Es ist inzwischen wohl Zeit für ein paar Fakten nach so viel theoretischen Bedenken
Der
Lamy Safari Roll Ink Pen kam just auf den Markt, als ich mit meinen privaten Umbauten fertig war. Jetzt kann ich also die beiden Varianten miteinander vergleichen.
Das Griffstück hat - wie bei allen Lamy-Tintenrollern - drei Abflachungen im 120°-Abstand. Am hinteren Ende befindet sich das Gewinde für die Schreibspitze. Dadurch ist die Spitze natürlich stabiler als bei meinem Stecksystem. Es wird der Patronendorn der Schreibspitze verwendet, dadurch sitzt die Patrone wenige Millimeter tiefer als im Füllhalter.
In dem neuen Lamy ist das Patronen-Roller-System (kurz PRS) der Schmidt® Technology GmbH aus St. Georgen im Schwarzwald verbaut. Gegenüber dem Standard-System wurde die Patronenaufnahme so verändert, dass sie die proprietären Lamy-Patronen aufnehmen kann.

- PRS-Patronendorn für Standard-Patronen and für Lamy-Patronen (von links)
- Lamy-Anschluss.jpg (257.23 KiB) 65 mal betrachtet
Dieses PRS ist weit entfernt von einem
Wegwerf-System - es ist ein veritables Triple aus Schreibspitze, Tintenleiter mit Ausgleichslamellen und Hülse. Falls notwendig, lässt sich auch dieses Triple zum gründlichen Reinigen einfach zerlegen.

- Schmidt-Triple mit Feder (Typ FH241, oben) und kompatibel dazu PRS
- Zwei Triple.jpg (517.92 KiB) 65 mal betrachtet
Mein Patronen-Roller kam mit der 0,7mm-Spitze, die ein eher mittleres bis breites Schriftbild erzeugt. Die alternative 0,5mm-Spitze kann durch das Gewinde im Griffstück einfach ausgetauscht werden. Zu beachten ist, dass die nicht von Lamy erworbenen Einsätze Standardpatronen aufnehmen. Ich habe bei meinem daher die 0,5mm-Spitze in die Lamy-Hülse eingesetzt, so passen jetzt wieder Lamy-Patronen.

- Schreibkugeldurchmesser 0,7 mm (links) für mittlere und 0,5 mm für feine Schriftbreite
- Beide Kugeln.jpg (101.31 KiB) 65 mal betrachtet
Die feinere Kugel verlangt in der Tat etwas mehr Aufmerksamkeit - vergleichbar etwa mit einer japanischen F-Feder. Mitunter macht sie auch ähnliche Geräusche beim Schreiben... Aussetzer habe ich bislang bei drei Füllern im täglichen Einsatz nicht erlebt, und ich habe inzwischen sicher ein Dutzend verschiedener Tinten ausprobiert. Ein
Schmiermittel-Problem konnte ich bei keiner dieser Tinten feststellen.
Auf der
Lamy-Seite wird der Stift beworben mit "
Write more BLUEtiful" und mit dem Hinweis versehen "
Ausschließlich mit der T10 blau (löschbar) verwenden. Nicht für die Nutzung mit Konverter geeignet." Die werden ihre Gründe haben, ich kann das nicht nachvollziehen.
Was aber nun eine gänzlich neue Option ist: wegen des Gewindes im Griffstück können erstmals Federn verwendet werden, die
nicht von Lamy stammen! Also
echte EF-Federn zum Beispiel:

- HARO-EF-Feder aus den 50er-Jahren im Lamy Tintenpatronenroller
- Fremde federn.jpg (315.59 KiB) 65 mal betrachtet