Und es geht bergab

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Skribenion
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von Skribenion »

Ich bin großer Verfechter des Handgeschriebenen, kann aber jeden verstehen der sich keinen teuren Füller kauft.
MB ist mittlerweile geradezu absurd teuer und Pelikan, als ebenso bekannte Marke, hat eine viel zu große Streuung bei den Federn.
Ich liebe meinen M805, schreibe aber am häufigsten mit zwei TWSBI Eco und einem Diplomat EA2, den ich damals noch zu einem Listenpreis gekauft habe der deutlich niedriger war als der heutige.
Die Premiumhersteller wären gut beraten mal etwas an der Qualität zu verbessern, als stets nur an der Preisschraube zu drehen.
Mit besten Grüßen

René
ronfruehling
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von ronfruehling »

Hallo René,
Skribenion hat geschrieben:
26.01.2026 19:25
Ich bin großer Verfechter des Handgeschriebenen, kann aber jeden verstehen der sich keinen teuren Füller kauft.
MB ist mittlerweile geradezu absurd teuer und Pelikan, als ebenso bekannte Marke, hat eine viel zu große Streuung bei den Federn. Ich liebe meinen M805,…Die Premiumhersteller wären gut beraten mal etwas an der Qualität zu verbessern, als stets nur an der Preisschraube zu drehen.
dein Statement zum Souverän M805 teile ich uneingeschränkt und mein im Dezember neu erworbener M405 entspricht zu 100% meiner hohen Erwartung an diesen Füllfederhalter. Preislich muss PELIKAN aus meiner Sicht nicht runter gehen. Sie bedienen eine Nische und sollten mit Service und Kulanz punkten. Auch von dieser Seite kann ich bislang nur Positives berichten. Kostenloser Tausch meines Level V, für den es keine Nachfüllkartuschen mehr gibt (meine selbst nachgefüllten Plastikkartuschen waren regelmäßig an der Bodennaht gebrochen), der Level V wurde durch einen adäquaten Ersatzfüllfederhalter in Wunschfarbe getauscht. Für den Level gab es seinerzeit einen kostenfreien Kappentausch, ganz ohne Kaufbeleg und ohne bestehende Garantie. Auf der Etage wo ich arbeite (kaufmännischer Bereich) habe ich bislang :cry: keinen einzigen weiteren Füllfederhalter entdecken können.
Grüßle Ronny
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CMG
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von CMG »

Für mich ist das schreiben mit Füller und Tinte eine lebenslange Tradition, angefangen mit den ollen Pelikan und Geha Schulfüllern. Rein praktisch sind Füller und Tinte im Alltag immer weniger geworden, durch die ganze digitale Entwicklung. Aber ich mag nicht drauf verzichten. Ich bin kein wirklicher Sammler, eher ein Nutzer mit Freude daran, einige gute Füller um sich herum zu haben. In pulsierenden Wellen mal mehr und mal weniger. Allerdings - unterwegs und keinen Füllhalter dabei, das ist nicht so gut. Dann fehlt mir was.

Ich habe eine kleine Sammlung, nichts besonderes. Einige Pelikane, derzeit 5 verschiedene 800er und einen 1000er. Alle kleineren und älteren (320, 400er, 600er, 250, 150, usw.) habe ich derzeit wieder abgegeben. Ich möchte halt Füller zum Benutzen um mich haben, kein Museum. Auch einige Montblancs, 149, 146, sowas. Das ist es im wesentlichen. Zeitweise einige alter Parker Füller. Schwieriger wird’s langsam mit den Federn. Ich schreibe meist mit älteren BB oder Stubs, auch IB, mein 149er hat eine O3B.

Zwischendurch habe ich dann ab und zu Wellen von Experimentierfreude auf niedrigerem Produktniveau, hatte das mit TWSBI, Lamy Safari, Kaweco Sport - aber die gebe ich dann irgendwie immer wieder alle ab. Bei mir nichts für die Dauer. Anders als meine Pelikane, und die Montblancs, die bleiben. Allerdings habe ich gerade alle Standard Pelikane die ich hatte, 600er und 800er, durchgetauscht gegen Special Edition Füller. Die sagen mir mehr zu. Finde ich interessanter.

