Löst sich hier die Vergoldung bei meinem Edson?

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der Jens
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Löst sich hier die Vergoldung bei meinem Edson?

Beitrag von der Jens »

Hallo,

vor kurzem bin ich zufällig recht „günstig“ (naja… ;)) zu einem Waterman Edson Füllhalter-Kugelschreiber Set gekommen.
Beide gebraucht, aber in einem guten Zustand. Das man einen gebrauchten Füller von einem (mehr oder weniger) Laien in einem sauberen Zustand erwirbt, dürfte ja doch eher die Ausnahme sein… 8-)
Mein neuer Schreiberling dürfte auch geschätzte 2 Jahrzehnte in eingetrockneten Zustand zugebracht haben. Wenn schon, denn schon mit schwarzer Tinte; selbige lässt sich nach m. M. mit am schwierigsten entfernen, „bröckelte“ schon in Staubform aus dem blauen Original Edson-Konverter.
Viel schwarzer Staub… :?
Warum geschätzte 2 Jahrzehnte? Die beiliegende (vermutliche) Original-Patronenpackung war bereits KOMPLETT eingetrocknet, was meiner Erfahrung nach doch etwas Zeit braucht.

Nun wird das gute Stück seit 2 Tagen in Wasser eingeweicht, und die austretende Tinte (aus dem Griffstück) nimmt kein Ende… Was mich in diesem Fall aber auch nicht sooo wundert.
Aber auch Füllerkappe und –schaft werden (getrennt vom Griffstück) gebadet. Und weil ich gerade dabei bin auch gleich der Kugelschreiber in seinen Einzelteilen – wenn auch sicher nicht unbedingt so nötig wie bei einem eingetrockneten Füller!

Was mich jedoch etwas wundert: Aus der Füllerkappe tritt so ein hellbrauner Satz aus, der sich im Glas auf dem Boden absetzt. Ich hielt ‘s zuerst ja auch für etwas eigenartig gefärbte Tintenreste. Aber jetzt habe ich mal die beiden goldplatinierten Teile von Füller und Kuli in zwei getrennte Gläser gegeben. Und zu meiner Verwunderung tritt dieser Satz auch aus dem Kugelschreiberteil aus – also eher nix mit Tintenresten!

Ich werde daher gleich mal das Bad für diese Teile beenden – mit Tintenresten ist hier wohl doch nicht zu rechnen. Aber zuvor noch schnell ein Foto gemacht!
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Nun meine Frage: um was kann es sich bei diesem „Satz“ handeln? Ich hoffe doch mal nicht, dass sich die Goldplattierung in Wasser auflösen kann – ganz ohne Ultraschall… :twisted:
Sichtbare Schäden / Ablösungen kann ich an den vergoldeten Teilen von Füller oder Kuli anschließend aber nicht entdecken.

der Jens
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TomSch
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Re: Löst sich hier die Vergoldung bei meinem Edson?

Beitrag von TomSch »

Hi,

du schriebst von massenhaft eingetrockneter schwarzer Tinte. In diesem Fall würde ich davon ausgehen, dass es sich um Reste handelt, die in beige ausfällen, zumal du ja KEIN Ultraschall nutzt. Wenn die Goldschicht unbeschädigt aussieht, würde ich mir darum keinen Kopf machen.

Option Nr. 2 wären Rückstände von alten Fetten oder Ölen.

Tschö, Thomas
Sei nicht so; sei anders.
der Jens
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Re: Löst sich hier die Vergoldung bei meinem Edson?

Beitrag von der Jens »

Naja, da es sowohl Füllerkappe als auch das Kugelschreiberteil betrifft hat es offensichtlich nichts mit der eingetrockneten Tinte zu tun.
Die Farbe des Satzes passt ja auch nicht so richtig zu schwarzer Tinte, eher Lié de Thé von Herbin… ;)

Ich kann mir zwar nicht wirklich erklären WAS sich da nun abgesetzt hat, aber da an den mittlerweile getrockneten Teilen nichts zu sehen ist wird ‘s wohl alles halb so schlimm sein.

Jens
frechy
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Re: Löst sich hier die Vergoldung bei meinem Edson?

Beitrag von frechy »

Ich kann mir vorstellen, dass hier die Goldplattierung in leitendem Kontakt mit dem normalen Metall zum Rosten des unedleren Metalls geführt hat (Kontaktkorrosion). Das wäre sehr ungünstig. Gut, dass Du das Bad beendet hast!

Wenn alles trocken ist, schau Dir mal die Innenseiten der Kappen an.
Edelstein1
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Re: Löst sich hier die Vergoldung bei meinem Edson?

Beitrag von Edelstein1 »

Lieber Jens, entschuldige bitte - das ist jetzt etwas abseits vom Thema - aber wo gibt es denn diese interessanten "Einmachgläser", die da zu sehen sind?
LG, Jacky
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pradella2
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Re: Löst sich hier die Vergoldung bei meinem Edson?

