavera benutze ich nur ganz, ganz selten mal mit ein kleines bisschen Tinte. Den M200 andauernd. Das reduziert die Schuldgefühle.

Spessartschreiber hat geschrieben:
19.01.2026 6:58
Die Frage ist ja auch: Wie verschreibt man seinen Tintenvorrat? ........... Aber irgendwie gehen die Pegel in den Tintengläser kaum zurück.
Ein für mich bisher ungelöstes Problem <sic> Ich hatte Anfang des Jahres zu viele Tinten, wie wohl alle hier. Und dann habe ich einen für mich sehr schönen Pineider Avatar bekommen, in dem die Vorbesitzerin so lieb war die Tinte drin zu lassen, die ich noch nicht hatte. Die passt so gut zu dem Füller......

Jetzt habe ich zu viele Tinten+1
estilográfica&tinta
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Registriert: 02.12.2024 10:30

Re: Neujahrsvorsätze - Meine Füller-"Einschreib"-Challenge

Beitrag von estilográfica&tinta »

So allein scheine ich mit meinem Thema ja doch nicht ganz zu sein...

Spessartschreiber hat geschrieben:
19.01.2026 6:58
Die Frage ist ja auch: Wie verschreibt man seinen Tintenvorrat? Ich nutze meine Füllhalter beruflich am Schreibtisch oder auch unterwegs, schreibe auch Briefe. Aber irgendwie gehen die Pegel in den Tintengläser kaum zurück. Und mit Einkaufslisten bekommt man ein Tintenfass nicht leer.
Ja, das Problem kenne ich auch gut... Bisher habe ich selbst nur 2 Gläser komplett leergeschrieben (in sieben Jahren Nutzung), und bei lediglich ca. 5 Gläsern ist der Tintenstand sichtlich gesunken - und das als Student in einem recht schriftlastigen Fachgebiet.

Das hat denke ich viel mit der doch vielleicht vorherrschenden "Wechselfreudigkeit" zu tun, was Tinten angeht.

Aber auch für die sinkenden Tintenglaspegel kann ich ja mal die Beobachtung starten, ob es etwas nützt, die fünf Füllungen konsequent mit einer Tinte durchzuschreiben. Also ein Füller, eine Tinte, fünft Füllungen.
Wobei ich z.B. bei dem im Ausgangspost genannten KaWeCo Student die Tinte definitiv nochmal wechseln werde...
Jowe hat geschrieben:
19.01.2026 7:55
Jetzt bin ich dabei, sie leer zu schreiben, zu reinigen und dann zuerst einmal in die Schatulle zu legen. Dann wenn sie bis auf zwei leer sind soll insgesamt die Zahl auf fünf erhöht werden und ein anderer erst befüllt werden wenn wieder einer leer ist.
Und zu den Tinten - ich habe mal überschlagen dass der Vorrat hier bei gleichbleibendem Verbrauch für 10 Jahre reichen würde!
Alle die solch guten (?) Vorsätze gefasst haben sollten vor Weihnachten hier reinschreiben, wie weit sie gekommen sind - ich wäre gespannt, auch auf mich!
16 Füller -- ich würde durchdrehen ;) Aber insoweit ähnelt sich unser Konzept ja doch ein bisschen...

Und ja, diesen Thread habe ich auch gerade deswegen eröffnet, damit ich dieses Vorhaben vielleicht nicht so leicht in den Tiefen meines Notizbuches vergraben kann, sondern von Zeit zu Zeit einige Updates posten kann...

Zum Thema des nahezu ewig währenden Tintenvorrats -- das wird bei mir genauso sein, mit meinen knapp 3 l Tinte...

Aber okay, einerseits sollen Tintenvorräte ja auch eine Zeit lang halten, und andererseits bin ich für meinen Teil was den Tintenkauf angeht relativ entspannt geworden. Sicherlich gibt es noch die ein oder andere Tinte, die dazu kommt, aber ich überlege mittlerweile zweimal, ob ich eine Tinte wirklich kaufen soll, der "Kaufreflex" ist etwas besser geworden...
Penziner hat geschrieben:
19.01.2026 10:52
für mich klingt das eher nach „Nutzen statt Hamstern“.
Sehr sehr nachvollziehbar für mich - ich bekenne mich schuldig.

Mir stellt sich die Frage nach dem „Einschreiben“ als solches.
Falls das nicht zum Thema passt, muss ich es separat ausgliedern.