Also, will sagen - egal wie es im Füllergeschäft geht - bei mir persönlich gehts nicht bergab. Seit einigen Jahrzehnten nicht. Im Moment gerade mal wieder bergauf. Es ist Winter, da ruhen die anderen Hobbies. Und ich habe mir gerade bei einem Sturz im Eis die Schulter kaputt gemacht, die wird nächste Woche operiert. Füller & Tinten Zeit halt, für mich … :-)
Beste Grüße, Christian
GentryStone
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von GentryStone »

Ich hoffe, dass der Trend sich wieder umkehrt und die hochstudierten Pädagogen verstehen, welche Bedeutung das Handschriftliche
für das Gehirn hat.
Bei mir persönlich war nach meiner Schulzeit mit Handschrift erst einmal überwiegend Pause, bis auf wenige Dinge wie Einkaufszettel, mal ein Rezept notieren etc. Alles andere musste wenn irgendwie möglich per Computer erledigt werden, denn das war / ist ja schließlich modern.
Mich hatte ja, wie auch in meinem Vorstellungsbeitrag erwähnt, die Situation veranlasst, dass ich Schreibschift verlernt hatte und mich das unsagbar geärgert hatte, wieder damit anzufangen und das bei fast Null. Dass mir das so viel Spaß bereiten würde hatte ich vorher auch nicht geahnt und durch nunmehr 2 Jahre täglichen Schreibens (Tagebuch und vieles, was ich sonst auch gern am Rechner gemacht habe) ist mir aufgefallen, dass ich in vielen Situationen flüssiger und weiter/vorausschauender denke und mich auch oftmals viel besser konzentrieren kann und mir Dinge besser merken kann.

Es hat also auf alle Fälle etwas mit meinem Kopf gemacht, was ich als sehr wertvoll sehe und habe mir auch vorgenommen, dass wenn meine Kinder einmal Enkel in die Welt setzen, ich das für sie auch erhalten möchte.
Denn ich bin mir aktuell nicht sicher, ob unser Bildungssystem überhaupt will, dass wir gute Denker sind...
fountainpen.de
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von fountainpen.de »

die hochstudierten Pädagogen verstehen, welche Bedeutung das Handschriftliche für das Gehirn hat.
Leider keine ... schau mal hier, dort wurde dies schon diskutiert:

viewtopic.php?f=17&t=38847
Astoria, Nakaya, Pelikan und Montblanc Sammler
http://www.fountainpen.de
GentryStone
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von GentryStone »

ach, wenn das schon so lange ein Thema ist, wird sich von alleine nichts tun, bleibt uns nur die gute alte Eigenverantwortung :)
Gast1
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von Gast1 »

GentryStone hat geschrieben:
06.03.2026 12:03
ach, wenn das schon so lange ein Thema ist, wird sich von alleine nichts tun, bleibt uns nur die gute alte Eigenverantwortung :)
Natürlich, die sagen Dir ja nicht, was gut für Dich ist, sondern was gut für sie ist. (in seltenen Fällen stimmt das aber überein :) )
#Sophia
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von #Sophia »

Ich habe vor 10 Jahren an einer Förderschule (Erziehung und Lernförderung) gearbeitet. Bevor die Schüler ins Regelschulsystem zurück durften (wenn die Eltern das wollten) haben wir Heftführung und Schreiben trainiert. Das hieß, herausfinden, welche Schrift und welches Schreibgerät gut funktioniert. Die Regelschulen haben sich stets gefreut, dass sie auf der Schrei Fähigkeit aufbauen könnten.

Als ich in der Inklusion ab Klasse fünf gearbeitet habe, gab es viele Eltern, die nicht verstanden, warum ich als Ergänzung zum Tablet auch Handschrift trainiert habe. Vielen war es nach der vierten Klasse fremd, ihre Gedanken auf Papier zu bringen und damit zu arbeiten. Ich rede nicht von den Lernenden, die das Glück haben, ohne Notizen gut lernen zu können( so eine war ich auch).

Leider gab es auch einige, auch junge Kollegen ebenso wie ältere, denen nur am Stoff gelegen war. Je älter die Kinder und Jugendlichen wurden, desto größer war das Gejammer über kaum lesbare Klassenarbeiten oder fehlende Lernstrategien. Aber ein Einsehen, dass zur Grundlage eines schriftlich arbeitenden Schulsystems die Handschrift und das Nutzen eigener Notizen wichtig ist, fehlte.

Das ist sehr schade und auch nach der Home-Schooling Zeit, wo das Fehlen der Handschrift deutlicher hervortrat, tst sich nur wenig. Auch ein Grund, weshalb ich einen anderen Beruf ergreife, aber das führt vom Thema ab.

