Welchen Klebstoff nehmen?

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Strombomboli
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Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Strombomboli »

Gestern habe ich meinen blauen Silvexa (P20), an dem ich schon längere Zeit herumbastle, wobei ich mich immer wunderte, warum das Vorderteil so krumm ist, daß ich einen kleinen Ast in der Hand zu halten schien (wenigstens hat er nicht mehr geleckt, nachdem er mit Captain Trolley's Creeping Crack Cure behandelt worden war!), gestern nun habe ich ihn zerbrochen, und zwar kurz vor dem Sichtfenster, an der Krümmung sozusagen.

Nun würde ich ihn gerne wieder zusammenkleben. Normales UHU hat nichts genützt, ist ja klar, aber wie wäre es mit dem UHU für Kunststoffe? Was der Hersteler dazu schreibt, habe ich hier hineinkopiert, ich hoffe, das sagt jemandem etwas.

Andreas YETI hat letzthin UHU plus endfest empfohlen, aber das ist ein Zweikomponentenkleber und mir etwas unheimlich, während Gerd Will schließlich eine Heißklebepistole verwendete, aber das ist mir auch etwas unheimlich. Darum dächte ich, daß ich mit diesem Kunststoffkleber am besten führe; ich hoffe, es kann mir jemand helfen.
UHU hart kunststoff

für alle gebräuchlichen Hartkunststoffe
temperaturbeständig von -30°C bis +90°C
beständig gegen Wasser, Öl und verdünnte Säuren und Laugen

Glasklarer Spezialkleber zum Kleben von allen gebräuchlichen Hartkunststoffen wie ABS, Acrylglas, Plexiglas, und Hart-PVC, auch in Kombination mit Holz, Papier, Metall, Glas und Keramik. Beständig gegen Wasser, Öl und verdünnte Säuren und Laugen.

Klebt PS, ABS, SAN, SB, ASA, PVC, PMMA, CN, CAB, PC, auch in Kombination mit Phenolharze (Bakelite®), Melaminharze (Resopal®) und GFK-Polyester. Nicht geeignet für Styropor®, PE, PP, PA, POM, PTFE, Silikon.
Iris

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Mr.Eyedropper

Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Mr.Eyedropper »

Für die Abdichtung von Öffnungen in den Füllerkorpora meiner Eyedropper verwende ich auch UHU Zweikomponentenkleber - allerdings nicht nicht "endfest", sondern "schnellfest" (den in den blauen Tuben). Der funktioniert problemlos, dichtet gut ab und weil er transparent durchtrocknet, ist er perfekt für die Lamy Vistas.
newlife
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von newlife »

Ich würde es am ehesten mit Revell Modellbaukleber versuchen, da hat das Fläschchen auch eine nadelfeine Dosierspitze.
Grüße von Klaus!
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Strombomboli
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Strombomboli »

Vielen Dank euch beiden! Ich werde nun in mich gehen und morgen mal in ein Geschäft.
Iris

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Will
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Will »

Hallo Iris,

ich hatte die Heißklebepistole dazu verwendet, um die Dichtung wieder an der Kolbenstange zu befestigen. Für Undichtigkeiten an Griffstück oder Korpus halte ich diese völlig ungeeignet. Da scheint mir der Tipp von Mr. Eyedropper doch recht vielversprechend. Ich wüsche Dir viel Erfolg, dass Du Deinen P20 wieder heil bekommst.

Liebe Grüße aus der Pfalz

Gerd
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Strombomboli
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Strombomboli »

Auch dir vielen Dank! UHU liegt in meinen Überlegungen gerade vorn, weil mich die lange Korrigierbarkeit des Modellbauklebers kontraproduktiv dünkt.
Iris

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Mr.Eyedropper

Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Mr.Eyedropper »

Strombomboli hat geschrieben:Auch dir vielen Dank! UHU liegt in meinen Überlegungen gerade vorn, weil mich die lange Korrigierbarkeit des Modellbauklebers kontraproduktiv dünkt.
Dann ist der blaue Uhu vielleicht wirklich das Beste für Dich. Eventuell kannst Du versuchen, die Klebfläche etwas aufzurauhen (wenn das geht) und den Kleber mit einer Spritze aufnehmen, damit Du ihn gut dosieren kannst - aber nicht die feinste Kanüle nehmen, denn der Kleber ist recht viskos. Und drauf achten, dass Du keine Luft mit einziehst.
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Dieter I.
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Dieter I. »

Hallo Iris,
ich habe letzte Woche einen Kaweco Sport V16 kleben müssen, der unterhalb des Sichtfensters abgebrochen war.
Ich habe auch den "UHU Plus endfest 300" genommen und bin sehr zufrieden.
Das Ergebnis ist einfwandfrei - man sieht (fast) nichts mehr von der Reparaturstelle, bisher hält alles bombenfest.
Viele Grüße aus dem Saarland
Dieter
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Holunderbeere
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Holunderbeere »

Hallo Iris,

Was ist denn diese creeping crack cure? Ich hab' nämlich hier einen Delta, der einen hauchfeinen Sprung am Griffstück haben muss, und zwar genau am Gewinde. So leckt er nicht, aber wenn ich ihn greife, um damit zu schreiben, habe ich blaue Finger. Wäre dieses Wundermittel dafür auch geeignet?