Beitrag von pradella2 »

Es könnte gut sein, dass es sich um Rost handelt. Hier hilft ein Blick ins Kappeninnere bzw. unter den Clip. Wenn Du die Kappe oder das Griffstück des Kugelschreibers mit gezwirbeltem Küchenkrepp stramm auswischst und das Papier kommt gebräunt wieder heraus, weißt Du Bescheid. Ist mir z.B. bei Kappen von Geha Füllern schon passiert, da hat der Federstahl des Clips nach kaum einem Tag im Spülibad zu rosten begonnen. Ich drücke die Daumen, dass es in diesem Fall nur der Pek der Jahrzehnte ist!
der Jens
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Re: Löst sich hier die Vergoldung bei meinem Edson?

Beitrag von der Jens »

Danke für Eure Hinweise.

Meine Idee war das es sich um irgendeine elektrochemische Reaktion handelt, aber ich bin da auch nur ein Laie.
Nachdem es offensichtlich keine Tintenreste sind die sich da absetzten hatte ich ja schon ein etwas ungutes Gefühl, und habe die Goldteile ganz schnell aus dem Wasser genommen.

Ich habe mir gerade mal die beiden vergoldeten Teile angesehen. In der Öffnung des Kugelschreibers kann man ja naturgemäß nicht so viel erkennen. Die Füllerkappe ist offensichtlich an den Innenseiten mit Kunststoff ausgelegt. Ein Auswischen mit Küchenpapier zeigte nur im Kappenende geringe Verfärbungen.
Da am Kappenende (innseitig) ein Schlitz zu sehen war habe ich mal einen Schraubenzieher angesetzt. Heraus kam eine etwas spezielle Schraube, die mehr einem Nagel mit Gewinde ähnelt. Mit dieser Schraube wird eine Feder fixiert bzw. angezogen, die den Clip abfedert.
Schraube und Feder sind wohl nicht aus Edelstahl (wie ich das ein bisschen erwarten würde), aber trotzdem nur geringfügig korrodiert. Und auch hinter der demontierten Schraube scheint nichts zu korrodieren, soweit erkennbar.

Ich habe im Übrigen auch schon erlebt dass Füllerteile, die ein paar Tage zu lange im Wasser lagen etwas zu rosten anfingen. Betrifft weniger die (Edelstahl-) Feder, sondern mehr Clip oder Zierelemente. Aber eigentlich braucht auch nur das Handstück evtl. ein mehrtägiges Bad, bei stark eingetrockneten Tintenresten!

@Jacky: Woher ich speziell dieses Glas habe kann ich gar nicht mehr genau sagen. Aber ist nur eines von einer ganzen Reihe (ansonsten aber mit Schraubverschluss), die ich speziell für diesen Zweck vorhalte. Allen gemeinsam ist das sie relativ klein und möglichst schmal sind, damit speziell die Handstücke aufrecht darin stehen.
Solche Gläser gibt es z. B. für Kapern oder Meerrettich. Gut sind auch die Marmeladengläser von (Achtung, Schleichwerbung!): St. Dalfour: In diese Gläser passt sogar ein Kolbenfüller!
Wieweit es sinnvoll ist einen solchen komplett unter Wasser zu setzen ist natürlich eine ganz andere Frage…

Jens
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Reorx
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Re: Löst sich hier die Vergoldung bei meinem Edson?

Beitrag von Reorx »

Hallo Jens,

leider habe ich Deinen Beitrag gerade erst gelesen und hoffe es ist nicht zu spät.
Was Du beachten solltest, spüle die Federeinheit des Füllers auf KEINEN Fall intensiv mit heißem Wasser. Das Einzige was die Feder und die dareunter befindliche Abdeckung mit dem Griffstück zusammenhält ist eines seltsame klebrige Masse, die sich in heißem Wasser gerne auflöst. Das ist mir bei der Reinigung eines gebraucht gekauften Edson schon passiert. Nachdem ich auch keinen gefunden hatte, der sich an der Federeinheit versucht hat, habe ich diese im Selbstversuch ruiniert. Zwar konnte ich eine Ersatzfedereinheit zum horrenden Preis bei Ebay UK finden, aber diese kostete mich mehr als zuvor der ganze Füller. Na ja, wenigstens war diese in St (=Stub).

Herzliche Grüße
Harald

P.S.: zwei Jahrzehnte dürften nicht reichen, ich habe deutlich ältere Tintenpatronen von Waterman die noch in einwandfreiem Zustand sind ;).
Bücher kommen an Stellen, an die Filme nie hinkommen...
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Reorx
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Re: Löst sich hier die Vergoldung bei meinem Edson?

Beitrag von Reorx »

Ach so, noch ein Hinweis: Vorsicht mit den langen Tintenpatronen von Pelikan. Die sind am hinteren Ende etwas breiter, während sich die von Waterman leicht verjüngen. Dadurch bleibt die Pelikan Edelstein Patrone auch leicht im Schaffz stecken, der Konverter oder die Watermanpatrone nicht. Im Edson soweit kein Problem, im Serenite war es nicht einfach, die Pelokanpatrone herauszuoperieren.
Damals hatte ich noch Glück und konnte einen zusätzlichen Edsonkonverter erwerben, der wiederum perfekt auch im Serenite seinen Dienst verrichtet.
Bücher kommen an Stellen, an die Filme nie hinkommen...
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