An der Uni hilft mir von der Hand in den Kopf zu lernen sehr.
Gast1
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von Gast1 »

Ich lerne höchstens von der Hand in den Mund. :) Die Basisannahme bei diesem rezidivierenden Thema ist ja, dass es tatsächlich zu einer Steigerung der Intelligenz kommt, weil durch die gleichzeitige Stimulation der "feinmotorischen" Bereiche im Gehirn (wo es wirklich zu einer Zunahme der neuronalen Vernetzung kommt) auch Bereiche, die für die Intelligenz zuständig sind, stimuliert werden. Ich halte das bei Kindern durchaus für möglich, bei Erwachsenen hilft, glaub' ich, nix mehr.Bild
Columbus
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von Columbus »

Alles eine Frage der Perspektive: Bei, wie man mittlerweile weiß, ungefähr 16 Prozent funktionalen Analphabeten, drängt sich schon der Verdacht auf, dass da pädagogisch nicht alles so ganz astrein abgelaufen ist.
#Sophia
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von #Sophia »

Gast1 hat geschrieben:
07.03.2026 15:50
...[]bei Erwachsenen hilft, glaub' ich, nix mehr.Bild
Da schmunzelte ich. Ich stimme zu, dass eine bessere Vernetzung bei Kindern stattfinden kann. Es hängt aber auch mit von der Intelligenz ab, welches Schriftbild jemand selbst erlernen und viel mehr noch bei anderen entziffern und in Bedeutung umwandeln kann (Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit). Visuelle Lerntypen sind da klar im Vorteil. Viel eher würde ich sagen, Erlerntes bleibt auch bei Erwachsenen besser hängen, aber Intelligenzsteigerung - das dürfte auch bei Kindern im kaum merkbaren Bereich stattfinden.

Obacht, das ist eine erfahrungsbasierte Äußerung meinerseits, ich habe mich nicht um wissenschaftliche Quellen bemüht.
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Reformator
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von Reformator »

Hallo,
#Sophia hat geschrieben:
07.03.2026 13:31
Leider gab es auch einige, auch junge Kollegen ebenso wie ältere, denen nur am Stoff gelegen war. Je älter die Kinder und Jugendlichen wurden, desto größer war das Gejammer über kaum lesbare Klassenarbeiten oder fehlende Lernstrategien.
ein Bekannter, der an der Uni Korrekturassistent war, hat seinen "Kunden" eingeschärft: "Was ich nicht lesen kann, ist nicht da oder falsch." Nachdem sie gemerkt hatten, daß er das tatsächlich so macht, haben sich die Schreibleistungen verbessert.
Bis demnächst...
Helge
Micha71
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von Micha71 »

… also, seit einigen Jahren beobachte ich eine Umkehr. Auf den FüllhalterSammlerBörsen taucht vermehrt ein junges, interessiertes Publikum auf. Die Workshops in Polen, Niederlande und Budapest sind gut besucht auch von unter 20 Jährigen die gerne Handschriftliches kultivieren. Ich habe viele Teens und Twens die auf einen Montblanc sparen und auch kaufen. Ich sehe den Untergang nicht. Ähnlich wie bei Vinyl, Kassetten und natürlich hochwertigen Armbanduhren.

Ja, seit vielen Jahren besuche ich auch die Klassen meiner Kinder und Nichten, erkläre Füller und jeder bekommt kostenfrei einen Lamy Safari in der Lieblingsfarbe, selbstverständlich auch die Lehrer*innen.

Morgen bin ich in Düsseldorf auf der Uhrenbörse und werde dort mit Sicherheit wieder viele junge Menschen sehen.

Wer eine Reparatur benötigt, einen Federtausch oder einen Montblanc (paar 800er Pelikane habe ich auch dabei), darf mich gerne besuchen.

Herzliche Grüße,

Michael
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Gast1
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von Gast1 »

#Sophia hat geschrieben:
07.03.2026 17:50
... Obacht, das ist eine erfahrungsbasierte Äußerung meinerseits, ich habe mich nicht um wissenschaftliche Quellen bemüht.
Die "wissenschaftlichen Quellen" sind auch mehr Glaubenssätze, die einen sagen "ja", die anderen "doch nicht". Ich habe mal Werkzeugmacher gelernt und das Erste war da nicht, wie man eine Drehmaschine bedient, eine Flachschleifmaschine oder eine Elektroerosionsmaschine sondern feilen. Ich halte die Handschrift für eine zivilisatorische Grundfertigkeit, bei mir würden die Kids auf alle Fälle Handschrift lernen. "Außerdem ist der Strom schneller weg, als man denkt." (ukrainisches Sprichwort) :o
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Re: Und es geht bergab

Beitrag von fountainpen.de »

Die "wissenschaftlichen Quellen" sind auch mehr Glaubenssätze, die einen sagen "ja", die anderen "doch nicht".
Das ist doch aber in allen wissenschaftlichen Bereichen normal und nennt sich eben Forschritt ... es ist doch gut, wenn man erkennt, dass alte Mythen falsch sind oder eben in anderen Bereichen bestätigt werden. Deshalb muss man aber auch immer darauf achten, welche Journals man liest/zitiert. Nicht alle Journals sind gleich gut (z.B. was die Review-Prozesse angeht). Aber dafür gibt es dann Journal-Rankings und man kann sich auf die besten Journals konzentrieren.
Astoria, Nakaya, Pelikan und Montblanc Sammler
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