Ich war bis jetzt sehr zurückhaltend mit Klebstoff, weil es eben am Gewinde ist und ich da keine Blockade riskieren wollte... Nützt ja auch nichts, wenn das Leck dicht ist, aber die Kappe nicht mehr zugeht.

Viele Grüße,
Barbara
Füllerliebhaberin, Vollblutbibliophile & halbseidene Buchbinderin. Internetpräsenz inner Mache. :)
Der Füllerblog der Holunderbeere: http://thesebeautifulpens.blogspot.com
newlife
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von newlife »

Kurze Antwort - CTCCC - oder auch Captain Tolley's Creeping Crack Cure ist ein Mittel, haarfeine Risse abzudichten, es hat mir sehr geholfen, bei feinen Rissen alter Kaweco Füller oder aber auch den bekannten Lecks bei Sheaffer Federn zwischen Feder und Griffstück, den sogenannten Inlaid Nibs wie beim Sheaffer Targa. Für Schäden wie dem hier gefragten eignet es sich nicht, da es kein Klebstoff ist, sondern ein kriechendes Mittel - der Name sagt es - das feine Risse dichten kann, wo Tintenaustritt nicht erwünscht ist.

Was all die anderen Tips bezülich UHU angeht, bin ich selbst gespannt, was deren Haltbarkeit angeht, denn einen zerbrochenen Schaft zu reparieren ist angesichts der Unkenntnis des damals verwendeten Materials immer ein Trial and Error Spiel. Ich habe mit meinem Beispiel des Revell Klebers auch schon schlechte Erfahrung gemacht. Das Metarial hat zwar einen alten Columbus Füller deutscher Fabrikation zwar gut geklebt, aber unsorgsamer Transport ohne Etui hat die Verbindung gebrochen. Der Revell Kleber hat aber trotzdem meiner Meinung nach den Vorteil, dass er das Material anlöst bzw. schmilzt. Wie das mit anderen Klebern hinhaut - wie gesagt, ich bin gespannt auf eure Erfahrungen! Ich bin bei Revell - Kleber für Polystyrol, soweit ich weiß - davon ausgegangen, dass sowohl Revell als auch Pelikan (oder Columbus) in damaliger Zeit auf ähnliches Material zurückgegriffen haben müssen, da es nicht viel unterschiedliche Materialien gegeben haben kann. Und dass das Material des Columbus auf das Verschmelzen angesprochen hat, spricht aus meiner Sicht dafür (Polystyrol). Alles andere - mein Fehler, denke ich, ein derart zerbrochenes Teil wieder zu völlig neuem und komplett haltbaren Leben ohne weiteres Risiko des Bruchs zu erwecken, ist vielleicht auch illusorisch!?

Aber ich lasse mich gern von Kennern der Materie (Plastik!) damaliger Zeiten belehren!
Grüße von Klaus!
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Strombomboli
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Strombomboli »

Weiterhin besten Dank für die guten Ratschläge!

Hier:
newlife hat geschrieben:Captain Tolley's Creeping Crack Cure (...) Für Schäden wie den hier gefragten eignet es sich nicht
nehme ich an, daß mein Füller gemeint ist und nicht Barbaras, denn für den würde ich das für genau das richtige Mittel halten. Es wurde hier im Forum schon einmal besprochen. Gekauft habe ich mein Fläschlein über Ebay, wenn ich mich recht erinnere, von jemandem, der Reparaturzeug für Boote verkauft.
Iris

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Melmac
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Melmac »

Hi Iris,

unter dem Link http://www.penexchange.de/forum_neu/vie ... =Uhu+plast findest du einen Kleber, den ich bestens empfehlen kann.

Damit habe ich den Schaft eines Parker VP geklebt. Hier fehlt nur noch der Feinschliff.
Der Schaft läßt sich wieder wunderbar verwenden und auch wieder schrauben.
001.JPG
001.JPG (44.66 KiB) 6789 mal betrachtet
Der Kleber ist einfach Klasse.

Mit freundlichem Gruß
Peter
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Holunderbeere
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Holunderbeere »

Iris, ich glaub auch, dass das creeping crack cure genau das Richtige für meinen Delta sein könnte. Ich hab' mir mal ein Fläschchen bestellt. Das wär' ja was, wenn das gute Stück damit wieder einsatzfähig würde! Danke für die Idee.

Tschuldigung fürs offtopic und viel Glück für Deinen Patienten! Schon wieder weg ist
Barbara
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Strombomboli
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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von Strombomboli »

Melmac hat geschrieben:Der Kleber ist einfach Klasse.
Wie gut, daß ich noch nicht losgegangen bin! Dieser scheint mir für mein Basteltalent am besten geeignet zu sein; das mit den zwei Komponenten ist doch etwas zu aufregend für mich.
Iris

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Re: Welchen Klebstoff nehmen?

Beitrag von thobie »

Hi Iris,

der Zweikomponentenkleber braucht doch nur angerührt zu werden. Das ist viel weniger dramatisch, als Du es Dir vorstellst.

Gruß
Thomas
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