Was bedeutet einschreiben? Das würde ja bedeuten, dass sich Feder oder Tintenleiter anpassen, ändern, durch Abrieb/Druck (oder wie auch immer) eine physikalische Veränderung geschieht. Kann ich kratzende Federn durch Nutzung besänftigen? Interessiert mich wirklich, sehr!
Nutzen statt Hamstern ... Das wäre auch ein guter Name für diesen Thread gewesen...

Zum "Einschreiben"; meine Intention ist eigentlich nicht, dass sich an den Federn irgendetwas verändert oder irgendwelche Probleme sich dadurch beseitigen lassen. das halte ich -- zumindest bei Stahlfedern -- ohnehin für einen Mythos.
Mir geht es darum, den entsprechenden Füller erst einmal zu nutzen, dessen Charakteristiken ausgiebig kennen zu lernen, und wirklich wertzuschätzen, bevor der nächste und wieder nächste Füller einzieht.
Rubato hat geschrieben:
19.01.2026 13:44
Ich unterteile per se schon mal in Füller, die ich haben und ansehen möchte, und Füller mit denen ich schreiben will. Es gibt Mischmengen. :)
Zum Beispiel den alten Primavera benutze ich nur ganz, ganz selten mal mit ein kleines bisschen Tinte. Den M200 andauernd. Das reduziert die Schuldgefühle.
Diese Unterteilung gibt es bei mir tatsächlich per se nicht. Dafür habe ich keine Füller, die "antik genug" sind. Einzig ein Montblanc 144, ein Familienerbstück, wird nicht regelmäßig genutzt, aus reiner Sentimentalität. Und das ist auch für mich völlig in Ordnung so....
Alle Andere ist zum Nutzen gekauft worden, womit wir wieder beim Thema wären...

Naja mal sehen, ich halte Euch auf dem Laufenden, was meine kleine Challenge angeht...
Penziner
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Re: Neujahrsvorsätze - Meine Füller-"Einschreib"-Challenge

Beitrag von Penziner »

Ich habe gerade die frisch eingetroffene Tinte „Romeo & Juliet“ verstaut. Tja…

Ich werde in diesem Leben eher keine Tinte mehr brauchen.

Darüber hinaus mal die Füller gereinigt… Tinte raus. Mit destilliertem Wasser durchgespült.

Ich werde ab sofort genau zwei Füller nutzen. Einmal Arbeit, einmal privat. Fertig.

Irgendwie bin ich wohl (auch?) ein Fall „für die Couch“…
LG
Stefan
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mondindianer
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Re: Neujahrsvorsätze - Meine Füller-"Einschreib"-Challenge

Beitrag von mondindianer »

estilográfica&tinta hat geschrieben:
20.01.2026 15:25
[...]
Zum "Einschreiben"; meine Intention ist eigentlich nicht, dass sich an den Federn irgendetwas verändert oder irgendwelche Probleme sich dadurch beseitigen lassen. das halte ich -- zumindest bei Stahlfedern -- ohnehin für einen Mythos.
[...]
Ja, das hört und liest man immer wieder. Mit 2-3 Füllungen wird das auch kaum zu sehen sein. Aber auch das Hartmetall-Schreibkorn zeigt im Laufe der Zeit Abrieb. Als Beispiel eines Schulfüllers, an dem sich sicher kein Aficionado im Federschleifen ausprobiert hat, möchte ich den Schulfüller meiner Frau anführen - ein Pelikan P472 Happy Pen Rotviolett mit Kettchen statt Clip von 1974. Der Füller war gute 10 Jahre Jahre in ständigem Gebrauch.
Eingeschriebene Feder eines Schulfüllers
Eingeschriebene Feder eines Schulfüllers
P472 Happy Pen.jpg (626.01 KiB) 1109 mal betrachtet
Das Schreibkorn am linken Federschenkel (Rechtshänderin!) ist deutlich abgeschliffen, auch die Spitze ist etwas gerundet. So etwas habe ich auch schon bei anderen alten Füllern beobachtet - nur weiß ich dann eben nicht sicher, ob das tatsächlich vom Schreiben kommt.

Mithin glaube ich, dass man eine Feder sehr wohl auf die eigene, individuelle Haltung einschreiben kann. Mit der Mikromesh-Behandlung, die hier immer wieder mal erwähnt wird, beschleunigt man diesen Prozeß. Das ist bei feinen und vielleicht auch bei rigiden Federn sicher ausgeprägter als bei breiteren, und es ist nach meiner Erfahrung auch unabhängig von der Preisklasse der Feder.
Viele Grüße
Fritz
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